Liechtensteiner Vaterland meldet:
Attraktivere Skigebiete
Moderne Seilbahntechnik, Beschneiungsanlagen, Zusammenschlüsse kleiner Skigebiete und Investitionen in Unterkünfte und Gastronomie – mit diesem Rezept will die Vorarlberger Tourismusbranche der Konkurrenz trotzen.
von Birgit Köhlmeier
Die Vorarlberger Seilbahnunternehmer haben grosse Pläne. Rund 100 Mio. Euro sollen in den kommenden Jahren in den Ausbau und die Modernisierung von Skigebieten investiert werden. Die grössten Brocken entfallen auf Zusammenschlüsse kleiner Skigebiete. Mindestens drei Sessellifte und vier Gondelbahnen müssen gebaut werden, um die geplanten Projekte zu realisieren.
Mit einem Kostenaufwand von etwa 25 Mio. Euro sollen die Skigebiete Mellau und Damüls im Bregenzerwald durch zwei Sechser-Sessellifte und eine Gondelbahn miteinander verbunden werden. Das Projekt ist in erster Instanz von der Bezirkshauptmannschaft Bregenz bereits bewilligt worden. Die Naturschutzanwaltschaft hat gegen den Bewilligungsbescheid Einspruch erhoben. Tone Fink, Geschäftsführer der Bergbahnen Mellau, rechnet damit, dass die Verfahren nicht vor 2007 abgeschlossen sind.
Neuer Zubringer in Brand
Ein Investitionsvolumen von rund 13 Mio. ist erforderlich, um die Skigebiete Bürserberg und Brand im Brandnertal bei Bludenz durch eine Zubringerbahn, die den bisherigen Doppelsessellift ersetzt und eine Pendelbahn zusammenzuschliessen.
Am Arlberg ist seit langem geplant, die Skigebiete Stuben und Zürs sowie Lech und Schröcken/Warth miteinander zu verbinden. Die Kosten für den Sessellift, der Lech mit der Skiregion Schröcken/Warth verbinden soll, beziffert Michael Manhart von den Skiliften Lech mit knapp 3 Mio. Euro. Verschiedene Möglichkeiten gibt es, die Skiregionen Stuben und Zürs zusammenzuschliessen. «Wir führen Gespräche, die Entscheidung könnte in den nächsten Monaten fallen», gibt sich Erich Brunner, Geschäftsführer der Bergbahnen Stuben, zurückhaltend.
Neue Anlagen und Infrastruktur am Diedamskopf
Die Silvretta Nova Bergbahnen planen Investitionen von rund 22 Mio. Euro. Um rund 15 Mio. Euro soll das zur Gruppe gehörende Skigebiet Diedamskopf im Bregenzerwald durch zwei Sechser-Sessel-Lifte ausgeweitet werden. «Rund 7 Mio. Euro werden wir in Pistenerweiterungen, Beschneiungsanlagen und Gastronomiebetriebe im Montafon investieren sowie in den Bau einer grossen Bühne auf dem Muttersberg», sagt Geschäftsführer Heinrich Sandrell.
Im Kleinwalsertal wird mit einem Investitionsaufwand von 13,5 Mio. Euro eine Einseilumlaufbahn mit Kabinen gebaut. Am Hochjoch im Montafon sollen in den nächsten zehn Jahren rund 25 Mio. Euro in die Modernisierung der zwölf Liftanlagen investiert werden. Doch vorerst wird ein Investor gesucht, denn die Raiffeisen/ Uniqa-Gruppe, die derzeit als grösster Aktionär 57 Prozent der Anteile an den Hochjochbahnen hält, möchte sich zurückziehen.
Ferienpark in Gargellen
Mit einem Investitionsvolumen von rund 20 Mio. Euro entsteht derzeit in Gargellen im Montafon der Ferienpark Hochmontafon, eine Anlage mit 93 Appartements (400 Betten) in 12 Häusern, einer Tiefgarage sowie drei Zentralgebäuden mit Rezeption, Kindergarten, Restaurant, Shop und Hallenbad inklusive Wellness-Bereich. Die Appartements werden verkauft und von der niederländischen Immobiliengesellschaft Landal GreenParks für die Käufer gewerblich vermietet. Die Fertigstellung ist im Dezember dieses Jahres geplant. In der Schweiz ist Landal GreenParks an der projektierten Feriensiedlung am Walensee beteiligt.