aus der Regionalzeitung Berner Oberländer von heute 05.03.2004
Die Aktienkapitalerhöhung um 500000 Franken der Sportbahnen Axalp-Windegg verläuft harzig. Noch fehlen 400000 Franken. Ohne sie kann der Hüttbodenlift nicht ersetzt werden.
Susanna Michel
Der 700 Meter lange Hüttbodenlift bereitet seiner Besitzerin, der Sportbahnen Axalp-Windegg AG (SAW), grossen Kummer. Nicht weil er zu wenig Sportler transportiert oder zu oft unfreiwillig stehen bleibt, sondern weil der Lift unter Umständen nicht wie geplant zu seinem 40. Geburtstag durch ein jüngeres Modell ersetzt werden kann.
Die lancierte Aktienkapitalerhöhung läuft harziger als erwartet. Bisher wurden erst für 100000 Franken neue Wertschriften gezeichnet. Benötigt werden aber 500000 Franken zusätzliches Aktienkapital, um die neue Anlage finanzieren zu können. Andrea Andreoli, Verwaltungsratspräsident der SAW, bittet deshalb: «Bitte helft uns, den Hüttbodenlift zu ersetzen. Es ist fünf vor zwölf. » Denn die Frist der Erhöhung, die am 5. Januar begann, endet heute in einem Monat, am 5. April.
Sanieren oder abreissen?
Noch hat der bestehende Bügellift eine Konzession. Das Interkantonale Konkordat für Seilbahnen und Skilifte (IKSS) hat laut Andreoli im Rahmen der obligaten Kontrollen aber angekündigt, dass es die nur noch gibt, wenn die Anlage umfassend überholt wird. Das würde jedoch mehr als eine übliche Revision kosten. Deshalb plant die SAW, den Lift zu ersetzen.
Der Verwaltungsrat sieht zwei Varianten vor: entweder die bestehenden Masten zu nutzen und «nur» alles andere zu ersetzen (Kosten: 450000 Franken), oder den Lift abzureissen und durch einen neuen zu ersetzen. Dieser hätte eine leicht geänderte, aber gleich lange Linie. «Das würde rund 500000 Franken kosten. Davon müssten etwa 100000 Franken für die Erstellung neuer Fundamente bezahlt werden», sagt Andreoli. Der Verwaltungsrat werde im Anschluss an die AK-Erhöhung die Variante auswählen.
Die Qual der Wahl
Kommen bis zum Ablauf der Frist der Aktienkapitalerhöhung keine 200000 Franken zusammen, hat der Verwaltungsrat nur die Qual der Wahl, ob die Anlage nur saniert oder doch die günstigere Variante gebaut wird.
Allerdings würde dann auch das nächste angestrebte Projekt auf Eis gelegt: die Beschneiungsanlage, die mit einer weiteren Kapitalerhöhung im kommenden Jahr realisiert werden soll (wir haben berichtet).
«Wahrscheinlich liegt es an der allgemeinen Finanzlage, dass wir bisher nicht so viele Kleinaktionäre gewinnen konnten wie erhofft. Zudem läuft gegenwärtig auch eine Aktienkapitalerhöhung der Meiringen-Hasliberg Bahnen AG. Ob das aber einen Zusammenhang hat, ist unklar», nennt der Verwaltunsratspräsident mögliche Gründe, weshalb die Pläne der SAW stocken.
Hinzu komme, dass es im betroffenen Gebiet relativ wenig Gewerbebetriebe gäbe, auf deren finanzielle Mithilfe Bergbahnen sonst noch rechnen könnten.
Hilfe von «alpenregion. ch»
Zwar habe etwa der Frauenverein Brienz mit 5000 Franken ein wichtiges Zeichen gesetzt. «Aber dass wir von der Einwohnergemeinde Brienz nichts erhalten, enttäuscht mich trotz der prekären Finanzlage unserer Sitzgemeinde», sagt Andreoli. Mit den beiden «Schwestern», den Bergbahnen im Skigebiet Meiringen-Hasliberg, würde die SAW gerne verstärkt zusammenarbeiten. «Denn wenn es im Hasli föhnt, können ihre Gäste bei uns Ski fahren», erklärt der Brienzer.
1000 neue Namensaktien
Die gemeinsame Tourismusorganisation «alpenregion. ch» habe allerdings Unterstützung zugesagt. «Ich gebe die Hoffnung noch nicht auf», sagt Andrea Andreoli. «Auch wenn es viel Idealismus und guten Willen braucht. Doch das Skigebiet Axalp ist klein, aber fein und gerade für Familien ideal. Da lohnt sich dieser Einsatz allemal. » Der Verwaltungsrat kann das Aktienkapital der Gesellschaft bis spätestens am 25. Oktober 2005 um maximal 500000 Franken auf 3,55 Millionen Franken erhöhen. Es werden höchstens 1000 neue Namensaktien zum Nennwert von 500 Franken ausgestellt. Der Erhöhungsbetrag von 500000 Franken ist voll zu liberieren. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete die SAW einen Reingewinn von 51000 Franken.
Infos: http://www.axalp.ch oder Telefon 033 9512632.