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Niemand will Schweizer Ferienwohnungen kaufen

Tiob

Fichtelberg (1214,6m)
Hatten wir das Thema schon? Bin auf diesen schon etwas älteren Artikel gestoßen:
http://www.blick.ch/news/wirtschaft/immobilien-flaute-in-tourismusregionen-niemand-will-schweizer-ferienwohnungen-kaufen-id4333724.html
Wer hätte das vor 10 Jahren gedacht, als der Immobiliensektor boomte. Einerseits ist es gut für den Tourismus, da keine kalten Betten mehr entstehen, andererseits sorgen FeWo Besitzer in den Tourismusregionen zu einem nicht zu unterschätzenden Teil zur Wertschöpfung bei. Außerdem sind sie sichere Kunden, egal wie die Währung und das Preisniveau gerade ist.
Letztendlich haben sich die Ansprüche geändert. Früher war eine Ferienimmobilie das non plus ultra. In der heutigen globalisierten Welt gibt es eher das Bedürfniss möglichst viele Reisen in ferne exotische Länder zu machen. Sodass eine Ferienimmobilie mit der man sich ein Stück weit bindet eher unattraktiv scheint, selbst wenn man es sich leisten könnte.
 
Tiob schrieb:
Früher war eine Ferienimmobilie das non plus ultra. In der heutigen globalisierten Welt gibt es eher das Bedürfniss möglichst viele Reisen in ferne exotische Länder zu machen. Sodass eine Ferienimmobilie mit der man sich ein Stück weit bindet eher unattraktiv scheint, selbst wenn man es sich leisten könnte.
Wobei mir das schon spätestens in den 90ern unverständlich war, wieso man sich mit einer Ferienwohnung irgendwo binden will.

Andererseits gibt's ja nach wie vor Leute, die jedes Jahr ins gleiche Gebiet zum Urlauben fahren. Die Frage wäre dann also, warum interessieren sich diese nicht (mehr) für Ferienwohnungen? Wenn das "nur" die Fraktion wäre, die es sich nicht leisten kann, hieße das nämlich auch, dass nur die ärmeren jedes Jahr das gleiche Urlaubsdomizil bevorzugen und ein gehobeneres Einkommen der Grund ist, vermehrt Urlaubsdomizile zu wechseln?!?
 
In Anbetracht der summierten Auswirkungen von Zweitwohnungsinitiative, Lex Koller und Euroschwäche ist das nicht wirklich verwunderlich. Hinzu kommt noch, dass in vielen Schweizer Ferienorten vor der Zweitwohnungsinitiative nahezu maßlos FeWos gebaut wurden. Ein Überangebot an Schweizer Ferienwohnungen durch Ausschluss von Interessentengruppen vom Markt durch die genannten Faktoren führt zwangsläufig zum Verfall des Preisniveaus. Eidgenossen, die sich von der Zweitwohnungsinitiative nicht abschrecken lassen, werden sich nun freuen, günstige FeWo-Schnäppchen machen zu können.
 
Das wichtigste Argument wurde im Artikel nicht genannt, das liebe Geld. Das betriff sowohl Käufer als auch Verkäufer. Die einten wollen ihre 70er oder 80er Jahre Wohnung weg haben weil sie investieren müssten und die anderen wollen nur eine neuere oder eine renovierte Wohnung kaufen und nicht ein Fass ohne Boden.
 
Theo schrieb:
Das wichtigste Argument wurde im Artikel nicht genannt, das liebe Geld. Das betriff sowohl Käufer als auch Verkäufer. Die einten wollen ihre 70er oder 80er Jahre Wohnung weg haben weil sie investieren müssten und die anderen wollen nur eine neuere oder eine renovierte Wohnung kaufen und nicht ein Fass ohne Boden.
Korrekt!
Auch zu bedenken ist, dass in den 2000ern Zweitwohnungen primär an Ausländer ging. Dieser Markt ist stark weggebrochen vor allem durch die Wirtschaftskrise in den Schwellenländern (Russland, Brasilien etc.), und zum anderen durch den starken Franken. Und die, die es sich noch leisten können wollen, wie du gesagt hast, keinen 80er Jahre Plattenbau mit Asbest in der Wand, sondern moderne Luxuschalets.
 
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