Vergangenen Mittwoch ging es für Estiby und mich wieder einmal in die Surselva. Nachdem ich im Dezember schon das gegenüberliegende Brigels erkundet hatte, und sehr angetan war, sollte diesmal Obersaxen an die Reihe kommen. Angefixt von zahlreichen schönen Berichten Intermezzos (vielen Dank an dieser Stelle), nutzen Estiby und ich die Tage vor dem Forumsweltcup dazu, für das Rennen zu trainieren und neue Skigebiete kennen zu lernen.
Wie vorhergesagt, war das Wetter traumhaft. Wir haben einen der ersten richtigen Frühlingstage in dieser Saison erwischt. Schon morgens war es an der Mundaun 6KSB knappe 10°C. Auf der Nord-West-Seite des Skigebietes blieben die Pisten aber den Tag über recht kompakt ohne große Sulz- oder Buckelbildung. Auf der Val Lumnezia-Seite dagegen hat sich die Süd-Ost Ausrichtung schon deutlicher bemerkbar gemacht. Hier war der Schnee schon schwerer und sulziger. Selbst eine kleine Lawine hat sich knapp oberhalb eines Skiweges gelöst.
Widererwartend, zumindest für uns beide, war das Skigebiet ganz gut besucht. Die Menschen haben sich allerdings sehr gut im Gebiet verteilt. Ein Pluspunkt von Obersaxen ist wirklich, dass jeder Lift gleich mehrere Abfarten bzw. gleich eigene große Geländekammern erschließt. In vielen Skigebieten ist das andersherum. So müsste man wohl mehr Zeit einplanen um das Skigebiet wirklich kennen zu lernen, als wie wir, nur für einen Tagestripp zu kommen. Ich kann mir gut vorstellen dass man es in Obersaxen auch eine ganze Woche aushält. Zahlreiche Pisten die uns noch sehr gereizt hätten, konnten wir nicht mehr fahren. Die Sackgassenabfahrten ins Val Lumnezia haben wir uns daher auf Grund der Zeitnot gespart. Bei einem Zweitbesuch muss das unbedingt nachgeholt werden.
Angetan haben es mir vor allem die drei großen verbliebenen Schlepplifte im Skigebiet. Sie erschließen alle wirklich sehr schöne Pisten. Aufgrund seiner Abgelegenheit war besonders am Schlepplift Sasolas verhältnismäßig wenig los. Sehr schön lang und mit tollen Abfahrten versehen, ist auch der Schlepplift Gischniga-Stein. Hier an der Kreuzung der blauen 25 und der 23 haben wir dann auch eine kleine Mittagspause eingelegt. Meinrads Hitta machte schon im Bericht von Ammerland einen sehr sympathischen Eindruck. Die Hütte, die nicht im Pistenplan verzeichnet ist, ist für schweizer Verhältnisse auch wirklich günstig und sehr gemütlich. Da hatte ich bei vergangenen Ausflügen in der Schweiz schon sehr viel mehr Pech.
Nach dem Mittagessen galt es, auch noch den Bereich um Stein und den Piz Sezner zu erkunden. Auch hier hätten wären wir gerne noch mehr gefahren. Aber um einen möglichst umfassenden Eindruck vom Skigebiet zu gewinnen, mussten wir uns auf einige Pisten beschränken.
Obersaxen ist in meinen Augen ein wirklich tolles Mehrtagesgebiet und weitläufiger als ich dachte. Im nächsten Jahr muss ich wiederkehren um den Rest kennen zu lernen.
Pistenplan
Einstiegspunkt war die Sesselbahn Valata-Cuolm Sura
Eine der klapprigeren Anlagen im Gebiet und leider auch sehr langsam
Aber irgendwann kommt dann doch die Bergstation in Sicht ...
... und der Blick auf die schwarzen Hänge unterhalb des Piz Mundaun wird frei / Morgens ging es hier mit der 6KSB noch im Schatten bergauf
Einige Fönwolken hielten sich noch im Süd-Osten auf, erreichten die Surselva aber nie wirklich
Blick aus der Cuolm Sura-Bahn auf die schönen Hänge am Stein
Dazwischen im Bereich der blauen 20 ein leider nicht mehr in Betrieb befindlicher Schlepplift
Bergstation der 4KSB Triel-Hitzeggen
Das Val Lumnezia macht seinem Namen (Tal des Lichtes) alle ehre
Auch Chur ist immer wieder gut zu erkennen
Angekommen am schönen Schlepplift Sasolas-Plitschès
Trasse direkt unterhalb des Piz Mundaun
Wohl unter der Schneelast zusammengebrochene Hütte am Rande der blauen Abfahrten am SL Sasolas
Schlepplift Sasolas mit Blick auf Chur und die 4KSB aus Vella nach Triel
Nochmal Vella-Triel
Die Hänge über Vella sind massivst verbaut mit Schneilanzen - Sicher notwendig bei der Hangausrichtung
Bei guten Schneeverhältnissen aber auch ein Leckerbissen
Der Stein
Nochmals - Auch hier Lanzenverbauung
Neben Chur kann man auch immer wieder gute Blicke in die gegenüberliegenden Skigebiete wagen - Hier Flims
Crap Sogn Gion
Schlepplift Cuolm Sura - Plitschès
Beachtlicher Bodenabstand der 3SB Kartitscha-Stein
Nochmals die oberen Hänge am Stein ...
... welcher am schönsten durch den langen Schlepplift Gischniga-Stein erschlossen wird
Müsste so knapp 2 Kilometer lang sein - Estiby weiß es sicher genauer
Besonders die obere Hälfte ist ein Traum
Lifttrasse von unten und von oben
Viele Stützen
Nach dem Mittagessen ging es dann endlich auch in das Teilgebiet zwischen Stein und Piz Sezner
Hänge zwischen Wali und Stein - Die linke schwarze Abfahrt war schon ausgefahrener als die rote rechte Variante
Leider ist auch die 3SB die die Pisten erschließt sehr langsam
6KSB Piz Sezner bei der Einfahrt in die Bergstation
Andernorts wird gegen einen Schneiteich protestiert, hier gegen einen Windpark
Blick auf das Skigebiet von Brigels-Waltensburg
Gerade wieder am Stein angekommen platzten wir sogleich in eine Messe der sogenannten Sonnenanbeter
Spartanische Bergstation der 3SB Kartitscha-Stein
Rechts der dritte schöne Schlepplift im Bunde - Misanenga-Untermatt - Auch hier war sehr wenig los und die Pistenqualität war 1A
Etwas versetzt dazu rechts die 4KSB aus Meierhof nach Kartitscha
Rechts oben die schöne Olympia Carlo Janka Piste ...
... erschlossen durch die 3SB Kartitscha-Stein
Mit einem tollen Blick auf Brigels im Rücken
Einfahrt Steilhang am Schlepplift Stein
Wieder auf der Süd-Ost-Seite an der 4KSB Triel-Hitzeggen - Hier war am Vormittag am meisten los
Auf einem Zubringerziehweg zur roten 40 ist eine kleine Lawine abgegangen - Nicht ohne
Am Nachmittag lagen dann auch endlich die Hänge an der 6KSB Mundaun in der Sonne - Hier beschäftigten wir uns noch ein wenig bis Betriebsschluss
Nach einem letzten abendlichen Blick auf die schönen Hänge von Brigels machten wir uns auf den Rückweg nach Konstanz - Am nächsten Tag sollte es nach Vals gehen
