Wenig Neues am äussersten Südostrand der Alpen ... am Morgen hatte es bereits +23.5 (an ein effektives Nachtlüften ist bei solchen Frühwerten kaum zu denken) und jetzt zu Mittag schon 31.5 Grad. Draussen ist alles wie ausgestorben, nichts bewegt sich - kein Mensch, keine Katze, kein Vogel, als würden wir uns der absoluten Nulltemperatur nähern

. Es scheint dass gaaanz langsam, aber doch, auch die Mitteleuropäer begreifen wie man sich bei solchem Wetter benehmen soll - die Südländer haben es schon seit Generationen begriffen. Also doch was positives. Am Freitag sind wir um elf am Abend aus dem Haus gegangen, da hatte es draussen gerade noch erträgliche 26 Grad, und zu meinem Erstaunen waren die Lokale entlang der Drau (wo es in solchen Zeiten immer ein paar Grad kühler ist als in den engen Gassen der Mariborer Innenstadt) um halb zwölf - und auch noch nach Mitternacht - noch alle offen und brechend voll, fast schon Mittelmeer - Feeling. Also wenigstens etwas, ich kann mich noch gut erinnern dass es vor 20 Jahren (ja, auch schon damals gabs Hitzewellen und auch schon damals war ich Hitzemuffel) mehr als einmal passiert ist, dass wir gegen zehn abends in die Stadt gekommen sind und vor den Lokalen wurden gerade die Tische und Stühle zusammengekettet, weil die damals noch sehr realsozialistischen Öffnungszeiten den Gastbetrieb in Freien nur bis 22 Uhr (Fr und Sa bis 23) erlaubt hatten ... die Proletarier müssen ja um zehn abends ihre Ruhe haben, damit sie am nächsten Morgen um 6 ausgeschlafen in die Fabrik kommen

. Also wenigstens hat man es in Maribor begriffen, dass mediterane Temperaturen auch einen mediteranen Lebensrhytmus mit sich ziehen. Den gestrigen Tag haben wir auf Rogla verbracht, im schattigen Wald auf 1500 m war es so genial angenehm und der Sprung in den Beschneiungsspeicher (nicht als Badeteich ausgewiesen, aber geduldet) zwischendurch hat auch richtig gut getan. Die selbe Idee hatten mit uns auch ein paar Tausend andere hitzegeplagte Locals und Touristen, aber die Wälder dort oben sind zum Glück gross genug.
Ich weiss dass man sich bei solcher Hitze möglichst wenig aufregen sollte (OK, drinnen hab ich ja konstant +23, also ein wenig Herumnörgeln wird mich nicht umbringen), aber ich kann es nicht anders:
http://steiermark.orf.at/news/stories/2721340/. Anstatt froh zu sein dass unsere konservativen nördlichen Nachbarn begriffen haben dass es sowas wie Klimaanlagen gibt

, versucht da ein Typ von der 'Energieberatungsstelle des Landes' den Leuten vom Kauf abzuraten:
Geht es nach Dieter Thyr von der Energieberatungsstelle des Landes, könnte man sich dieses Geld ganz sparen - denn um es im Haus kühl zu haben, müsse man nur für eine äußere Beschattung sorgen: „Eine Klimaanlage im Einfamilienhaus heute im Neubau ist nicht notwendig. Man kann Häuser so bauen, dass sie durch die Architektur eine Kühlung nicht benötigen.“ Auch bei großzügigen Glasflächen brauche man nicht unbedingt eine Klimaanlage, so Thyr, wenn man im Sommer dafür sorgt, dass die Flächen beschattet werden.
Selten so was blödes gelesen ... nur beschatten, und gut ist? Bei Nachttemperatur von, sagen wir mal, +25 (so wie es in den letzten Nächten in Stadtzentren, egal ob MB, Graz oder Wien, schon öfter der Fall war), und Tagestemperatur von +35, kann ich durch Beschatten das Haus kühl (was nach meiner Meinung maximal 23 Grad bedeutet) haben? Dass sollte mir der gute Mensch mal erklären, m. E. hat er damit das Perpetuum Mobile erfunden.
Dass die Stromrechnung steigt steht wohl ausser Frage, aber man muss sich entscheiden wie viel man sich wert ist. Durch Heizen im Winter steigt ja bekanntlich die Strom/Gasrechnung auch

und man baut trotzdem Häuser mit Heizungen. Bei mir steigt die Stromrechnung in einem besonders heissem Sommer so um 4 - 5 Euro pro Monat, also etwa 50 - 60 Euro / Jahr. Das ist ja nicht mal ein voller Tank, dann verzichte ich lieber an ein Hitzeflucht - WE auf die Turrach. Oder - das ist jetzt bewusst provokativ, weil man wegen solcher Aussagen den Kollegen j-d-s fast gesteingt hatte - trinke ich im Skiurlaub eben kein überteuertes Bier auf der Hütte, kaufe mir am Anreisetag ein Sixpack bei Billa und trinke mein Bier eben in der FeWo. Also ich kenne 100 bessere Möglichkeiten 50 Euro zu sparen als beim Betrieb der Klimaanlage.
BTW, auch diese Aussage sollte man kritisch hinterfragen:
(...)kostet eine Anlage für Haus oder Wohnung doch ab 2.000 Euro aufwärts.
Wie bitte? Ich halte da gerade ein Werbeprospekt vom Einkaufszentrum Leclerc Maribor in der Hand, Klimagerät Samsung (3.5 kW) von 689 auf 549,99 reduziert. Ich kann mir nicht vorstellen dass der Preis in Österreich wesentlich höher ist (und auch wenn es so wäre, dann sollen doch die Grazer einmal ausnahmsweise nach Maribor zum Shopping kommen

). Also entweder ist da jemand falsch informiert oder man verbreitet bewusst Unwahrheiten.