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Olympische Winterspiele 2026

Seilbahnjunkie schrieb:
Aber wenn sich Russland und China zukünftig abwechseln, dann würde man ironischerweise doch noch halbwegs nachhaltige Spiele erhalten, immerhin könnte man die Sportstätten dann immer wieder verwenden.

Sollte das IOC an ihrem Gigantismus weiterhin festhalten, fände ich dies mit Abstand die beste Lösung. Eventuell könnte man noch Salt Lake City als dritten Ausrichter mit hinzu nehmen.
 
Man muss aber auch mal ehrlich sagen, dass es nicht nur am IOC liegt. Bei den Bewerbungen der letzten Jahre die ich so im Kopf habe war noch nicht ein wirklich vernünftiges Konzept dabei. München krankte an Biathlon, Langlauf und Freestyle/Snowboard und Salzburg meinte unbedingt neue Almpine Strecken anlegen zu müssen und das nicht mal strategisch sonderlich gut gelegen. Die letzten vier Ausrichter haben alle einiges an sinnloser Infrastruktur hinterlassen die kaum noch genutzt witd oder sogar schon wieder geschlossen wurde, bravo.
 
Bisher setzt das IOC aber auch wenig Anreize, möglichst vorhandene Infrastruktur zu nutzen, oder?
 
Na ja, das kommt auf die Betrachtung drauf an. Eigentlich sollte es in ureigenen Interesse des Ausrichters liegen das so zu machen, weil er dann jede Menge Geld spart. Ob man mit so einem Angebot beim IOC punkten kann müsste erst mal noch jemand ausprobieren. Aber wenn ich als IOC Mitglied lauter Bewerbungen mit wenig nachhaltigen Konzepten à la München vorgelegt bekomme, dann nehme ich gleich Russland. Da bin ich mir wenigstens sicher, dass ordentlich geklotzt wird und es nicht irgendwann an der Bevölkerung scheitert.
 
Ja, in Diktaturen hats das IOC da viel einfacher. Wobei Russland (und Kasachstan womöglich auch, die sind ja enge Verbündete von Putin) wohl erstmal wieder wegen der Dopinggeschichte freigesprochen werden müsste.

Am Liebsten wäre dem IOC wahrscheinlich wirklich irgendwo am Golf, aber da ists halt zu warm für Alpine Speeddisziplinen.

Wobei, ich würd mich nicht wundern wenn sie in spätestens 20 Jahren wirklich mal die Olympischen Winterspiele in Katar, UAE, Saudi Arabien oder so abhalten würden. Und für die Sportwarten wo man einen Berg braucht macht man halt die Wettbewerbe in der Türkei (oder dem Iran oder Pakistan, ich glaub die einzigen beiden arabischen Länder mit Skigebieten sind der Libanon und Marokko).
 
Das sind jetzt aber ziemliche Verschwörungstheorien: Wann hat je ein Ausrichter mit "kleinen Spielen und kurzen Wegen" geworben?? Ja, Sion 2006 war so ein Fall, aber da hat der Schweizer Hodel mit Korrupionsvorwürfen an verschiedene IOC-Mitglieder nicht wirklich Werbung für die Schweiz gemacht, aber dann?? 2010 war klar, dass es nach Nordamerika gehen wird... 2014 waren neben Sotschi auch Salzburg und Pyeonchang im Rennen. Pyeonchang hätte wie Sotschi auch alle Anlagen neu bauen müssen (was sie dann 4 Jahre später auch getan haben).
2018 waren Pyeonchang, München und Annecy am Start, aber weder München noch Annecy wollten die Spiele wirklich, also blieben die Südkoreaner
2022 war das Duell Almaty gegen Peking... nicht wirklich eine tolle Wahl, aber eben.

Kurz: Seit 2006 hat sich kein Kandidat mehr explizit beworben mit der Auffassung, dem Gigantismus Stirn zu bieten, darum kann man auch nicht sagen, dass solche Bewerbungen keine Chancen hätten, da es sie schlicht nicht gab.

PS: Zu Salzburg 2014 kann ich nicht viel sagen, da ich nichts drüber weiss, sorry!
 
Meine Rede, da kann ich nur zustimmen.

Im Sommer sieht es übrigens nicht viel besser aus. London ging gerade noch so, aber auch nur weil sie nachträglich doch noch ein paar vorhandene Sportstätten mehr eingeplant haben. Auch dort wurde eine über 10.000 Zuschauer fassende Halle temporär errichtet, ebenso wie eine Schwimhalle und das Hockey und das Reitstadion. Gibt ja auch in London kaum Stadien. Von der riesigen Anlage für Rollstuhltennis die natürlich auch wieder weh kam fang ich gar nicht erst an, das konnte man natürlich nicht auf dem heiligen Rasen spielen.
Der Abschuss war dann aber die Diskussion über den Abriss des Olympiastadions.

Über Rio und Peking braucht man gar nicht reden und Athen kann mit Rio locker mithalten.

Die letzten beiden deutschen Konzepte waren einfach nur ein Witz. Da hat man in Hamburg den bedarf eines weiteren Stadions einfach herbeigeredet. Gut, dass sich die Bürger nicht haben blendend lassen.
Wenn Deutschland die Sommerspiele ausrichten will, dann nur in der Hauptstadt, aber auch nicht so wie im letzten Vorschlag. Die wollten ernsthaft drei temporäre Hallen bauen, weil es in Berlin ja auch gar keine Hallenfläche gibt. Witzigerweise wäre da auch ein Schwimmbad dabei gewesen, obwohl man das für die erfolglose Bewerbung 2000 ja schon gebaut hat. Allerdings hat man hinterher gemerkt, dass es selbst für Europameisterschaften zu klein ist und baut bei solchen Gelegenheiten jetzt ein temporäres Becken in der benachbarten Radrennbahn auf. Bei den Spielen wäre das natürlich nicht gegangen, ich wüsste zu gerne was die sich dabei gedacht haben. Berlin hat jetzt ein Schwimmstadion das für Großveranstaltungen zu klein und für alles andere zu groß ist, bravo.
 
Wobei ich temporäre Hallen/Tribünen jetzt wirklich nicht schlimm bzw. nicht das Problem finde: Wenn keine permanente Schwimmhalle für 15'000 Zuschauer gebraucht wird (wo wird sie das schon??) finde ich die Idee einer temporären Anlage oder mindestens temporären Tribüne eigentlich ganz vernünftig. Wird für die OS auf- danach wieder abgebaut, statt anschliessend nutzlose Ruinen zu haben, die nur kosten. Natürlich wäre es noch besser, sich eine sinnvolle Nachnutzung zu überlegen, aber bei der grossen Anzahl Hallen ist das nicht ganz einfach: Kaum eine Stadt braucht 15 Kongresshallen...

... oder auf den Wintersport übertragen: Kaum ein Langlaufstadion (ausserhalb von Skandinavien) braucht permanente Tribünen für 10'000+ Zuschauer, so viele kommen schlicht nicht. Dann lieber Stahlrohrtribünen aufstellen, nach dem Event entweder ganz abbauen oder mindestens auf ein vernünftiges Mass zurückbauen und gut ist.
 
Da stimme ich dir grundsätzlich zu, gerade bei offenen Stadien kann man das wirklich machen, aber tempräre Hallen sind eben schon eine andere Größenordnung. Und ja, es gibt Städte die so viele Hallen haben und auch brauchen, Berlin zum Beispiel. Natürlich kann man nicht so viele fertige Arenen mit fixen Tribünen nachnutzen, aber Messehallen die dan temporäre Tribünen bekommen schon.

Warum bei Langlauf und Biathlon immer feste Tribünen gebaut werden müssen erschließt sich mir eh nicht, bei den Alpinen ist auch fast alles temporär.
 
Oder man baut einfach keine großen Tribünen, die sind doch eh teilweise ziemlich leer, siehe Südkorea, da waren auch öfters kaum Zuschauer da.
 
Was die ganze Vergabe bei allen Spielen - egal ob Olympia oder Fussball gemein haben:
Die Austragungsorte zahlen alles und tragen sämtliche Risiken. Kein Wunder, dass niemand mehr will.

Was mich aber wirklich wundert:

Warum geht nicht mal ein Land, eine Region, eine Stadt voran und erarbeitet einen Mustervertrag, welche die Lasten und Pflichten so verteilt, dass ein echter Ausgleich besteht?
Sicherlich würde das Vergabekomitee nicht darauf eingehen, weil es ja meist noch genügend andere gibt, welche sich den Knebelverträgen unterwerfen.

Wenn dieser Mustervertrag jedoch öffentlich gemacht würde (bspw. mit GPL-Lizenz, bzw. in Open Source) und alle Länder aufgefordert würden, diesen zu verwenden, bzw. zu verbessern, dann sollte eine grundsätzliche Änderung möglich sein.
 
Sowas wird dann passieren, wenn die wirklich keine Ausrichter mehr finden, vorher wird das IOC (genau wie die FIFA, UEFA, etc.) seine Marktmacht nutzen und weiterhin solche Verträge vorlegen. Leider gibt es halt immer noch Länder für die das Geld keine Rolle spielt und die sich gerne mit den Spielen schmücken.
Realistischer ist es da vielleicht, dass die Zuschauer das Interesse verlieren und die Fernsehsender aussteigen weil sie nicht mehr genug Werbeeinnahmen generieren können. Allerdings ist auch das eher unwahrscheinlich.
 
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