Aus der PNP:
„Das war ein herausragend schlechter Ski-Winter“
Skilifte im Bayerwald waren zum Großteil nur vier Wochen in Betrieb - Umsatzeinbußen - Am Großen Arber rettete der Ski-Weltcup die Saison
von Susanne Wax
Bischofsmais/Bayerisch Eisenstein. Erst blieb er aus, dann kam er doch, war aber an vielen Orten schnell wieder weg: Der Schnee hat in diesem Winter nur ein kurzes Gastspiel gegeben. In ein paar Gebieten im Bayerischen Wald kann man dieser Tage noch die Pisten hinunterwedeln, die meisten Liftbetreiber hingegen haben schon abgeschlossen mit der Skisaison. Viele haben im Schnitt nur 50 Prozent des Jahresumsatzes gemacht.
„Dieser Winter wird uns als herausragend schlechter in Erinnerung bleiben“, sagt Manfred Selwitschka, Geschäftsführer im Skizentrum Mitterdorf. Während der Januarwochen habe er sein Personal teils nach Hause schicken müssen: „Das hat es in einem Schneeloch wie hier noch nicht gegeben.“ Nicht einmal die Hälfte
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Nicht einmal Hälfte des Umsatzes
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des Umsatzes vom Rekordwinter im Vorjahr habe man erreicht. Der Betrieb laufe noch, aber wie lange, „das weiß allein die Sonne“. Selwitschka rechnet damit, dass wegen der warmen Temperaturen am kommenden Sonntag Schluss sein wird mit Skifahren. „Geplant hatten wir eigentlich, bis zum Ostersonntag zu öffnen.“
Auch im Skigebiet Hochficht werden die Lifte voraussichtlich am Sonntag ihre letzten Runden drehen: „Die Karwoche pack‘ma nimmer“, sagt Richard Brillinger, Chef der Bergbahnen. „Es hat jeden Tag 14 Grad auf dem Berg, da bleibt nichts mehr liegen.“ 77 Tage lang waren die Pisten in Betrieb - das sei nur die Hälfte der üblichen Öffnungstage. Von 61 geplanten Rennen und Veranstaltungen konnten nur 35 stattfinden. Erfreulich sei der Februar verlaufen: Nachdem ordentlich Schnee gefallen war, waren die Schlangen an den Skiliften lang. „Auch viele tschechische Gäste waren da“, sagt Brillinger.
Am Steinberglift in Langfurth wurde der Liftbetrieb schon Anfang März eingestellt. „Das war ein Ausnahmewinter im anderen Extrem als letztes Jahr“, sagt Betreiber Josef Altmann. Geschäft habe man heuer keines gemacht: „Es wurden nur knapp die Unkosten gedeckt.“ Ohne die Beschneiungsanlage wäre in Langfurth heuer wohl gar nichts gegangen, sagt Altmann: „Ab Januar haben wir beschneit und sind so gerade mal über den Fasching gekommen.“ Rückblickend habe man „vier gute Wochen in einem ganzen Winter“ gehabt.
Alexander Achatz, Leiter der Geißkopf-Bahn bei Bischofsmais, zieht ein ähnliches Fazit: „Zusammengerechnet hat man hier einen Monat lang Ski fahren können. Wir haben nur ein Drittel unserer üblichen Umsätze eingenommen, das ist fatal.“ Was ihn besonders ärgert: Erst im vergangenen Jahr ist eine Million Euro in den Betrieb investiert worden. Die Beschneiung wurde erweitert, die Nordhang-Abfahrt mit einer Flutlicht-Anlage ausgestattet, außerdem bekam der Geißkopf eine zweite Nordhang-Abfahrt. Richtig genutzt worden sei die nur während der Faschingstage.
Ein positives Fazit über den Winter und die Skisaison zieht nur Thomas Liebl, Betriebsleiter der Arber-Bergbahn. „Trotz anfänglichen Schneemangels hat sich der Winter für uns unterm Strich zum Guten gewendet. Die Böhmerwaldstrecke ist auch jetzt noch hervorragend befahrbar“, sagt er. Wenn das Wetter anhält, könne man die Lifte bis zum Ostermontag laufen lassen. Der Große Arber liege derzeit optimal in einem Hochdruckgebiet, „das lockt viele Frühjahrsskifahrer an“.
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Nur am Großen Arber ist man zufrieden
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Dass der Winter am Großen Arber kein Desaster geworden ist, habe man auch dem Ski-Weltcup und anderen sportlichen Großveranstaltungen zu verdanken, sagt Liebl: „Viele Zuschauer haben sich entschlossen, ein paar Tage anzuhängen. Nach dem Weltcup waren die Pistenverhältnisse so gut, dass auch einige Teams noch ein paar Tage zum Trainieren hiergeblieben sind.“ So haben zum Beispiel die Mannschaften aus Schweden, Frankreich und der Schweiz ihre Schwünge auf den Pisten am Großen Arber gezogen.