Dann starte ich mal das obligatorische Osttirol-Topic mit meinen Eindrücken aus Kals/Matrei und St. Jakob in Defereggen.
Gestern war ich ganztägig in Kals/Matrei unterwegs, es war mäßig viel los und verteilte sich gut. Leider insgesamt recht eisige Bedingungen, die auf der Matreier Seite durch frischen Kanonenpulver mit nicht ganz frischen Kanten noch einigermaßen brauchbar blieben, während es in Kals insbesondere im Bereich der alten Kanonen im ersten Hang des Glocknerblick 6ers sehr unangenehm rutschige Eisplatten gab. Auch im restlichen Teil von Kals immer wieder sehr rutschige Eisplatten dabei. Der Ziehweg von der Mittelstation der Gondel nach Kals runter war auch ein Fall für die Schlittschuhe.
Beste Sicht zum Großglockner:
Die nicht beschneibare rote Abfahrt zur Mittelstation ist geöffnet, es kommt mittig jedoch stellenweise Gemüse durch:
Die schwarze Variante wurde noch beschneit und war geschlossen:
Im unteren Bereich des Goldried II 6er hat man massiv Wald abgeholzt, da war letztes Jahr noch alles voller Bäume:
Heute ging es dann erstmal nach St. Jakob in Defereggen, Start bei -8 °C in Ainet bei meiner Unterkunft, auf dem Weg ins Defereggental sprang das Autothermometer zeitweise auf -13 °C und der Bach durchs Tal war an diesen besonders schattigen Stellen schon fast komplett zugefroren.
An der Talstation in St. Jakob dann "nur" -10 °C. Bei der ersten Abfahrt dann aber direkt die unangenehme Überraschung: während man in Matrei die Kälte zur Produktion von Kanonenpowder genutzt hat stehen hier größtenteils gar keine Kanonen mehr am Pistenrand. Bereits der erste Schwung auf gerippter Piste lässt einen an vielen Stellen unangenehm auf den Boden der Tatsachen zurückkommen: Schlittschuhe wären die bessere Wahl gewesen. Mit meinen durchgenudelten Kanten macht das hier echt keinen Spaß, dazu ist es bitterkalt und die Sonne schafft es im Hochwinter nicht so recht um die Kurve. Der seit meinem letzten Besuch neu gebaute Leppleskogel 6er erschließt eigentlich zwei schwarze Pisten, wovon nur die von unten gesehen rechte Piste beschneibar und somit auch geöffnet war. Die Schneelage war dennoch dürftig, die Präparation dort ruppig und rutschig, eine Fahrt genügte mir.
Blick aus der Gondel, die Naturschneelage ist wirklich dürftig:
Nach dem Mittagessen wechselte ich dann kurzentschlossen nochmal nach Matrei, auch hier recht eisige Bedingungen, aber das Eis ist vergleichsweise griffig und es gibt genug aufgeworfenen Schnee um noch etwas Spaß am Fahren zu haben.
Blick ins Virgental:
Jetzt sind die Ski erstmal beim Service, vielleicht macht es mit frischen Kanten morgen mehr Spaß.
Der Schlusshang der Matreier Talabfahrt war gegen 15.30 Uhr jedenfalls ein Trauerspiel. Sehr eisig, die Sonne schon hinterm Berg verschwunden und überall rutschten völlig überforderte Skifahrer quer über den Hang. Mir reichen auf dem Hang 4-5 Schwünge und ich bin unten, aber mit durchgenudelten Kanten hab ich da lieber freie Bahn...