Seilbahnjunkie schrieb:
Typisch Autofahrer Gratismentalität. 10.000e Euro in die Kisten investieren, aber wehe man soll irgendwo für den Parkplatz zahlen.
Mir ist dazu die Tage noch ein Gedanke durch den Kopf gegangen. Beim einen kaufe ich mir Privatbesitz, für das andere zahle ich doch schon Steuern. Genau dafür bekommt der Staat doch mein Geld, damit er mir öffentliche Infrastruktur bereit stellt.
Straßen und auch viele Parkplätze, allen voran die die in Gemeindehand sind, gehören dem Staat. Also wofür zahle ich Lohnsteuern, Mineralölsteuer, KFZ. Steuer etc.? Der Staat bekommt unser Geld damit er genau solche Dinge wie Parkplätze unterhalten kann.
Wenn man auf Parkplätzen (die nicht in privater Hand sind) zusätzlich Geld nimmt, dann müsste man ja z.B. genauso für jedes Kind für jeden Tag das es eine Schule besucht eine Gebühr nehmen. Oder jedes mal wenn die Stadt einen neuen Bus anschaffen will müssten alle Bürger erstmal zusammen legen um diesen Bus zu finanzieren. Genauso wenn die Bundeswehr einen neuen Panzer anschafft etc.
Das passiert aber zum Glück so nicht. Wir zahlen pauschale staatliche Abgaben und der Staat hat damit ein Budget zur verfügung mit dem er uns diese öffentliche Infrastruktur einfach zu schaffen hat.
Oder anders, wenn ich für einen öffentlichen Parkplatz zahlen soll den ich über meine Abgaben an den Staat bereits finanziere (dass in dem System die Bilanz nicht stimmt mal dahin gestellt), dann will ich auf der anderen Seite keine Steuern dafür zahlen dass sie der Staat dann für Busse, Fahradständer, Gasleitungen, Subventionen oder sonst was ausgibt, die ich nicht will und nicht in Anspruch nehme.
Um eine Gratismentalität geht es hier gar nicht. Ich sehe da eher eine Mehrfachbelastung über 5 Ecken die nicht in Ordnung geht. Warum will man vom Autofahrer nochmal Geld für den Parkplatz während der Radfahrer den Radweg gratis nutzen darf und auch den Fahrradständer umsonst bekommt. Ich weiß dass die absoluten Kosten eine ganz andere Hausnummer sind, aber wenn man dann schon mit einer Entkopplung vom pauschalen Staatsgeld kommt, dann bitte konsequent. Entweder ganz oder gar nicht! Dann zahl ich meine 20€ Parkgebühr für den Platz wenn ich ein Auto habe, aber ich zahle dann auch weniger Lohnsteuer dafür dass der Staat mir keinen Radweg bereit stellen muss. Das sollen dann wiederum die Radfahrer zahlen. (Radverkehr einfach als ein Beispiel von vielen)
Mich stören Parkgebühren an sich gar nicht. Nur dass man Systeme immer derart verschachtelt, verkompliziert und intransparent gestaltet etc. dass man am Ende stets das Gefühl hat dass man 10fach zur Kasse gebeten wird, das ist mir ein Dorn im Auge. Ich bin an sich immer dafür dass der Verursacher die entsprechenden Kosten deckt, aber wie gesagt dann bitte immer konsequent getrennt und nicht mit irgend einer Mischform. Im einen Bereich macht mans mal so, im anderen mal so.
Ganz generell könnte man bei uns ja so einiges entschlacken und vereinfachen und somit massiv Bürokratiekosten sparen. Z.B. KFZ Steuer weg und einfach auf den Sprit mit drauf etc. aber das ist noch eine andere Geschichte.
Ein ganz generelles Problem von Parkgebühren ist dann auch noch dass es viele Gratisplätze gibt und man auf den bezahlten keine bessere, sondern oft sogar schlechtere Infrastruktur vorfindet. Das weckt nicht unbedingt das Gefühl, dass man mein Geld sinnvoll für das verwendet wofür ich denke zu bezahlen.