Anfahrt:
Innsbruck, Reschenpass, Umbrailpass (Stelvio Ostrampe war wegen der Lawinengefahr bis mittags gesperrt)
Wetter:
Strahlender Sonnenschein mit einigen Schleierwolken in der Höhe, die gelegentlich vorbeizogen, zum Alpenhauptkamm hin konnte man dicke Wolkenwände sehen, die aber die Südseite nicht weiter erreicht haben
Temperatur:
nach meiner dunklen Erinnerung knapp über dem Gefrierpunkt, dank der Sonne aber gefühlte 20°C, man hätte sich eine kurze Hose gewünscht
Schneehöhe:
Neuschnee bis auf ca. 2500m, die Abfahrt zum Pass wäre eventuell gegangen, war uns aber zu unsicher, ab Trincerone aufwärts beste Schneeverhältnisse
Schneezustand:
Zwischen Livrio und Trincerone gegen nachmittag leicht sulzig, aber gut fahrbar, ober Livrio perfekter Schnee, morgen etwas hart, aber ab 10.00 Uhr absolut griffiger, relativ leichter Schnee, in dem es sich perfekt fahren ließ
Geöffnete Anlagen:
PB Stelvio - Trincerone
PB Trincerone - Livrio
SL Punta Spiriti (I und II)
SL Cristallo
SL Payer
Gefahren mit:
PB Stelvio - Trincerone (Berg- und Talfahrt)
PB Trincerone - Livrio (Bergfahrt und eine Wiederholungsfahrt)
SL Punta Spiriti (I und II): hm... zehn mal sicherlich mindestens, meist ab Zwischeneinstieg
SL Cristallo: ca. 5 mal
SL Payer: ca. 4 mal.
... so in Etwa, genau gemerkt habe ich es mir nicht, kann sein, dass ich was vergessen hab.
Wartezeiten:
keine
Gefallen:
Schneequalität
Ambiente
Panorama
Pisten und Lifte
Lange Öffnungzeiten (außer SL Cristallo und Payer)
Öffnung der Piste bis Trincerone
relativ leeres Schigebiet
Sommerschibetrieb (!!!!)
nicht Gefallen:
Gastronomie: hohe Preise finde ich persönlich bei der Lage ok, hier aber einfach so teuer, dass wir nicht gessen haben
Fußweg vom Gletscher zur Trincerone (hab ich eigentlich kein Problem mit, aber er verkürzt die Piste sehr und ein kurzer Rückbringer würde diesen Teil des Gebiet doch sehr aufwerten)
Vollsperrung der nördlichen Geisterpiste für Training
Kurzbeschreibung:
Der Passo Stelvio ist halt irgendwie schon einfach cool! Unverwechselbar eigen, mit viel Charme und eine großen Vergangenheit. Dies liegt nun leider teil doch ziemlich lange zurück, und die vielen verlassenen Hotels und der Zustand vieler Infrastruktur zeigen dies deutlich. Einerseits ist dem Passo Stelvio der Großindustrielle Charme vieler moderner nordalpiner Schigebiete erspart geblieben - was ihn nach wie vor zu einem echten Bergerlebnis werden lässt -, andererseits ist das alles schon sehr morbide und die minimalistische verbliebene Infrastruktur ist teils einfach zu gering.
Gut finde ich die PB zur Trincerone, die hat einfach was, auch die Passhöhe ist halt einfach kult. Der Funifor ist weniger interessant oder ansprechend, aber jedenfalls nützlich. Blöd nur, dass man oben nicht gut zur Piste kommt und unten nicht wieder richtig zurück. Auf dem Gletscher selbst gab es einst ein Dutzend Anlagen - die ein oder andere fehlt davon heute doch schmerzlich! Etwas mehr wäre schon nicht schlecht. Die Gastronomie macht auch einen sehr morbiden Eindruck. Die Gebäude selbst in ihrer futuristischen Bauweise passen zwar perfekt in diese Umgebung und geben ihr einen ganz besonderen Charme, auch das verwitterte weckt spannende Asoziationen mit arktischen Spionagefilmen, aber wenn man einfach nur essen will, fühlt man sich ob der wenigen Gäste und des reduzierten Personals ein wenig verloren. Dazu kommen extreme Preise, die einem den Spaß des Sommerschilaufs - der nunmal kein Extremsport ist und auch nicht sein will - doch schmälern.
Insgesamt hat man an vielen Stellen im Schigebiet das Gefühl, dass es gerade so alles noch läuft. Das ist gelegentlich ein wenig bedrückend und - so wenig ich unbedingt PlastikKSB hier oben würde sehen wollen - ein bisschen Fortschritt im Sinne einer Aufbruchsttimmung täte dem Gebiet sicher gut. Beispielsweise fände ich eine Erschließung von Trafoi aus, oder aber auch von Bormio via Pendelbahn zur Rückseite des Cristallolifts, grundsätzlich sehr erstrebenswert.
Ansonsten ist das ein genialer Ort: die Gletscher sind noch gigantisch (schmelzen natürlich auch) und haben tolle Formen aus dickem Eis, der Schnee ist heute excellent, das Gebiet ist abwechlungsreich, bietet viel Höhenunterschied, interessante Geländekammern und Perspektiven und tolle Pisten. Allein am Geisterlift kann man zehn mal fahren, ohne dass es langweilig wird. Cool sind auch Details, wie der italienische Containerbunker für den Dieselgenerator am Cristallolift, der einfach nur unendlich geil aussieht. Auch die relative Leere des Gebietes ohne weit verteilte Strukturen - wie man sie heute beinahe überall sonst findet - ist beeindruckend. Und dann natürlich noch der Mythos, das einzige reine Sommerschigebiet der Alpen zu sein (wenn man das 3A nicht zählt).
Ja, also Schifahren kann man hier schon, wäre es etwas belebter und hätte ein paar Lifte mehr (neue oder alte): ich würde zu gern mal eine Woche im Livriohotel einchecken. So aber, wenn man dann doch nur an drei SL fährt und abends allein im Hotel sitzt, weil es völlig ausgestorben ist, ja so.... ein bisschen muss man vielleicht doch den alten Zeiten nachtrauern, die Gert Kreyssig in der ZEIT in seinem Artikel von 1959 so treffend beschreibt!
Innsbruck, Reschenpass, Umbrailpass (Stelvio Ostrampe war wegen der Lawinengefahr bis mittags gesperrt)
Wetter:
Strahlender Sonnenschein mit einigen Schleierwolken in der Höhe, die gelegentlich vorbeizogen, zum Alpenhauptkamm hin konnte man dicke Wolkenwände sehen, die aber die Südseite nicht weiter erreicht haben
Temperatur:
nach meiner dunklen Erinnerung knapp über dem Gefrierpunkt, dank der Sonne aber gefühlte 20°C, man hätte sich eine kurze Hose gewünscht
Schneehöhe:
Neuschnee bis auf ca. 2500m, die Abfahrt zum Pass wäre eventuell gegangen, war uns aber zu unsicher, ab Trincerone aufwärts beste Schneeverhältnisse
Schneezustand:
Zwischen Livrio und Trincerone gegen nachmittag leicht sulzig, aber gut fahrbar, ober Livrio perfekter Schnee, morgen etwas hart, aber ab 10.00 Uhr absolut griffiger, relativ leichter Schnee, in dem es sich perfekt fahren ließ
Geöffnete Anlagen:
PB Stelvio - Trincerone
PB Trincerone - Livrio
SL Punta Spiriti (I und II)
SL Cristallo
SL Payer
Gefahren mit:
PB Stelvio - Trincerone (Berg- und Talfahrt)
PB Trincerone - Livrio (Bergfahrt und eine Wiederholungsfahrt)
SL Punta Spiriti (I und II): hm... zehn mal sicherlich mindestens, meist ab Zwischeneinstieg
SL Cristallo: ca. 5 mal
SL Payer: ca. 4 mal.
... so in Etwa, genau gemerkt habe ich es mir nicht, kann sein, dass ich was vergessen hab.
Wartezeiten:
keine
Gefallen:
Schneequalität
Ambiente
Panorama
Pisten und Lifte
Lange Öffnungzeiten (außer SL Cristallo und Payer)
Öffnung der Piste bis Trincerone
relativ leeres Schigebiet
Sommerschibetrieb (!!!!)
nicht Gefallen:
Gastronomie: hohe Preise finde ich persönlich bei der Lage ok, hier aber einfach so teuer, dass wir nicht gessen haben
Fußweg vom Gletscher zur Trincerone (hab ich eigentlich kein Problem mit, aber er verkürzt die Piste sehr und ein kurzer Rückbringer würde diesen Teil des Gebiet doch sehr aufwerten)
Vollsperrung der nördlichen Geisterpiste für Training
Kurzbeschreibung:
Der Passo Stelvio ist halt irgendwie schon einfach cool! Unverwechselbar eigen, mit viel Charme und eine großen Vergangenheit. Dies liegt nun leider teil doch ziemlich lange zurück, und die vielen verlassenen Hotels und der Zustand vieler Infrastruktur zeigen dies deutlich. Einerseits ist dem Passo Stelvio der Großindustrielle Charme vieler moderner nordalpiner Schigebiete erspart geblieben - was ihn nach wie vor zu einem echten Bergerlebnis werden lässt -, andererseits ist das alles schon sehr morbide und die minimalistische verbliebene Infrastruktur ist teils einfach zu gering.
Gut finde ich die PB zur Trincerone, die hat einfach was, auch die Passhöhe ist halt einfach kult. Der Funifor ist weniger interessant oder ansprechend, aber jedenfalls nützlich. Blöd nur, dass man oben nicht gut zur Piste kommt und unten nicht wieder richtig zurück. Auf dem Gletscher selbst gab es einst ein Dutzend Anlagen - die ein oder andere fehlt davon heute doch schmerzlich! Etwas mehr wäre schon nicht schlecht. Die Gastronomie macht auch einen sehr morbiden Eindruck. Die Gebäude selbst in ihrer futuristischen Bauweise passen zwar perfekt in diese Umgebung und geben ihr einen ganz besonderen Charme, auch das verwitterte weckt spannende Asoziationen mit arktischen Spionagefilmen, aber wenn man einfach nur essen will, fühlt man sich ob der wenigen Gäste und des reduzierten Personals ein wenig verloren. Dazu kommen extreme Preise, die einem den Spaß des Sommerschilaufs - der nunmal kein Extremsport ist und auch nicht sein will - doch schmälern.
Insgesamt hat man an vielen Stellen im Schigebiet das Gefühl, dass es gerade so alles noch läuft. Das ist gelegentlich ein wenig bedrückend und - so wenig ich unbedingt PlastikKSB hier oben würde sehen wollen - ein bisschen Fortschritt im Sinne einer Aufbruchsttimmung täte dem Gebiet sicher gut. Beispielsweise fände ich eine Erschließung von Trafoi aus, oder aber auch von Bormio via Pendelbahn zur Rückseite des Cristallolifts, grundsätzlich sehr erstrebenswert.
Ansonsten ist das ein genialer Ort: die Gletscher sind noch gigantisch (schmelzen natürlich auch) und haben tolle Formen aus dickem Eis, der Schnee ist heute excellent, das Gebiet ist abwechlungsreich, bietet viel Höhenunterschied, interessante Geländekammern und Perspektiven und tolle Pisten. Allein am Geisterlift kann man zehn mal fahren, ohne dass es langweilig wird. Cool sind auch Details, wie der italienische Containerbunker für den Dieselgenerator am Cristallolift, der einfach nur unendlich geil aussieht. Auch die relative Leere des Gebietes ohne weit verteilte Strukturen - wie man sie heute beinahe überall sonst findet - ist beeindruckend. Und dann natürlich noch der Mythos, das einzige reine Sommerschigebiet der Alpen zu sein (wenn man das 3A nicht zählt).
Ja, also Schifahren kann man hier schon, wäre es etwas belebter und hätte ein paar Lifte mehr (neue oder alte): ich würde zu gern mal eine Woche im Livriohotel einchecken. So aber, wenn man dann doch nur an drei SL fährt und abends allein im Hotel sitzt, weil es völlig ausgestorben ist, ja so.... ein bisschen muss man vielleicht doch den alten Zeiten nachtrauern, die Gert Kreyssig in der ZEIT in seinem Artikel von 1959 so treffend beschreibt!
