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PB Lauterbrunnen - Grütschalp

Am 26. April 2006 fuhr die alte Standseilbahn ein letztes Mal zwischen Lauterbrunnen und Grütschalp hin und her. Kurz darauf wurden die Wagen entfernt und die ersten Brücken entfernt. Lange war kaum was vom Bau einer neuen Luftseilbahn zu sehen. Gegen Herbst ging es dann aber plötzlich rasend schnell. Von Tag zu Tag wurden die vier Stützen höher und bald hingen die ersten Seile. Trotz einiger kleinerer Probleme konnte die neue 100-PB eine Woche später als geplant den Betrieb aufnehmen.

Die Strecke ist gleich geblieben. Allerdings ist der Ausblick während der Fahrt ein ganz anderer. Das Tal, durch welches die Strecke führt wird nun einsehbar. Auch eröffnet sich durch die vollverglaste Kabine ein geniales Panorama (bei meinem Besuch war dieses leider von Wolken verdeckt). Die Fahrzeit hat sich um fast zwei Drittel verkürzt. 4 Minuten braucht die neue Bahn bei normaler Geschwindigkeit (8m/s im Feld, 7 m/s über die Stützen). Mit 10 m/s ist sie gleich nochmal 50 Sekunden schneller. Diese kurze und vorallem sehr sanfte Fahrt (auch bei den Stützenüberfahrten fehlt das sonst ziemlich typische vibrieren der Kabine) ist ungewohnt aber schön :) . Man kann sagen, dass das Geld hier gut investiert wurde. 24 Millionen waren es insgesamt.

Die Stationen wurden übernommen. Äusserlich haben sie sich fast nur durch die neuen Aufbauen verändert. Im Innern wurde aber kräftig umgebaut. Neue Betriebgebäude wurden errichtet, die nun nicht mehr so hingestellt aussehen wie die früheren Holzhütten bzw. Container. Die rote Farbe ist vielleicht nicht so toll gewählt. Aber alles in allem wirken die neuen Stationen sehr modern. Die Zugänge sind treppenfrei möglich, da in Lauterbrunnen nun ein neuer Aufzug das Stations- mit dem Einstiegniveau verbindet.

Besonder angemerkt seien zwei Veränderungen in Grütschalp: In der neuen Wartehalle (befindet sich dort wo vorher die Treppe der SSB war) befindet sich nun eine Art Ausichtspunkt. Eine vollverglaste Front eröffnet den Blick auf die gegenüberliegene Bergseite. Weiter wurde hinter dem ehemaligen Maschinenraum (war zu klein) ein neuess Gebäude für den Windenantrieb errichtet. Dieses liegt so, dass es von aussen von den Reisenden kaum einsehbar ist.

Kurz noch zum Antrieb: Dieser ist doppelt ausgeführt und verfügt über 2900 PS. Ein Notantrieb ist ebenfalls in der Lage die 10 m/s zu halten. Die Winde selbst ist riesig (4 m). Wirkt alles etwas überdimensioniert.

Alles in allem kann man sagen, dass der Ersatz sehr gelungen ist. Der Charme konnte erhalten und gekonnt mit modernen Elementen verbunden werden.

Aber nun zu den Bildern:
 

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Dass nennt sich Wettsteintheorie, benannt nach Dr. Wettstein welcher die unglücksursache an der Bettenbahn untersuchte. Das ganze wird Problematisch auf der Stütze wenn ein grösserer Gefällsbruch vorliegt. Flache Bahnen oder Anlagen mit dauern der gleichen Steigung oder gar ohne Stützen brauchen auch keinen Bremswagen oder Nicht Kraftübertragende Gehänge. Siehe die PB Mettmen-Kies oder die Pendelbahn Birg-Schildhorn sowie Stockhorn, Pischa, Grap Masegn, uvm. Alles flache Bahnen oder Bahnen ohne grosse Gefällsbrüche.
 
Michael Meier schrieb:
Naja bei einer Windenbahn gibt es wohl keinen Wettsteineffekt.

Mir geht aber ein Licht par-tout nicht auf. Die Theorie mit dem Gewicht des Gegenseils. War nicht eben gerade die Anlage auf der Bettmeralp eine Windenbahn ohne Gegenseil? Somit müsste der angesprochene Wettsteineffekt genau gleich bei Windenbahnen vorhanden sein - oder war bei der Bettmeralp ein anderer Grund für das Aufspringen des Laufwerkes verantwortlich?
 
Die Gefahr des Abhebens des Laufwerks wird durch zwei Umstände begünstigt:

- Bei bergseitigem Zugseilriss beschleunigt der Restseilzug des talseitigen Zugseils das Laufwerk, und dreht dieses um den Massenschwerpunkt in der Kabine. Bei Windenbahnen und Standseilbahnen ohne Gegenseil entfällt dieser Effekt.

- Große Neigungsunterschiede auf dem Sattel und der in der Schweiz übliche relativ kleine Krümmungsradius von ca. 32 bis 35 m. Größere Krümmungsradien haben aber wieder den nachteil, dass der Anpressdruck für die Auflagesicherheit des Tragseil zu klein wird.

Typisch für Habegger-Bahnen war meist der starke Neigungswechsel der Sättel. Dies ist vermutlich der Bettmeralpbahn zum Verhängnis geworden, obwohl es sich um eine Windenbahn handelte.

Im Falle der Mürrenbahn (BLM) sind die Neigungsunterschiede sehr klein. Die Sehnen der Seilfelder bilden fast eine durchgehende Linie (gem. Längsschnitt). Interessanterweise war hier zunächst ein Laufwerk mit Bremswagen vorgesehen. Während der Projektausführung wurde die Konzeption geändert. Offenbar konnte der Nachweis geführt werden, das die Gefahr des Abhebens hier nicht besteht. Das Laufwerk hat aber erstmals bei Garaventa eine Pollerverankerung des Zugseiles.

Pendelbahnen ohne Stütze haben das Problem des Abhebens eigentlich nicht. Daher gibts in diesem Fall bei Garaventa-Anlagen auch keine nichtdruckübertragenden Gehänge. Einzige Ausnahme: Kapstadt-Tafelberg. Warum, weiss ich nicht.
 

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Dem Ingenieur ist nichts zu schwör :D

Christoph Lütz schrieb:
- Bei bergseitigem Zugseilriss beschleunigt der Restseilzug des talseitigen Zugseils das Laufwerk, und dreht dieses um den Massenschwerpunkt in der Kabine. Bei Windenbahnen und Standseilbahnen ohne Gegenseil entfällt dieser Effekt.

Ok anderer Ansatz, klingt plausibel ... Kann man es auch so formulieren?
Theoretisch wäre das Abheben des Laufwerks auch bei einer normalen Berg oder Talfahrt möglich, wenn die Fahrgeschwindigkeit zu gross ist, und gleichzeitig auf der Strecke zu kleine Radien - an der Stütze - auftreten dann leuchtet es mir ein, ein (beweglich Gelagertes) Laufwerk unterliegt wie alles auf diesem Planten einer Trägheit, möchte also seine Bewegungsrichtung beibehalten, auch wenn die Spur durch eine Stütze vertikal abgelenkt wird.

In meinem Bsp. bei zu schneller Fahrt, wäre diese Trägheit gross durch die höhere Geschwindigkeit des Fahrzeugs.

Nach deiner Zugseilriss-Theorie, ist es die geringere Trägheit des LWs, die dazu führt, dass das LW sozusagen vom Gegenseil schon wieder den Seilsattel heruntergezogen wird, während die Kabine sich wg. grosser Trägheit noch in Vor/Aufwärtsbewegung befindet --> Die Auflage des LWs auf die Tragseile ist in dem Moment nicht gewährleistet. Richtig??
 
So ähnlich muss sich das an der Windenbahn in Betten abgespielt haben. Ein Gegenseil gab es ja nicht.

Durch die angehängte Unterbodenlast (Betonkübel) war der Massenschwerpunkt außerdem besonders weit vom Laufwerk entfernt, so dass die Drehbewegung des Laufwerks relativ zur Kabine bei gleichem Drehwinkel noch größer ausgefallen ist.
 
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