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Planung von Seilbahnen

Wiede

Eiger (3970m)
Ich habe da mal Anfängerfragen :roll:

Wie plant man Seilbahnen bzw. wie wird berechnet, wie lange das Seil genau sein muß (es muß ja immer unter Spannung sein und die Abspannvorichtung kann nur einen Teil ausgleichen)?
Einmal fährt die Bahn leer und einmal unter Vollast - da wird das Seil doch unterschiedlich belastet und hängt unterschiedlich zwischen den einzelnen Stützen durch. Wie berechnet man das?
Zudem interessiert mich schon seit langen, wie man die Punkte ermittelt, wo die Stützen stehen müssen. Wie macht man das und wieviel Spielraum ist da drin?
 
Schreib an Garaventa und lass dir die Broschüre "Wie eine Seilbahn entsteht" zuschicken. Dort findet du unter Punkt 2 das Thema Seilberechnung.
Alledings wirst du auch dort vergeblich die entsprechenden mathematischen Formeln suchen. Dazu wirst du im Doppelmayr-Buch und in älteren Ausgaben von SI und ISR fündig. Dort sind teilweise seitenlange mathematische Ableitungen zu finden. Auch bei Unis, die entsprechende Ausbildungszweige haben (ETHZ, TU Wien, Bergakademie Freiberg ...) solltest du in den Bibliotheken fündig werden. Einfach mal den Suchbegriff eingeben und im Online-Katalog stöbern.
Pendolino
 
ich hab da ein Buch von der FML. Da ist komplett alles beschrieben. Heiss Bewegungen und Kräfte des Seilsystems und der Fahrzeuge von Seilschwebebahnen im Fahrbetrieb. Herbert Utz Verlag
Dann hab ich noch ISR von 1960 bis 1970. Da ist auch alles Ausführlich Dokumentiert. Sogar mit Bildern. Damit kann man sich seine eigene Seilbahn zusammenbasteln! Heute ist IRS und MM lieder mehr so ein Managementheftchen.
 
Also ist das doch eine berechtigte Frage. Ich dachte schon nur ich weiss das nicht genau :roll: :wink:

Thanks für die Infos bzw. Tipps zu weiteren Infoquellen!
 
Also die Bücher sind ja sicher interessant. Aber kann mir evtl. vorab schon jemand beantworten, ob die Stützen immer exakt an einem bestimmten Punkt stehen müssen oder ob es da evtl. Spielraum gibt?

Vorallem bei EUB-Stützen dürfte es doch nicht immer auf jeden Millimeter ankommen - oder?
 
In die Stützenplanung werden sicherlich so Dinge wie Anzahl der Fahrbetriebsmittel, Bodenabstand, Seilspannung etc. einfliessen. Wieviel Spielraum man dann noch hat, dürfte wohl vom Gelände vorgegeben werden.
 
@ Wiede

Ein gewisser Spielraum bleibt noch, aber es handeld sich da nicht um meter. Einigige mm (denk an 10-15) spielraum gibt es immer noch. Die Rollen batterieen an die Stützen kunnen nämlich nachjustiert werden. Der Platz wo eine Stütze kommt hängt allerdings ab vom Berg. Wie das Functioniert weiss ich auch nicht.

Gruss

Ludo
 
Wiede schrieb:
Also die Bücher sind ja sicher interessant. Aber kann mir evtl. vorab schon jemand beantworten, ob die Stützen immer exakt an einem bestimmten Punkt stehen müssen oder ob es da evtl. Spielraum gibt?

Vorallem bei EUB-Stützen dürfte es doch nicht immer auf jeden Millimeter ankommen - oder?

Es gibt Programme für die Berechnung von Seillinien.
Diese Programme rechnen die Stütze als Punkt in der Landschaft.

Zur Planung einer Bahn 8O

- ich hab noch keine geplannt :wink:
- Je nach Vorgabe wird erstmal die Berg- und Talstation gesetzt.
- Ausmessen der Strecke ( Längenschnitt ).
- Bei der Lienenführung wird auf eine möglichst 'einfache' Seilführung geschaut ( keine Achterbahn, nicht auf dem Grat, Kreuzungen,... )
- Die Stützen werden nun so gesetzt das einmal der mindest Abstand und der maximal Abstand zum Boden eingehalten wird.
- Kann auch durch Erdbewegungen erfolgen.
- Weiters kann nicht überall eine Stütze gesetzt werden ( Untergrund, Lawinenhang,... ).
- Mit den Werten wird nun das Seillinien Programm gefüttert.
- Das Programm liefert für jede Stütze ( Punkt im Längenschnitt ) einen Wert für die einzelnen Lastfälle der Bahn.
- Die Lastfälle: leeres Seil, leere Bahn, beladene Bahn, Bahn füllen, Bahn leeren,...
- Dieses ergibt nun einen Bereich in dem die Stütze sich bewegt.
- z.B.: leeres Seil 2to, leere Bahn 3to, volle Bahn 4,5to
- Auswahl der Rollenbatterie, beim Beispiel würde ich eine 8Trag nehmen.
- Werte pro Rolle ( /8 ): 250kg, 375kg und 562kg
- Die Werte pro Rolle müssen über 100kg ( bei 5m/s-Bahnen ) sein.
- Bei Werten über 900kg hat die Rolle ein 'schweres' Leben.

Faktoren die den Stützendruck beeinflussen:

Seilspannung und Ablenkwinkel: Grundlast
Gewicht des Seiles: Grundlast
Gewicht der Sessel/Kabinen: Zusatzlast
Beladung der Sessel: Zusatzlast

Beispiel: Seilspanung 300KN -> 30to, Stützenwinkel: 15°, Sessel: 850kg, Beladung 640kg ( 8 * 80kg ), nächste Stütze nach 5 Sesseln

Grundlast: 7.8to + 1to ( Seil, geschätzt )
Zusatzlast: 4,2to ( Sessel )
Zusatzlast: 3,2to

Lastfälle: leeres Seil 8.8to, leere Bahn 13to, volle Bahn 16.2to
bei 20 Rollen: 440kg, 650kg, 810kg

Wenn die Stütze nun um 1 Meter höher wird änder das nur den Stützenwinkel ( Ablenkung des Seiles ).
Der Winkel änder sich schneller je näher die nächste Stütze ist.
Dieses ist bei mehreren Stützen (1a 1b 1c) sehr wichtig.

Zur Seilspannung:

Die Seilspannung ist leider nur im Bereich der Abspanung konstant.
Die Abspannung hat in Österreich einen Grenzbereich von +/- 8%.
Durch das Gewicht ( Seil, Sessel, Personen ) wird der Seilzug Richtung Berg immer grösser und schwankt auch je nach Beladung.

Das Seillinien Programm erechnet auch den Durchhang der einzelnen Felder ( Kontrolle Bodenabstand ).

Könnte noch sehr viel erzählen,...

Weiter Fragen könnten auch am 29 oder 30.11.2003 in Brand bzw. Feldkirch geklärt werden.
Oder Mail an,...

mfg

Herbert
 
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