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Porze (2589m), August 2016

Falls sich jemand fragt warum es 2016 noch keinen Wanderurlaub - Bericht von Miki in den Sommerberichten gibt: leider mussten wir dieses Jahr unsere Wanderwoche in den Alpen fast zur Gänze auslassen, wir haben den Sommer 2016 der UNI geopfert und sammeln bis Ende August unsere Auslandserfahrung (Auslandssemester wäre in meinem Alter wohl nicht der richtige Ausdruck :biggrin: ) an einer der Unis im benachbartem Ausland. Eine ganze Woche freizunehmen geht also nicht, dafür wird uns aber mehr Urlaub für den Winter übrigbleiben (was auch nicht schlecht ist). Unerwartet hat sich aber in der zweiten Augusthälfte die Möglichkeit ergeben, wenigstens ein verlängertes WE in den Bergen zu verbringen, was wir auch getan haben. Erste Option waren zwar die Berge um Schladming, wegen besserer Wetterprognose für die Südalpen ist es letztendlich wieder mal Osttirol geworden. Sehr kurzfristig begann ich mit der Zimmersuche in den Tälern rund um Sillian, also entweder Ausservilgraten, Kartitsch oder Obertilliach (Sillian selbst meide ich bis sie es schaffen ne Umfahrung zu bauen, da ist es am Hauptplatz von Maribor wesentlich ruhiger als im Zentrum von Sillian :x ). Wieder Erwarten war es alles andere als leicht irgendwas freies zu finden, die Region ist im August sehr voll, vor allem durch Italiener, wie wir vor Ort sehen konnten.

Wie auch immer, wir haben es am Ende doch geschafft in St. Oswald (Fraktion von Kartitsch, nahe der Talstation des langen Dorfbergschleppers) einen Bauernhof mit Frühstückspension zu finden, der gerade noch ein Zimmer für 3 Tage frei hatte. Also nichts wie los, Anfahrt wie üblich ... OK, fast wie üblich, statt Maribor - Dravograd - Lavamünd - Klagenfurt (etc.) ging es über Maribor - Radlpass - Klagenfurt, am Radlpass wird man im Gegensatz zu Lavamünd nicht von irgendwelchen uniformierten KHD - Typen an freier Durchreise behindert :irre: .

Am ersten Tag haben wir uns die Porze vorgenommen, einen knapp 2500 m hohen Berg südlich von Obertilliach. Vom Berg habe ich mal im Kletersteigatlas gelesen dass es dort eine leichten Klettersteig geben soll und dass man den Berg bequem (˂ 1000 m HU) als Rundtour machen kann, falls man mit dem Auto zur Hütte fahren kann, werden es sogar nur 700 HM. Da unsere Kondition heuer nahe Null ist, sollte es also gerade das richtige sein.

Eines sei verraten: das Haus wo wir gewohnt haben war schon mal ein Volltreffer, für 30 Euro/Nacht gab es ein nettes (wenngleich etwas kleines) Zimmer mit schnellem WLAN und vor allem ein extrem reichhaltiges Frühstück mit hausgemachter Butter und Vollkornbrot, dazu aber Kaffee aus richtigem italienischem Espresso - Automaten statt dem Filter - Zeug das man normalerweise in österreichischen Frühstückspensionen so bekommt - wenn mehr als die Hälfte der Gäste aus Italien kommt, darf man sich wahrscheinlich keine Blamage mit dem Kaffee erlauben :wink: . Dazu noch sehr freundliche Vermieterin + ein kleiner Rudel Katzen rund ums Haus, was will man noch mehr?

Nun aber zu Tag 1. Frühmorgendlicher Blick vom Zimmer unserer Vermieter Richtung Sillian und Thurntaler, links am Hang kleben die Häuser und Kirche des Weilers Hollbruck. Alleine für diesen Ausblick hat es sich gelohnt nach Osttirol zu fahren :P :
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Leichter Zoom zum Thurntaler, unten im Tal Schloss Heinfels:
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Die Zufahrt zur Porze erfolgt über Obertilliach, im Dorf geht eine schmale Strasse zuerst asphaltiert, später geschottert gen Süden. Die Porze kann man bereits sehen:
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Beim Klapfsee, auf etwa 1650, sollte normalerweise die Fahrt zu Ende sein. Nur an Wochenenden sei die Zufahrt zur 1942 m hoch gelegenen Neuen Porzehütte erlaubt sein, so steht es wenigstens in mehreren Quellen. Aber bei unserem Besuch war die Rampe offen, kein Verbostschild zu sehen, also nichts wie rauf:
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Die Schotterstrasse, obwohl in der Karte als Fahrweg eingezeichnet, ist sehr gut befahrbar, sogar besser als weiter unten die Strasse zum Klapfsee:
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Sodele, die Hütte ist erreicht, nun gehts los, mit knapp 700 HM sehr bequeme Tour. Wir haben die Runde im Uhrzeigesinn gemacht: zum Tilliacher Joch hinauf, dann über den italienischen Klettersteig auf der Ostseite hinauf zum Gipfel, Abstieg auf der Westseite zur Porzescharte und von dieser wieder zurück zur Hütte.
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Der Aufstieg zum Tilliacher Joch erfolgt über ein altes Militrsträsschen, wäre durchaus auch mit MTB machbar. Im Tal ist Obertilliach zu sehen und hinter dem Ort das Skigebiet Golzentipp (wird in den folgenden Bildern noch mehrmals vorkommen :wink: ):
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Joch erreicht:
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Von der italienischen Seite (und da meine ich das 'richtige' Italien, weil hinter der Grenze ist nicht Südtirol, sondern ein Seitental des Val Comelico in der Provinz Belluno) kann man offensichtlich auf der alten Militärstrasse sogar bis zum Joch hinauffahren, wenigstens mit nem Jimmy :mrgreen: :
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Wieder so ein verfallenes italienisches Grenzirgendetwas, auch das sieht mir eher nach den 30ern aus als nach nach WK1:
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Kurz über Grass ... :
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... und ein wenig über Schotter ...:
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... und man erreicht den Einstieg in die Ferrata:
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Die Ferrata ist eher von der leichten Sorte (A/B), die meisten gehen dort ohne Ausrüstung und Helm - darunter auch eine einheimische Familie mit Kindern (!), einige auch mit, also eher ein Grenzfall. Wir hatten das Klettersteigdings hinaufgeschleppt und dann auch an einigen wenigen Stellen benutzt, wenn wir es schon dabei hatten:
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Nette Blicke in den Süden ... :
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... sowie Richtung Norden, unter uns - erraten - wieder mal Obertilliach :wink: :
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Mausi hat es sichtbar gefallen:
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Der Aufstieg erinnert erstaunlich an slowenisches Hochgebirge in den Steiner und Julischen Alpen:
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Cool:
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Interessanterweise wird das Gelände ab etwa 2400 m wieder sehr leicht und sogar Wiesen gibt es hier noch einmal:
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Ganz am Ende dann wieder etwas felsiger:
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Voila, Gipfel erreicht. Das Kreuz steht übrigens auf einem ein paar m niedrigerem Vorgipfel:
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Geniales Westpano zu den Sextner Dolomiten:
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Zoom in die Glocknergruppe:
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SW - Zoom zum Skigebiet von Padola, man sieht leider nur den obersten Teil:
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Obertilliach mit Skigebiet:
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Crode dei Longerin, der formschöne und nur wenig tiefere (2523 m) südliche Nachbar:
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Abstieg Richtung Westen, zuerst in leichtem Gehgelände:
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... die letzten 50 HM zur Porzescharte gibts dann wieder ein wenig Seilsicherung, aber keine richtige Ferrata:
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Österreichisches Grezmanagement ist vom Brenner bis Porzescharte startbereit und kann bei Bedarf jederzeit aktiviert werden :wall: ... oder nur Relikte aus dem 1. WK?
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Abstieg von der Porzescharte:
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... am Ende gehts noch ein paar Meter hinauf zur Hütte:
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Abendliches Foto aus St. Oswald:
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Um den Bericht mit der selben Perspektive zu beenden wie ich ihn begonnen habe: Sonnenuntergang hinter dem Thurntaler:
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Merci vielmals für die eindrucksvollen Bilder aus einer wunderschönen Ecke Osttirols.
 
Danke für die Komplimente :wink: , ich kann nur bestätigen dass es eine sehr schöne Ecke ist die wir bestimmt nicht zum letzten Mal besucht haben, Ideen für weitere Touren in der unmittelbaren Gegend haben wir bereits und auch als Ausgangspunkt für die Sextener Dolomiten ist vor allem St. Oswald auch gut geeignet, Innichen ist ja quasi 'um die Ecke' und dazu sind die Preise in Osttirol deutlich unter dem südtiroler Niveau. Da wir heuer nur dreieinhalb Tage dort waren, haben wir auf eine Fahrt nach Südtirol verzichtet (wir waren ja in den vergangenen 3 Jahren zweimal je eine Woche in den Sextener Dolomiten), aber wenn wir dan nächste Mal im Sommer dort sind, fahren wir bestimmt mindestens einmal nach Sexten. Wir planen St. Oswald auch mal im Winter zu besuchen, für Sillian, Obertilliach und Sextner Dolomiten ist es ein idealer Ausgangspunkt.

Der Bericht von Tag 2 ist nun auch online: http://www.alpinforum.com/forum/viewtopic.php?f=52&t=55929
 
Sehr schöner Bericht :) :top:

miki schrieb:
Danke für die Komplimente :wink: , ich kann nur bestätigen dass es eine sehr schöne Ecke ist die wir bestimmt nicht zum letzten Mal besucht haben, Ideen für weitere Touren in der unmittelbaren Gegend haben wir bereits

Die Ecke ist wirklich sehr schön, ich bin den Karnischen Höhenweg 2014 (Bericht http://www.alpinforum.com/forum/viewtopic.php?f=52&t=51495) von Sillian nach Kötschach-Mauten gegangen und haben auf der Porzehütte übernachtet. Am nächsten Tag zur nächsten Hütte hatten wir einen tollen Blick auf die Porze 8) . den Karnischen Höhenweg kann ich nur empfehlen, er war bisher der schönste Höhenweg den ich gegangen bin.

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miki schrieb:
Österreichisches Grezmanagement ist vom Brenner bis Porzescharte startbereit und kann bei Bedarf jederzeit aktiviert werden :wall: ... oder nur Relikte aus dem 1. WK?
Bild

Nicht nur dort, sondern auf dem Ganzen Weg :lol: und es liegen noch unendlich viele Relikte aus dem 1 WK rum . :ja:
 
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