Nachdem ich mir kürzlich bei einem Sammler einen schon etwas älteren Skiatlas ausgeliehen habe wollte ich dann doch mal wissen, wie sich denn die Skipasspreise tatsächlich entwickelt haben.
Ich habe hierfür nurmal ein paar wenige Gebiete aus dem Alpenraum herangezogen, und die Preise von 1977 mit den aktuellen verglichen.
Fellhorn: von 12,78€ (DM 25.-) auf 32,00€ ( 250%)
Garmisch Classic: von 11,25€ (DM 22.-) auf 31,00€ (276%)
Dolomiti Superski (HS): von 10,51€ (8.600 Lire) auf 40,00€ (381%)
Flims/Laax (HS): von 16,49€ (30.- sfr) auf 40,00€ (243%)
Ischgl (HS): von 13,75€ (190.- ATS) auf 36,00€ (262%)
Les Trois Vallées: von 13,75€ (60.- FF) auf 43,00€ (313%)
Die alten Preis stammen aus dem DSV-Skiatlas 1977/78. Ausländische Währungen habe ich mit dem Stichtagskurs vom 01.01.1978 umgerechnet.
Die neuen Preise habe ich dem DSV-Skiatlas 2007 entnommen (und die hier angegebenen Europreise für die Schweiz übernommen).
Natürlich ist die Aufstellung nicht repräsentativ, dafür sind es einfach zu wenige Gebiete. Zudem besteht auch das Problem der Verzerrungen durch Veränderung der Wechselkurse im Zeitablauf. Nachdem aber zwischenzeitlich fast alle Preise originär in Euro abgerechnet werden, ist m.E. auch zur allgemeinen Vergleichbarkeit der Preise eine generelle Umrechnung in eine Basiswährung (hier Euro) notwendig.
Interessant wird es, wenn man die oben dargestellten Erhöhungen mit der Entwicklung anderer Preise oder der Löhne vergleicht.
Aus den Veröffentlichungen des statistischen Bundesamtes habe ich mir errechnet, daß sich z.B. der sog. "Verbraucherpreisindex" im fraglichen Zeitraum nahezu verdoppelt hat (199%). So betrachtet wären die Liftpreise also eindeutig überproportional gestiegen (diesen Eindruck hat wohl auch jeder Skifahrer, der in den letzten Jahren seine Liftkarte selber bezahlen mußte

und kommt auch in diesem Forum zum Ausdruck).
Hierbei ist allerdings nicht berücksichtigt, daß die von den Liftbetreibern erbrachte Leistung sich doch wohl (in der Regel) deutlich verbessert hat (modernere und erweiterte Liftanlagen, Pistenangebot und -präparierung, ev. Beschneiung, etc. etc.).
Vergleich man die Entwicklung der Liftpreise mit einer anderen Zahl, nämlich dem Bruttomonatsverdienst der Angestellten (lt. stat. Bundesamt), so stellt man fest, daß sich letzterer im fraglichen Zeitraum verdreifacht hat (309%). Leider haben die Nettolöhne mit dieser Entwicklung bei weitem nicht Schritthalten können.

Eine Entwicklung der Nettolöhne im fraglichen Zeitraum konnte ich leider nicht finden, aber ich glaube, das wäre sowieso nur sehr sehr deprimierend anzusehen.
Mein Fazit dieser kurzen Untersuchung deshalb:
Der Eindruck, daß Skifahren Jahr für Jahr immer teuerer wird, ist sicherlich richtig, wenn man die (nominalen) jährlichen Preiserhöhungen mitverfolgt.
Ob Skifahren im Vergleich zu anderen Gütern oder Dienstleistungen überproportional teurer wird, läßt sich dagegen nicht so einfach sagen, da - wie oben erwähnt - auch die verbesserte Qualität der erbrachten Leistungen in Betracht gezogen werden muß.
Bezogen auf die Veränderung des verfügbaren Einkommens ist das Skifahren sicherlich auch nicht gerader billiger geworden. Hier liegt es eben am einzelnen, ob und wenn ja wieviel Skivergnügen er sich (noch) leisten kann oder will. Hierüber wurde ja auch schon ausführlich diskutiert.
Nichtsdestotrotz wünsche ich allen trotz der hohen Liftpreise noch viel Spaß am Skifahren, denn das ist ja doch das Wichtigste. :lol: :lol: :lol: