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Preisentwicklung Freizeitticket Tirol & Prognose

Kris

Nebelhorn (2224m)
Ob ich heuer nochmals das Freizeitticket Tirol kaufen soll? Wie viel wird es kosten?
Eine Google Recherche über die Preise ab 2012.



* Nehme ich für 2022 eine Inflation von 10% an, und 15% für das FZT, so erreicht dieses heuer etwa 700€. Psychologisch wird der Preis wohl etwas niedriger angesetzt werden, etwa 670€ oder so...

* Bemerkenswert mag erscheinen, dass der "Vorverkaufspreis Erwachsene" jedes Jahr um deutlich mehr als die jeweilige Inflation ("Verbraucherpreisindex") angehoben wurde. Daher die Annahme von 15% FZT-Teuerung für 2022.

* Hingegen, wäre das FZT, welches 2012 noch recht günstige 395€ gekostet hat, lediglich um die Inflation verteuert worden, so hätte es zuletzt etwa 459€ kosten müssen (Saison 21/22). Stattdessen kostete es 610€.

* Damit wurde der Preis vom FZT in 9 Jahren um 51% angehoben, während die Inflation lediglich 16,2% verteuerte.

---
NB1: Eine kleine Ungenauigkeit liegt im verschobenen Kalender von jährlicher Inflationsangaben und FZT Gültigkeitsperiode.
NB2 Alle Angaben ohne Gewähr, hoffe alle Daten korrekt erhoben zu haben.
 
Sehr interessant... Hast Du zufällig auch die Preissteigerung bei "normalen" Ski-Tickets irgendwo parat?
Hier wäre mal der Vergleich mit z.B. der Preisentwicklung bei Tages- Wochen oder "normalen" Saison-Karten sehr interessant

Für z.B: Stubaier Gletscher konnte ich herausfinden:
Saison 2015/2016:
Tageskarte: 44,00
7 Tage: 234,00

Aktuell: 57,80 € (Tag) bzw. 304,70 € (7 Tage)
Macht also auch gut 30% Preissteigerung - ab 2015.

Somit steigen also auch die normalen Skitickets deutlich stärker als die Inflation...
 
jens.f schrieb:
Somit steigen also auch die normalen Skitickets deutlich stärker als die Inflation...

Das ist ja nur logisch. Der Aufwand steigt - mehr Beschneiung, modernerere und teurere Anlagen. Gleichzeitig steigen die Energiepreise schneller als Insgesamt.
 
Dagegenzustellen musst Du aber auch wie die Energiekosten, die Kosten für Pistenmaschinen, Bescheiungsanlagen, Planungsbüros, Seilbahnen, Unterhalt und Wartung, TÜV und Co. seit 10 jähren gestiegen sind damit man da auch die richtige Entwicklung erkennen kann.
Z.B. Kostet eine Seilbahn in diesem Jahr 20 % mehr als 2020..... Nur der Herstellerpreis.
 
* Der Preis für das Freizeitticket 2022/23 steht fest:
Erwachsene im Vorverkauf: 635 EUR
* Der Preis stieg gegenüber dem Vorjahr (610EUR) somit um 4,1%.
* Wäre das FZT seit 2012 jährlich um die jeweilige offizielle Teuerung erhöht worden, so würde es heute etwa 505EUR kosten.

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Neue Skigebiete oder sonstiger Mehrwert scheint nicht hinzugekommen zu sein
https://www.freizeitticket.at/ticket/preise/
 
ich finde trotzdem die Freizeitticket Karte super...Preislich ist noch akzeptable...
viele interessante Gebiete, auch Gletscherski dabei....schade dass nur für die Einheimische gilt....
 
@Mehrwert: der gesteigerte Komfort durch neue Seilbahnen sowie die erweiterte Schneesicherheit (Beschneiung) will halt bezahlt werden.
 
Nur Menschen mit Hauptwohnsitz in Tirol können das Freizeitticket in Anspruch nehmen. Der Verein für Konsumenteninformation geht dagegen nun vor. Tirols Seilbahner warnen, dass Preiserhöhungen die Folge sein könnten – beim Freizeitticket, aber auch anderen Kartenverbünden und Ermäßigungen.
Ein Freizeitticket für alle könnte eine Preiserhöhung erforderlich machen. Oberstes Ziel der beiden Touristiker sei es, dass das Freizeitticket ein "leistbares Angebot" bleibe.
Quelle: LH will Bekenntnis von EU - Klage gegen Freizeitticket: Mattle fordert weiterhin vergünstigte Preise für Einheimische
 
Ich bin mal gespannt, ob sie mit dieser Klage weiterkommen. Immerhin ist es ja jetzt sogar eine österreichische Behörde. Vlt. braucht es jetzt ein paar Spitzenanwälte, um die Mehrbelastung der Bevölkerung durch den Tourismus und der damit günstigeren Jahreskarte für Einheimische mal ordentlich zu rechtfertigen.
 
Ich bin mir ziemlich sicher, dass Preisvorteile für Locals fallen werden, möglicherweise auch Vorteile in einzelnen Tälern.
Denn die Wettbewerbsbehörde ist eine der potentesten Behörden in der EU überhaupt. Politisch übrigens kaum mehr legitimiert....
 
Arlbergfan schrieb:
Vlt. braucht es jetzt ein paar Spitzenanwälte, um die Mehrbelastung der Bevölkerung durch den Tourismus und der damit günstigeren Jahreskarte für Einheimische mal ordentlich zu rechtfertigen.

Ich finde diese Argumentation immer wieder faszinierend. Dank des Tourismus als eines der zentralen Geschäftsfelder wird man zu einer der wohlhabendsten Regionen in der ganzen EU, hat in Europa dank des Tourismus einen der höchsten Lebensstandards und eine sehr gute (touristische und nicht touristische) Infrastruktur (was ich als benachbarter Oberbayer allen Tirolern sehr gönne, das wird meist besser gemacht als bei uns in Oberbayern, zumindest was den Tourismus angeht) - und bei der Frage des Einheimischenrabatts wird der Tourismus dann immer als (Mehr-) Belastung für die Bevölkerung dargestellt.

Die Klage war zu erwarten und bei laienhafter Betrachtung hat sie keine schlechten Erfolgsaussichten.

Zudem liegt die Lösung des Problems auf der Hand: Öffnung des Freizeittickets für alle. Für den klassischen Eine-Woche-Skiurlaubsfahrer ist sie immer noch keine Alternative, wohl aber dann für jeden, der mehrfach im Jahr nach Tirol fährt oder Freizeitwohnsitzler dort. Ich rechne in diesem Fall aber damit, dass ggf. Gebiete mit relativ teuren (Wochen-) Skipässen (Ischgl, Arlberg) wohl aussteigen werden.
 
Arlbergfan schrieb:
Ich bin mal gespannt, ob sie mit dieser Klage weiterkommen. Immerhin ist es ja jetzt sogar eine österreichische Behörde. Vlt. braucht es jetzt ein paar Spitzenanwälte, um die Mehrbelastung der Bevölkerung durch den Tourismus und der damit günstigeren Jahreskarte für Einheimische mal ordentlich zu rechtfertigen.

Die Sache ist doch eigentlich ganz einfach:
Entweder gibt es diese Mehrbelastungen für die Bevölkerung. Dann ist eine günstige(re) Jahreskarte aber kein geeignetes Mittel, diese auszugleichen. Das käme einem Benutzungszwang für diejenigen gleich, die von diesen Mehrbelastungen betroffen sind.
Oder diese Mehrbelastungen werden einfach nur vorgeschoben, um diese Ungleichbehandlung zu rechtfertigen.

Ich glaube an zweiteres, wenn ich mir diese persönliche Einschätzung erlauben darf.
 
Eben, wenn sie "Mehrbelastungen" ausgleichen wollen, dann können sie ja Steuern einheben und Umverteilen. Gibt genug Möglichkeiten, sei es die Landesabgabe der GIS oder die meist bundeslandeigenen Stromversorger, denn das würde dann sogar jedem Hauptwohnsitzinhaber was bringen.

Wobei das mit den "Mehrbelastungen" sowieso Käse ist. Sollen jetzt Anwohner eines Flughafens verbilligte Flüge bekommen, Anwohner einer Bahnlinie verbilligte Bahntickets, Anwohner eines Stahlwerks vergünstigten Stahl, und Anwohner eines Kraftwerks vergünstigten Strom?

Am Ende handelt es sich bei den Höheren Preisen für nicht-Einheimische einfach um Fremdenfeindlichkeit, Punkt.
 
Arlbergfan schrieb:
Vlt. braucht es jetzt ein paar Spitzenanwälte, um die Mehrbelastung der Bevölkerung durch den Tourismus und der damit günstigeren Jahreskarte für Einheimische mal ordentlich zu rechtfertigen.
Das ist eine gewisse Touri vs. Einheimischer Situation... Tatsache ist m.E., dass, zumindest manche Einheimische zwar gerne skifahren, sobald dann aber in der Hauptsaison Touristen da sind, über diese fluchen, obwohl sie je nach Skigebiet überhaupt erst dafür sorgen, dass dieses existieren kann.
 
Nocki schrieb:
Das ist eine gewisse Touri vs. Einheimischer Situation... Tatsache ist m.E., dass, zumindest manche Einheimische zwar gerne skifahren, sobald dann aber in der Hauptsaison Touristen da sind, über diese fluchen, obwohl sie je nach Skigebiet überhaupt erst dafür sorgen, dass dieses existieren kann.
Das ist doch nicht nur in den Skigebieten so - das gilt auch für uns an der Küste. Ist es im Sommer schön und warm sind alle Strände mit Menschen überflutet.
 
Der Unterschied ist aber, dass es die Skigebiete in dieser Größe nichtmal ansatzweise gäbe nur für die Einheimischen. Wenn die fremdenfeindlichen Einheimischen (sind ja nicht alle so) konsequent sind, sollten sie immer nur am Übungshang bleiben (denn Großskigebiete gäbs ohne Touristen nicht) und auch jeden Besuch an anderen Orten, inklusive der größeren Städte, unterlassen (denn Tourismus ist nach deren Meinung generell schlecht).

Oder sind das am Ende einfach doch nur NIMBYs, die völlig unterschiedliche Maßstäbe anlegen an das was sie in ihrer eigenen Region wollen und dem was sie woanders für richtig halten?
 
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