Achso 5min unter Schnee - die sind mir dank Avalung (habe ich nicht immer mit - aber an Tagen wo es gefährlicher ist schon) echt egal. Ja da muss man schon vorm losfahren draufbeißen - aber dass macht eh Sinn. Vor allem muss man dann nicht erstmal den Schnee im Mund aufessen, bevor man irgendwie atmen kann. Und keine Angst - dass verliert man nicht aus dem Mund - wenn man stürzt/Lawine etc kann man sich ganz gut auf so Sachen konzentrieren - dass geht ganz unbewusst wenn man es ein paar mal benutzt hat. Ich fahre ohne Airbag aber (teils) mit Avalung. Wir haben uns mal an einem Tag wo nichts ging mit Avalung eingegraben - und ordentlich kompressiert mit Schaufel von oben (Schnur in Hand - und einmal pro Minute zieht jemand oben - und unten zieht man retour Signal - sprich alles okay. Nicht zurück ziehen heißt grabts mich jetzt sofort aus), 30min waren echt problemlos, dann haben wir abgebrochen also ausgegraben. Ich hab viel mehr Angst bei Lawine durch physische Verformung zu sterben/zu verletzen, als zu ersticken! Bei Nassschneelawine bringt Avalung wenig (und da ist der Schnee beim Graben hart wie gefrorene Erde - aber im Hochwinter kann man damit sehr lange atmen.
BTW - der war beim ausgraben etwas zimperlich - war ja okay da der andere zuerst stöhnte (solange der stöhnt ist er nicht am ersticken), bzw dann sogar antwortete. Aber wenn da keine Antwort kommt dann scheiß auf ein paar Schnitte/blaue Flecken, zur Not auch im Gesicht und hau die Schaufel rein was geht (erst wenn ich weiß wo der Kopf ist kann man anfangen vorsichtig zu sein). Ein guter Freund von mir hat einen anderen Freund der 400HM mit Lawine abgestürzt ist - voll verschüttet, nach 5min inkl Abfahrt Gesicht frei gehabt. Leider war er schon tot (er hatte ihn gerade ausgegraben als andere Gruppenmitglieder noch nicht mal eingetroffen waren, und dann beim auch hinfahren eine weitere - zum Glück viel kleinere Nachlawine auslösten, die dann den Toten wieder verschüttete - und meinen Freund teil verschüttete - er konnte sich aber noch selbst befreien).
Und ja kann auch anders gehen - war ja selber auf der Rax dabei als es gut 50min brauchte um jemanden überhaupt mal zu finden. (Ich war zweite Gondel - alleine abgesehen vom Gondelführer, der Tote erste Gondel - und bekam Meldung jemand wird vermisst - aber niemand hat mir gesagt dass jemand in einer Lawine vermutet wird! Bin also mit Pieps suchend abgefahren - und 60-70m vorbei weil ich nach jemand suchte der evtl wo steckengeblieben ist/wieder retour rauf muss da zu wenig Schnee für ein Stück. Alle anderen (teils gute Freunde) haben das erst im Tal realisiert dass er in Lawine verschüttet wurde - weil er nicht da war/ankam, die sind vielleicht 6-7 sek nach ihm in den Hang rein. Ich hatte die Lawine beim rauffahren gesehen - und Gondelführer noch gefragt ob die Lawine frisch ist (noch nie so große Lawine dort gesehen) - und der meinte nein die wäre von selber abgegangen. Hätte ich die Meldung bekommen jemand wird in Lawine vermisst - dann wäre ich viel schneller hingekommen - aber dennoch etwa 20-25min nachher (hätten die anderen beim nachfahren realisiert dass der vorausfahrende in Lawine abgegangen ist - wäre er wohl nach ein paar Minuten ausgegraben worden - aber eh alles egal da viel zu viele Bäume im Weg - der war lange vorm verschüttet werden tot. Problem - das ganze war die erste Gondel - und jeder der mit der mal rauf ist (ähnlich übrigens erste Gondel Hafelekar) weiß was da abgeht und dass da vorne jeder nur für sich fährt und nix checkt beim versuchen halt als erster die Seilbahgraben zu erreichen (ich hatte gut Glück mit meiner Verspätung - denn ich war nie weiter hinten als zweiter beim Run, wenn ich auch die Einfahrt genau nicht gewählt hätte (fahre die Stelle wenn immer erst wenn der Graben so verspurt ist dass zumindest weiter unten kein Schnee für Lawine mehr liegt. Dort gab es seit 80-90 Jahren noch nie eine größere Lawine (trotz 45° und Kuppe, usw), und da wurde schon hunderte Mal, wenn nicht tausende Mal ohne Rücksicht auf Verluste bei erster Gondel reingefahren. (es kennt sich eh eigentlich jeder in der ersten Gondel, und jeder lügt er versucht es heute nicht, er fährt gleich woanders, die lawinengefahr zu hoch, usw - aber wenn die Tür aufgeht rennen trotzdem jedes mal 5-10 Leute los, überholen ist halt meist unmöglich). Alle kennen sich etwas - trotzdem lügen die meisten wenns um bestimmte Runs geht (nicht nur Seilbahngraben, sonder auch der sehr gefährliche Maschinengraben (vor allem direkte Einfahrt) und Lawinengraben (auch hier wieder direkte Einfahrt saugefährlich - andere Einfahrten allerdings vertretbar). Meist wird gelogen bis ordentlich verspurt und halt in 2er Teams gefahren (wobei ein paar auch alleine unterwegs sind). So eine Gruppendynamik ist halt auch saudumm. Gemacht wirds halt weil nie was passierte bis zu dem Unfall (und ist ja die älteste Seilbahn Österreichs - also lange lange Erfahrung dort, die Rinnen wurden schon von Zdarsky - also etwa seit 1900-1910 befahren, da wussten sie am Arlberg noch nichtmal was skifahren wirklich ist).
Bin vor Avalung Zeiten als meine Knie noch okay waren - immer mit so einem Eishockey Zahnschutz gefahren - denn wenns dich bei einem Sprung ordentlich staucht ist dass sehr hilfreich um Rückenverletzung vorzubeugen! Nachdem ich Drops/Sprünge der Größe nun schon lange nicht mehr mache - brauche ich dass nicht mehr, aber es gibt viel Ausrüstung die klein und günstig ist - und durchaus sehr hilfreich. Ob Bissschutz Sinn macht muss jeder selber wissen - definitiv senkt der das Verletzungsrisiko am Rücken nochmal deutlich weiter als es der Rückenprotektor (und am besten Crashpants wegen Steißbein) alleine tut.
Wer mit Airbag und Avalung fährt - hat außer im Frühling - wenn nicht alleine - IMHO sogar die größere Gefahr durch Verformung als ersticken zu sterben in Lawine! Ganz abgesehen davon dass Absturzrisiko auch ohne Lawine dazukommt. Und bei den Statistiken ist ersticken halt oft der Grund - auch wenn evtl andere Verletzungen dazu tödlich wären - dann steht da erstickt.
Lawine ist nicht nur ersticken - aber sicherlich dennoch die Hauptgefahr was tödliche Unfälle angeht - beim freeriden. Viel wahrscheinlicher ist aber dass man sich ohne Lawine verletzt.
Kondition ist beim freeriden eher nebensächlich - auch mit guter Kondi kann am Tagesende die Kraft/Konzentration weg sein. Du Gerrit warst doch auch schon einmal bei der Raxseilbahn (1x? oder öfter - einmal hab ich dich dort wenn mich nicht alles täuscht gesehen). 18 Runs hab ich da mal an einem Tag geschafft (also 19.000HM - was soweit ich weiß weiter keiner getoppt hat) - würde ich heute nicht mehr schaffen (14-15 gingen noch), und bin dann noch zum Hirschenkogel fürs Nachtskifahren weiter. Aber am Tagesende merkt ich bei viel Wald/engem Gelände dass irgendwann nichts mehr geht - ab dann darf man halt wirklich kein Risiko mehr eingehen - meist fahre ich ab ab Mittag schon deutlich höher und nicht mehr so tief in den Knien, weniger aggressiv usw - was die Gefahr zu stürzen erhöht. Aber ab dem Zeitpunkt wo man ab und an sich fallen lässt einfach weil man Kraft sparen möchte - da ist es dann bald endgültig vorbei (wenn man öfter so fährt - ist dass trotzdem kein Muskelkater am nächsten Tag, den gibts eher bei ungewohnter Belastung - also nur wenn das ganz zu Saisonbeginn ist).
Lawinensonde ausschalten - es gibt die Pieps Sonden mit Signal wenn man näher als ~10cm? vom LVS ist. Die sollte man bei Übung also tatsächlich dann auschalten. Oder geht das von selber? Ich hab die noch nie benutzt. Dass ist eher Equipment für die Bergrettung.