• Willkommen im neuen Alpinforum!

    Das Alpinforum ist erfolgreich auf die neue Forensoftware XenForo umgezogen. Benutzerkonten und Foreninhalte wurden übernommen, sodass ihr euch wie gewohnt anmelden könnt.

    Schaut euch gerne um und probiert die neuen Funktionen aus. Solltet ihr Fehler oder Unstimmigkeiten entdecken, meldet sie bitte im entsprechenden Thema.

    Alle Informationen zur Migration und zum neuen Forum findet ihr hier:

    Zur ausführlichen Ankündigung

    Viel Spaß im neuen Alpinforum!

    Euer Alpinforum-Team

Resümee Winter 2024/25

Ohne ein fünfminütiges Video in drei DINA4-Seiten auseinanderzuklamüsern: Ich finde es reflektiert und an der Stelle auch richtig platziert.

Gerade bei Kanälen wie Marius Quast und vielen Weiteren, die ihr Geld mit der Unterhaltung von Menschen rund um das Skifahren verdienen, sollte man immer etwas zurückhaltend hinsichtlich der Objektivität sein (z.B. bei Skigebiets-Reviews). Auch bei diesem Video kann man sich über Titel, Thumbnail und einige kleine Formulierungen vielleicht streiten. Ich schaue mir seine Videos jedenfalls gerne an - zur Unterhaltung und weniger zur Information.

Aber ungeachtet dessen: Gerade aufgrund der Reichweite, die solche Influencer mittlerweile haben finde ich es wichtig, dass auch mal ernstere Töne angeschlagen und die aktuellen Entwicklungen thematisiert werden. Und genau an dieser Stelle finde ich es sehr gut umgesetzt. Er hat mehrere Perspektiven aufgezeigt, sich dabei auf Quellen unterschiedlichster Kanäle gestützt und am Ende ein nachvollziehbares Fazit gegeben.

Kurzum: Da haben so einige Zeitungsverlage und Online-Medienhäuser, deren Sinn eigentlich die Information und nicht die Unterhaltung sein sollte, objektiv bewertet schon deutlich schlechtere Arbeiten veröffentlicht.
 
Ganz genau.

Abgesehen vom niederschlagstechnisch mauen Winter 2024/2025 kommt wohl ein prekäres Gletscherjahr auf uns zu, falls nicht durch ein Wunder 3m Neuschnee fallen.
 
Generell eine recht gute Zusammenfassung, die wir wohl alle so unterzeichnen können.
Was mir noch gefehlt hat, war die durchschnittliche Temperatur. Die dürfte nämlich im Jänner/Feber durchaus normal gewesen sein - und v.a. auch kein Niederschlag in Form von Regen sowie wenig Föhntage. Wären diese Faktoren nämlich noch dazugekommen, ich bin mir nicht sicher, ob alle Gebiete bis zum (späten) Schluss durchgehalten hätten.
Etwas noch: Die Tatsache, dass es alpenweit zu trocken war, dürfte wirklich eine große Ausnahmerscheinung über die letzten Jahre gewesen sein.
 
Das mit der Temperatur sehe ich auch so. Das paradoxe heuer war m.E. dass die Niederschläge nach Weihnachten über viele Wochen für eine weiße Landschaft bis in sehr tiefen Lagen gesorgt haben, d.h. das Winterfeelling war deutlich ausgeprägter, auch wenn dafür oben eigentlich über viele Wochen viel zu wenig bzw. eigentlich gar Schnee nachgekommen ist.
 
Was spricht denn dafür, dass die Winter in Zukunft trockener werden und es weniger Powder gibt? Also bei entsprechender Höhenlage natürlich? Ich dachte eigentlich, dass durch den Klimawandel "mehr Energie" im System ist, die Verdunstung tendenziell begünstigt wird und dadurch die Niederschläge zunehmen sollten. Wenn auch eher einzelne Niederschlagsereignisse, die dann aber intensiv, Erhaltungsneigung der Großwetterlagen.

Dass es in der Tiefe weniger Schnee gibt und dies statistisch auch schon festzustellen ist, ist mMn nicht zu bestreiten :/

Was den zunehmenden Elitarismus des Skifahrens durch angezogene Preise angeht: Beschneiung und neue Anlagen, sowie andere Bespaßungsangebote, die am Berg verlangt werden, gehen nunmal ins Geld. Prinzipiell finde ich die Preissteigerungen, gerade bei kleinen und mittleren Skigebieten, aber noch verkraftbar und i.O.. Und ich habe den Eindruck, dass ich in der Regel einen gerechtfertigten Gegenwert für meinen Skipass von 1 Woche bekomme. Außnahmen bestätigen die Regel, welche Skigebiete das für einen sind, soll jeder für sich entscheiden.

Dramatischer finde ich die Preisentwicklung bei den Unterkünften. Eine normale Ferienwohnung für unsere Gruppe finde ich, wohlgemerkt außerhalb der Hauptsaison, zunehmend schwerer für einen adäquaten Preis. Hier hat sich für mich subjektiv in den letzten Jahren die Leistung nicht im Verhältnis zum Preis entwickelt. Wenn es dann bald "nur noch Luxusappartments" gibt, ist Skifahren sicher kein Breitensport mehr.
 
kauer_steel schrieb:
Was spricht denn dafür, dass die Winter in Zukunft trockener werden und es weniger Powder gibt? Also bei entsprechender Höhenlage natürlich? Ich dachte eigentlich, dass durch den Klimawandel "mehr Energie" im System ist, die Verdunstung tendenziell begünstigt wird und dadurch die Niederschläge zunehmen sollten. Wenn auch eher einzelne Niederschlagsereignisse, die dann aber intensiv, Erhaltungsneigung der Großwetterlagen.

Die Großwetterlagen/Modelle/Simulationen können eigentlich, wenn überhaupt, nur sinnvolle Werte über die Ebene auswerfen. Das System ist chaotisch, dh kleine Änderungen der Ausgangsbedingungen haben riesige unvorhersagbare Auswirkungen. In den Bergen kannst du guten Gewissens gar nichts prognostizieren. Du merkst doch schon wie unterschiedlich das Wetter an verschiedenen Orten in den Alpen bei einer bestehenden Großwetterlage sein kann während gleichzeitig von München bis Hamburg flächig fast das selbe Wetter herrscht. Für das Bergwetter besonders entscheidend dürften die Windströmungen sein, verschieben sich die Vorzugswindrichtungen mit ihrem Luftfeuchtigkeitsgehalt (das ist meiner Meinung nach die größte Auswirkung eines Klimawandels, die globalen Windsysteme, die für das Klima an einem bestimmten Ort die entscheidenste Bedeutung haben, verschieben sich generell) so hat das lokal für die einzelnen Orte riesige Auswirkungen auf das Jahresklima hat, während der Flachlandtiroler nichts davon mitkriegt, bloß dass der Regen gerade im Frühjahr weniger wird weil die Alpen bei vermehrten Südföhnwetterlagen sehr weitreichenden Regenschatten erzeugen. Klar ist: Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen aber die wird in den Bergen bei der ersten erzwungenen Abkühlung durch Aufsteigen praktisch komplett entzogen. Dieser Ort kriegt dann die volle Breitseite an Niederschlag, alles danach wird immer trockener. Das sehen wir ja sehr oft, in Tal X meterweise Neuschnee, die Leute kommen gar nicht mehr weg, 2 Täler weiter strahlender Sonnenschein und grüne Wiesen.
Das Einzige wovon ich persönlich überzeugt bin: Wir geraten so langsam in einen Bereich verminderter Höhenwindgeschwindigkeit. Das bedeutet: Blockierende Wetterlagen (die es wohlgemerkt immer schon gab und die waren auch immer schon genauso stabil), dh Wetterlagen, die sich selber stabilisieren und unter ihrem Einfluss dafür sorgen, dass das Wetter über ungewöhnlich lange Zeit gleich bleibt, das kann sowohl Dauerregen als auch Dauerdürre sein, bewegen sich einfach langsamer. Stabil bedeutet in dem Sinne ja nur dass das lokal begrenzte Wettersystem ein in in sich geschlossenes stabiles System darstellt das aber nicht ortsfest ist. Es wird vom Höhenwind in sich weitertransportiert. Der verlangsamte Höhenwind sorgt nun allerdings dafür, dass diese Wetterlagen langsamer weiterziehen, dh ihr Einfluss über einer bestimmten Landfläche länger besteht. Mit den entsprechenden Folgen. Wenn zufällig das Zentralhoch einer Omegawetterlage, das ja jeglichen Zustrom feuchter Luft kategorisch abblockt, über den Zentralalpen steht, ist das eine der vorhersehbarsten Wettersituationen, es bleibt großflächig niederschlagsfrei und sonnig. Steht das Tief da fest gibt es tage/wochenlang Schnee aus allen Rohren, allerdings wegen den Bergen lokal sehr ungerecht verteilt. Auch das hatten wir ja schon. Früher wurden solche Wetterlagen einfach schneller weitergeschoben und bleiben nicht einen halben Winter lang stehen. Das wird es vermutlich sein was uns in Zukunft zu Schaffen macht.
 
kauer_steel schrieb:
Dramatischer finde ich die Preisentwicklung bei den Unterkünften. Eine normale Ferienwohnung für unsere Gruppe finde ich, wohlgemerkt außerhalb der Hauptsaison, zunehmend schwerer für einen adäquaten Preis. Hier hat sich für mich subjektiv in den letzten Jahren die Leistung nicht im Verhältnis zum Preis entwickelt. Wenn es dann bald "nur noch Luxusappartments" gibt, ist Skifahren sicher kein Breitensport mehr.

Das betrifft aber nicht nur den Winter, auch im Sommer sind vor allem in Österreich die Zimmerpreise extrem gestiegen. Mir fällt das vor allem in den beliebten Bikeregionen wie Leogang, Schladming, usw. auf.
 
Arlbergfan schrieb:
Für all diejenigen, die so Leute kennen die immer im Feber/März behauptet habe: "Es kommt schon noch!"
Es kam eben nicht mehr.
Ehhh, nicht überall. Aber schaut mal Richtung Schweiz und Frankreich. 2 bis 4 Meter Schnee sind da angesagt. Zwar erst (weit) über 2000hM, aber trotzdem.
 
Dachte ich mir auch gerade. Es kommt doch aktuell viel runter. Nur wie in den letzten Jahren eben im April und vermutlich noch bis in den Mai hinein.

Die aktuellen Schneefälle im Aostotal, Piemont, Wallis und auch Frankreich kommen vor allem da runter, wo es eh schon im Vergleich zum Rest der Alpen eine eher bessere Schneelage dieses Jahr gab.
Sicherlich keine überdurchschnittliche und besonders gute Schneelage, aber im Aostatal z. B. lag vor 1 Woche ähnlich viel Schnee wie zum gleichen Zeitraum im letzten Jahr.

Und jetzt haut es mächtig was runter... Schade nur, dass die meisten Skigebiete dort am Wochenende schon zugemacht haben oder in den nächsten Tagen zusperren. Aber Skifahren will seit spätestens Mitte März eh kaum noch jemand...

Was bei der ganzen Diskussion immer wieder vergessen wird: Der Frühwinter Ende November bis Ende Dezember hat dank technischer Beschneiung seit 2 Jahrzenten in der Regel viel bessere Bedingungen zum Skifahren, als das noch im letzten Jahrtausend in den 80ern und 90er Jahren der Fall war. Damals gab es viele Winter, wo man mangels Schnee und mangels technischer Beschneiung erst am Ende Dezember oder Anfang Januar einigermaßen Skifahren konnte. Und heute ist der Dezember fast immer eine toller Monat zum Skifahren.
 
Ein interessanter Winter. Im Frühwinter ausreichend Schnee im Wallis, hier Chandolin/VS, ein Bild anfang Januar.
20250103_103801.jpg


Dann inneralpin im Februar im Februar eher wenig Schnee, hier das Avers/GR.
20250223_140116.jpg


Dann im März Norwegen Lyngenalpen, so viel Schnee wie lange nicht.
20250328_084235.jpg


Gestern zurück aus dem Wallis, Arolla. Unglaublich viel Schnee dieses Jahr!
20250425_172422.jpg

20250426_112215.jpg


Allgemein beobachte ich seit längerem, daß inneralpin immer weniger Schnee fällt. Damit meine ich im Grunde eine Linie ab dem Gotthard bis zu den Hohen Tauern. (Flims/Laax über Davos/Klosters, Ischgl-Samnaun, Serfaus-Fiss-Ladis, inneres Tuxertal). Von Osttirol und den Dolomiten ganz zu schweigen.
Mal abwarten was die nächsten Jahre bringen.
 
Das ist nich nur inneralpin seit einigen Jahren so.Das ist so ziemlich überall.so.egal,ob du Leute in Isola 2000,Chamonix,,st.moritz,lech,Reutte oder Reit im Winkl fragst
 
Manch Ignorant wird behaupten, dass es in 10-15 Jahren noch Skigebiete unter 1500 m Seehöhe geben wird.
 
Dank Klima-Normalisierung kein Schnürlregen mehr und im Winter fast die ganze Saison Sonnenschilauf.
Man kann sich Sitzheizung und Wetterschutzhauben sparen.
Dank Technoalpin und Naturschnee ab 1.200 bis 1.400 m.ü.M. sehr gute Bedingungen. Und Talabfahrt auch bis 800 m.ü.M. mit Beschneiungsanlage gut möglich.
Falls der Ätna mal wieder an Weihnachten sehr stark ausbricht und der Wind die Asche bis zum Weißwurstäquator verfrachtet, gibt's auch wieder einen Winter, wie er früher einmal war.
 
Zurück
Oben