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SAAC Basic Camp - Galtür 16./17. 03. 2013

SAAC Basic Camp - Galtür 16./17. 03. 2013



Endlich habe ich es geschafft einen freien Platz bei einem SAAC Basic Camp zu ergattern - und das auch noch relativ kurzfristig, in Galtür waren als einziges noch Kapazitäten als frei gemeldet; den ganzen Winter hab ich auf der Homepage nach freien Terminen gesucht die mir halbwegs in die Wintertour 2013 rein passen.

Alle Infos zu den SAAC Camps gibts hier: http://www.saac.at/index.php?pid=16&sid=default

Dennoch habe ich hier im Forum noch keinen Bericht oder Ähnliches gefunden, die Suche ergab nur hin und wieder mal eine Empfehlung im Text. Höchste Zeit das mal zu ändern!

SAAC = Snow & Avalanche Awareness Camps - ein Gratis Angebot, das mit Hilfe vieler Sponsoren angeboten wird. Diese möchte ich nicht alle nennen, dennoch darauf verweisen: http://www.saac.at/index.php?pid=21&sid=partner
Denn ohne diese Partner wäre es nicht möglich.

Die Grundausbildung in Lawinenkunde in Theorie und Praxis ist aus meiner Sicht Pflicht für alle, die die Piste verlassen. Ein LVS Set haben die meisten, einen ABS Rucksack noch nicht viele, aber der Umgang damit? Im Garten mal üben zu suchen, na prima! Ein richtiger Praxistest mit LVS, Schaufel und Sonde ist durch nichts zu ersetzen!

Voraussetzungen: Eigentlich kaum, man sollte im Tiefschnee und felsdurchsetzem Gelände halbwegs sicher seine Schwünge ziehen können, das wars. Ein gewisses Interesse an der Materie ist natürlich obligatorisch, wobei sich da natürlich keiner anmeldet der sich mit gewalztem Schnee zufrieden gibt ;)
Interessant war dass bei den Teilnehmern doch einige dabei waren, die schon einige Touren hinter sich gebracht hatten - aber offenbar keine Ahnung von Lawinenkunde & Co :!:

Daher möchte ich im folgenden Bericht den Ablauf und die Inhalte eines dieser SAAC Camps näher bringen. Mir hat es unglaublich viel gebracht im Gelände die Gegebenheiten offenen Auges zu studieren und einzuschätzen. Ich fühle mich seitdem viel sicherer beim Verlassen der Piste, wenngleich ich vorher auch schon vorsichtig war.

Für mich war es der entscheidende Schritt um in Zukunft mal größere Freeride Touren in Angriff zu nehmen. Daher eine super Basis, die ich uneingeschränkt empfehlen kann. Rechtzeitig bewerben :D

Ablauf:Wie auf der Homepage beschrieben findet Samstag zwischen 16 und 19 Uhr ein 3-stündiger Theorieteil statt, in dem die wichtigsten Grundkenntnisse durch einen Vortrag von 2 Bergführern näher gebracht werden. Das läuft sehr interaktiv ab, jeder kann (auch "dumme") Fragen stellen.
Sonntag geht es dann pünktlich um 8.45 Uhr los, jeder wird mit LVS Ausrüstung versorgt sofern er nicht seine eigene dabei hat. Saisonkartenbesitzer brauchen keinen Cent, der Rest zahlt 17.- Euro für den Tagespass - viele Liftfahrten sind es auch nicht, man steht, buddelt, sucht, sichtet, gräbt sehr viel, Skifahren ist natürlich Nebensache wenngleich es schon ein paar Abfahrten im Gelände gibt.

Wetter und Skigebiet: Da hatten wir am 17.3. natürlich richtig Glück! Es hatte Unverspurte Hänge, Neuschnee im Gelände... dazu relativ gute Sicht, viel besser können die Voraussetzungen für so ein Camp gar nicht sein. Wie will man ein Schneeprofil erstellen wenn keiner liegt?`;) Insofern alles tip top. Den Rest erkläre ich anhand der Bilder!

Morgens wurden die knapp 50 Teilnehmer auf die 5 Bergführer aufgeteilt, so dass Gruppen mit 9-10 Teilnehmern entstanden. Größer dürfen sie auch nicht sein!
Aber mit 9 Teilnehmern ergaben sich für die spätere "Verschüttetensuche" prima 3 Subgruppen die sich gegenseitig suchen konnten.

Dieser nette Herr in der Bildmitte im orangen SAAC Anzug ist der Bergführer, den ihr immer wieder auf den Bildern erkennen werdet!
LOS GEHTS natürlich erstmal mit dem Studium des Lawinenlageberichts des LWD Tirols. Der ist Grundvoraussetzung und sollte bei jedem als Favorit gespeichert sein!


Der Lawinenlagebericht ist voll mit Informationen und Fachbegriffen (Höhe, Exposition, Kammlagen, Triebschnee / Verfrachtungen, Neigung, Tageszeit, geo. Lage, und viel mehr und so weiter!) den man erstmal RICHTIG VERSTEHEN muss.
Das erfordert Konzentration, darauf wurde im Camp viel Wert gelegt.

Blick ins Montafon, da hinter gehts ins Gelände


Die Gruppe sammelt sich immer wieder an noralgischen Punkten im Gelände um die nächsten Hänge einzusehen


Ein paar Abfahrten waren dabei, wobei verschiedene Techniken des Gruppenfahrens besprochen werden (nicht nur Abstand etc.)


Auch die versch. Arten von Lawinen, an den Südhängen schön zu sehen, werden besprochen


Hinten in Galtür dann ein wenig Skifahren


...und immer wieder ausführliche Erläuterungen von Schneeverfrachtungen anhand von lokalen Erscheinungen (Wächten etc.)


Hier gut sichtbar - ein Teilnehmer weist dem nächsten den Weg (LINKS HALTEN!) um Felsen zu vermeiden


...so dass alle gut runter kommen :)


Für ein solches Camp gute Gegebenheiten hinten im Skigebiet


An einer relativ steilen Stelle (knapp 40 Grad) erlernten wir die Technik zur Bestimmung der Hangneigung mittels Skistecken :top:


Es gibt ja mittlerweile Neigungsmesser in Skistecken und sonstwas - aber das geht auch manuell ganz gut.


Weiter runter


50 Teilnehmer zerpflügen den Hang, ohne sich dabei aber zu stören. Rechts vom Bergführer gräbt grad eine andere Gruppe :)


Nette Abfahrten!


Oder?! :D


Nächster Tagesordnungspunkt: Einführung in das Schneeprofil. Gut dass hier gut 2.5 Meter Schnee liegen!


Mit Schaufeln wurden gut 1.5 Meter Schnee senkrecht frei gelegt um die Schichten zu sehen


Schaufeln strengt an! Das ist nicht zu unterschätzen


Man kriegt seine kleine Schneekunde, das ist richtig interessant. Grundkenntnisse aber zum Verständnis notwendig!


So sieht das dann aus, leider schlechter Kontrast


Dann wird ein Block raus geschnitten


So lässt sich die Labilität der Schichten schön zeigen! Danach gings zum Mittagessen.


Programm am Nachmittag - Umgang mit LVS, Schaufel und Sonde


Bei der Sonde gings schon los... auf die Idee des Auswerfens kam nicht jeder ;)


Der Bergführer erklärt das Prinzip der Feldlinien beim LVS und die Konsequenzen bei der Suche


Das ist wichtig! Bin ich froh im Zeitalter der 3 Antennen Geräte zu leben :)


Und dann ging die erste Probesuche los. Jeder lief so auf seiner Feldlinie... Mammut vs. Pieps vs. Ortofox - jedem das Seine


Ans Ziel kamen alle! Grobsuche klappt sehr gut, manche (neuen!) LVS hatten kurze Aussetzer wenn man zu schnell läuft


Die Technik bei der Feinsuche ("Landung", Auskreuzen, ...) will auch erstmal gelernt werden.


Im nächsten Schritt vergrub dann jede 3er Gruppe irgendwo im Gelände (bis zu 50m entfernt) einen Rucksack mit LVS einen guten Meter tief im Schnee. Dann wurde rotiert und die nächste Gruppe musste den "Verschütteten" orten und freisetzen.


Das Gespür mit der Sonde zu unterscheiden (Fels, Erde, Eis, Rucksack, Schaufel, SKi, ...) was man gerade sondiert muss man mal gemacht haben.


Um 15:45 Uhr endete der Tag dann mit der Verabschiedung, und wirklich jeder Teilnehmer zeigte sich sehr angetan von den Inhalten und dem Ablauf.

Es gibt offenbar auch viele Leute, die die Basic Camps öfter besuchen um das Wissen aufzufrischen, bzw. um vielmehr die Technik (Suche, Sondieren, ...) wieder ins Gedächtnis zu holen.
Denn alle Übung muss in der Panik- und Stresssituation erstmal umgesetzt werden! Das gilt natürlich für die Person unter der Lawine (Airbag ziehen, Avalung in den Mund, Hohlraum formen, To-do Liste beim Abflug ist lang ;)) als auch für den Suchtrupp...

Ich bilde mir jetzt zu mindestens ein zu wissen was ich zu tun habe wenn ich in diese Situation komme. Und in die kann man leicht unfreiwillig kommen wenn man als Pistenfahrer einen Abgang beobachtet!
Habe das letztes Jahr in Kals / GG Resort erlebt, saß da allerdings machtlos im Lift. 5 min später wär ich mitten in der Suche gewesen...

Wünsche allen Interessierten viel Erfolg bei der Bewerbung um die begehrten Plätze! Für Tourengeher gibt es auch SAACend Step Kurse über 3.5 und 5.5 Tage, für reine Freerider ist eine Weiterbildung dann eher über Skischulen nötig. Kostenpflichtig wirds dann sowieso!
 
Top Bericht!
Gut das sowas mal dokumentiert wurde.
Ich kann so einen Kurs nur empfehlen. Ich hab mal einen Skitourenkurs für Anfänger besucht, da wurde sowas an 3 Tagen gemacht.
Abends Theorie und tagsüber aufsteigen mit praktischen Übungen.
Diese Skitourenkurse mit Lawinenkunde kann man bei fast allen Bergschulen buchen, sind dann allerdings nicht kostenfrei.

Von daher :top: für die SAAC Camps.
 
Ich habe dieses Jahr auch einen Kurs mitgemacht - allerdings über den DAV. (Wiederholung alle 2 Jahre)
Kann jedem der im Gelände unterwegs ist nur empfehlen an so einem Kurs teilnehmen.
 
Huppi schrieb:
Ich habe dieses Jahr auch einen Kurs mitgemacht - allerdings über den DAV. (Wiederholung alle 2 Jahre)
Kann jedem der im Gelände unterwegs ist nur empfehlen an so einem Kurs teilnehmen.
Wie hast du das mit dem DAV gemacht? Bin da natürlich auch Mitglied ;) aber hab keine passenden Kurse gefunden im Heftchen bzw. meiner Sektion (Nürnberg).

Und die grundsätzliche Empfehlung egal wie und wo ist klar ;) werde das auch mal wieder auffrischen irgendwann mittelfristig.
 
Besonders wichtig finde ich das Sondieren zu üben - sonst vergisst man das "Gefühl" auf einen menschlichen
Körper zu treffen. Genauso - "wo setze ich an mit dem Graben?"
 
Huppi schrieb:
Besonders wichtig finde ich das Sondieren zu üben - sonst vergisst man das "Gefühl" auf einen menschlichen
Körper zu treffen. Genauso - "wo setze ich an mit dem Graben?"
Ja letzteres unterschätzt man sonst gräbt man sich zu Tode ;) das Problem kennt ja jeder der mal am Strand ein Loch buddeln wollte als Kind...

Übungssache :D
 
Sehr interressanter Bericht. Danke.

Aber mal ne Frage, du sagst, man sollte sich schon halbwegs Off-Piste bewegen können, für so einen Kurs. Das heißt defacto also diese Zeit ist man dann "ungelernt und geschützt".

Naja ich sollte es nächsten Winter wohl auch mal auf meine To Do Liste schreiben. Auch wenn ich selten von der Piste abweiche.
 
camerig schrieb:
Sehr interressanter Bericht. Danke.

Aber mal ne Frage, du sagst, man sollte sich schon halbwegs Off-Piste bewegen können, für so einen Kurs. Das heißt defacto also diese Zeit ist man dann "ungelernt und geschützt".

Naja ich sollte es nächsten Winter wohl auch mal auf meine To Do Liste schreiben. Auch wenn ich selten von der Piste abweiche.

Naja "üben" kann man ja genug im gesicherten Skiraum (Skirouten) oder im sicheren Gelände im Skigebiet bei Neuschnee...

Sei rechtzeitig dran mit Anmelden! Ich weiß aber nicht wann die Termine online gehen, denke aber der Newsletter wird darüber informieren ;)
 
Sieht top aus! Bisher war ich leider immer zu spät dran mitn Anmelden und Wunschtermine waren weg. Aber heuer schaff ichs!

Habt ihr auch was mitn Airbag geübt?
 
Werds wohl mit nem Freund auch noch mal wiederholen. Schadet ja nichts... wenns halt mal passt terminlich und örtlich.

Den Airbag haben wir halt trocken mal gezündet im Rahmen des Theorieteils... mehr auch nicht. ist ja auch noch nicht soo verbreitet...

Aber Frage an der Stelle: Mein ABS hängt jetzt hier friedlich und wartet darauf dass er im Winter wieder zum Einsatz kommt. 1x im Jahr sollte man ja mal zünden und die Kissen wieder neu zusammen legen... wie oft macht ihr das? Bzw. wann? Nach einem gewissen Turnus?

Ich hätts jetzt mal so belassen und im herbst die Patrone gewogen. Sollte dann schon gehen... oder Probezündung vor dem Winterstart?
 
Will nächstes Jahr mit meinem Vater und einem Kumpel auch hin,wir kennen uns zwar aufgrund das mein Vater bei der Bergrettung ist auch ganz gut aus,aber das mal auffrischen und auch für mich voll ganz verstehen ist sicher ganz gut.Deinen Bildern zufolge lohnt sichs ja auch richtig.

ABS-Rucksack Probeauslösung passiert bei uns jährlich am letzten Skitag an der letzten Abfahrt,man möge sich die Gesichter der Pasanten anschauen wenn da aufeinmal 2 Gestalten mit Ballonen auf der Piste rumfahren;-).

Hast du Carbon oder Stahlpatrone(n)?
 
Ja das hab ich mir auch gedacht am letzten Skitag das zu machen, blöd diesen Frühjahr dass man sich nie sicher sein konnte wann der ist :D Ende Mai wollt ich das nicht riskieren...

Ich hab ne Stahlpatrone, beim Freeride sind die paar Gramm auch richtig egal. Sollte es mal zum Tourengehen kommen kann man die Rechnung neu machen...

Naja dann denk ich wird entweder mal zur Belustigung der Kollegen im Büro gezündet oder im Frühwinter mal bevor es richtig los geht.

Patrone kostet nen 10er zum Befüllen, der Auslösegriff ist dann mit dabei oder wie?
 
Einfach machen:grin: Ist ganz lustig wenn ein dann die Leute anstarren was das jetzt ist.

Hast eigentlich recht,der Preis der Carbonpatrone im Vergleich zu dem Nutzen ist relativ gering.Reicht ja schon was die Teile alleine kosten.

Ahm,mal mein Vater fragen die verkaufen die Teile,aber ich mein schon dass du dann eine neue dazubekommst,bin mir aber ned sicher.
 
So diesen Winter wieder für diverse Camps beworben - leider wieder nix bekommen. Anmeldung verschlafen, erst morgens um 7 Uhr eingetragen - selbst schuld ;)

ABER - jetzt kommts: Ich hab dann über PIEPS an einem Gewinnspiel teilgenommen und für Sonntag dieses Camp gewonnen:
http://www.saac.at/index.php?sid=default&pid=16&pcid=329
Ist ohne Ski, im Kühtai, ganztags am Sonntag - hat das schon jemand mitgemacht? Wie läuft das? Ist man die ganze Zeit draußen? Da kommt mir das schlechte Wetter am Wochenende gerade recht ;)
 
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