„ski-chrigel in Saas Fee???? Wo er doch dieses Skigebiet so gar nicht mag?“ Das werden sich einige sicher denken. Und ja, Saas Fee ist und bleibt weit hinten in meiner Hittliste. Auch nach dem heutigen Tag. Und auch auf ski-chrigel juniors Hitliste nimmt es nach seiner heutigen Erstbefahrung einen Platz weit hinten ein… Aber mal der Reihe nach:
Mein Sohn und ich machen seit vielen Jahren immer ab Ostersonntag oder -montag ein paar Tage Skiferien zusammen. Eigentlich immer in unserem Lieblingshotel in Tux. Als Österreich wegen seiner übertriebenen Massnahmen im Winter 2020/21 die Hotels nicht öffnen liess, fuhren wir 5.-9.4.21 erstmals zusammen nach Zermatt inklusive einem Skitag in der Aletscharena am Anreisetag und hatten ein tolles Hotel an der Talstation des MEX: https://www.alpinforum.com/forum/viewtopic.php?p=5321254#p5321254
Letztes Jahr waren wir dann nach einem Tag in Ischgl wieder in Tux: https://www.alpinforum.com/forum/viewtopic.php?p=5361178#p5361178
Und da eröffnete mir ski-chrigel junior, dass ihm Zermatt skifahrerisch schon viel besser als Tux gefalle, er den italienischen Teil damals wegen der ebenfalls übervorsichtigen Italiener ja noch nicht kennenlernen konnte und das Hotel am MEX zwar nicht an jenes in Tux komme, aber ja auch nicht schlecht sei. So entschieden wir uns also vor einem Jahr bereits für diesen Urlaub, den wir heute antraten. Wiederum wollten wir am Anreisetag ein anderes Skigebiet mitnehmen. Und um den Urlaub einen Tag länger zu gestalten, die Kosten des saumässig teuren Hotels in Zermatt aber nicht noch weiter in die Höhe zu treiben, sollte es für heute Abend für eine Nacht ein einfaches Hotel in Täsch sein.
9.4.23: Saas Fee
Kurz nach 6.30 Uhr fuhren wir zuhause los, um den Autozug in Realp um 7.35 Uhr zu erwischen. Zur Auswahl hatten wir wiederum die Aletscharena, Grächen, Belalp, Saas Fee oder das Val d‘Anniviers. Ausser die Aletscharena kannte ski-chrigel junior alle diese Skigebiete nicht. Ihm war aber wichtig, dass die Schneeverhältnisse trotz der stark steigenden Temperaturen gut bleiben würden, weil es sein erster Skitag seit seinem Unfall am 13.2.23 ist. Und so drängte sich Saas Fee dank seiner Höhe und der nördlichen Ausrichtung trotz meiner Abneigung auf.
Wir treffen kurz nach 9 Uhr in Saas Fee ein und werden statt ins Parkhaus, auf die Strasse ins Dorf geleitet. Dort erhalten wir einen Parkplatz direkt neben der Haltestelle des Shuttlebus. Perfekt! Aber viele Autos haben nach uns nicht mehr Platz. Was dann? Gut sind wir schon da
15min Anstehen am Alpin-Bummler. „Was für ein Schrottlift“ meint mein Sohn. Dem kann ich nicht widersprechen. Oben angekommen fahren wir zuerst zur 6KSB. Die Piste ist gut, nicht ganz perfekt präpariert und mit einigen leicht eisigen Stellen.
Ich bin vor lauter Freude, dass ski-chrigel junior 7 1/2 Wochen nach dem Schlüsselbeinbruch wieder Skifahren kann und Spass daran hat, sowieso sehr relaxt und nehme auch in Kauf, dass die Piste ziemlich gefüllt ist. Anschliessend fahren wir zur Mittelstation der Spielboden-EUB. Auch dort wartet eine Kolonne. Ärgerlich, dass es den Mitarbeiter überhaupt nicht kümmert, dass in einer 10er-Gondel immer nur 8 Leute sitzen und alle Gondeln vermeintlich voll gefüllt daherkommen. Erst als ich realisiere, dass da ja überall noch zwei Plätze frei sind, drängen wir seitlich vor und steigen sofort ein. Vielleicht sollte die Userin Seilbahnerin ihre Kollegen darauf mal hinweisen.
Weiter geht‘s zum Platjen. Oben top, unten seeeehr eisig. Mal leer, mal voll.
Anschliessend steigen wir an der Talstation der Spielbodenbahn ein. Das geht fix. Hingegen müssen wir an der Längfluh zwei Gondeln warten. Unverständlich, dass man die EUB nicht grad direkt mit Mittelstation hochgezogen hat. Aber soll ja noch kommen. Nach der Latscherei um das Restaurant und dessen Terrasse dann die übervolle Piste zur lahmen 4SB und weiter auf dem elendiglangen SL.
Eins muss man Saas Fee aber lassen: Das Panorama, die Gletscherwelt ist einfach atemberaubend. Und nachdem ich weiter oben ja letztes Jahr erstmals gelandet bin, habe ich hier noch einen spezielleren Bezug.
Auf dem dritten Schlepper in Folge beginnt ski-chrigel junior zu jammern: „Doofes Skigebiet. Nirgends kann man sitzen“. Wiederum kann ich ihm nicht widersprechen, aber schlage vor, dass wir gleich wieder bis zu den beiden EUBs runterfahren. Eine superlange, lässige Abfahrt! Die Stimmung hebt sich wieder.
Dieses Mal haben wir auf Spielboden Glück und können grad in die nächste PB einsteigen. Nach einer weiteren 4SB-Schleichfahrt knurrt der Magen. Ich schlage Platjen vor. Also los. Eine coole Piste:
Auf Platjen bekommen wir tatsächlich einen einigermassen windgeschützten Platz und geniessen die sonnige Pause bei Ghacktem mit Hörnli. Das Personal ist fürchterlich überfordert, bringt dauernd falsche Dinge und kommt dem nicht allzu grossem Ansturm überhaupt nicht nach. Das Bezahlen war dann das schwierigste von allem. Aber lecker war es. Anschliessend fahren wir nochmals mit dem Alpinbummler. Blick auf die überfüllte Piste. Mir ist klar, dass heute Ostersonntag ist und wohl überall viel los ist, aber mich dünkt die Pistenfläche pro Lift hier ziemlich schlecht.
Natürlich soll ski-chrigel junior auch die Tunnelbahn noch kennenlernen. Fehlende Sitze werden natürlich auch hier (zu Recht) beanstandet. Die wurden glaub‘ vor Jahren schon entfernt. Die Rückenlehnen sind ja noch da. Und die Hypoxie beim Treppenlaufen erstaunt meinen Sohn dann doch.
Das Wetter ist ein Traum! Schade, dass dies die nächsten Tage wohl nicht so weitergeht.
Die Piste gefällt uns so gut, dass wir den mühseligen Aufstieg mit Alpinexpress 2 und SSB gleich nochmal machen.
Gegen Schluss dürfen natürlich Fahrten mit dem Egginerjoch und Mittagshorn nicht fehlen, wobei ski-chrigel junior letzteren auslässt und lieber nochmal KSB fährt. Ja, die heutige Jugend ist verwöhnt
Bei einem Zvieri bei Roby in Saas Grund lassen wir den guten Tag ausklingen und ziehen Fazit.
Wir sind uns einig. Ein Skigebiet, dass man mal sehen MUSS, aber nicht nach Wiederholungen schreit. Es ist einfach ein MURKS in seiner aktuellen Konfiguration.
+ tolles hochalpines Gelände
+ meist sehr gute Schneeverhältnisse
+ trotz Grosskampftag ausser am Alpinexpress und an der Längfluh keine grossen Wartezeiten
+ tolles Wetter
- viele alte, unkomfortable Bahnen ohne Sitzgelegenheiten
- lange und oft auch noch unnötige Fusswege
- desinteressierte Mitarbeiter (nicht nur an der erwähnten Mittelstation Spielboden, sondern auch niemand, der Kindern an den SLs hilft)
- unpraktische Platzierungen der Bahnstationen
- mässig gute Präparierung
- zu wenige Pistenfläche pro Lift, daher oft überfüllte Pisten
- Talabfahrt um 16 Uhr ein Graus
Trotzdem haben wir es sehr genossen und sind froh, dass wir wieder gemeinsam Skifahren können. Und wir freuen uns auf die kommenden Tage in Zermatt.
Mein Sohn und ich machen seit vielen Jahren immer ab Ostersonntag oder -montag ein paar Tage Skiferien zusammen. Eigentlich immer in unserem Lieblingshotel in Tux. Als Österreich wegen seiner übertriebenen Massnahmen im Winter 2020/21 die Hotels nicht öffnen liess, fuhren wir 5.-9.4.21 erstmals zusammen nach Zermatt inklusive einem Skitag in der Aletscharena am Anreisetag und hatten ein tolles Hotel an der Talstation des MEX: https://www.alpinforum.com/forum/viewtopic.php?p=5321254#p5321254
Letztes Jahr waren wir dann nach einem Tag in Ischgl wieder in Tux: https://www.alpinforum.com/forum/viewtopic.php?p=5361178#p5361178
Und da eröffnete mir ski-chrigel junior, dass ihm Zermatt skifahrerisch schon viel besser als Tux gefalle, er den italienischen Teil damals wegen der ebenfalls übervorsichtigen Italiener ja noch nicht kennenlernen konnte und das Hotel am MEX zwar nicht an jenes in Tux komme, aber ja auch nicht schlecht sei. So entschieden wir uns also vor einem Jahr bereits für diesen Urlaub, den wir heute antraten. Wiederum wollten wir am Anreisetag ein anderes Skigebiet mitnehmen. Und um den Urlaub einen Tag länger zu gestalten, die Kosten des saumässig teuren Hotels in Zermatt aber nicht noch weiter in die Höhe zu treiben, sollte es für heute Abend für eine Nacht ein einfaches Hotel in Täsch sein.
9.4.23: Saas Fee
Kurz nach 6.30 Uhr fuhren wir zuhause los, um den Autozug in Realp um 7.35 Uhr zu erwischen. Zur Auswahl hatten wir wiederum die Aletscharena, Grächen, Belalp, Saas Fee oder das Val d‘Anniviers. Ausser die Aletscharena kannte ski-chrigel junior alle diese Skigebiete nicht. Ihm war aber wichtig, dass die Schneeverhältnisse trotz der stark steigenden Temperaturen gut bleiben würden, weil es sein erster Skitag seit seinem Unfall am 13.2.23 ist. Und so drängte sich Saas Fee dank seiner Höhe und der nördlichen Ausrichtung trotz meiner Abneigung auf.
Wir treffen kurz nach 9 Uhr in Saas Fee ein und werden statt ins Parkhaus, auf die Strasse ins Dorf geleitet. Dort erhalten wir einen Parkplatz direkt neben der Haltestelle des Shuttlebus. Perfekt! Aber viele Autos haben nach uns nicht mehr Platz. Was dann? Gut sind wir schon da
15min Anstehen am Alpin-Bummler. „Was für ein Schrottlift“ meint mein Sohn. Dem kann ich nicht widersprechen. Oben angekommen fahren wir zuerst zur 6KSB. Die Piste ist gut, nicht ganz perfekt präpariert und mit einigen leicht eisigen Stellen.
Ich bin vor lauter Freude, dass ski-chrigel junior 7 1/2 Wochen nach dem Schlüsselbeinbruch wieder Skifahren kann und Spass daran hat, sowieso sehr relaxt und nehme auch in Kauf, dass die Piste ziemlich gefüllt ist. Anschliessend fahren wir zur Mittelstation der Spielboden-EUB. Auch dort wartet eine Kolonne. Ärgerlich, dass es den Mitarbeiter überhaupt nicht kümmert, dass in einer 10er-Gondel immer nur 8 Leute sitzen und alle Gondeln vermeintlich voll gefüllt daherkommen. Erst als ich realisiere, dass da ja überall noch zwei Plätze frei sind, drängen wir seitlich vor und steigen sofort ein. Vielleicht sollte die Userin Seilbahnerin ihre Kollegen darauf mal hinweisen.
Weiter geht‘s zum Platjen. Oben top, unten seeeehr eisig. Mal leer, mal voll.
Anschliessend steigen wir an der Talstation der Spielbodenbahn ein. Das geht fix. Hingegen müssen wir an der Längfluh zwei Gondeln warten. Unverständlich, dass man die EUB nicht grad direkt mit Mittelstation hochgezogen hat. Aber soll ja noch kommen. Nach der Latscherei um das Restaurant und dessen Terrasse dann die übervolle Piste zur lahmen 4SB und weiter auf dem elendiglangen SL.
Eins muss man Saas Fee aber lassen: Das Panorama, die Gletscherwelt ist einfach atemberaubend. Und nachdem ich weiter oben ja letztes Jahr erstmals gelandet bin, habe ich hier noch einen spezielleren Bezug.
Auf dem dritten Schlepper in Folge beginnt ski-chrigel junior zu jammern: „Doofes Skigebiet. Nirgends kann man sitzen“. Wiederum kann ich ihm nicht widersprechen, aber schlage vor, dass wir gleich wieder bis zu den beiden EUBs runterfahren. Eine superlange, lässige Abfahrt! Die Stimmung hebt sich wieder.
Dieses Mal haben wir auf Spielboden Glück und können grad in die nächste PB einsteigen. Nach einer weiteren 4SB-Schleichfahrt knurrt der Magen. Ich schlage Platjen vor. Also los. Eine coole Piste:
Auf Platjen bekommen wir tatsächlich einen einigermassen windgeschützten Platz und geniessen die sonnige Pause bei Ghacktem mit Hörnli. Das Personal ist fürchterlich überfordert, bringt dauernd falsche Dinge und kommt dem nicht allzu grossem Ansturm überhaupt nicht nach. Das Bezahlen war dann das schwierigste von allem. Aber lecker war es. Anschliessend fahren wir nochmals mit dem Alpinbummler. Blick auf die überfüllte Piste. Mir ist klar, dass heute Ostersonntag ist und wohl überall viel los ist, aber mich dünkt die Pistenfläche pro Lift hier ziemlich schlecht.
Natürlich soll ski-chrigel junior auch die Tunnelbahn noch kennenlernen. Fehlende Sitze werden natürlich auch hier (zu Recht) beanstandet. Die wurden glaub‘ vor Jahren schon entfernt. Die Rückenlehnen sind ja noch da. Und die Hypoxie beim Treppenlaufen erstaunt meinen Sohn dann doch.
Das Wetter ist ein Traum! Schade, dass dies die nächsten Tage wohl nicht so weitergeht.
Die Piste gefällt uns so gut, dass wir den mühseligen Aufstieg mit Alpinexpress 2 und SSB gleich nochmal machen.
Gegen Schluss dürfen natürlich Fahrten mit dem Egginerjoch und Mittagshorn nicht fehlen, wobei ski-chrigel junior letzteren auslässt und lieber nochmal KSB fährt. Ja, die heutige Jugend ist verwöhnt
Bei einem Zvieri bei Roby in Saas Grund lassen wir den guten Tag ausklingen und ziehen Fazit.
Wir sind uns einig. Ein Skigebiet, dass man mal sehen MUSS, aber nicht nach Wiederholungen schreit. Es ist einfach ein MURKS in seiner aktuellen Konfiguration.
+ tolles hochalpines Gelände
+ meist sehr gute Schneeverhältnisse
+ trotz Grosskampftag ausser am Alpinexpress und an der Längfluh keine grossen Wartezeiten
+ tolles Wetter
- viele alte, unkomfortable Bahnen ohne Sitzgelegenheiten
- lange und oft auch noch unnötige Fusswege
- desinteressierte Mitarbeiter (nicht nur an der erwähnten Mittelstation Spielboden, sondern auch niemand, der Kindern an den SLs hilft)
- unpraktische Platzierungen der Bahnstationen
- mässig gute Präparierung
- zu wenige Pistenfläche pro Lift, daher oft überfüllte Pisten
- Talabfahrt um 16 Uhr ein Graus
Trotzdem haben wir es sehr genossen und sind froh, dass wir wieder gemeinsam Skifahren können. Und wir freuen uns auf die kommenden Tage in Zermatt.


