In der Schneekugel - Winterillusion am Seibelseckle 29.12.2016
Anfahrt: Ettlingen - A5 - Abfahrt Bühl - Bühlertal - Unterstmatt - Schwarzwaldhochstraße - Seibelseckle in 0:55 h wegen Gafferstaus auf der A5
Wetter: Eigentlich wolkenlos und Inversion mit Plusgraden an der Schwarzwaldhochstraße, aber am Seibelseckle leichter Frost und lokaler Kanonenschneefall
Schnee: 5-50 cm Maschinenschnee
Anlagen in Betrieb: SCHL Seibelseckle als einziger wirklich befahrbarer Skihang im Schwarzwald
Wartezeit: 0-2 min
Gefallen: Perfekte Illusion von Winter im Schwarzwald
Bewertung: 4/6 Mittelgebirgspunkten nur wegen mangelnder Abwechslung, sonst wären es mehr
Ein paar Tage nach meinem Skiausflug nach Engelberg ging es diesmal mit Harzwinter Junior wieder an die Schwarzwaldhochstraße zum Skihang Seibelseckle, wohin auch sonst - alle anderen Schwarzwälder Skigebiete sind in diesem bescheuerten Winter ja mangels Schnee bislang nicht wirklich wieder geöffnet. Gut, dass wir relativ nah zur Schwarzwaldhochstraße leben. Ich wählte bewusst den Flutlichtbetrieb am Seibelseckle aus, um vom braungrünen, landschaftlichen Winterelend rund um den Skihang erst gar nichts zu sehen. Die geplante Ankunft zum späten Abendrot vereitelte der Gafferstau auf der A5 ... die Unfälle als Ursache der Vollsperrung in Richtung Norden mit 10 km Rückstau und einer Armada von Abschlepp- und Polizeiwagen müssen sehenswert gewesen sein. Ich werde nie verstehen, warum die Leute auf den Autobahnen in unserer Gegend fast täglich im großen Stil ihre Fahrzeuge schrotten.
Die Entscheidung zur Uhrzeit unseres Skiabends erwies sich als richtig. Bei unserer Ankunft um 18 Uhr leerte sich der Parkplatz am Seibelseckle gerade deutlich, und der verbleibende Andrang hielt sich in Anbetracht der aktuellen skisportlichen Monopolstellung des Hanges in Grenzen. So verbrachten Harzwinter Junior und ich zwei schöne Skistunden auf gerade mal 450x100 m Fläche.
Der Aufenthalt am Seibelseckle ist derzeit faszinierend - es ist, als fände man sich in einer frisch geschüttelten Schneekugel wieder. Ringsum liegt über Dutzende von Kilometern keine Flocke Schnee, nur am Seibelseckle gibt's wie selbstverständlich Skibetrieb, verschneite Fichten, laufende Schneekanonen und Glühweinduft in der Luft. Zumindest bei Dunkelheit und Flutlichtbetrieb die perfekte Illusion von Winter im Schwarzwald, ideal passend zu den Weihnachtsferien. Genau dafür sind wir hergekommen!
Der Skihang war nach überstandenem Weihnachtstauwetter und großer Besucherschar recht gut zu befahren. In der Mitte des befahrbaren Hangteils war der Kunstschnee etwas abgefahren und eisig, an den Rändern aber hielt sich der frische Maschinenschnee prima. Auch die bislang gesperrte Hanghälfte bekommt inzwischen abgedrifteten Maschinenschnee ab. Neben der Fichtenreihe in Hangmitte kann man dort bereits fahren, die Öffnung der vollen Hangbreite dürfte gegen Neujahr bevorstehen, wenn weiter beschneit werden kann.
Ich habe keine Erklärung dafür, warum derzeit ausgerechnet und nur am Seibelseckle die Bedingungen für Wintersport an der Schwarzwaldhochstraße gegeben sind. Auf der Anfahrt zeigte unser Autothermometer in Unterstmatt noch +1°C an, am Seibelseckle waren es dann -0,5°C (dito bei der Rückfahrt). Bei diesem Minimalfrost liefen dort bis zu unserer Rückfahrt drei der vier Schneekanonen mit Hochleistung und erzeugten
guten Maschinenschnee statt Eis. Gemäß "Kleinem Beschneiungsratgeber" geht das eigentlich nicht. Am Seibelseckle geht es. Machen die Betreiber am Seibelseckle irgendetwas richtig und die Mitbewerber ringsum nicht? Wie gesagt, mir fehlt die Erklärung für das Vorgefundene.
Was bleibt, ist unser großer Dank ans Betreiberteam vom Skihang Seibelseckle für diesen Dezember-Skiabend. "Ihr seid die Jungs von der Winter-Gang, und Ihr habt alle abgehängt!" (In Anlehnung an den alten Song "Opel-Gang" der Toten Hosen.)
Sieben aktuelle Fotos vom Flutlichtfahren am 29. Dezember 2016 - ich weiß, die immer selben Bilder werden langsam langweilig: