Ochsenstall & Hundseck 27. Februar 2016
Anfahrt: Ettlingen - A5 - Bühlertal - Unterstmatt ca. 0:45 h, Unterstmatt - Hundseck ca. 0:08 h
Wetter: Sonnig, +5°C
Schnee: Unterstmatt ca. 20 cm, Ochsenstall ca. 30 cm, Bühlertal Hundseck ca. 10 cm Nassschnee, am Ochsenstall im Schatten auch Pulver.
Anlagen geöffnet: Unterstmatt I & Ochsenstall, Bühlertal Hundseck linker Lift der Doppelanlage. Unterstmatt II & III und Hochkopf schneemangelbedingt geschlossen.
Wartezeit: Unterstmatt I 2-3 min, sonst keine.
Gefallen: Ochsenstall ist immer wieder urig. Sonne an der Hundseck.
Nicht gefallen: Pistenraupe zum Ochsenstall verpasst; Schneemangel; am Skihang Bühlertal Hundseck apere Liftspur, oberster Skihangteil wegen aperer Flächen kaum nutzbar.
Bewertung: 4 von 6 Mittelgebirgspunkten.
Endlich mal schönes Wetter am Wochenende, und der Skilift Ochsenstall an der Schwarzwaldhochstraße war auch geöffnet ... na dann nix wie hin! Leider hatte ich nur am Samstagnachmittag Zeit, aber für ein paar Stunden Schönwetterskifahren "vor der Haustür" reicht das aus.
Dank eines Rentners, der direkt vor mir eine SUV-breite Parklücke übersah, konnte ich am zugeparkten Skihang Unterstmatt fast am Lift parken. Die angeblich letzte Pistenraupe des Tages zum Ochsenstall fuhr um 14 Uhr ... 5 Minuten bevor ich eintraf. Also fuhr ich mit dem ziemlich gut besuchten Skilift Unterstmatt I auf den Muhrkopf und schob von dort an der oberen Liftumlenkung vorbei zum Weg in Richtung Ochsenstall. Auf diesem muss man sich dann noch ca. 7-8 Minuten zu Fuß zum Lift bemühen. Am Skilift Ochsenstall verloren sich keine 20 Besucher. Ich habe den Lift in den letzten Jahren noch nie bei so wenig Schnee in Betrieb gesehen - aus dem Steilhang schauten einige Buschtriebe heraus, aus der Liftspur zwei Nadelbäumchen.

Trotzdem ließen sich Steilhang, Nebenschneise und Hintenrumabfahrt recht gut befahren. Wo es schattig geblieben war, lagen 15 cm Pulver auf harter, aber zuverlässiger Unterlage, in der Sonne war der Schnee angetaut bis nass und begann später wieder anzufrieren. Der Rückweg zum Gasthaus Ochsenstall gestaltete sich ungewohnt tückisch, da die ca. 1,5 km lange Forststraße in den sonnenausgesetzten Abschnitten teils abgetaut, teils nur mit einer hauchdünnen Schneematschschicht bedeckt war. Mehrfach blieb mir in voller Schussfahrt ein Ski auf Dreck oder Steinen stehen und sorgte für unfreiwillige akrobatische Einlagen.
Gegen 16 Uhr wechselte ich zur Hundseck, wo der Bühlertal-Skihang noch voll in der Sonne lag. Das ganztägige Sonnenbad hatte dem Südhang nicht gut getan - die Liftspur war in Teilen abgetaut und erforderte etwas Slalom, die obersten 50 m Piste waren vom Rest des Hangs durch einen abgetauten Streifen getrennt (weshalb die meisten Besucher vorzeitig abbügelten), und an diversen Stellen schaute Gras aus dem nassen, langsamen Kunstschnee. Nebenpiste und Waldweg blieben unbefahrbar. Immerhin war der Skihang Bühlertal Hundseck dank Beschneiung überhaupt befahrbar, sein Unterstmatter Südhang-Pendant am Hochkopf war nämlich weitgehend grün. Das Personal an der Hundseck gab sich während meines Aufenthalts mit Schaufeln und Mini-Frontlader große Mühe, das kostbare Weiß dorthin zu befördern, wo es gebraucht wurde. Dennoch blieb mir während meines einstündigen Aufenthalts dort unklar, wie die Betreiber ihren Skihang mit den vielen aperen Stellen in die geplante Flutlichtphase bekommen wollten. Bei schwacher Schneelage und mäßiger Beleuchtung ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis sich der erste Skifahrer verletzt.
Einmal mehr schaute ich vom Südhang an der Hundseck hinüber zum stillgelegten Nordhang. Wo der Skibetrieb am Südhang trotz Einsatz von Schneekanonen ein mühsames Geschäft geworden ist, bleibt am schattigen Nordhang nach wie vor der Naturschnee vor der Waldkante liegen. Hier ließe sich der Skibetrieb mit viel weniger Aufwand aufrechterhalten. Vielleicht denkt ja an der Hundseck doch noch einmal jemand darüber nach.
14 Fotos von Unterstmatt / Ochsenstall und 11 vom Skihang Bühlertal Hundseck:
Skilift Unterstmatt I - wie so oft recht viele Besucher an dem kurzen Hang.
Hotelhang Unterstmatt I. Gegenüber der Skihang Hochkopf - hatte der diesen Winter überhaupt schon einen Betriebstag?
Da ich die 14-Uhr-Transportraupe zum Ochsenstall verpasst habe, geht es von der Bergstation Unterstmatt mit Schieben durch den Wald zur Forststraße zum Ochsenstall und auf dieser zu Fuß ca. 7-8 Minuten bergauf zum Ziel.
Talstation Skilift Ochsenstall.
Der Sonne entgegen.
Bergstation Skilift Ochsenstall. Diesmal gab es wieder die Dunstkante am Horizont, die einem mehr Höhe vorgaukelt, als man tatsächlich erreicht hat.
Steilhang Ochsenstall. Hinten die Ski-Südhänge Hochkopf und Bühlertal Hundseck, mein zweites Nachmittagsziel.
Hintenrum-Abfahrt auf der Südseite, Blick zum Industriegebiet Hornisgrinde. Landschaftsschutz wird dort klein geschrieben.
An der Waldkante war ein Stück des Ochsenstall-Hangs präpariert worden.
Die Nebenschneise ließ sich recht gut fahren, hier im Schatten gab es den meisten Pulverschnee.
Steil.
Sightseeing-Abstecher zum Gasthaus Ochsenstall.
Um 16 Uhr kam doch noch ein Raupentaxi, wohl eher, um Besucher abzuholen, die nicht über die Forststraße abfahren wollten.
Abfahrt über die Forststraße nach Unterstmatt. Diesmal tückisch wegen aperer Stellen und Steinen unter der dünnen Schneeauflage. Ob die wohl am 28. Februar noch befahrbar ist?
Betriebsgebäude Bühlertal Hundseck.
Erster Eindruck vom Südhang Hundseck - neben dem Kunstschnee kam das Gras heraus.
Auf dem Skihang auch.
Fleißige Mitarbeiter mit Schaufel bewegten Schnee in die Liftspur, ...
... was auch bitter nötig war. Geschicklichkeitsübung.
Viele apere Stellen an der Bergstation Skilift Bühlertal Hundseck.
Au weia ... ich arbeitete mich von der Schleppliftbergstation über die Schneereste rechts im Bild zur Piste durch.
Wo Schnee lag, war er zwar nass und langsam, aber gut befahrbar.
Zoom von der Hundseck-Bergstation zum Skihang Ochsenstall und zum Industriegebiet Hornisgrinde.
Als ich mich zur Heimfahrt aufmachte, wurde ein Mini-Frontlader bemüht, um an der Bergstation die Piste wieder herzustellen.
Und während man sich am Hundseck-Südhang für Schnee ganz schön ins Zeug legen muss, liegt er am stillgelegten Nordhang auf der Hauptpiste vor der Waldkante ungenutzt herum. Statt dieser dusseligen Renaturierungspläne sollte man wirklich noch einmal über eine Reaktivierung nachdenken ... die Vorfahren wussten vor 80 Jahren schon, warum sie den Skibetrieb an der Hundseck da drüben starteten und nicht am Südhang.