• Willkommen im neuen Alpinforum!

    Das Alpinforum ist erfolgreich auf die neue Forensoftware XenForo umgezogen. Benutzerkonten und Foreninhalte wurden übernommen, sodass ihr euch wie gewohnt anmelden könnt.

    Schaut euch gerne um und probiert die neuen Funktionen aus. Solltet ihr Fehler oder Unstimmigkeiten entdecken, meldet sie bitte im entsprechenden Thema.

    Alle Informationen zur Migration und zum neuen Forum findet ihr hier:

    Zur ausführlichen Ankündigung

    Viel Spaß im neuen Alpinforum!

    Euer Alpinforum-Team

Sauerland und das 1x1 der Bilanzierung

Lord-of-Ski

Wildspitze (3774m)
Wer die Bilanzen der Betreiber aus den letzten Jahren (bisher nur bis 2012) einsehen möchte geht mal auf die Seite

http://www.bundesanzeiger.de

und gebt bei der Suche folgendes ein:

"Liftbetrieb Klante GmbH"

oder

"Skilifte Poppenberg GmbH"

oder

Postwiesen-Liftgesellschaft mbH & Co. KG

Der Schuldenstand schockiert mich schon teilweise etwas.
 
McMaf schrieb:
Und du zahlst deine KSBs in bar oder was?
Warum musst du gleich persönlich werden?

Wenn ich mir die Bilanzen so ansehe, wurde da viel auf Kredit gebaut. Wenn das Gebiet ja immer so toll gelaufen ist wie es heißt,
wo ist dann das Geld hin gekommen? Ist ja nichts schlimmes mit Kredit zu finanzieren, die Eigenkapitaldecke empfinde ich aber als
sehr gering im Vergleich zum Schuldenstand. Man braucht schon ordentlich Skitage und verkaufte Skipässe um den Kapitaldienst zu erbringen.
Beim letzten Winter bin ich auf die nächste Bilanz gespannt.
 
Glaubst du eine Bank gewährt seinen Gläubigern einfach so nen Millionenkredit? Man hat auch Winter wie den letzten einkalkuliert. Also keine Sorge. Ich bin froh dass man die derzeit unterirdisch niedrigen Zinsen zur Fremdkapitalbeschaffung nutzt und investiert. Wo wäre Winterberg jetzt wenn man diesen Schritt in der Vergangenheit nicht gegangen wäre?
 
Nein bei der Bank musst du die Hosen runter lassen. Ich sag nur GuV, BWA, Billanz etc. Banken müssen ja das KWG beachten.
Dann kannst du nur hoffen das die Zinsen so lange festgeschrieben sind, bis die Anlagen abgezahlt sind. Weil lass die Zinsen nur
mal um 2 % Punkte steigen, dann kann es ganz schnell um dich mit dem Kapitaldienst bestellt sein, wenn die Saison nicht läuft.

Ich mach mir weniger Sorgen um die Vergangenheit als um die Zukunft. Wenn das nicht läuft, machen Banken auch mal schnell den Geldhahn zu.
Wer sagt denn das der Winter jetzt nicht genau so schlecht wird als der letzte? Mich wundert es nicht das Klante und Poppenberg sich einen SM angeschafft haben!
Wäre der letzte Winter kein Problem gewesen was das Geld betrifft, hätten es diesen Schritt mit dem SM vielleicht gar nicht gegeben?

Denkt mal drüber nach
 
Wer sagt den, dass das Bankkredit sind. Das geringe Eigenkapital ist doch gerade der Sinn dieser Unternehmensformen. Die Verbindlichkeiten können ja auch gegenüber anderen Unternehmen bestehen, z.B. eigenen (Holding etc.)

Einzig bei der Postwiese ist die Aufteilung in Bankkredite dargestellt, allerdings widerspricht sich hier meiner Meinnung bei der Restlaufzeit die Bilanz mit der Erläuterung.
 
Naja Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten egal gegenüber wenn. Irgendwann möchte jeder doch sein Geld zurück?

Ansonsten könnte ich ja auch zum Beispiel über eine Beteiligung finanzieren. Geführt werden beide ja wiederum von einer Verwaltungs GmbH. Diese haben aber eine sehr geringe Bilanzsumme.

Bei der Postwiese wird der neue Sessel noch nicht in der Bilanz drin sein auch wenn zum 30.6.2013 bilanziert wurde.

Mich wundert es eh etwas das nicht alle zum 30.6. bilanzieren. Dann hätte ich die Wintersaison doch immer komplett abgebildet.
 
Lord-of-Ski schrieb:
Mich wundert es eh etwas das nicht alle zum 30.6. bilanzieren. Dann hätte ich die Wintersaison doch immer komplett abgebildet.
Vielleicht wird ja gerade deswegen zum Jahresende bilanziert. Unterm Strich kommt zwar das gleiche dabei raus, egal wann man bilanziert, aber so kann ein schlechter Winter, zumindest ein wenig, durch den vorherigen oder nächsten Winter aufgefangen werden.
 
Heute hab ich mir im Bundesanzeiger mal Willingen etwas näher angeschaut. Leider auch nur 2012 bisher eingestellt.

Die Ettelsberg Seilbahn GmbH & Co. KG hat glaube ich eine gut gefüllte Kasse.

Am Liftgemeinschaft Köhlerhagen GmbH & Co. KG schaut es nicht nach sehr viel Eigenkapital aus. Wie hier die Investitionen gestemmt werden
frage ich mich? Wahrscheinlich nur auf Kredit oder gegen Kapitalerhöhung?

Die Bilanz der Gebrüder Rummel GmbH & Co weiß mich jetzt auch nicht wirklich zu überzeugen. Was wurde hier so groß investiert?
 
Lord-of-Ski schrieb:
Heute hab ich mir im Bundesanzeiger mal Willingen etwas näher angeschaut. Leider auch nur 2012 bisher eingestellt.

Die Ettelsberg Seilbahn GmbH & Co. KG hat glaube ich eine gut gefüllte Kasse.

Am Liftgemeinschaft Köhlerhagen GmbH & Co. KG schaut es nicht nach sehr viel Eigenkapital aus. Wie hier die Investitionen gestemmt werden
frage ich mich? Wahrscheinlich nur auf Kredit oder gegen Kapitalerhöhung?

Die Bilanz der Gebrüder Rummel GmbH & Co weiß mich jetzt auch nicht wirklich zu überzeugen. Was wurde hier so groß investiert?

Nichts ist äkler als die Bilanz vom letzten Jahr... Mittlerweile hat doch längst die Seilbahn alle vier Anteile des Köhlerhagens gekauft... Und woher die ihr Geld haben, erklärt sich wohl von selber, wenn man an einem beliebigen Samstag mal da gucken geht ;-) Es hält sich ja hartnäckig das Gerücht, die Bahn habe mehr Betriebstage (was ich glaube) und mehr beförderte Personen (woran ich etwas zweifle) als die meisten Gondelbahnen im Alpenraum... *g*
 
Ich habe mir jetzt mal Poppenberg genau angeschaut.

Die Bilanzkennzahlen sehen auf den ersten Blick nicht wirklich optimal aus. Aber um ein genaueres Bild sich zu ermöglichen fehlt nunmal die GUV. Was man aber einfach sagen muss gegenüber den hohen Verbindlichkeiten stehen aber auch enorm hohe Sachanlagen. Das liegt nunmal daran wie jung die Anlagen sind.

Natürlich ist die Eigenkapitalrentabilität enorm hoch. Die Gesellschafter wird es also freuen.

Fakt ist das die Poppenberg GmbH sehr abhängig von ihren geldgebern ist. Aber die innerjährlichen Zahlen scheinen zu passen und die Banken zufrieden zu stellen.

Ich habe mal zum Vergleich einen älteren Geschäftsbericht der Bergbahn Kitzbühel gefunden um mal zu sehen wie es bei einem großen Skigebiet so läuft. In Österreich ist das mit dem einsehen der Geschäftsberichte leider nur gegen Geld möglich. Dieser scheint mal eine Ausnahme zu sein.

Das wichtige steht alles auf Seite 27.

https://www.yumpu.com/de/document/view/18882618/bergbahn-ag-kitzbuhel-bergbahn-ag-kitzbuhel-bergbahn-kitzbuhel
 
...interessant....

im Schwarzwald ist bei den Gesellschaften der Belchen-Seilbahn (das wird vermutlich irgendwann eng...) und Alpincenter Todtnau-Feldberg (gute finanzielle Basis) gut zu erkennen, wie unterschiedlich eine Seilbahnbilanz sein kann... Im Vergleich zum Sauerland erkennt man beim Alpincenter auch die zurückhaltendere Investitionspolitik im Ländle... Ach übringens die Vorgänger Alpincenter Gesellschaft (Fahl) war ja auch mal Pleite...
 
Lord-of-Ski schrieb:
Der Schuldenstand schockiert mich schon teilweise etwas.
Ich wärme dieses Thema ein knappes Jahrzehnt später nochmal auf...nach meinem Besuch an der Hunau Ende Februar, bei dem mir der teilweise eher mäßige Zustand der Anlagen aufgefallen war, hatte ich auch mal nach deren Bilanz im Bundesanzeiger gesucht.
Die aktuellste ist vom 30.06.2020; der Schuldenstand ist zwar mit rd. 1,2 Mio € absolut nicht so hoch, beträgt aber 95,6 % der Bilanzsumme.
Interessehalber habe ich diesbezüglich mal bei ein paar anderen Betreibern gesucht, bei der Postwiese sind es stattliche 99,7 %. Diese kommt - wie auch die Hunau - ohne (positives) Eigenkapital aus. Wohl ein Indiz dafür, dass die Geschäfte in letzter Zeit nicht ganz so gut gelaufen sind.
Zugegebenermaßen wenig überraschend nach dem ziemlich schlechten Winter 19/20, Totalausfall 20/21 (außer Willingen/Winterberg/Altastenberg) und auch der letzte Winter war ja eher mäßig gut.

Hier noch die Eigenkapitalquote bei einigen Gesellschaften (Rückstellungen als Fremdkapital gerechnet):
Hunau: <=0% (-37,8 %?)
Postwiese: <=0% (-21,7 %?)
Poppenberg: 7,3 %
Klante: 1,0 % (Im Gegensatz zu den oberen beiden allerdings mit 7-stelligem Kassenbestand.)
Ettelsberg-Seilbahn: 64,7 %
Sonnenhang+Ritzhagen Willingen: 4,0 %

Ich habe als (zweite) Quelle mal die Druckansichten aus dem Bundesanzeiger verlinkt:
Hunau:
https://1drv.ms/b/s!AlDFYE55bQDhgZNLFLTZFbmmqeS-Lg?e=uN7xAa

Postwiese:
https://1drv.ms/b/s!AlDFYE55bQDhgZNPK2O6qmVK_MPkDw?e=tCRZAf

Poppenberg:
https://1drv.ms/b/s!AlDFYE55bQDhgZNO-yZ0DqkKL98NWg?e=VmfCHA

Klante:
https://1drv.ms/b/s!AlDFYE55bQDhgZNNhxmlPc-gamcoKg?e=PwUL2S

Ettelsberg-Seilbahn:
https://1drv.ms/b/s!AlDFYE55bQDhgZNMrw_CMtmrxpI7Og?e=iN6Qko

Sonnenhang+Ritzhagen Willingen:
https://1drv.ms/b/s!AlDFYE55bQDhgZNQX09kl4sts3f5Uw?e=5wHtxy

Schwierige Sache, einerseits erwarten viele Skifahrer im Sauerland stetige Investitionen und Verbesserungen, andererseits werden niedrige Eigenkapitalquoten moniert...uns kann man es kaum Recht machen. ;D
 
Ich kann mich nach einem Jahrzehnt Sunnydeath anschließen, eine Bilanz ohne GuV ist nicht viel Wert....

Negatives EK ist auch nicht so schlimm, sollte man halt eine positive Fortführungsprognose vom Steuerberater haben und am besten noch einen solventen Gesellschafter der das entsprechende Pulver zuschiesen kann.

Interessanter wäre wer wann und wo sein Geld verdient.....

Sommer oder Winter, Gastro- oder Skibetrieb.....
 
Zurück
Oben