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Schigebiete am Alpenhauptkamm

Chasseral schrieb:
@Nauders: Mal im Ernst: Wo brauchts da 2 h Aufstieg, um auf den Hauptkamm zu gelangen? Der Hauptkamm ist der Reschenpass selbst, oder wie ist das sonst zu sehen? Vom Bergkastel-Skigebiet bräuchte es da eher einen schrägen Abstieg, um zum Hauptkamm zu kommen. :wink:
.

Die Passhöhe des Reschenpasses ist aber nicht identisch mit der Staatsgrenze, die sich etwa 1km nördlich der Grenze befindet. Zwar erreichen mehrere Lifte des Skigebiets fast die Grenze, deren Verlauf sich vom Verlauf des Hauptkamms hier etwas unterscheidet.
 
^^ ich habe mich nur án dem Wort "Aufstieg" gestört. Für was brauchts einen Aufstieg, wenn der Alpenhauptkamm niedriger liegt als 95% des Skigebiets. :wink:
 
@gerrit: Was hat dich eigentlich dazu bewogen, diese (interessante) Thema zu eröffnen?

- Ist es geographisches Interesse?

- Suchst du Skigebiete mit exorbitanten Ausblicken auf beide Seiten und vermutest diese in der ersten Iterationsstufe mal auf dem Alpenhauptkamm?

- Bringt es dir denultimativen Kick, wenn du die Gewissheit hast "ICH STEHE AUF DEM ALPENHAUPTKAMM!" ?

Je nach Intention könnten etwas unterschiedliche Antworten sinnvoll sein. :wink:
 
Chasseral schrieb:
^^ ich habe mich nur án dem Wort "Aufstieg" gestört. Für was brauchts einen Aufstieg, wenn der Alpenhauptkamm niedriger liegt als 95% des Skigebiets. :wink:

Du musst wissen: Vor 6 Wochen habe ich eine Bergtour in Nauders gemacht: Von der Bergkastellbahn bin ich in zwei Stunden auf den Mataunkopf und dann weiter über den Grad, der dort auch der Alpenhauptkamm ist, zum Schafkopf. Das waren etwa 2 Stunden bis zum Mataunkopf. Und ich habe jetzt gerrits Frage so verstanden, dass es ihm genau um solche Tourenmöglichkeiten geht.

Natürlich ist man in der selben Zeit oder sogar etwas weniger am Reschenpass, der auch zum Hauptkamm gehört.

Du hast ja das Problem selber geschrieben: Je nach Motivation, auf den Kamm zu gelangen, sind unterschiedliche Antworten sinnvoll. Und Nauders ist da ein sehr gutes Beispiel dafür.
 
Chasseral schrieb:
@gerrit: Was hat dich eigentlich dazu bewogen, diese (interessante) Thema zu eröffnen?

- Ist es geographisches Interesse?

- Suchst du Skigebiete mit exorbitanten Ausblicken auf beide Seiten und vermutest diese in der ersten Iterationsstufe mal auf dem Alpenhauptkamm?

- Bringt es dir denultimativen Kick, wenn du die Gewissheit hast "ICH STEHE AUF DEM ALPENHAUPTKAMM!" ?

Je nach Intention könnten etwas unterschiedliche Antworten sinnvoll sein. :wink:

Hm. In Wirklichkeit wollte ich mich ja nur profilieren, in dem ich einen "langlebigen" Thread eröffne..... :wink:

Nein, wahrscheinlich ist etwas von allen dreien Deiner Vermutungen enthalten. Die Idee dazu hatte ich eigentlich schon lange bevor es das Alpinforum gab. Mitte der 90-er Jahre war ich zum ersten Mal in Kanada Schifahren und da gibt es in Sunshine einen Lift zur "Continental divide", also zur Wasserscheide Atlantik-Pazifik und schon damals hab ich darüber sinniert, wo es in den Alpen wohl Ähnliches gäbe. Dann habe ich mir - von einem anderen Gesichtsbpunkt aus - überlegt, dass es in Europa einige berühmte Berge am Alpenhauptkamm gibt, die auf beiden Seiten Talorte haben, von denen aber immer einer der berühmtere ist. Bei den drei Beispielen, die mir auf Anhieb einfallen, ist es zwei mal der nördliche Ort, also Chamonix - Courmayeur, Zermatt - Cervinia; nur Heiligenblut ist deutlich bekannter als Fusch, allerdings ist der Glockner von Norden eigentlich auch nicht wirklich präsent.
Darüber hab ich unlängst mal nachgedacht und dann ist mir wieder die Idee gekommen, eigentlich würde mich interessieren, wo denn nun wirklich direkt am Alpenhauptkamm eine Liftstation zu finden ist bzw. sogar eine Schischaukel drüber geht, vor allem letztere sind eigentlich höchst selten. (Sportgastein Heiligenblut wäre auch so was gewesen). Um die Grenzen dann nicht zu eng zu stecken, hab ich halt ein paar Kategorien eingeführt. Ist sicher eine Mischung aus geographischem Interesse, Wunsch nach Aussicht und natürlich Streben nach dem ultimativen Kick... :wink:
 
Ifen im Kleinwalsertal (C1); in 10 Minuten ab Berstation zu Fuss auf den Kamm. Einie Seite entwässert ins Schwarze Meer, die andere in die Nordsee.
Razz Laughing Laughing

Dann ist Warth-Schröcken (fast) ein A1 und über St. Anton und Galtür könnte man dann auch als C1 diskutieren. :wink: :lol:
 
Das nicht ernst gemeinte Ifen-Beispiel sollte nur verdeutlichen, dass das Kriterium Wasserscheide meiner Meinung nach nicht als Hauptkriterium für die Definition des Alpenhauptkamms dienen kann, sondern allenfalls als begleitendes Kriterium.

Das wird auch am Beispiel des östlichen Alpenhauptkamms deutlich, wo auf beiden Seiten zum Schwarzen Meer entwässert wird. Okay, auf der Südseite erfolgt dies über den Umweg Drau und im Norden direkter über die Donau. :wink:
 
wg. der Definition des Alpenhauptkammes in Gerrits Sinne würde ich schon rein hydrographische Gesichtspunkte einbeziehen, weder Wetter noch Geologie. Dann lässt sich das am leichtesten auseinanderklamösern, auch wenn's im Süden und Osten etwas unscharf wird, also:

- Wasserscheide Zuflüsse Rhone vs. Zuflüsse Po/Etsch/Adria
- Wasserscheide Zuflüsse Rhein vs. Zuflüsse Po/Etsch/Adria
- Wasserscheide Zuflüsse Donau vs. Zuflüsse Po/Etsch/Adria

Demnach ist Andermatt der "zentralste" Punkte, weil dort die 3 Wasserscheiden zusammenstoßen (Furka, Gotthard, Oberalp edit: meinte Maloja), was ja auch rein geographisch und dem alpinen Charakter der dortigen Gegend nach Sinn macht.

demnach müsste z.B. Crans Montana (oder auch Leukerbad/Gemini) gestrichen werden, was m.M. auch gerechtfertigt wäre.


- Madesimo ist A2: Ort im Süden, Val di Lei im Norden

- Schnalstal ist eindeutig A2: der Finail-Teil des Gletschers fließt nach Norden

- Das Rojental am Reschen fließt m.M.n. auch ohne Stausee NICHT nach Norden, auch wenn ich zugestehen muss, das nicht genau in Erinnerung zu haben.
Die Staatsgrenze liegt zwar tatsächlich im Norden der Wasserscheide, aber der Ausfluss des Tales m.E. nicht. Für die beiden alten SL nahe der Ortschaft Reschen könnte das schon eher zutreffen.
 
Nun, es handelt sich beim Alpenhauptkamm wohl um eine Kombination aus Höhe und Wasserscheide, d.h. es geht nicht darum, in welches Meer das Wasser letztendlich kommt. Schließlich fließt die Rhone auch ins Mittelmeer, obwohl sie eigentlich nördlich des Alpenhauptkammes ist.
Tatsache ist, dass das Wasser süd-(östlich) des Hauptkammes entweder ins Mittelmeer (Po oder kleinere Flüsse in Ligurien) oder über die Drau in die Donau fließt. Daher denke ich, dass der Semmering auch als Ort am Alpenhauptkamm durchgeht (D1). Die Wasserscheiden nördlich des Inntals (Arlberg, Kleinwalsertal) haben jedoch m.E. nichts mit dem Alpenhauptkamm zu tun.
 
öh, von Trennung nach Meeren hab ich nichts geschrieben?!

BTW: Man spricht doch auch hin und wieder mal von AlpenOSTrand. Das wäre für mich ein Hinweis, dass man den "Hauptkamm" bei seinen östlichen Ausläufern gar nicht mehr definieren braucht... eben wie Du wg der nötigen Höhe schreibst... dort ist's einfach zu niedrig. (Steinigt mich, liebe Alpenostrandfans ;-) )
 
@CV
Mein Post habe ich geschrieben, ohne Deines gelesen zu haben, ich hab mich da auf frühere Posts bezogen was die Wasserscheiden betrifft. Allerdings muß die Wasserscheide Donau - Drau sehr wohl noch berücksichtigt werden für die Definition, weil sonst gäb es ja auch bei den Hohen Tauern z.B. keinen Alpenhauptkamm mehr. Und diese Grenze läßt sich prinzipiell auch ganz nach Osten durchziehen.
(@gletscherfloh: Hilfe!)
 
Am Beispiel Madesiom sieht man auch, wie verwinkelt der Alpenhauptkamm sein kann. Der läuft an dieser Stelle nicht in West-Ost-Richtung, sondern exakt in Nord-Süd-Richtung.

Unweit von dort ist am Piz Lunghin auch die 3-fach-Wasserscheide zwischen Po, Rhein und Donau.
 
CV schrieb:
- Das Rojental am Reschen fließt m.M.n. auch ohne Stausee NICHT nach Norden, auch wenn ich zugestehen muss, das nicht genau in Erinnerung zu haben.
Die Staatsgrenze liegt zwar tatsächlich im Norden der Wasserscheide, aber der Ausfluss des Tales m.E. nicht. Für die beiden alten SL nahe der Ortschaft Reschen könnte das schon eher zutreffen.

Ich habe in dem Buch "Südtirol für Bergwanderer" nachgeschaut und muss in der Tat meine frühere Aussage korrigieren. Dort steht zum Rojental:

Naturkundlich ist vor allem der Eingang ins Rojental ungemein interessant, da das Tal trotz seiner Zugehörigkeit zum Vinschgau eine völlig "falsche" Richtung aufweist (Süd-Nordost statt normalen "Nordwest-Südost): Auch entwässern die Bäche am Piz Lat nicht zur Etsch hin, sondern nach Norden über den Stillerbach zum Inn. Wir begegnen hier dem umgemein anschaulichen Beispiel einer "rückschreitenden Erosion" Einfacher ausgedrückt hat die Etsch durch ihr größeres Gefälle das Einzugsgebiet des Inn angezapft

Der Hauptbach des Rojentals wird also entgegen meiner früheren Aussage nicht künstlich in den Reschensee geleitet. Ich habe auch noch auf einer besseren Karte (Tabacco, Obervinschgau 1 : 25000) nachgesehen. Der Hauptkamm verläuft vom äußeren Nockenkopf bis etwa 250 Höhenmeter über dem hintersten Teil des Reschensees direkt nach Osten. Von da an knickt er nach Nordosten und trifft dort in der Nähe des Talschleppliftes von Reschen auf den Reschenpass.

Das Skigebiet Reschen/Schöneben/Rojen befindet sich von dem nicht mit dem Hauptgebiet verbunden Tallift abgesehen demnach vollständig südlich des Hauptkamms. Sowohl von der Gondeltalstadion in Reschen als auch von Rojen ist der Hauptkamm innerhalb der zwei Stunden erreichbar. Deshalb Kategorie C3.
Zudem gehört Haider Alm gehört nicht erwähnt.
 
CV schrieb:
Demnach ist Andermatt der "zentralste" Punkte, weil dort die 3 Wasserscheiden zusammenstoßen (Furka, Gotthard, Oberalp), was ja auch rein geographisch und dem alpinen Charakter der dortigen Gegend nach Sinn macht.

ups, ist mir in der Eile passiert: Oberalp war natürlich falsch (ist ja Rheintal)... Maloja wäre richtig!
 
gerrit schrieb:
@CV
Mein Post habe ich geschrieben, ohne Deines gelesen zu haben, ich hab mich da auf frühere Posts bezogen was die Wasserscheiden betrifft. Allerdings muß die Wasserscheide Donau - Drau sehr wohl noch berücksichtigt werden für die Definition, weil sonst gäb es ja auch bei den Hohen Tauern z.B. keinen Alpenhauptkamm mehr. Und diese Grenze läßt sich prinzipiell auch ganz nach Osten durchziehen.
(@gletscherfloh: Hilfe!)

Natürlich haben auch die östlichen Ostalpen einen Hauptkamm. Und dass hydrographisch sowohl die nördliche Seite als auch die südliche Seite in das Schwarze Meer entwässert (über die Donau bzw. über die Drau und dann über die Donau) tut eigentlich nix zur Sache (dann hätten die Karpaten ja gar keinen Hauptkamm, da ja dort letztlich alles ins Schwarze Meer entwässert). Es ist eben so, dass der Alpenhauptkamm nicht überall eine "europäische Hauptwasserscheide" (also z.B. Nordsee/Mittelmeer) darstellt. Am Alpenostrand ist der Alpenhauptkamm allerdings in der Tat nicht mit dem "unbewaffneten" Auge leicht auszumachen, d.h. man müsste da die grossmasstäbigen Karte nach den jeweiligen hydrographischen "Trennlinien" durchsuchen. Semmering ist aber definitiv am Alpenhauptkamm (Nordseitig entwässert in die Donau, Südseite via Mur in die Drau.

Beim Niederalpl hab ich jetzt extra nachgeschaut. Das ist in der Tat wahrscheinlich ein interessantes Gebiet (A2). Teile der Pisten und Lifte liegen in Gebieten, die über die Mürz-Mur in die Drau entwässern. Während der obere Bereich und der eine kurze Lift (zumindest im Bereich der Talstation) oberhalb der Wetterinalm über die Salza-Enns in die Donau entwässert. Man kann also - ganz ohne Aufstieg - sowohl nördlich als auch südlich des Alpenhauptkamms Skifahren.
 
gerrit schrieb:
Ganz im Osten bin ich mir nicht sicher, aber ich glaube mich erinnern zu können, dass definitionsgemäß der Alpenhauptkamm am Rosaliengebirge endet

Nun ja, wenn das so korrekt ist...
Dann sollte auch das Burgenland in dieser Liste nicht fehlen! :D

Seillift auf der Rosalia! Kategorie D1 oder D2 :wink:
 
Wir können ja die verschiedenen Definitionen zusammenführen zu einem gefühlten Alpenhauptkamm :D

@ Gletscherfloh

Möchte Dir was den Semmering betrifft widersprechen.

Wenn man am östl. Ende der Ostalpen, dort wo diese langsam in die pannonische Ebene übergehen, eine gedachte Linie von West nach Ost zwischen den einzeln stehenden Bergmassiven zieht, dann bilden folgende Massive den Kamm.
Hochschwab, Schneealpe, Rax u. Schneeberg.

Der Semmering am Südrand trennt nur das Mürztal u. den Zugang zum Wiener Becken. Es ist der revolutionäre Bahnbau der K u. K-Ingenieure der dem Semmering Bedeutung verleiht.
 
@Fab: Der Schneeberg ist zwar der östlichste Zweitausender der Alpen, allerdings entwässert auch seine gesamte Südseite (Schwarzatal) nach Norden in die Donau. Nach der hydrographischen Definition des Alpenhauptkamms liegt somit das gesamte Schneebergmassiv nördlich desselben.

Die Südseite der Rax entwässert hingegen ins Mürztal (dann Mur-Drau ...). Dort wäre also der Hauptkamm anzusiedeln, der sich dann über Preiner Gscheid und Kampalpe (nördlich von Spital/Semmering) und dann in östl. Richtung zum Pinkenkogel und Semmering weiterzieht. Dann "läuft" der Alpenhauptkamm langsam über den Wechsel aus ...

Die Tatsache, dass es auch nördlich des Hauptkamms höhere Berge gibt ändert nichts am Verlauf entlang der jeweiligen Hauptwasserscheiden. Auch der Dachstein ist z.B. höher als die südlich von ihm gelegenen Niederen Tauern (die dort ganz eindeutig den Alpenhauptkamm bilden). Ähnliche Beispiele findet man auch in der Schweiz (Glarner Alpen versus Adulaalpen).

Wobei hier im Osten die Sache wirklich etwas verflixt ist. Eine Bäche bzw. Flüsse machen schon arge Wendungen (z.B. eben gerade die Mürz, die ja sogar noch in Niederösterreich entspringt und die ersten paar Kilometer sogar nach Norden fliesst, ehe sie sich für die Steiermark entscheiden kann ...).

So gesehen können unsere Berge hier nicht mit den tollen Alpenhauptkammerlebnissen wie in Salzburg oder Tirol mithalten (dafür ist hier der Föhn auch nicht so garstig und frisst über Nacht den ganzen Schnee weg wie z.B. in Gastein etc.).
 
Der Schwarzwald ist überhaupt kein richtiges Gebirge - er hat keinen Hauptkamm.

Ganz anders die Vogesen: Die haben einen ganz eindeutig ausgeprägten Hauptkamm.

Beim Jura bin ich mir nicht sicher, ob man die südöstlichste (weil höchste) Falte als Hauptkamm bezeichnen kann.
 
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