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Schikarten-Schwindel kostet jährlich ein Vermögen

Jay

Mt. Blanc (4807m)
Aus "Die kleine Zeitung"

Schikarten-Schwindel kostet jährlich ein Vermögen

Verliehene Saisonkarten, unter der Hand verkaufte Zeitkarten: Auf den Schibergen wird heftig geschwindelt. Der Schaden ist enorm.

Von CHRISTIAN NERAT


Faaaahrscheinkontroolllle!" Die Herren mit Uniform und Dienstkapperl sind der Albtraum eines jeden Schwarzfahrers in Zug oder Straßenbahn. Auf den heimischen Schibergen geht die ganze Sache meist wesentlich diskreter vonstatten, wenn auch nicht weniger effektiv. Im Normalfall merken die Kontrollierten auf der Schipiste gar nicht, dass sie gerade ins Visier eines Seilbahnmitarbeiters geraten sind - zumindest falls sie die richtige Karte dabei haben.

Erkennung. Ernst Trummer, Pressemann der Planai/Hochwurzenbahnen: "In den Liftstationen sind Monitore angebracht, auf denen man die Fotos, die auf den Karten oft nur schlecht erkennbar sind, in gestochen scharfer Qualität sieht." Im Klartext: Wenn draußen ein Schifahrer durchs Drehkreuz geht, lässt sich in der Lifthütte sofort feststellen, ob Foto auf der Karte und Gesicht des Schifahrers tatsächlich zusammen passen.

Keine Ausnahmen. Trummer: "Oft ist es natürlich ganz besonders einfach. Wenn zum Beispiel eine Frau mit der Saisonkarte eines Mannes unterwegs ist, oder plötzlich ein g'standenes Mannsbild mit Rauschebart laut Liftkarte 13 Jahre alt sein müsste." In so einem Fall wird sofort die Karte entzogen - und zwar, und das betont man auf der Planai ausdrücklich, ohne jede Ausnahme.

Karten werden entzogen. Planai-Chef Albert Baier: "Ganz egal, um wen es sich handelt, oder wer interveniert - die Karten werden entzogen und sie werden auch nicht mehr herausgegeben." Seit die Planai/Hochwurzenbahnen Mitglied im Skiverbund amade sind, hätte es überhaupt nur einen einzigen Fall gegeben, in dem eine entzogene Karte wieder zurück gegeben wurde. Albert Baier: "Das wurde damals im Ski amade-Vorstand so beschlossen und im Nachhinein muss man sagen, dass das eigentlich auch ein Fehler war."

Ein Prozent vom Umsatz. Warum man auf den heimischen Schibergen so rigoros gegen den Missbrauch von Saisonkarten vorgeht, wird klar, wenn man weiß, wie hoch der geschätzte Schaden durch die missbräuchliche Verwendung von Karten ist. Albert Baier: "Die Experten gehen davon aus, dass Jahr für Jahr in der gesamten Ski amade ein Schaden von rund einem Prozent des Umsatzes entsteht."

Geht man von einem durchschnittlichen Ski amade-Jahresumsatz von 140 Millionen Euro aus, hieße das, dass jedes Jahr ein Schaden von rund 1,4 Millionen Euro entsteht. Man könne, bringt Albert Baier einen anschaulichen Vergleich, mit dem Geld, dass dem Vebrund so entgeht, jedes Jahr eine neue Seilbahn bauen.
 
1% vom Umsatz, das ist ja wohl lächerlich!
Bei 140mille werden die das wohl verschmerzen können.
Außerdem muss man mit solchen Schätzungen sowiso vorsichtig sein und bei der Abzocke die speziell im Skiverbund Amadé betrieben wird, finde ich es nicht so schlimm wenn mal jemand seine Saisonkarte für einen Tag einem Kumpel borgt oder so. Schließlich kann sowiso nur einer mit der Karte unterwegs sein.
Aber es ist halt überall dasselbe, die Leute werden geschröpft wos nur geht!
 
1% vom Umsatz können locker 50% vom Gewinn sein ...

Also daß man gegen solche Leute, die Saisonkarten verleihen, vorgehen soll, find ich schon.

Bei Tages- und Mehrtageskarten (ohne Foto) find ich, daß die übertragbar sein sollten. Wird ja eh nicht so oft vorkommen, und ich denk, daß das durchaus ein Dienst am Kunden darstellt...

Und zum Thema erkennen: Wenn z.B. ein Vater 3 Karten an der Talstation kauft und Kind und Frau nicht da ist - was macht dann so eine Verkäuferin? Stellt sie 2x Mann aus oder 1x Mann 1x Frau oder ... ?? Und was, wenn der Vater aus "unachtsamkeit" das K-Kärtchen nimmt und seinem Kind das E-Kärtchen gibt?

Und nebenbei wurde mir am Kronplatz auch mal eine "F"-Karte verkauft, wo der Liftwärter dann auch ein bissl rumgemotzt hat.

(nebenbei werd ich das topic jetzt wo anders hinverschieben..)
 
starli schrieb:
Und was, wenn der Vater aus "unachtsamkeit" das K-Kärtchen nimmt und seinem Kind das E-Kärtchen gibt?

Lol, das ist uns vor Jahren (ich lief noch als "Kind") am Arlberg passiert. Natürlich hatten wir uns - wie es so ist - dann auch noch aus Versehen verloren. Ich mit dem E-Pass hatte kein Problem, nur mein Vater wurde natürlich des öfteren dumm angequatscht :lol:
 
starli schrieb:
Bei Tages- und Mehrtageskarten (ohne Foto) find ich, daß die übertragbar sein sollten. Wird ja eh nicht so oft vorkommen, und ich denk, daß das durchaus ein Dienst am Kunden darstellt...
ich weiß nicht so ganz...
dann wäre es ja rein theoretisch möglich nachdem person A durchs drehkreuz gegangen ist die karte zu person B zurückzugeben :?
ich glaub da würden einige probleme auftauchen...
 
max schrieb:
starli schrieb:
Bei Tages- und Mehrtageskarten (ohne Foto) find ich, daß die übertragbar sein sollten. Wird ja eh nicht so oft vorkommen, und ich denk, daß das durchaus ein Dienst am Kunden darstellt...
ich weiß nicht so ganz...
dann wäre es ja rein theoretisch möglich nachdem person A durchs drehkreuz gegangen ist die karte zu person B zurückzugeben :?
ich glaub da würden einige probleme auftauchen...

Geht bei uns nicht- sobald ein Ticket eingelesen ist folgt je nach Liftlänge (und bei Sesselliften und Kabinenbahnen auch nach Fahrdauer) eine Blockade des Drehkreuzes-im Display erscheint: "Doppelverwendung".
 
max schrieb:
dann wäre es ja rein theoretisch möglich nachdem person A durchs drehkreuz gegangen ist die karte zu person B zurückzugeben :?
ich glaub da würden einige probleme auftauchen...

So ein schmarrn.. da hast immer einen Doppelverwendungsfehler und ein rotes lämpchen....

Ich mein eher, daß es für Familien vielleicht recht interessant wär, v.a. mti kleinen Kindern .. ein Elternteil ist mit seinem Sprößling am Übungshang und der andere Elternteil hat den "richtigen" Skipaß und fährt (meinet Wegen mti dem andern Kind oder sonstigen Leuten) und am nächsten Tag tauchen die 2 die Karte und das Aufgabengebiet einfach...
 
^^ Das wird in der Tat des Öfteren so gehandhabt, soweit es nicht irgendwie durch ein Bild auf dem Skipass etc. verhindert wird. Und da finde ich ehrlich gesagt auch absolut nichts Verwerfliches dran, vor allem weil es ja für die Liftgesellschaft keinen Unterschied macht ob eine Person "voll" fährt oder sich zwei Leute immer abwechseln.
Bei Saisonkarten ist das natürlich etwas anders, das kann sich schon auf den Umsatz auswirken.
 
Ein paar Schwindler haben sie erwischt:

Mutmaßliche Betrüger mit Jugend-Ski-TicketsGendarmen haben in Glemmtal zwei mutmaßliche Betrüger ausgeforscht. Ein 24-jähriger Student und ein gleichaltiger Lehrling aus Nienburg in Deutschland sollen Unterkünfte und Skipässe zu Jugendtarifen kommerziell an Erwachsene verkauft haben.


Erwachsene Gäste über Jugendheim abkassiert
Die beiden haben laut Gendarmerie vorgegeben, für eine 25-köpfige Schülergruppe einen einwöchigen Skiurlaub zu buchen. Dafür mieteten sie ein Jugend-Gästehaus in Viehhofen.

Die restlichen Plätze hatten sie per Internet als Pauschalangebot um rund 400 Euro an 30- bis 40-jährige Urlauber verkauft.

Gefälschte Schulbestätigungen
Bei den Saalbacher Bergbahnen erwarben sie dann mit gefälschten Schulbestätigungen und Schülerlisten verbiligte Sechs-Tages-Skipässe.

Der Schwindel flog schließlich auf. Der Schaden wird von der Gendarmerie mit rund 4.000 Euro beziffert. Die beiden Deutschen werden wegen schweren Betruges angezeigt.
http://www.orf.at
 
Wenn dem Skiverbund Amede trotz eines elektronischen Kontrollsystems noch ca. 1% de Einnahmen entgehen so möchte ich nicht wissen wiviel ihnen ohne eletronisches Kontollsystem durch betrügereien entgehen würden.

Bei Karten ohne Foto kann man allerdings auch nicht kontollieren ob nur eine einzige Person (nicht gleichzeitig natürlich ) damit fährt, oder ob sich z.B. beide Elternteile ablösen.
Dies ist allerding ein Bereich wo nicht soviel geschummelt wird.

Wenn ein Erwachsener mit einer Kinderkarte fährt wird dass ganze halt schon problematischer, vielfach sind es allerdings auch Verwechslungen die schnell aufgeklärt werden können.
Wir müssen auch nicht unbedingt auf den Monitor schauen um zu kontrollieren, bei uns leuchten bei den wichtigsten Peronenkategorien die Lampen anders auf.

Der grösste Teil der Betrüger bei uns (muss nicht unbedingt in allen Gebieten gleich sein) sind auswärtige Saisonangestelle wo von einem Kollegen wo die Papiere hier hat die Saisonkarte benutzen oder diesem die Tageskarte zum Einheimischentarif kaufen lassen.

Der grösste Beschiss lief bei uns aber vor einführung dess Skidata Systems mit den Punktekarten. Wer gut war, kam mindestens an der Hälfte der Kontolleure vorbei.
Wie gut dass klappte zeigt eins deutlich auf. Der Umsatz der Punktekarten sank im ersten Winter mit dem Skidata auf unter 5%, da man nun Überall die Karte stecken musste und es somit günstiger war Skipässe zu kaufen.

Auch die Einnahmen der Bahnen stiegen ab Einführung vom Skidate deutlich an.

Mittlerweile sind wir aber auf einem Niveau wo man sagen kann dass keine grösseren Betrügereien ablaufen und man mit dem Ausfall leben kann.
Es hat sich halt auch herumgesprochen dass wir bei Saisonkarten knallhart sind und kein Auge zudrücken.

Für einige war es auch ein ziemlich teurer Spass. Wenn wir jemanden im Januar erwischten und er dem richtigen Saisonkartenbesitzer nochmals eine neue Karte kaufen musste (die eingezogen wird nicht zurückgegeben) war es dann gewiss kein billiger Skitag.
Kauf eine Tageskarte + 200Fr Zuschlag dem Kollegen eine neue Saisonkarte, da bleibt man besser ehrlich.
 
Anonymous schrieb:
Der grösste Teil der Betrüger bei uns (muss nicht unbedingt in allen Gebieten gleich sein) sind auswärtige Saisonangestelle wo von einem Kollegen wo die Papiere hier hat die Saisonkarte benutzen oder diesem die Tageskarte zum Einheimischentarif kaufen lassen.

Also so ähnlich mach ich das schon auch manchmal.. wenn ich 'ne Saisonkarte hab und mit jemand fahr, der keine hat, dann geh ich mit meinem Einwohnerzettel zur Kasse und verlang 'ne einheimischen tages-karte, die ich dann weiter gebe und dann selbst mit meiner saisonkarte fahre :-)
 
Was viele Leute nicht wissen (Theo hat es kurz angesprochen).
Beim System Skidata (bei Wochenkarten oder länger) wird bei jedem passieren des Drehkreuzes auf dem PC im Lifthäuschen das Bild auf dem Skipass in einer sehr guten Qualität angezeigt. Andere Systeme werden das sicher auch haben.
Ich habe von Fällen gehört, da haben Logisbesitzer eine oder sogar mehrere Saisonkarten gekauft, und diese mir der Wohnung zusammen mitvermietet. Vermutlich knapp unter dem Wochentarif. So wurden diese Karten mehrfach verkauft, und die Bahnen betrogen. Das hat aber nun alles aufgehört.
 
fotos: .. das ist aber nur bei den neuen systemen der fall, wo die Fotos digital direkt an der Kasse (ab)fotografiert werden - was ja bei weitem noch nicht standard ist ....

.. zumal, viel ähnlichkeit haben die meisten personen zwischen foto und in-skibekleidung-eingehüllt nicht, wie ich gestern auch an der Gerlossteinbahn sehen konnte.. nebenbei sind diese fotos tw. auch nur in s/w ...

Ganz hart fand ichs vor 2 Jahren in Hochfügen, da war über dem Eingang das Foto zu sehen (inkl. Skipaßtyp) von dem, der reingegangen ist. Das haben's zum Glück wieder abgebaut ... :-)

Zukunft? Evtl. per Iris-Scan? Würde man sich diese ganzen Chip-Karten überhaupt sparen. Und weitergeben kann man seine Augen auch nicht sooo einfach :)

Allerdings müßt man immer die Ski/SonnenBrille abnehmen - also auch blöd. Gleich blöd wär Handschuhausziehen und Fingersensor ...
 
starli schrieb:
fotos: .. das ist aber nur bei den neuen systemen der fall, wo die Fotos digital direkt an der Kasse (ab)fotografiert werden - was ja bei weitem noch nicht standard ist ....

.. zumal, viel ähnlichkeit haben die meisten personen zwischen foto und in-skibekleidung-eingehüllt nicht, wie ich gestern auch an der Gerlossteinbahn sehen konnte.. nebenbei sind diese fotos tw. auch nur in s/w ...

Ich kenne das schon sicher seit 1999. Und das in allerschönster Farbe.
Die Bilder auf den Skipässen sind allerdings meist sehr schlecht erkennbar. Aber das liegt meist an der Karte selber, und hat auf die Qualität des Bildes auf dem Bildschirm keinen Einfluss. Wenn sich 2 Leute ähnlich sehen, und die Skibrillen usw. ist sicher ein Missbrauch immer noch möglich. Auch können Karten über die Adressdatenbank via Kartennummer gesperrt werden. Ist bei Verlust der Karte ein grosser Vorteil. Die verlorene oder gestohlene Karte kann gesperrt werden, und so ist es möglich, gegen eine Bearbeitungsgebühr eine Ersatzkarte auszustellen.
 
jop, man schaue sich nur mal das systems programm an :)
ich weiß, keiner mag es, aber ich find es relativ gut. vor allem die hochauflösenden bilder auf der karte speichern ...

ist übrigens in so ziemlich jedem gebiet das ich kenne "standard" dass so hochauflösende bilder drauf sind @starli!
 
Alpin-Forum|LSAP schrieb:
ist übrigens in so ziemlich jedem gebiet das ich kenne "standard" dass so hochauflösende bilder drauf sind @starli!

Ich bleib dabei: In den Skigebiete, wo es Skidata noch mit Swatch Access gibt, werden die Fotos auf die Skipässe geklebt. Und das ist immer noch die Mehrheit in Tirol :)
 
Eigentlich sollte man sich denken, dass man mit dem Kauf einer Saisonkarte jeden Tag Skifahren kann. Wo liegt dann das Problem, wenn jemand anders mit meiner Saisonkarte fährt? :)

Und überhaupt: Wie will mir ein Liftangestellter die Karte abnehmen? Da muß er schon tätlich werden. Aber darf er das überhaupt?
 
Tyrolens schrieb:
Eigentlich sollte man sich denken, dass man mit dem Kauf einer Saisonkarte jeden Tag Skifahren kann. Wo liegt dann das Problem, wenn jemand anders mit meiner Saisonkarte fährt? :)

Stell dir mal folgendes vor.
Du und 6 Kummpels kaufst dir ein Jahresabo in einem Fitness - Studio. Nun kommt jeden Tag einer ins Studio. Und das immer mit der gleichen Karte. Wenn Ihr den Vormittag und den Nachmittag auch noch trennt, könnt Ihr zu zwölft mit einer Karte ein ganzes Jahr Gewichte stemmen. Wenn dir der Laden gehören würde, ich weiss nicht so recht, ob du daran deine Freude hättest.
Wenn du zB eine Saisonkarte kaufst, steht meistens klar und deutlich, dass diese Karte eben nicht übertragbar ist. Basta. Alle werden nicht erwischt. Es werden aber bei uns immer mehr. Und das die Karte bei Missbrauch eingezogen wird, ist meist auch überall angeschrieben. Einziehen ist bei den neueren Systemen auch gar nicht mehr notwendig. Karte kann via PC gesperrt werden. Boxhandschuhe kannst du also zuhause lassen.

Es gibt in der Schweiz übrigens übertragbare Abis für den Eisenbahnverkehr. Die Kosten aber aus den dargelegten Gründen rund das doppelte, der nicht übertragbaren.
 
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