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Schilthornbahn defekt (29.12.2004)

Krasses Bild! Wie kann denn sowas passieren? Ich dednke die Seile werden in relativ kurzen Abschnitten mal geröntg! naja, damit war schon o.k., dass sie nicht mehr einen Meter weiter gefahren sind und direkt das ganze Ding still gelegt haben!
 
...ned schlecht Herr Doktor! Sowas nennt man dann Tragseil. 8O
 
hehe anscheinend war die Last vom Alpinforumtruppe die tag vorher doch zuviel :-)
 
@Oscar: Habe einen Artikel per e-mail bekommen, war in irgendeiner Berner Oberländer Tageszeitung.
Da stand unteranderem noch, das noch nicht bekann sei wann die neuen Seile eintreffen.
 
Berner Oberland Ztg. schrieb:
«Ein Novum», aber kein Sicherheitsrisiko
Warum und wie das Tragseil der Schilthornbahn vor einer Woche angerissen wurde, bleibt ein Rätsel.
Peter Feuz, VR-Delegierter der Schilthornbahn AG, informierte am Montagabend eingehend über die Umstände des Schadens am Tragseil der Sektion Mürren–Birg. Kein Techniker könne sich das erklären, warum vor einer Woche in der linken Seilspur der Schilthornbahn zum Birg ein Schaden entstand.


«Vereinzelte Litzenbrüche sind schon immer passiert. Dass aber sämtliche 21 Litzendrähte auf einmal reissen, ist ein Novum» sagte Feuz. Und stellt gleichzeitig fest: «Es bestand aber zu keinem Zeitpunkt die Gefahr eines totalen Seilrisses, da der Seilkern absolut gesund ist und die Anlage mit 3,26-facher Sicherheit betrieben wird.» Die 6 Millimeter dicken Z-Profil-Drähte bilden die Ummantelung der kompaktierten 40-Millimeter-Tragseile, welche die Laufwerke der Seilbahnkabinen paarweise tragen und mit 42 Tonnen gespannt sind (wir haben berichtet). Es gilt nun, die zwei 39-jährigen Seile zu je 3 Kilometern Länge auszuwechseln, was die Schilthornbahn auf über eine halbe Million Franken zu stehen kommen wird.
Eine Herausforderung wird auch der Transport der neuen, insgesamt 60 Tonnen schweren Seile von Stechelberg hinauf nach Mürren werden. Diese werden vertikal über die Fluh hinaufgezogen. Sobald das Seil in Stechelberg ist, werden für die Montage vier bis fünf Wochen benötigt.
Die Hochöfen beim Austria-Draht-Walzwerk in Donawitz (Steiermark) benötigen volle vier Tage bis zur Betriebstemperatur. Erst dann können die zur Herstellung benötigten Drähte in Produktion gehen. Die detaillierten Lieferfristen sind jedoch noch nicht bekannt.
 
Warten auf die neuen Seile
Schilthornbahn braucht schnelle Österreicher


Über Mürren hängt ein riesiges Fragezeichen: Wie lange bleibt die Schilthornbahn auf der Sektion Mürren-Birg noch geschlossen? Warum ist passiert, was eigentlich gar nicht passieren kann? Im Dorf und in der Unternehmung rätselt man. Nach Aussage von Schilthornbahn-Direktor Peter Feuz kann sich derzeit niemand die Ursachen des Mantelrisses am Tragseil erklären. Dies ist jetzt Gegenstand der Untersuchung der zuständigen Stelle im Bundesamt für Verkehr. Unklar bleibt auch, wie lange der Unterbruch dauern wird. Peter Feuz lässt sich keine Zeitangabe mehr entlocken, er spricht lediglich «von Wochen». Zumindest haben die Österreicher in ihrem Werk in der Steiermark die Hochöfen unterdessen angeworfen, um die für das Tragseil nötigen Drähte zu produzieren. Erst dann können die eigentlichen Seile in Romanshorn hergestellt werden. In Mürren selber schaut man den nächsten Wochen gefasst, aber doch mit einigen Sorgen entgegen.
 
Oscar schrieb:
Erst dann können die eigentlichen Seile in Romanshorn hergestellt werden

Bei der Fa. Fatzer

was für ein Name für einen Seilhersteller ...
fatzen (schwäbisch) = reissen (hochdeutsch)

Finde die Sache jetzt nicht soooo harmlos ... und die Frage wie lange denn die Betriebspause dauert halte ich für eher unwichtig

Für mich klar ein Fall der beweist, das. 2. parallele TragSeil erfüllt eine wichtige Redundanzfunktion. Mögen Sich die anderen vor- und Nachteile der beiden Systeme 1 bzw. 2 Tragseile vielleicht aufheben (windstabilität usw.) jedenfalls sieht das Bild von Theo echt krass aus wer weiss was passsiert wäre wenn die Bahn nicht sofort angehalten hätte, evtl. wird da der -nun offenliegende- Kern auch noch geschwächt --> so und jetzt haben wir eine 1-Tragseil PB :?
 
Wie alt dürfen denn Tragseile / Zugseile sein. Bei der Schilthornbahn sprach man von 40 jährigen Seilen.... ? Bestehen da Erfahrungswerte ?

Hat dieser Tragseilschaden ev. mit dem Alter oder ev. mit Materialermüdung zu tun ?
 
Tragseile halten in der Regel sehr lange. Die Predigtstuhlbahn hat beispielsweise 80-jährige Kabel im Einsatz!
 
80 jähriges Seil ist sicherlich eine Ausnahme.
Wann werden in der Regel die Tragseile / Förderseile (schadenfrei) aus Sicherheitsgründen (Materialermündungsrisiko ?ausgewechselt ? Hängt sicherlich auch mit der Seillänge, Beanspruchung zusammen.

nach 10, 20, 30, 40 oder mehr Jahren ?
 
x x
 
In der Tat gibt es Anlagen, bei welchen schon sehr alte Tragseile eingelegt sind. Weshalb allerdings bei der Anlage A ein Tragseil 60 Jahre im Einsatz belassen werden kann, bei der Anlage B aber schon nach 20 Jahren ersetzt werden muss kann niemand erklären. Massgebend für die Lebensdauer dürften äussere Einflüsse (Klima, Gewitter), das Design der Anlage, die Seilpflege und andere Grössen (welche?) sein.
Das Ablegekriterium für ein Tragseil richtet sich nach der Querschnittsverminderung, welche sich aus Drahtbrüchen und Korrosion (im wesentlichen) zusammensetzt. Diese Querschnittsverminderung wird regelmässig durch das magnetinduktive Prüfverfahren erfasst. In der Schweiz muss das Tragseil im 1. Jahr und danach alle 6 Jahre magnetinduktiv geprüft werden (vorausgesetzt, der Prüfturnus muss nicht wegen schlechten Resultaten herabgesetzt werden).
Wie Schmalspurfan erwähnt, werden die Tragseile periodisch verschoben. In der Schweiz mindestens alle 12 Jahre. Das Verschieben der Seile muss nebst der gleichmässigeren Abnutzung aber auch aus folgendem Grund erfolgen: die magnetinduktive Prüfung kann verfahrensbedingt nur in den freien Seilfeldern erfolgen. Jene Tragseilabschnitte, welche auf den Stützen aufliegen, können also während max. 12 Jahren nicht geprüft werden. Deshalb werden die Seile vor dem Verschieben geprüft und nach dem Verschieben die nun frei gewordenen Abschnitte ebenfalls geprüft. Die Länge, welche das Tragseil verschoben wird, richtet sich dabei nach dem längsten Tragseilsattel.
 
nur alle 12 Jahre für das Tragseil auf der Stütze ?

Ist das nicht ein Sicherheitsrisiko oder gibt es da andere Prüfungsverfahren ?
 
Weshalb man gerade auf 12 Jahre kommt, kann ich auch nicht sagen. Hängt vermutlich mit dem normalen Prüfturnus der Tragseile (6 Jahre) zusammen. Bisher sind keine Probleme mit dem längeren Prüfturnus bei den Stützenauflagen bekannt. Bei verdacht auf eine Seilschädigung kann man das Seil immer noch abheben und eine magnetinduktive Prüfung oder besser eine Durchstrahlungsprüfung durchführen.
 
Berner Oberland Ztg. schrieb:
«Ein Novum», aber kein Sicherheitsrisiko
Warum und wie das Tragseil der Schilthornbahn vor einer Woche angerissen wurde, bleibt ein Rätsel.
Peter Feuz, VR-Delegierter der Schilthornbahn AG, informierte am Montagabend eingehend über die Umstände des Schadens am Tragseil der Sektion Mürren–Birg. Kein Techniker könne sich das erklären, warum vor einer Woche in der linken Seilspur der Schilthornbahn zum Birg ein Schaden entstand.


«Vereinzelte Litzenbrüche sind schon immer passiert. Dass aber sämtliche 21 Litzendrähte auf einmal reissen, ist ein Novum» sagte Feuz. Und stellt gleichzeitig fest: «Es bestand aber zu keinem Zeitpunkt die Gefahr eines totalen Seilrisses, da der Seilkern absolut gesund ist und die Anlage mit 3,26-facher Sicherheit betrieben wird.» Die 6 Millimeter dicken Z-Profil-Drähte bilden die Ummantelung der kompaktierten 40-Millimeter-Tragseile, welche die Laufwerke der Seilbahnkabinen paarweise tragen und mit 42 Tonnen gespannt sind (wir haben berichtet).

Keine Gefahr bestanden? Rechne: angenommen, das Tragseil ist ein Stahlzylinder mit 40mm Durchmesser. Das ergibt einen metallischen Querschnitt von 1257 mm2 und entspricht 3.26-facher Sicherheit. Nach dem Wegfallen der Profildrähte (6 mm) hat der Zylinder noch einen Durchmesser von 28mm Durchmesser; ergibt einen metallischen Querschnitt von 616 mm2 -> Sicherheit von noch 1.6. Diese Sicherheit von 1.6 ist in Wahrheit aber tiefer, weil das Seil im innern aus Kerndrähten besteht und nicht aus einem Stahlzylinder. Die Sicherheit dürfte also noch bei etwa 1.4 liegen. Beim Riss der Profildrähte dürfte noch ein dynamischer Effekt auf die Restdrähte hinzugekommen sein und die Sicherheit dürfte sich für einen Augenblick gefährlich nahe von 1 verkleinert haben. Ich bin überzeugt, das ganze wurde heruntergespielt und in Wahrheit ging man haarscharf einer Katastrophe vorbei. Dass man zwei Tragseile hat und dabei eine Redundanz habe lasse ich nicht gelten. Zwei Tragseile hat man aus rein praktischen Gründen: leichterer Transport der Seile, leichtere Montage, kleinere Radien der Stützensättel, kleinere Poller -> kleinere Gebäude etc. Ausserdem: wenn 2 Tragseile ein Redundanzfaktor wären, weshalb hat man dann nicht 2 Zugseile...
 
sänger schrieb:
Dass man zwei Tragseile hat und dabei eine Redundanz habe lasse ich nicht gelten. Zwei Tragseile hat man aus rein praktischen Gründen: leichterer Transport der Seile, leichtere Montage, kleinere Radien der Stützensättel, kleinere Poller -> kleinere Gebäude etc. Ausserdem: wenn 2 Tragseile ein Redundanzfaktor wären, weshalb hat man dann nicht 2 Zugseile...

Auch wenn das 2. Seil nicht mit dem vorrangigen Ziel einer Redundanz verbaut wird (dann müsste ja beide Seile den Querschnitt haben , den das Seil einer entspr. 1-Tragseil PB hätte), hat man doch ein getrenntes System das zb gegenüber Folgebeschädigungen unempfindlicher ist

Warum keine 2 Zugseile ... es gibt Tragseilbremsen :)

sänger schrieb:
Ich bin überzeugt, das ganze wurde heruntergespielt und in Wahrheit ging man haarscharf einer Katastrophe vorbei.

Ganz deiner Meinung ...
 
und es stellt sich nach vor die Frage:

Warum dieser Vorfall - trotz aller Kontrollen und x-fachen Seilreisssicherheit sowie bestem Material - dennoch passieren konnte ? Ich hoffe, dass dies in den nächsten 10 Jahren ein Einzelfall bleibt und in der Schweiz keine solchen Defekte auftauchen werden....

In der Konsequenz müssten ja alle Tragseile/Förderseile in der Schweiz speziell überprüft (nach Kenntnis der Ursache) werden. Wird dies auch so sein ?
 
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