Wie jedes Jahr war ich in den Weihnachtsferien Ende 2006/Anfang 2007 in Schladming. Hier erstmal eine Tagesübersicht, wo ich gefahren bin:
23.12.-25.12.: Planai und Hauser Kaibling
26.12.: Pause und Absolvierung privater Besuche
27.12.: Tagesausflug zum Katschberg, siehe Bericht
28.12.: Tagesausflug nach Dienten und Hintermoos am Hochkönig, siehe Bericht
29.12.: Abstecher per Schibus zum Dachstein um Menschenmassen und Kunstschnee auszuweichen, siehe Bericht
30.12.-7.1.: Planai, Hauser Kaibling, Hochwurzen und Reiteralm, also alle 4 Berge
Die Tage im Jahr 2006 waren geprängt von viel zu wenig Schnee, ab 2.1.2007 schneite es jeden Tag heftig (insgesamt bis zu 70cm Neuschnee, an windgeschützten Stellen auch mehr als 1m). Die Pisten waren dank hervorragender Beschneiung bis auf wenige Ausnahmen in sehr gutem Zustand, angesichts der Menschenmassen war ich aber hauptsächlich im Tiefschnee unterwegs.
Mein Bericht teilt sich in drei Teile: Standard-Bericht vom Schigebiet, Fotos der neuen 8-EUB "Golden Jet" und Fotos vom Tiefschneeerlebnis am Gipfel des Hauser Kaibling, den ich dank gesperrten Gipfellift meist unverspurt vorfand. Zu Fuß ging ich insgesamt 5x die 200 hm zum Gipfel, weil der Osthang so toll zum fahren war.
Aber lest selbst:
zuerst mal der Pistenplan der Dachstein-Tauern-Region:

Klick aufs Bild für größere Version.
Pläne der einzelnen Berge finden sich auf den jeweiligen Berg-Seiten wie www.planai.at die Übersicht kommt von www.4berge.at
geöffnete Lifte:
ab 25.12. alle, außer: Hauser Kaibling Gipfellift
geöffnete Pisten:
ab 25.12. alle, außer:
Hauser Kaibling: Gipfel- und Osthang. Außerdem wurde die Talabfahrt "Prenner" glaube ich am 28.12. geöffnet.
Planai: Ost ("Streicher"), West ("Jagerwiesn"), Schirouten Mitterhausalm und Burgstallalm
Hochwurzen: Schiroute nach Schladming
Reiteralm: Hahn'l-Piste
Schnee:
zuerst nur Kunstschnee und abseits der Piste fast nichts, dann griffiger Naturschnee und abseits ein Pulvertraum, siehe weiter unten.
Wetter:
Bis zum Jahreswechsel strahlender Sonnenschein, keine Wolken in Sicht, danach nur mehr Bewölkt und täglich Schneefall.
Wartezeiten:
eigentlich nur von 27.12.-31.12., aber selten mehr als 3min.
Gefallen:
Gute Beschneiung, wenig Steine, viel Schifahren und Boarden, toller Pulverschnee, 5x Schitour am Hauser-Kaibling mit traumhaften Osthang.
Nicht gefallen:
An den Sonnentagen zwischen 27.12. und 31.12. zu viele Menschen, Wartezeiten am Hochwurzen 6er und GUB "Gipfelbahn Hochwurzen"
und jetzt zu den Bildern und dem wirklichen Bericht:
Varianten am Gipfel des Hauser Kaiblings nach Ost und Nordost
Bilder vom Schigebiet folgen weiter unten.
Beginnen möchte ich mit meinem Highlight des Urlaubs, der 5maligen Besteigung zu Fuß des Hauser Kaibling Gipfels und der Fahrt durch den pulvrigen, unverspurten Osthang.
Begonnen hat es damit dass es mir am 25.12. schon zu langweilig war auf den harten Kunstschneepisten zu fahren, die normalen Tiefschneehänge waren nicht befahrbar. Im Osthang sah ich aber circa 20 Spuren, traditionell liegt in der Schiroute "Osthang" (#9 am Hauser Kaibling) mehr Schnee also stieg ich über den Grat von derKrummholzhütte bis zum Gipfel, da der Gipfellift gesperrt war.
Insgesamt war ich 5x oben, 2x am 25.12., 1x am 3.1. und 2x am 4.1., dazu noch einmal nur die halbe Strecke bis zu einer der Nord-Varianten am 4.1.
Der Osthang von der Bergstation des Höfi-Express II am 25.12.
Plan des Gipfelbereichs, Aufstieg entlang des Grates von der Krummholzhütte
grün: Abfahrtsroute am 25.12., Ende beim neuen Speicherteich
rot: Abfahrtsroute am 3.1.
blau: Route am 4.1.
orange: Route durch eine der Nordvarianten am 4.1. (mit Lawinen-Auslösung, siehe weiter unten)
Fotos vom 25.12.
Kaibling Gipfel, aufgenommen von kurz nach der Bergstation Quattralpina (im Pistenplan: C) und Senderbahn (F). Aufstieg über den Grat, im Bild auch der Gipfellift (I)
Vom Grat hat man einen traumhaften Blick ins Ennstal, majestätisch thront der Grimming über dem Nebelmeer.
Blick zurück zum Startpunkt beim Sender. Links unten die Talstation des geschlossenen Gipfellifts, im Hintergrund Ramsau am Dachstein mit Bischofsmütze und Dachstein
Zoom zum Planai-Gipfel, links zu sehen die Hänge am Mitterhaus-Doppelschlepplift (L,M)
Am Gipfel angekommen liegt der Osthang vor mir, die erste Spur wähle ich rechts vom Bildrand, dort sind noch keine Spuren. Am Ende des Osthangs sind die Bergstation des 4-KSB Höfi II (H) und des stillgelegten SL Esslingalm zu sehen.
Ein letzter Blick zur Bergstation des Gipfellifts und Gipfelkreuz am Hauser Kaibling (2015 m), dann stürze ich mich in den traumhaften Osthang.
Schon habe ich die erste Tiefschnee-Spur der Saison gezogen, voller Entzückung schwebe ich bereits auf Wolke 7.
Unten angekommen bin ich voller Enthusiasmus die Abfahrt nochmal zu wiederholen, also nochmal zum Sender und nochmal 25min aufsteigen.
Jetzt schon Fotos nach dem ersten Tag des großen Schneefalls vom 3.1.
Widrige Verhältnisse: Schneesturm, Nebel und massive Windverfrachtung, im geschützten Osthang aber 50cm Neuschnee. Würde ich den Hang nicht wie meine Westentasche kennen, würde ich die Tour sofort abbrechen.
Schwieriger Aufstieg, dauert ca. doppelt so lange wie am 25.12.
Oben angekommen sieht man die Bergstation des Gipfelliftes fast nicht mehr.
Tafel bei der Einfahrt in den Osthang, mehr Fotos sind auf Grund der katastrophalen Sicht nicht möglich.
Am 3.1. bin ich auch nur 1x den Hang gefahren, den Rest des Tages verbringe ich im Tiefschnee im Tiefschneerevier der Kaibling-, Mitterhaus- und Burgstallalm.
Bilder vom 4.1.
Sicht besser und die Spuren vom Vortag komplett zugeschneit. Wie am Vortag ziehe ich die erste Spur.
Am nächsten Tag bezeugt der Grat eindrucksvoll den starken Westwind.
Zoom zum SL Kaiblingalm (K)
Blick am Grat in eine der Nordost-varianten, später werde ich hier noch abfahren.
Selbstauslöserfoto am Gipfel
Foto vom Gipfel auf die Trasse des immer noch geschlossenen Gipfellifts, rechts im Bild der Startpunkt des Aufstiegs und der Ziehweg zur Kaiblingalm und zur Planai.
Zum zweiten Mal an diesem Tag liegt der Osthang vor mir. Zu sehen nur meine Spur von einer Stunde früher und die Spur eines Tourengehers der mir 10min später nachfuhr, diesmal ziehe ich also die dritte Spur.
Nach nur einem Tag Schneesturm und Westwind hat sich die Gipfelwechte imposant aufgetürmt.
Ein letzter Blick zum Gipfelkreuz mit meinem Board, im Hintergrund die Planai und auf gehts zum insgesamt 5. Mal in den traumhaften Osthang.
Wieder meine Spur, diesmal leicht windgepresster Schnee, mit dem Board wars an diesem Tag sogar am schönsten zu fahren.
Am Ende blicke ich voller Entzückung zurück, es war so toll dass ich beschließe noch ein drittes mal an diesem Tag hinauf zu steigen, diesmal aber nur zur Hälfte bis zum Einstieg in eine der Nord-varianten.
Blick zurück beim dritten Aufstieg, v.l.n.r.: 4KSB Senderbahn, 4KSB Quattralpina, Sender, Bergstation der PB Tauernseilbahn neben der dunklen Krummholzhütte, Bergstation 6KSB "Kaibling 6er". Im Hintergrund der Dachstein, diesmal in den Wolken, schön zu sehen aber die Piste am Rittisberg in der Ramsau und weiter links der Rossbrand (Filzmoos).
Einstieg in die Nordvariante die ich mir aussuchte. Sie ist steiler als der Osthang. Darunter die Quattralpina-Standard-Piste. Im Bild rechts oben ist die Talstation der 6KSB und einer der Speicherteiche zu erkennen.
Gleicher Standort, Blick nach rechts zum neuen Speicherteich und zur Esslingalm-Piste.
Noch ein letzter Blick zurück zum Gipfellift und Höchstein, dann treffe ich noch 5 andere Tourengeher die sich eine geeignete Spur suchen wollen, sie beschließen die selbe Variante wie ich zu nehmen, wollen aber vorher noch 5min verschnaufen. Also fahre ich in den Hang ein, erster Eindruck: stark windgepresst, aber mit dem Snowboard wunderschön zu fahren. Ich fahre in hohem Tempo 5 Schwünge und verlangsame meine Geschwindigkeit um im unteren Drittel des ca. 200hm langen Hanges ein Foto nach oben zu machen. Bevor ich zum Stehen komme schaue ich nach oben und sehe eine etwa 7m breiten Lawine/Neuschneerutsch auf mich zukommen, sie ist aber noch 15m entfernt. Nachdem sie mich mindestens bis zu den Knien bedeckt hätte, fahre ich gleich weiter. Ich dachte ich hätte den kleinen Rutsch beim vierten Schwung losgetreten.
Am Ende des Hanges bleibe ich stehen und beim Blick zurück erkenne ich erst was passiert ist:
Links im Bild die Lawine vor der ich geflüchtet bin, gut zu sehen meine Spur. Stehen bleiben wollte ich etwa 5m oberhalb des linken kahlen Baumes. Am oberen Ende des Hanges entdecke ich unterhalb der Tourengeher eine 40-50m breite Abrisskante eines Schneebretts, die ich sofort beim Einfahren in den Hang losgetreten habe.
Der rechte Teil der Abrisskante im Zoom, da hab ich erst gemerkt was ich da losgetreten habe, die Tourengeher entscheiden sich danach den Hang doch nicht zu fahren.
Das Ende der Lawine vor dem ich geflüchtet bin.
Bei der Wiederauffahrt mit der Sesselbahn blicke ich auf die ganze Lawine.
Kurze Analyse meiner Erfahrung mit meiner ersten wirklichen selbst losgetretenen Lawine, es kann ja für andere hilfreich sein:
Der Schnee in der Schiroute "Osthang" vom Gipfel war wenig windgepresst und wenig lawinengefährdet, da er geschützt vor dem Westwind lag. Die Variante die ich am Ende fuhr (in der Karte ganz oben braun/orange) ist aber mehr nach Norden exponiert und deswegen dem Westwind ausgesetzter. Ich habe den Triebschnee im oberen Bereich dieser Variante unterschätzt, obwohl ich mir die Lawinengefahr bewusst war. Beim Einfahren in den Hang habe ich, ohne es zu merken, sofort ein 40m breites Schneebrett losgetreten. Durch meine hohe Geschwindigkeit fuhr ich ihr aber davon (immer noch ohne es zu merken). Aufgrund der geringen Schneedecke kam das rechte Drittel der Lawine auch nach etwas mehr als 50hm wieder zu stehen, der linke Teil raste aber weiter. Lebensgefahr bestand für mich zwar nicht (wegen der geringen Schneehöhe), trotzdem hätte es gefährlich werden können, wäre die Lawine nicht gebremst worden. Lehrreich war es in jedem Fall: auch bei geringer Schneelage sind ernsthafte Lawinen möglich, niemals Triebschneeablagerungen unterschätzen!
Ich bin eigentlich sehr vorsichtig was Lawinen angeht, in diesem Fall habe ich die Gefahr wegen der geringen Schneehöhe unterschätzt. Ebenfalls lehrreich war dass ich nichtmal bemerkte, dass ich ein doch sehr breites Schneebrett losgetreten habe und ihm auch noch davon gefahren bin. Das Ausmaß habe ich erst ganz unten entdeckt. Noch nie zuvor habe ich eine Lawine dieses Ausmaßes losgetreten, an diese Erfahrung werde ich mich lange erinnern. Ich hoffe, dass diese Erfahrung vielleicht auch einigen Usern etwas bringt, deswegen habe ich sie so ausführlich geschildert.
Das war einmal der erste Teil meines Berichtes mit meinem Highlight des Urlaubs: 6x einen grandiosen Tiefschneehang zu fahren und das wo an anderen Stellen abseits der Piste gar nichts geht.
Die nächsten Teile des Berichts (Bilder vom Schigebiet, vom Goldenjet und vom Oldtimer-Rennen "Planai-Classic" folgen wahrscheinlich morgen.
Weitere Bilden vom Schigebiet folgen weiter unten
23.12.-25.12.: Planai und Hauser Kaibling
26.12.: Pause und Absolvierung privater Besuche
27.12.: Tagesausflug zum Katschberg, siehe Bericht
28.12.: Tagesausflug nach Dienten und Hintermoos am Hochkönig, siehe Bericht
29.12.: Abstecher per Schibus zum Dachstein um Menschenmassen und Kunstschnee auszuweichen, siehe Bericht
30.12.-7.1.: Planai, Hauser Kaibling, Hochwurzen und Reiteralm, also alle 4 Berge
Die Tage im Jahr 2006 waren geprängt von viel zu wenig Schnee, ab 2.1.2007 schneite es jeden Tag heftig (insgesamt bis zu 70cm Neuschnee, an windgeschützten Stellen auch mehr als 1m). Die Pisten waren dank hervorragender Beschneiung bis auf wenige Ausnahmen in sehr gutem Zustand, angesichts der Menschenmassen war ich aber hauptsächlich im Tiefschnee unterwegs.
Mein Bericht teilt sich in drei Teile: Standard-Bericht vom Schigebiet, Fotos der neuen 8-EUB "Golden Jet" und Fotos vom Tiefschneeerlebnis am Gipfel des Hauser Kaibling, den ich dank gesperrten Gipfellift meist unverspurt vorfand. Zu Fuß ging ich insgesamt 5x die 200 hm zum Gipfel, weil der Osthang so toll zum fahren war.
Aber lest selbst:
zuerst mal der Pistenplan der Dachstein-Tauern-Region:

Klick aufs Bild für größere Version.
Pläne der einzelnen Berge finden sich auf den jeweiligen Berg-Seiten wie www.planai.at die Übersicht kommt von www.4berge.at
geöffnete Lifte:
ab 25.12. alle, außer: Hauser Kaibling Gipfellift
geöffnete Pisten:
ab 25.12. alle, außer:
Hauser Kaibling: Gipfel- und Osthang. Außerdem wurde die Talabfahrt "Prenner" glaube ich am 28.12. geöffnet.
Planai: Ost ("Streicher"), West ("Jagerwiesn"), Schirouten Mitterhausalm und Burgstallalm
Hochwurzen: Schiroute nach Schladming
Reiteralm: Hahn'l-Piste
Schnee:
zuerst nur Kunstschnee und abseits der Piste fast nichts, dann griffiger Naturschnee und abseits ein Pulvertraum, siehe weiter unten.
Wetter:
Bis zum Jahreswechsel strahlender Sonnenschein, keine Wolken in Sicht, danach nur mehr Bewölkt und täglich Schneefall.
Wartezeiten:
eigentlich nur von 27.12.-31.12., aber selten mehr als 3min.
Gefallen:
Gute Beschneiung, wenig Steine, viel Schifahren und Boarden, toller Pulverschnee, 5x Schitour am Hauser-Kaibling mit traumhaften Osthang.
Nicht gefallen:
An den Sonnentagen zwischen 27.12. und 31.12. zu viele Menschen, Wartezeiten am Hochwurzen 6er und GUB "Gipfelbahn Hochwurzen"
und jetzt zu den Bildern und dem wirklichen Bericht:
Varianten am Gipfel des Hauser Kaiblings nach Ost und Nordost
Bilder vom Schigebiet folgen weiter unten.
Beginnen möchte ich mit meinem Highlight des Urlaubs, der 5maligen Besteigung zu Fuß des Hauser Kaibling Gipfels und der Fahrt durch den pulvrigen, unverspurten Osthang.
Begonnen hat es damit dass es mir am 25.12. schon zu langweilig war auf den harten Kunstschneepisten zu fahren, die normalen Tiefschneehänge waren nicht befahrbar. Im Osthang sah ich aber circa 20 Spuren, traditionell liegt in der Schiroute "Osthang" (#9 am Hauser Kaibling) mehr Schnee also stieg ich über den Grat von derKrummholzhütte bis zum Gipfel, da der Gipfellift gesperrt war.
Insgesamt war ich 5x oben, 2x am 25.12., 1x am 3.1. und 2x am 4.1., dazu noch einmal nur die halbe Strecke bis zu einer der Nord-Varianten am 4.1.
Der Osthang von der Bergstation des Höfi-Express II am 25.12.
Plan des Gipfelbereichs, Aufstieg entlang des Grates von der Krummholzhütte
grün: Abfahrtsroute am 25.12., Ende beim neuen Speicherteich
rot: Abfahrtsroute am 3.1.
blau: Route am 4.1.
orange: Route durch eine der Nordvarianten am 4.1. (mit Lawinen-Auslösung, siehe weiter unten)
Fotos vom 25.12.
Kaibling Gipfel, aufgenommen von kurz nach der Bergstation Quattralpina (im Pistenplan: C) und Senderbahn (F). Aufstieg über den Grat, im Bild auch der Gipfellift (I)
Vom Grat hat man einen traumhaften Blick ins Ennstal, majestätisch thront der Grimming über dem Nebelmeer.
Blick zurück zum Startpunkt beim Sender. Links unten die Talstation des geschlossenen Gipfellifts, im Hintergrund Ramsau am Dachstein mit Bischofsmütze und Dachstein
Zoom zum Planai-Gipfel, links zu sehen die Hänge am Mitterhaus-Doppelschlepplift (L,M)
Am Gipfel angekommen liegt der Osthang vor mir, die erste Spur wähle ich rechts vom Bildrand, dort sind noch keine Spuren. Am Ende des Osthangs sind die Bergstation des 4-KSB Höfi II (H) und des stillgelegten SL Esslingalm zu sehen.
Ein letzter Blick zur Bergstation des Gipfellifts und Gipfelkreuz am Hauser Kaibling (2015 m), dann stürze ich mich in den traumhaften Osthang.
Schon habe ich die erste Tiefschnee-Spur der Saison gezogen, voller Entzückung schwebe ich bereits auf Wolke 7.
Unten angekommen bin ich voller Enthusiasmus die Abfahrt nochmal zu wiederholen, also nochmal zum Sender und nochmal 25min aufsteigen.
Jetzt schon Fotos nach dem ersten Tag des großen Schneefalls vom 3.1.
Widrige Verhältnisse: Schneesturm, Nebel und massive Windverfrachtung, im geschützten Osthang aber 50cm Neuschnee. Würde ich den Hang nicht wie meine Westentasche kennen, würde ich die Tour sofort abbrechen.
Schwieriger Aufstieg, dauert ca. doppelt so lange wie am 25.12.
Oben angekommen sieht man die Bergstation des Gipfelliftes fast nicht mehr.
Tafel bei der Einfahrt in den Osthang, mehr Fotos sind auf Grund der katastrophalen Sicht nicht möglich.
Am 3.1. bin ich auch nur 1x den Hang gefahren, den Rest des Tages verbringe ich im Tiefschnee im Tiefschneerevier der Kaibling-, Mitterhaus- und Burgstallalm.
Bilder vom 4.1.
Sicht besser und die Spuren vom Vortag komplett zugeschneit. Wie am Vortag ziehe ich die erste Spur.
Am nächsten Tag bezeugt der Grat eindrucksvoll den starken Westwind.
Zoom zum SL Kaiblingalm (K)
Blick am Grat in eine der Nordost-varianten, später werde ich hier noch abfahren.
Selbstauslöserfoto am Gipfel
Foto vom Gipfel auf die Trasse des immer noch geschlossenen Gipfellifts, rechts im Bild der Startpunkt des Aufstiegs und der Ziehweg zur Kaiblingalm und zur Planai.
Zum zweiten Mal an diesem Tag liegt der Osthang vor mir. Zu sehen nur meine Spur von einer Stunde früher und die Spur eines Tourengehers der mir 10min später nachfuhr, diesmal ziehe ich also die dritte Spur.
Nach nur einem Tag Schneesturm und Westwind hat sich die Gipfelwechte imposant aufgetürmt.
Ein letzter Blick zum Gipfelkreuz mit meinem Board, im Hintergrund die Planai und auf gehts zum insgesamt 5. Mal in den traumhaften Osthang.
Wieder meine Spur, diesmal leicht windgepresster Schnee, mit dem Board wars an diesem Tag sogar am schönsten zu fahren.
Am Ende blicke ich voller Entzückung zurück, es war so toll dass ich beschließe noch ein drittes mal an diesem Tag hinauf zu steigen, diesmal aber nur zur Hälfte bis zum Einstieg in eine der Nord-varianten.
Blick zurück beim dritten Aufstieg, v.l.n.r.: 4KSB Senderbahn, 4KSB Quattralpina, Sender, Bergstation der PB Tauernseilbahn neben der dunklen Krummholzhütte, Bergstation 6KSB "Kaibling 6er". Im Hintergrund der Dachstein, diesmal in den Wolken, schön zu sehen aber die Piste am Rittisberg in der Ramsau und weiter links der Rossbrand (Filzmoos).
Einstieg in die Nordvariante die ich mir aussuchte. Sie ist steiler als der Osthang. Darunter die Quattralpina-Standard-Piste. Im Bild rechts oben ist die Talstation der 6KSB und einer der Speicherteiche zu erkennen.
Gleicher Standort, Blick nach rechts zum neuen Speicherteich und zur Esslingalm-Piste.
Noch ein letzter Blick zurück zum Gipfellift und Höchstein, dann treffe ich noch 5 andere Tourengeher die sich eine geeignete Spur suchen wollen, sie beschließen die selbe Variante wie ich zu nehmen, wollen aber vorher noch 5min verschnaufen. Also fahre ich in den Hang ein, erster Eindruck: stark windgepresst, aber mit dem Snowboard wunderschön zu fahren. Ich fahre in hohem Tempo 5 Schwünge und verlangsame meine Geschwindigkeit um im unteren Drittel des ca. 200hm langen Hanges ein Foto nach oben zu machen. Bevor ich zum Stehen komme schaue ich nach oben und sehe eine etwa 7m breiten Lawine/Neuschneerutsch auf mich zukommen, sie ist aber noch 15m entfernt. Nachdem sie mich mindestens bis zu den Knien bedeckt hätte, fahre ich gleich weiter. Ich dachte ich hätte den kleinen Rutsch beim vierten Schwung losgetreten.
Am Ende des Hanges bleibe ich stehen und beim Blick zurück erkenne ich erst was passiert ist:
Links im Bild die Lawine vor der ich geflüchtet bin, gut zu sehen meine Spur. Stehen bleiben wollte ich etwa 5m oberhalb des linken kahlen Baumes. Am oberen Ende des Hanges entdecke ich unterhalb der Tourengeher eine 40-50m breite Abrisskante eines Schneebretts, die ich sofort beim Einfahren in den Hang losgetreten habe.
Der rechte Teil der Abrisskante im Zoom, da hab ich erst gemerkt was ich da losgetreten habe, die Tourengeher entscheiden sich danach den Hang doch nicht zu fahren.
Das Ende der Lawine vor dem ich geflüchtet bin.
Bei der Wiederauffahrt mit der Sesselbahn blicke ich auf die ganze Lawine.
Kurze Analyse meiner Erfahrung mit meiner ersten wirklichen selbst losgetretenen Lawine, es kann ja für andere hilfreich sein:
Der Schnee in der Schiroute "Osthang" vom Gipfel war wenig windgepresst und wenig lawinengefährdet, da er geschützt vor dem Westwind lag. Die Variante die ich am Ende fuhr (in der Karte ganz oben braun/orange) ist aber mehr nach Norden exponiert und deswegen dem Westwind ausgesetzter. Ich habe den Triebschnee im oberen Bereich dieser Variante unterschätzt, obwohl ich mir die Lawinengefahr bewusst war. Beim Einfahren in den Hang habe ich, ohne es zu merken, sofort ein 40m breites Schneebrett losgetreten. Durch meine hohe Geschwindigkeit fuhr ich ihr aber davon (immer noch ohne es zu merken). Aufgrund der geringen Schneedecke kam das rechte Drittel der Lawine auch nach etwas mehr als 50hm wieder zu stehen, der linke Teil raste aber weiter. Lebensgefahr bestand für mich zwar nicht (wegen der geringen Schneehöhe), trotzdem hätte es gefährlich werden können, wäre die Lawine nicht gebremst worden. Lehrreich war es in jedem Fall: auch bei geringer Schneelage sind ernsthafte Lawinen möglich, niemals Triebschneeablagerungen unterschätzen!
Ich bin eigentlich sehr vorsichtig was Lawinen angeht, in diesem Fall habe ich die Gefahr wegen der geringen Schneehöhe unterschätzt. Ebenfalls lehrreich war dass ich nichtmal bemerkte, dass ich ein doch sehr breites Schneebrett losgetreten habe und ihm auch noch davon gefahren bin. Das Ausmaß habe ich erst ganz unten entdeckt. Noch nie zuvor habe ich eine Lawine dieses Ausmaßes losgetreten, an diese Erfahrung werde ich mich lange erinnern. Ich hoffe, dass diese Erfahrung vielleicht auch einigen Usern etwas bringt, deswegen habe ich sie so ausführlich geschildert.
Das war einmal der erste Teil meines Berichtes mit meinem Highlight des Urlaubs: 6x einen grandiosen Tiefschneehang zu fahren und das wo an anderen Stellen abseits der Piste gar nichts geht.
Die nächsten Teile des Berichts (Bilder vom Schigebiet, vom Goldenjet und vom Oldtimer-Rennen "Planai-Classic" folgen wahrscheinlich morgen.
Weitere Bilden vom Schigebiet folgen weiter unten