gReXi schrieb:
Genau das war der Test, ob du als Skifahrer überhaupt qualifiziert bist, die entsprechende Piste zu nutzen. Anderenfalls musstest auf den kleiner Liften üben, irgendwann einen neuen Versuch starten und hast es hoffentlich eines Tages geschafft. Bei der Aufmerksamkeitsspanne von Generation TikTok wäre es ohnehin ein großes Unterfangen, so Liftfahrten von früher erleben zu müssen. Die Aufmerksamkeit würde da ja nicht einmal mehr bis zum Ausstieg reichen...
Klingt nach einem ziemlich grindlastigen RPG
Mal kurz auf das Thema Fahrgeschwindigkeit einzugehen.
Schlepplifte wurden bis Anfangs der 90er Jahre aus kostengründen fast ausschleisslich mit Schleiffringanker Antrieben ausgerüstet.
Die Drehzahlregelung bei einem Schleifringankermotor (auch als "Wickelrotor-Asynchronmotor" bekannt) erfolgt typischerweise durch den Einsatz eines variablen Widerstands im Rotorstromkreis. Diese Art von Motor hat einen Schleifringrotor, der durch Schleifringe und Kohlebürsten mit externen Widerständen verbunden ist. Diese externe Widerstandsschaltung erlaubt es, die Drehzahl und das Anlaufmoment zu beeinflussen. Hier ist, wie der Prozess funktioniert:
Anlauf: Beim Starten des Motors werden zusätzliche Widerstände in den Rotorstromkreis eingefügt. Diese erhöhen den Rotorwiderstand, wodurch das Anlaufmoment steigt und gleichzeitig der Anlaufstrom reduziert wird. Das ist besonders nützlich, um hohe Lasten ohne hohe Ströme zu starten.
Drehzahlregelung: Sobald der Motor läuft, kann die Drehzahl durch das Variieren des externen Widerstands im Rotorstromkreis reguliert werden. Wenn der Widerstand erhöht wird, verlangsamt sich der Motor, weil der Rotorstrom sinkt und das Drehmoment begrenzt wird. Je niedriger der Widerstand, desto höher die Drehzahl, bis der Widerstand komplett entfernt ist und der Motor seine Nenn-Drehzahl erreicht.
Drehmoment und Verlustleistung: Der zusätzliche Widerstand erhöht die Verlustleistung, da der Rotor nun mehr Wärme erzeugt. Diese Art der Drehzahlregelung ist deshalb ineffizient und wird nur für bestimmte Anwendungen genutzt, bei denen der Drehzahlbereich nicht stark variieren muss oder die Belastung nicht konstant ist.
Kurzschließen der Widerstände: Bei Erreichen der gewünschten Drehzahl (meistens bei Nennbetrieb) werden die externen Widerstände üblicherweise kurzgeschlossen, und der Motor läuft als normaler Käfigläufer-Asynchronmotor mit stabilisierter Drehzahl weiter.
Die Schleifringankermotoren mit dieser Drehzahlregelung wurden häufig in Anwendungen mit hohen Anlaufmomenten oder variablem Drehzahlbedarf verwendet
Dieses Verfahren ist jedoch energieineffizient, und daher sind Schleifringankermotoren heute meist nur in spezifischen Anwendungen im Einsatz.
Der grösste Nachteil ist aber:
Wenn die Drehzahl eines Schleifringankermotors über einen längeren Zeitraum durch den Einsatz von Widerständen im Rotorstromkreis reduziert wird, hat dies einige Effekte, vor allem auf die Widerstände und die Motorleistung:
Erhöhte Verlustwärme: Die eingefügten Widerstände im Rotorstromkreis erzeugen erhebliche Wärme, da die elektrische Energie in diesen Widerständen in Wärme umgewandelt wird. Wenn die Drehzahl lange niedrig gehalten wird, wird auch über einen längeren Zeitraum Wärme produziert, was die Widerstände stark belastet. Ohne eine geeignete Kühlung (Die es bei den billigen Schleppern nie gab) können die Widerstände überhitzen und möglicherweise Schaden nehmen.
So sieht das aus.
Und ratet mal wieso das dass oben so schön braun ist.
Kurz gesagt. Die Schlepplifte können gar nicht über längere Zeit langsamer fahren.
Bei grösseren Modellen gab es Schaltgetriebe bei welchen die V max umgeschaltet werden konnten, meist mit kleinerer Übersetzung für die Revsision. Teilweise sogar mit einem zweiten schwächeren Motor für Revisionsfahrten.
Übrigends gab es sogar viele günstige EUB welche solche Antriebe besassen. Beispiel Mülller EUB's. Da war es wegen den Beschleunigern durch schiefe Ebene sowieso egal da die Bahn immer V-Max fahren musste.
Mit dem Einsatz von günstiger werdenden Leistungselektronik und dem aufkommen von Frequenzumrichtern wurden auch die Schlepplifte damit ausgerüstet.
Zuerst setzt man noch auf sogenannte Softstarter.
Ein Softstarter begrenzt den Einschaltstrom und die Spannung beim Anlaufen des Motors. Er arbeitet mit Halbleiterbauteilen wie Thyristoren oder Triacs, die die Spannung nach und nach erhöhen. Dadurch läuft der Motor sanfter und langsamer an, ohne plötzliche Stromspitzen zu verursachen. Das hat einige entscheidende Vorteile: Zum einen wird die Belastung für das Stromnetz reduziert, was Spannungseinbrüche bei größeren Motoren verhindern kann. Zum anderen schützt der sanfte Anlauf die mechanischen Komponenten, wie zum Beispiel Getriebe und Lager, vor abrupten Belastungen. Auch die Lebensdauer des Motors und der verbundenen Maschinen wird dadurch verlängert, da weniger Beanspruchung im Startprozess entsteht.
Der Startvorgang mit einem Softstarter läuft folgendermaßen ab: Nach dem Startsignal wird die Ausgangsspannung in einer sogenannten Spannungsrampe schrittweise erhöht. Der Motor gewinnt so langsam an Geschwindigkeit. Wenn die gewünschte Geschwindigkeit erreicht ist, stellt der Softstarter die volle Netzspannung zur Verfügung, und der Motor läuft normal weiter. In dieser Phase schaltet der Softstarter entweder in einen Bypass-Modus oder wird inaktiv, damit der Motor mit voller Netzspannung betrieben wird.
Hier ein Beispiel eines Skilift mit Softstarter:
https://youtu.be/E_7tDNpLqY0?t=11
Aber auch damit konnte der Skilift nur beschränkt unter Vmax laufen.
Seit dem Jahr 2000 sind alle neuen Skilifte mit günstigen meist 2Q Frequenzumrichtern (Skilifte haben meist keine Generatorische Last) ausgerüstet. Und seither gibts auch die Schleicher Skilifte.
Beispiel hier:
https://www.youtube.com/watch?v=B84bAgD_OsU
Man erkennt diese am charakteristischen sirren des Antriebsmotores.
Klar gab es auch früher Ausnahmelifte welche mit Thyristor oder Ward Leonard angetrieben wurden, das waren aber absolute Ausnahmen. Vor allem Kombilifte mussten fast zwangsläufig einen regelbaren Antrieb besitzen.
Sorry für den technikhistorischen Ausschweif, nur weil hier immer wieder geschrieben wird, früher war allen schneller.