Globalisieren ist in Tux kein Fremdwort
Wenn manche Tuxer heute von der Globalisierungsfalle lesen und hören, wissen sie, was das heißt. Schon 1976 waren sie selbst da hineingeraten.
Walter Stock war einst Betriebselektriker im hoch über Lanersbach gelegenen Magnesitwerk. "Schon ein Jahr vor der Schließung waren entsprechende Gerüchte umgegangen", erinnert er sich an die Stimmung im Dorf. Obwohl Mitglied des Gemeinderates und später Vizebürgermeister, wusste er, dass "höheren Orts" über das Schicksal des Werkes entschieden würde. Nämlich bei der damaligen Österreich-Amerikanischen Magnesitwerke AG (ÖAMAG).
Dabei hatte die Qualität des Magnesits gestimmt. "Sie war besser als die des Importmagnesits. Allerdings haben irgendwann die Aktionäre mitbekommen, dass die Produktion aufwändig und somit teuer war", erzählt er. Das abgebaute, gemahlene und abgepackte Produkt wurde nicht ins Tal geschafft, sondern auf dem kürzeren Weg über den Berg und von dort talwärts per Materialseilbahn nach Ramsau.
"Dort, wo heute das Alko-Werk steht, befand sich die Talstation der Seilbahn samt der Umladestation auf die Zillertalbahn", erzählt er. Die Zillertalbahn brachte das Magnesit nach Jenbach, wo es erneut umgeladen wurde. "Kein Wunder, dass irgendwann einmal die Manager den Rotstift ansetzten", sinniert er. Am 21. Dezember 1976 fuhr die letzte Schicht in den Berg ein. Damit endeten 56 Jahre Magnesitbergbau in Tux.
Ein Schlag für das Dorf, aus dem viele Mitarbeiter kamen. Die Arbeitslosen kamen entweder bei der Gletscherbahn oder bei der Firma Alko unter. "Einige zogen weg nach Radenthein, wo auch Magnesit abgebaut wurde", erinnert sich Stock. Er selbst war ein Jahr vor der Schließung ins Versicherungsgeschäft abgewandert.