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Schuldenkrise des Euro

TPD schrieb:
Für Leute, die nur eine Staatsbürgerschaft besitzen "leider" nicht möglich.
Sehr wohl wenn man die entsprechenden Gesetze ändert denn eine Staatsbürgerschaft sollte grundsätzlich kein durch Geburt ersessenes Recht sein sondern man sollte den Entzug derselben bei sehr schweren Delikten auch durchaus als Strafergänzung in Betracht ziehen; im Mittelalter gab es dieses durchaus sinnvolle Instrument schon und das nannte man damals die "Vogelfreierklärung".

@Pilatus, ich sehe das nicht als eine neue Umverteilung von oben nach unten sondern als bloße Rückgängigmachung jener Umverteilung von unten nach oben die in den letzten Jahrzehnten zweifelsfrei stattgefunden hat. Dafür ist es allerhöchste Zeit wenn man noch verhindern will das die Bevölkerung berechtigterweise auf die Straße geht oder zu undemokratischen Methoden greift um diese Entwicklung endlich zu stoppen nachdem die Politik egal in welchem Land noch immer nicht bereit ist Nägel mit Köpfen zu machen. Vermutlich will man einfach nicht jene Hände beißen die einen offensichtlich in welcher Art auch immer füttern.
 
Was mich ärgert, sind die Vorwürfe der USA. Selber ein Riesendefizit und eine enorme Verschuldung haben, aber trotzdem ungeniert mit den Finger auf andere zeigen und Besserung verlangen! Dass alle rating-Agenturen amerikanisch sind, ist natürlich dabei hilfreich. Honi soit qui mal y pense...
 
Jetzt gehts los, Zwangsanleihen werden erörtert :wink:
http://www.handelsblatt.com/politik...zwangsanleihe-dann-bitte-zinslos/6865304.html

GMD schrieb:
Was mich ärgert, sind die Vorwürfe der USA. Selber ein Riesendefizit und eine enorme Verschuldung haben, aber trotzdem ungeniert mit den Finger auf andere zeigen und Besserung verlangen! Dass alle rating-Agenturen amerikanisch sind, ist natürlich dabei hilfreich. Honi soit qui mal y pense...
Die Amis können halt Geld drucken, wie sie wollen.
Und es wird niemand gezwungen, Geschäfte in den USA zu machen, auch die Schweizer Banken nicht.
Wenn man das tut, muss man sich halt dort an die Regeln halten, wie beispielsweise das Steuerrecht.
Wenn ich Leute mit zweifelhaften Geldanlagen versorge , muss man halt die Konsequenzen bedenken.
Aber da gibts auch genug deutsche Beispiele, allein Daimler hat mit Chrysler ca. 100 MILLIARDEN € verbraten.
 
Naja, wenns nur das Schulden machen wäre... z.B. auch beim Schwarzgeld ist die gespielte Empörung der Amerikaner eigentlich lächerlich, siehe z.B. hier: http://www.bilanz.ch/unternehmen/editorial-amerikanische-doppelmoral

@ Rating-Argentueren: Als es um die Anhebung der Schuldengrenze ging, stand doch auch die USA kurz vor einer Abstufung? Naja, die Kritik kam bis jetzt v.A. von den (m.E. völlig zu recht) abgestuften Staaten. Man kann den Ratingargenturen eher vorwerfen, dass sie zu wenig hart vorgehen. Aber was die europäischen Politiker ja im Moment wollen, sind Schrott-Anleihen mit Top-Rating. Damit man die Schuldenwirtschaft noch ein bisschen fortführen kann.

Und wie gesagt, die Amerikaner können ihr Geld im Gegensatz zu Griechenland etc. noch selber drucken. Desshalb werden sie ihre Schulden zumindest mittelfristig wohl schon noch bedienen. Aber Dollarinvestitionen lohnen sich so halt einfach z.B. für Schweizer nicht mehr, da die Währung mehr verliert als man mit dem Investment reinholt. Ist meinem Vater z.B. mit an sich schwer rentablen, amerikanische Second Hand Policen passiert.
 
Rüganer schrieb:
Dann kann man ja gleich bei den den besonders vermögenden Völkern anfangen. ZB Italien.

Wenigstens lassen sich die Verfassungsrichter nicht von der Politikerhektik anstecken, die zu 2/3 nur noch vor den "Märkten" erzittern.
Irgendwann steht am Reichstag womöglich nicht mehr "Dem Deutschen Volke" - sondern "Den Märkten".
Bleibt zu hoffen, dass über dem Urteil den BVG nicht "Im Namen der Märkte" stehen wird...
 
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/euro-rettung-juncker-mahnt-verfassungsrichter-zur-eile-a-844425.html
Es ist schon peinlich, dass nach den Deutschan Politikern selbst Juncker jetzt in dieser märktehörigen Panik das Verfassungsgericht ermahnt.
Langsam kristallisiert sich heraus, dass die Bereitschaft der "Euro-Retter", sich an Gesetze und Demokratie zu halten kaum vorhanden ist.

http://www.tagesschau.de/wirtschaft/bankenhaftung100.html
http://www.zeit.de/wirtschaft/2012-07/regling-esm-bankenhilfe
An Dilettantismus kaum zu übertreffen: Die Politiker, Ihre Beschlüsse und ihre Verträge. Kaum leistbare Haftungsrisiken für die kommenden Generationen und keiner (so behaupte ich) weiß wirklich Bescheid, was er da überhaupt beschlossen hat.
 
Natürlich kann man über Demokratie und Markthörigkeit rumphilosophieren oder im juristischen Elfenbeinturm (Karlsruhe) Rechtsfragen wälzen. Hab meine Zweifel ob die Herrschaften die auf Herrenchiemsei seinerzeit das Grundgesetz geschrieben haben den ESM im Visier hatten.

Problem ist halt die Lebenswirklichkeit - Jede Woche müssen Staaten zu akzeptablen Konditionen Anleihen auf den Markt bringen und Käufer dafür finden.
 
Fab schrieb:
..Problem ist halt die Lebenswirklichkeit - Jede Woche müssen Staaten zu akzeptablen Konditionen Anleihen auf den Markt bringen und Käufer dafür finden.
Ich wundere mich etwas über Deine enorm kurzsichtige Denkweise.
Es kann jawohl nicht sein, dass man jetzt mal eben etwas macht, was den Druck nimmt, aber gleichzeitig die Probleme in die Zukunft schiebt und dabei potenziert.
Die Tatsache, dass die kritischen Staaten hinsichtlich Zinsen auf deren Anleihen lange einen volkswirtschaftlich und Bürokratietechnisch nicht gedeckten "Euro-Vertrauensbonus" genossen, hat die Überschuldung massiv gefördert und uns uA in die heutige Situation manövriert.
Je länger man diesen Ländern künstlich (zB durch Rettungsschirme) günstige Zinsen generiert, die nicht aus der eigenen volkswirtschaftlichen Leistungskraft und funktionierender (Steuer-)Bürokratie entstehen, verschlimmert man die Situation nur weiter.
Man rettet sich zwar ein paar Legislaturperioden in die Zunkunft (deswegen will die Politik das ja auch so), aber man löst das Problem nicht. Und so naiv sein daran zu glauben, dass die Südländer Sparvorgaben und Haushaltsregeln, die vom Norden diktiert werden auch in irgendwie absehbaren Zeiträumen umsetzten, kann man eigentlich nicht sein.
Was dann kommt, wenn der ESM verbraucht ist, ist noch problematischer als das, was jetzt vorherrscht.
 
3303 schrieb:
Fab schrieb:
..Problem ist halt die Lebenswirklichkeit - Jede Woche müssen Staaten zu akzeptablen Konditionen Anleihen auf den Markt bringen und Käufer dafür finden.
Ich wundere mich etwas über Deine enorm kurzsichtige Denkweise.
Ja, ja - Kurzsichtigkeit ist ein Problem. Dazu wenn sie noch enorm ist :lach:
 
Zum wiederholten Male wirst du arrogant und in einer gewissen Weise herablassend, wenn dir die Argumente ausgehen. Ganz schwach fab.
 
Fab schrieb:
Natürlich kann man über Demokratie und Markthörigkeit rumphilosophieren oder im juristischen Elfenbeinturm (Karlsruhe) Rechtsfragen wälzen. Hab meine Zweifel ob die Herrschaften die auf Herrenchiemsei seinerzeit das Grundgesetz geschrieben haben den ESM im Visier hatten.

Problem ist halt die Lebenswirklichkeit - Jede Woche müssen Staaten zu akzeptablen Konditionen Anleihen auf den Markt bringen und Käufer dafür finden.

Das Verfassungsgericht ist kein juristischer Elfenbeinturm. Ein Professor aus Heidelberg hat dazu in der Donnerstagsausgabe der FAZ einige sehr wahre Sätze geschrieben:

"Verfassungsnot fordert Deutlichkeit: Eine Instabilität des Rechts wiegt schwerer als eine Instabilität der Finanzen. Niemand wird leichtfertig über Wirtschaft, Markt und Finanzen sprechen, schon gar nicht leichtsinnig wirtschaftspolitische Entscheidungen treffen. Aber wenn die Autorität des Rechts nur durch einen vorübergehenden Verzicht auf Wachstum, durch eine zeitweilige Prosperitätseinbuße zurückgewonnen werden könnte, müssten wir diesen Weg gehen. Der umgekehrte Weg, Finanzstabilität durch immer weniger Rechtsstabilität zu erreichen, ist nicht gangbar."
 
McMaf schrieb:
Das Verfassungsgericht ist kein juristischer Elfenbeinturm.
Darauf bin ich garnicht eingegangen. Die Politik ist derzeit sowieso vollkommen vermessen, was das angeht.
Es ist natürlich auch nicht Aufgabe des Verfassungsgerichtes, irgendwelche Investoren zu beruhigen, sondern die Verfassungsmäßigkeit zu prüfen.
Wenn sich herausstellen sollte, dass das Gesetztespaket verfassungswidrig ist, ist daran nicht das Gericht schuld, sondern die Politik.
Wenn überhaupt, haben wir einen politischen Elfenbeinturm in Berlin.
 
Ich tippe ja mal auf eine Art Vergleich : Diese Rettung wird nochmal durchgehen, aber dann muss auch Schluss sein.
 
Fab schrieb:
3303 schrieb:
Fab schrieb:
..Problem ist halt die Lebenswirklichkeit - Jede Woche müssen Staaten zu akzeptablen Konditionen Anleihen auf den Markt bringen und Käufer dafür finden.
Ich wundere mich etwas über Deine enorm kurzsichtige Denkweise.
Ja, ja - Kurzsichtigkeit ist ein Problem. Dazu wenn sie noch enorm ist :lach:
3303 schrieb:
Zum wiederholten Male wirst du arrogant und in einer gewissen Weise herablassend, wenn dir die Argumente ausgehen. Ganz schwach fab.
Wenn du das so empfindest dann bedenke, dass ich lediglich deine Ansprache an mich zurückgespiegelt habe.
Wobei ich es selbst gar nicht so aufgefasst habe. Also Friede!

In meinem kurzen Text hab ich lediglich darauf hingewiesen dass die Tagespolitik aktuell reagieren muss um unumkehrbare politische Folgen zu verhindern.

Edit: Auch wenn es ein sehr wichtiges und emotionales Thema ist, so ist es doch wichtig, dabei an die Netiquette zu denken. Schmähungen und Sticheleien bitte ich zu unterlassen. Das gilt natürlich für alle!

Gruss
GMD, Moderator OT
 
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/euro-gruppe-gibt-hilfen-frei-maerkte-misstrauen-milliarden-zusage-fuer-spanien-1.1417945
Spanien: Hilfen für "notleidende Banken" fließen.
Die Anleihenzinsen steigen trotzdem!
In der Spanischen Bevölkerung kündigen sich Unruhen wegen des Sparpaketes ab.

http://www.rp-online.de/politik/deutschland/viele-deutsche-lehnen-spanien-hilfen-ab-1.2916824
Die Mehrheit der Deutschen Bevölkerung lehnt die Hilfen ab.
Im Parlament steigt die Skepsis.
Parlamentarier stimmen übereilt zu - teils nicht aus Üerzeugung.
 
Foto-Irrer schrieb:
....
Der Normalverdiener geht zum Discounter und in Baumarkt und kauft Massenware aus China. Je mehr Geld die Reichen haben, umso mehr geben die auch aus, oder investieren es meinetwegen, und kaufen auch ganz andere Güter, da ist die Bereitschaft viel höher, Geld auf dem Wochenmarkt zu lassen, die Handwerksbetriebe, z.B. Tischler oder Restaurateur, zu unterstützen.

Ich sehe das so, je mehr Geld man verdient, umso mehr setzt man auf Qualität als auf Massenware. In Deutschland wird nunmal eher Qualität als Massenware produziert (Schrank vom Tischler vs. Schrank von IKEA). Wenn Du das Geld komplett von oben nach unten umschichten würdest, gibts nur noch Massenware aus Fernost und alle Handwerksbetriebe in Deutschland sind pleite.

...

Das sind aber alles extreme die du da andeutest. Im Moment ist doch eher das Problem dass es einen kleinen Teil enorm Reicher gibt die immer reicher werden und die Mittelschicht immer dünner wird und die armen ebenso. Aber wirklich Schwung in die interne Nachfrage bringt nur eine Konsum-willige Mittelschicht. Die extrem Reichen können zwar sehr viel ausgeben und sie tun sie auch, aber die Wirtschaft können die nicht ankurbeln.
Schau dir das Extrem Griechenland an. 2000 Familien besitzen 80% des Vermögens. Die sind Steinreich und könnte wahrscheinlich alleine Griechenland retten, aber diese 2000 Familien, wie sollten die die internen Nachfrage steigern, was sollen die alles Kaufen?? sofern sie überhaupt in Griechenland leben.
 
Die These, dass die heimische Wirtschaft profitiert, wenn die Kaufkraft in den Bevölkerung besonders ungeleichmäßig verteilt ist, würde ich auch keinesfalls glauben wollen.
Es gibt auch nicht reiche Leute, die mal etwas vom Schreiner bauen lassen und wenn es diesen Leuten finanziell etwas besser geht, kaufen sie auch etwas weniger Billigprodukte.
Und das Einkaufen von frischem Gemüse auf dem Wochenmarkt ist ja eine der günstigsten Methoden, sich zu ernähren.

Ach ja, ist vermutlich schon fast jedem bakannt.
Aufgrund der bislang eingegangenen Bürgschaftslast wurde der Ausblick für Deutschlands Bonität auf Negativ gesetzt.
Mal sehen, wo die Bonität steht, wenn der ESM kommen sollte und irgendwann verbraucht ist....
 
Es ist wirklich verzwickt, da der Bundestag, wenn ich mich nicht irre, dem ESM mit verfassungsänderner Mehrheit von 2/3 zugestimmt hat.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass das BVG den EURO mit einer feinsinnigen Urteilbegründung sprengt, denn eindeutig ist da ja auch nichts. Ehemalige Verfassungsrichter (Herzog, Papier) haben sich ja schon entsprechend geäussert. Die Folgen wären unabsehbar.

700 Milliarden klingen furchtbar - die Kosten der Wiedervereinigung lagen aber deutlich über einer Billion. Das relativiert das Ganze schon.
 
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