Mehliskopf und Hundseck Süd 13. Dezember 2010
Anfahrt: Ettlingen - Landesstraße über Malsch und Muggensturm wegen Autobahnsperrung - Rastatt - A5 - Abfahrt Bühl - Schwarzwaldhochstraße in 1:15 h.
Wetter: Sternenklar, Mondschein, windstill, saukalt mit -10 bis -12°C
Schnee: 30-40 cm harter Altschnee mit Pulverauflage
Anlagen in Betrieb: An Mehliskopf und Hundseck jeweils der linke Lift der Doppelschleppliftanlage
Gefallen: Hauptpiste Mehliskopf, hochwinterliches Ambiente mit Reif, Aussicht vom Skihang Mehliskopf ins nächtliche Rheintal
Nicht gefallen: Fahrlässige Gefährung der Skigäste am Mehliskopf durch Nichtbeseitigung bzw. Nichtmarkierung aperer Stellen mitten auf der Piste
Wegen Terminschwierigkeiten fiel meine Wahl für einen erneuten Flutlichtabend an der Schwarzwaldhochstraße auf den Montagabend, 13. Dezember. Im Gegensatz zum letzten Versuch eines Besuchs an der Schwarzwaldhochstraße war auf der Autobahn 5 im Rheintal die Unfallförderungszone diesmal zwischen Karlsruhe-Süd und Rastatt verlegt worden. Hier bot die A5 einen doppelten Lkw-Unfall mit Vollsperrung in Richtung Süden. Da ich keine Lust hatte, schon wieder zum Kaltenbronn zu fahren, nahm ich eine halbe Stunde Umleitung in Kauf. Auf dem Programm standen an der Schwarzwaldhochstraße diesmal die benachbarten Skihänge Mehliskopf und Bühlertal Hundseck (= Hundseck Süd = Steimelhang). Eigentlich wollte ich sie wie früher als Skischaukel über Verbindungs-Wanderwege benutzen, nahm von dieser Idee aber wieder Abstand (s.u.).
Nach einem verhangenen Wochenende hatte das Wetter endlich wieder aufgeklart, was an der Schwarzwaldhochstraße allerdings sofort zu empfindlichen Abendtemperaturen führte (-10 bis -12°C). Meine Skikleidung war dafür gerade noch ausreichend; beim nächsten Skiabend mit diesen Temperaturen gibt's eine Kleiderschicht mehr, dickere Socken und Fäustlinge statt Fingerhandschuhen. Sowohl beim Mehliskopf als auch beim Hundseck fiel meine Wahl auf eine Zwei-Stunden-Karte (9,50 und 8 Euro), die ich zeitlich jeweils nicht ganz ausnutzte (beim Hundseck, weil mir zu kalt wurde).
Am Mehliskopf war es geradezu unheimlich leer. Am Hang verloren sich ca. 15 Personen, vorwiegend Snowboarder. Es lief ausschließlich der linke Lift der Doppelschleppliftanlage. Ich war gespannt, ob man es am Mehliskopf wieder geschafft hatte, den Hang per unprofesioneller Beschneiung zu verhunzen. Dies war jedoch nicht der Fall. Die von unten gesehen linke Piste bot eine harte Altschneeunterlage mit akzeptabler Pulverschicht. Wegen des klaren Wetters gab's vom Skihang Mehliskopf wunderbare Sicht auf die unzähligen Lichter in der Rheinebene. Selbst einen Stau auf der Autobahn 5 konnte man ausmachen ...

Gleich unterhalb des Ausstiegs gab's als Nachtisch zur Liftfahrt glasierte Pistenraupe (Bild s.u.). Beschneit wurde nicht, vielleicht wegen der arg niedrigen Temperaturen. Am Mehliskopf war offenbar am vorangegangenen Wochenende das Seil des rechten Lifts der Doppelanlage an Stütze 2 entgleist. Scheinbar haben sich ein oder zwei Gehängeseile in der Rollenbatterie verfangen, jedenfalls hingen gleich zwei defekte Gehänge am "Unfallort". So etwas sieht man nicht alle Tage ... Viel Erfolg bei der Reparatur! Und bitte bei dieser Gelegenheit gleich die vier defekten Flutlichtstrahler mit reparieren ...
Eigentlich wäre dies ein zufriedener Bericht vom Mehliskopf geworden, wenn ... ja, wenn da nicht noch eine unangenehme Überraschung gewesen wäre. Bei der ersten Liftfahrt staunte ich nicht schlecht, als da kurz vor einer Portalstütze ganz einfach in der Lifttrasse der Schnee fehlte. Die Liftbenutzer fuhren brav ihr Bögelchen drumherum (direkt vor einer Rollenbatterie, sozusagen als Vorbereitung der nächsten Seilentgleisung). Fünf Minuten lang Schnee auf die Trasse geschaufelt, und die Sache wäre erledigt gewesen ... nicht so am Mehliskopf. Von Stürzen an dieser Stelle der Lifttrasse zeugten bereits Spuren im angrenzenden Schnee. Mit einem Loch in der Lifttrasse lässt es sich leben, dachte ich, und fuhr auf die Piste auf der von unten gesehen rechten Hangseite. Die fuhr sich so gut wie die andere Seite, bis ... ich im Halbdunkel defekter Flutlichtstrahler am Steilhang-Ende auf eine 4x1 Meter große apere Stelle mitten in der Piste zuschoss. Also schnell den Kurs korrigiert - direkt auf den nächsten, gleich großen aperen Fleck in der Piste zu, und mit der nächsten Korrektur-Reaktion in eine schneearme Rinne. Wohlgemerkt: Nicht abseits, sondern mitten auf der Piste. Keine Warnung, keine Markierung - nichts. Einfach bloß fahrlässig und gefährlich. Das hab' ich erst mal sacken lassen müssen. Sind den Betreibern des Mehliskopfes ihre Gäste so egal, dass aus Lustlosigkeit nicht mal für Minimalsicherheit gesorgt wird? Brauchen Sie eine Krankschreibung wegen Verletzung, oder gar Schmerzensgeld? Willkommen am Mehliskopf - hier werden Sie geholfen! Eine apere Stelle auf der anderen, stärker befahrenen Hangseite war mit zwei Stöcken als Gefahrenstelle markiert, sonst nichts. Für die Behebung von Problemen dieser Art wurde ein Werkzeug namens Schaufel erfunden, das sich sogar mit Schnee verwenden lässt ... am Mehliskopf ist es wohl unbekannt. Pfui.

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Auf den Wechsel zum Hundseck per Skischaukel über dunkle Wanderwege verzichtete ich nach den Erfahrungen mit den aperen Stellen auf dem Skihang, denn ich wollte nicht bei -12°C mit aufgeschlagenem Kopf auf einem dunklen Waldweg liegen bleiben.
Auch am Hundseck Süd verloren sich nur ca. 15 Besucher. Die Piste war qualitativ genau so wie die am Mehliskopf, aber wegen geringerer Steilheit noch pulvriger zu fahren. Apere Stellen gab es auf der Hauptpiste nicht, aber auf der Nebenpiste durch den Wald, die mangels Beleuchtung nicht zum Flutlichtangebot gehört, schaute an ein paar Stellen Erde durch. Am Hundseck zogen zwischendurch aus dem Nichts ein paar Nebelwolken über den Hang, sorgten für geisterhaftes Ambiente und senkten die gefühlte Temperatur noch weiter. Über fragwürdige Erlebnisse gibt es am Hundseck erfreulicherweise nichts zu berichten. Spaß hat's gemacht. Jedenfalls so lange, bis mir die Zehen einfroren.
Nach Beendigung des sportlichen Teils schaute ich noch beim Kurhaus Hundseck vorbei. Hier hatte der letzte Herbststurm an einem Gebäudeteil die Hälfte des Blechdachs weggeklappt (
siehe Zeitungsartikel). Der Schaden wurde notdürftig gesichert, mehr nicht - ein weiterer Schritt in Richtung Abriss des Gebäudekomplexes, der sich in bemitleidenswertem Zustand befindet. Jetzt ist der Weg am Kurhausgebäude entlang gesperrt. Dies ist übrigens der Zugang zum Skihang Hundseck Nord. Aber der bleibt ja vorerst ohnehin außer Betrieb.
Skihang Mehliskopf von der Straße aus. Den lifteigenen Parkplatz benutze ich nicht mehr, seit ich dafür separat zahlen sollte.
Skihang Mehliskopf mit Mond.
Mehliskopf: Letzte Stütze vor dem Ausstieg. Unten die Lichter im Rheintal.
Glasierte Pistenraupe.
Die von unten gesehen linke Mehliskopf-Piste war in gutem Zustand und bot hohen Fahrspaßfaktor.
Nochmal der Skihang Mehliskopf in ganzer Breite mit den Lichtern im Rheintal.
Lichter im Rheintal.
Loch in der Lifttrasse. Sowas schaufeln normale Betreiber in 5 Minuten zu. Man beachte die Verkantungs- und Fußspuren vor bzw. neben dem Loch.
Erstes ungesichertes Loch in der von unten gesehen rechten Mehliskopf-Piste.
Und dahinter gleich das zweite ungesicherte Loch.
Und daneben gleich noch eine Rinne ... falls man bis dahin noch nicht gestürzt ist.
Ansicht von unten.
Die apere Stelle auf der von unten gesehen linken Piste war die einzige markierte.
Seilentgleisung am Mehliskopflift.
Seilentgleisung am Mehliskopflift.
Restaurant und Skihang Hundseck vom Parkplatz aus.
Piste und SCHL Bühlertal Hundseck. Es war nix los.
Ausstieg und Pistenbeginn SCHL Bühlertal Hundseck.
Skihang Hundseck - gähnend leer.
Trasse SCHL Bühlertal Hundseck.
Das altehrwürdige Kurhaus Hundseck. Beim letzten Herbststurm wurde das halbe Blechdach weggeklappt.
Beim hinteren Gebäudeteil ragte das Blechdach nach dem Sturm zwei Meter auf den Weg hinaus (
siehe Zeitungsartikel). Die Feuerwehr scheint es entfernt zu haben.