Das ganze ist ein Hauptseminar über Architektur und Tourismus im Alpenraum. Dafür beschäftigen sich die Studenten mit verschiedenen Aspekten dieses Themas, etwa was die Alpen überhaupt sind, welche Raumbilder dort vorzufinden sind, mit Regionalismus, Tourismus und architektonischen Haltungen. Ein weiterer Aspekt ist das Spannungsfeld zwischen Natur und Technik, zu dem die Seilbahnen gehören. Seilbahnen haben erheblich zu einer veränderten Wahrnehmung und Aneignung der Alpen beigetragen. Für Österreich waren Seilbahnen über Jahrzehnte ein national bedeutendes Fortschrittssymbol (neben Hochalpenstraßen und Talsperren), ein Zeichen des Wiederaufbaus.
Seilbahnen haben neue Räume erschlossen, die zuvor kaum zugänglich waren, bzw. nur mühsam oder mit hohem technischen Aufwand erreicht werden konnten. Grade in ihrer Anfangszeit werden Seilbahnfahrten mit "schweben" oder gar "fliegen" assoziert, also einer ganz anderen Form der Wahrnehmung der Landschaft, der visuellen Eindrücke und des Erlebens, als es mit "bodengebundenen" Möglichkeiten der Fall ist.
Angesichts des heutigen Massentourismus kommt es aber wieder zu Veränderungen im Wahrnehmungsbild, vorallem im Winter ist die Seilbahnfahrt nicht mehr das bestimmende Erlebnis.
Das Seminar wird sich dahin weiter entwickeln, einen Umgang mit Architektur im Alpenraum, zu untersuchen. Vom Tiroler Bauernhaus über die kaum stattgefundene Moderne bis hin zu gegenwärtigen Bauten. Als Beispiel sei hier der Architekt Georg Driendl genannt.