Die Blüemlisalp und andere historische Dampschiffe fahren auf Schweizer Seen im regulären Betrieb. Dampfzüge auf Schweizer Berge fahren im Fahrplan-Betrieb. Und ob alte Seilbahnen wirklich niemand locken würden, wäre noch zu beweisen. Das entsprechende Tourismus-Konzept müsste erarbeitet werden. Der Weissenstein könnte eben gerade zu einem solchen Treffpunkt gemacht werden. Aber es gilt halt auch hier: (Nur) wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.
Blüemlisalp und Konsorten sind damit nicht vergleichbar, verkehren sie doch nur saisonal als Zusatz zu den moderneren Motorschiffen. Die Weissensteinsesselbahn müsste nachwievor als Haupterschliessung funktionieren.
Ohne die Arbeit der Vielen Freiwilligen, die die Strecken und Lokomotiven in Fronarbeit unterhalten oder Ihre Wochenenden als Schaffner, Heizer und Lokomotivführer verbringen gäbe es wohl keine Einzige Dampfbahn. Ich glaube auch die Brienzer Rothornbahn rentiert nur, weil ein Teil der Züge mit Dieselloks unterwegs sind. (Oder zahlt der Kanton das Defizit?)
Bei der Brienzer Rothornbahn wird das Defizit durch die Aktionäre und Spendeeinahmen gedeckt. Hilfe vom Kanton gibt's keine.
Die neue Gondelbahn auf den Weissenstein wird nie wirtschaftlich sein können. Der Weissenstein ist ein Schönwetterberg, die Frequenzen werden die Erstellungs- und Betriebskosten niemals decken können.
Und das wird bei einer alten Sesselbahn mit noch höheren Betriebskosten erst recht nicht der Fall sein.
Ein absolut wichtiger Punkt in der ganzen Katastrophe. Keine einzige Alternative wurde geprüft. Man hat auch eine Verlängerung der Betriebsbewilligung für die alte Bahn (die man bekommen hätte) verschlafen, um Druck für die neue Bahn zu machen - diese Taktik ging aber nicht auf - der lange Betriebsunterbruch ist Folge davon. Kredite von der Stadt und dem Kanton wurden schon vor dem eigentlichen Projekt gesprochen, um auch da Druck zu machen. Man hat offenbar gemerkt, dass es "eng" werden könnte und hat mit dieser sturen Taktik und dem Druck auch den Heimatschutz um so mehr auf den Plan gerufen. Die Solothurner haben dem Heimatschutz immer Sturheit vorgeworfen - aber es ist ja genau umgekehrt!
Das ist sehr pollemisch ausgedrückt. Der Punkt ist der, dass sowohl Kanton als auch die Stadt explizit die neue Gondelbahn und nicht die alte Sesselbahn wollten und auch entsprechende Kredite bewiligten und Aktien kauften. Man mag der SWAG Sturheit und andere Unsachlichkeiten vorwerfen. Wenn einem aber von Kantons/Gemeindeseite für die Gondelbahn Kredite bewiligt werden, warum soll man auf diese verzichten und an der Sesselbahn festhalten, mit ungewisser Zukunft? Keiner weiss, ob die Betriebsbewilligung nach fünf Jahren nochmals hätte verlängert werden können, keiner weiss, ob die histerischen Sesselfans ihre Versprechungen ("Konzepte (die auch auf Freiwilligenarbeit basierten wie bei anderen Museumsbahnen) waren ausgearbeitet oder in Arbeit, die Sesselbahnfreunde wären auch bereit gewesen die Bahn zu übernehmen (dazu wäre eine Genossenschaft gegründet worden), und last but not least, es waren Spendenzusagen in genügender Höhe vorhanden!") hätten einhalten können.
Versprechungen und Geldmittel besorgen sind das eine, die Bahn mit Manneskraft zu unterhalten wieder was anderes.
Gut zu wissen und damit wird noch deutlicher sichtbar, wie stur sich die SWAG verhalten hat - Motto: alles oder nichts - also völlig unfähig zum Dialog. Und dann wirft man immer dem Heimatschutz Sturheit vor.... ja klar.
Wenn die Gegenpartei also nicht nach euren Gunsten entscheidet, dann ist sie natürlich stur, da nur die eigene Lösung die einzig richtige ist... Auch klar.
Zur Erinnerung: Die Sesselbahn gehört der SWAG. Und als Besitzerin ist sie nicht verpflichtet, nach eurer Pfeife zu tanzen sondern kann die Anlage so ersetzen, wie sie es für richtig hält, vorausgesetzt sie hält die gesetzlichen Bestimmungen ein. Und das hat sie. Ergo gibt es keinen Grund ihr den Neubau zu verbieten, nur weil es den Seilbahnfans gegen den Strich geht.
Ihr könnt meinetwegen einen Shitstorm verfassen und seitenlang auf der ach so blöden SWAG herumhaken. An den Tatsachen ändert das nichts mehr...