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Seilbahnpanne in Kanada

Lake Louise - Die rund 65 Fahrgäste saßen bis zu sechs Stunden lang in unbeheizten Gondeln fest. Eine Fehlfunktion eines Sicherheitsschalters habe die Seilbahn in Lake Louise am Sonntag gegen 15 Uhr Ortszeit (23 Uhr MEZ) lahm gelegt, teilte die Betreibergesellschaft mit. Erst um 20.50 Uhr Ortszeit war der letzte Passagier befreit. Die Gondeln schwebten zum Teil in 40 Meter Höhe über dem Mount Whitehorn. Einige Fahrgäste trugen nach Behördenangaben leichte Erfrierungen davon.

REUTERS
Gondelbahn in Lake Louise: 65 Skifahrer saßen bis zu sechs Stunden fest
Die Rettungskräfte hängten sich an Seilrollen und glitten damit das Kabel der Seilbahn entlang, um die Gondeln zu erreichen. Die Fahrgäste wurden dann mit Leibgurten und Seilen gesichert und zu Boden gelassen, wo sie von Motorschlitten in Empfang genommen und abtransportiert wurden. "Diese Jungs wussten, was sie taten", lobte Ski-Urlauberin Olga Elman aus Texas, die aus einer Höhe von 39 Metern heruntergelassen wurde.

Auch zwei Deutsche waren betroffen: Die beiden Fotografen Daniel Ulmer und Ralf Schmeckenbecher waren zum Ski-Weltcup nach Lake Louise gereist. Sie berichteten, sie hätten viereinhalb Stunden lang zwischen Himmel und Erde gebaumelt. Zwar habe ihnen schon nach 20 Minuten jemand zugerufen, sie würden in einer halben Stunde befreit werden, sagte Schmeckenbecher. "Es waren dann aber eher fünf Stunden." Von dem akrobatischen Einsatz der Rettungskräfte zeigte er sich dennoch beeindruckt: "wie James Bond".

Heftige Kritik an den Rettungsmaßnahmen übte dagegen der Kardiologe Michael Giuffre, dessen Kinder ebenfalls über vier Stunden in der Seilbahn festsaßen. Die Geretteten hätten zwar heiße Schokolade und einen Gutschein erhalten, würden aber nur flüchtig "auf dem Berg und im Dunkeln" untersucht, sagte Giuffre der Nachrichtenagentur AP.

Von Erica Bulman, AP
 
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