ist wasserballastantrieb, wenn man oben in der bahn einen großen behälter mit (ab)wasser hineinstellt und unten wieder herausnimmt
Ja, so ungefähr funktioniert das. Nur ist der Behälter fest unter dem Wagen installiert. In der Bergstation füllt man Wasser ein und in der Talstation wird es wieder herausgelassen. Das Ganze hört sich erst einmal simpel an, jedoch würde man in der heutigen Zeit keine Bahn mehr bauen, die nach diesem Prinzip funktioniert.
Folgende Gründe sind meines Erachtens dafür ausschlaggebend:
1. Da du kein Wasser kostenlos erhälst, mußt du es wieder verwerten. Also benötigst du ein Pumpsystem. Den Wasserverlust musst du mit neuem Naß ergänzen.
2. Die Betriebszeit der Anlage ist auf die frostfreie Zeit beschränkt. Ansonsten wären kostspielige Heizsysteme notwendig. Also nix für unsere Skifahrer.
3. Keine Genehmigungsbehörde würde eine neue Bahn zulassen, deren Sicherheitssysteme lediglich "Mensch" (die Wagenbegleiter mit der Hand an der Bremse) und "Fliehkraftbremse" heissen.
4. Die Bahn hat durch die beiden Wagenbegleiter einen überdurchschnittlich hohen Personalbedarf.
5. Der Arbeitsplatz der Wagenbegleiter (stehend auf offener Plattform) entspricht auch nicht dem, was Berufsgenossenschaften heute als Mindeststandard definieren.
Zu Salzburg: Dort gibt es an der Festung 2 Anlagen, die öffentliche Festungsbahn und den nichtöffentlichen Reiszug. Ich nehme an, du meinst erstere Anlage. Der Einsatz einer Wasserballastbahn würde dort schon deshalb scheitern, weil die Bahn, bedingt durch den hohen Besucherverkehr, in extrem kurzen Taktzeiten verkehrt. Die Zeit für den Wasserwechsel ist schlicht nicht vorhanden, ebenso der Platz für das Wasserreservoir an der Bergstation (Denkmalschutz) sowie die "Ablassgrube" in der Talstation (extrem enge Platzverhältnisse).
Eine Frage an Michael Meier:
Wo gibt es eigentlich in der Schweiz noch SSB mit Wasserballastantrieb?
Pendolino