Bei der klassischen Standseilbahn mit Wasserbalastantrieb wurde unsprünglich auf ein Gegenseil verzichtet. Da die Masse des Zugseils nach der halben Strecke auf die Fahrbahn des talwärts fahrenden Fahrzeugs wechselte wurde durch den Schaffner Wasser abgelassen, um die Bremse zu schonen. Aber hoffentlich nicht zuviel, den sonst blieb die Bahn stehen. Darüber hinaus verfügen die inzwischen meist elektrifizierten Standseilbahnen dieser 1. Generation über ein spezielles Längsprofil/Gradiente (unten Flach und dann in Richtung Bergstation steiler), um die Gewichtsprobleme in den Griff zu bekommen.
Nachdem die Standseilbahnen in neuerer Zeit schneller (10 m/s) und länger wurden, wurde analog zur Luftseilbahn ein Gegenseil eingeführt. In Einzelfällen konnte dadurch der Antrieb sogar in die Talstation verlegt werden.
Es gibt auch einige (einspurige) Pendelbahnen mit Windenantrieb, d.h. mit nur einem Bergseitigen Zugseil. Diese sind vergleichbar mit den alten Standseilbahnen (kurze Betriebslänge << 1000 m, konstant steiles Längenprofil. Das Fahrzeug darf bei der Talfahrt niemals blockieren oder der Fahrwiderstand zu groß werden, sonst gibt´s ein Schlaffseil!
Der supersteile Wetterhornaufzug in Grindelwald (1. Luftseilbahn der Schweiz) hatte übrigens auch noch kein Gegenseil.