• Willkommen im neuen Alpinforum!

    Das Alpinforum ist erfolgreich auf die neue Forensoftware XenForo umgezogen. Benutzerkonten und Foreninhalte wurden übernommen, sodass ihr euch wie gewohnt anmelden könnt.

    Schaut euch gerne um und probiert die neuen Funktionen aus. Solltet ihr Fehler oder Unstimmigkeiten entdecken, meldet sie bitte im entsprechenden Thema.

    Alle Informationen zur Migration und zum neuen Forum findet ihr hier:

    Zur ausführlichen Ankündigung

    Viel Spaß im neuen Alpinforum!

    Euer Alpinforum-Team

Sesselliftunfall Astun | 18.01.25

F. Feser

Teammitglied
Mindestens 30 Verletzte bei Sesselliftunfall. Die Seilscheibe der Bergstation ist aus der Halterung gebrochen, bzw. die Halterung hat versagt, was ein Herabstürzen des Seils zur Folge hatte.

https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/ungluecke/skigebiet-astun-mindestens-30-verletzte-bei-unfall-mit-sessellift-110240037.html

IMG_5771.png

IMG_5770.png
 
Das Seil ist ja, wie auf den Bildern zusehen ist, zum Glück am Steher der Seilscheibe hängen geblieben. Dadurch ist das Seil auf der Strecke nur wenige Meter "länger" geworden. Dadurch dürften die Sessel bis auf die in der Nähe der Bergstation und Talstation nicht auf den Boden aufgeschlagen sein. Ggfs. wurde aber durch die Schwingungen am Seil Skifahrer aus den Sesseln geschleudert.

Edit: Auf dem Video aus dem Kronen Artikel sieht man, dass zumindest auch auf der Strecke kurz vor der Bergstation auf einer Seite das Seil von den Robas gerutscht ist. So etwas erzeugt dann heftige Vertikalbeqegungen des Seils bzw. der Sessel.
Das korrespondiert auxch mit der Meldung, dass mind. ein Skifahrer aus ca. 15 m Höhe abgestürzt ist.
 
Das sieht nach einem kapitalen Lagerschaden aus.
Wundert mich aber schon dass die umlenk keine Absturz Sicherung hat. Aber ich kenne auch die spanischen Vorschriften nicht.
Im Normalfall hört man so etwas auch weit bevor die Scheibe einen Abflug macht.
 
markus schrieb:
Das sieht nach einem kapitalen Lagerschaden aus.
Wundert mich aber schon dass die umlenk keine Absturz Sicherung hat. Aber ich kenne auch die spanischen Vorschriften nicht.
Im Normalfall hört man so etwas auch weit bevor die Scheibe einen Abflug macht.
wundert mich jetzt auch etwas. Station sieht eh etwas sehr spartanisch aus
 
Augenscheinlich hat die Anlage auch keine Seilscheibenlageüberwachung, die ja eigentlich bei einem minimalen vertikalen Bewegen der Seilscheibe durch einen Lagerschaden o. ä. die Anlage noch rechtzeitig abschalten sollte, bevor das Lager komplett hin ist.
Hat in Deutschland und Österreich sogar jeder Schlepplift mit einseitig aufgehängter Seilscheibe.

Die Sessel schauen eh aus wie eine Kopie von Girak.
 
markus schrieb:
Das sieht nach einem kapitalen Lagerschaden aus.
Wundert mich aber schon dass die umlenk keine Absturz Sicherung hat. Aber ich kenne auch die spanischen Vorschriften nicht.
Im Normalfall hört man so etwas auch weit bevor die Scheibe einen Abflug macht.
Das war auch mein erster Gedanke bei den Schleifspuren oberhalb der Scheibe muss die Scheibe stark geeiert haben.
https://www.remontees-mecaniques.net/bdd/cache/reportages/4011/photos/TSF4CanalRoyagareamont2.jpg

Wenn man sich das Bild anschaut scheint es effektiv keine Absturzsicherung unterhalb der Lagerbolzens zu haben.
https://www.remontees-mecaniques.net/bdd/cache/reportages/4011/photos/TSF4CanalRoyagareamont2.jpg
 
Die ist normalerweise mit freiem Auge nicht erkennbar weil die im Lagerdeckel integriert ist. Das ist dann eine größere Platte die über die Breite der Scheibennabe geht und wenn sich das Lager setzt, abdreht oder frisst dann setzt sich die Scheibe auf die Lagersicherung bei fliegenden Scheiben.Die sozusagen mit der Achse verbunden. (Vereinfacht ausgedrückt)
So etwas hat inzwischen jeder Schlepplift mit fliegenden Seilscheiben. Das musste bei allen Lifttypen in den 90ern Nachgerüstet werden.
Zusätzlich haben dann Sesselbahnen noch die Scheibenlageüberwachung und die Achsen eine Verdrehüberwachung.
In Deutschland ist die Scheibenlageüberwachung übrigens bei alten Schleppliften auch nicht vorgeschrieben sondern nur empfohlen.
 
markus schrieb:
Die ist normalerweise mit freiem Auge nicht erkennbar weil die im Lagerdeckel integriert ist. Das ist dann eine größere Platte die über die Breite der Scheibennabe geht und wenn sich das Lager setzt, abdreht oder frisst dann setzt sich die Scheibe auf die Lagersicherung bei fliegenden Scheiben.Die sozusagen mit der Achse verbunden. (Vereinfacht ausgedrückt)
So etwas hat inzwischen jeder Schlepplift mit fliegenden Seilscheiben. Das musste bei allen Lifttypen in den 90ern Nachgerüstet werden.
Zusätzlich haben dann Sesselbahnen noch die Scheibenlageüberwachung und die Achsen eine Verdrehüberwachung.
In Deutschland ist die Scheibenlageüberwachung übrigens bei alten Schleppliften auch nicht vorgeschrieben sondern nur empfohlen.

Danke für den Hinweis mit der Lageüberwachung in Deutschland hatte es dann wohl falsch in Erinnerung. Dann war das Österreich wo es Pflicht ist, zumindest nach dem was man in der Berufsschule lernt :lol:

Wäre Interessant was im Spanischen so vorgeschrieben war zu der zeit wo der Lift gebaut wurde (laut Lift World 1989)?
Für Neuanlagen dürfte ja glaub eh die CEN Norm gelten die es ja seit Anfang 2000er gibt
 
ATV schrieb:
So sieht das aus. Unter dem Lagerbolzen bwfindet sich eine Platte welche grösser ist als die Lagerbuchse. Wenn nun das Lager versagt, fällt die Scheibe auf diese Platte und nicht zu Boden.
grafik.png

Etwas Ähnliches im Querschnitt inkl. mittiger Notlauflagerung zur Erhaltung der Seilscheibenlage. Die große Hülse soll das Abkippen der Scheibe verhindern. Die Seilscheibe kann hier 3,5 mm fallen, danach muss sie sich bis zum Absturz durch 18,5 mm S355 arbeiten.
 
markus schrieb:
Das sieht nach einem kapitalen Lagerschaden aus.
Im Normalfall hört man so etwas auch weit bevor die Scheibe einen Abflug macht.
Ich häng mich mal etwas aus dem Fenster und meine Lagerkäfigbruch aufgrund unzureichender Schmierung. Beide Lagerinnenringe stecken noch auf dem Achsstummel aber auf dem mittigen Lagerdistanzring ist überhaupt kein und auf den anderen Teilen kaum (und wenn dann pechschwarzes) Fett zu sehen. Und wie markus schreibt, gerade bei dem als Spitzenresonanzkörper wirkenden Stationssteher hört man einen solchen Schaden deutlich sofern der Liftler oben nicht die Openairdisco veranstaltete... :boese:
 
Die letzte ‚gründliche‘ Überprüfung des Sessellifts Canal Roya fand laut dem stellvertretenden Direktor des Skigebiets planmäßig im Jahr 2021 statt. Die nächste Überprüfung war für 2026 geplant, so das Medium El Correo. Die Geschäftsführung des Skigebiets versicherte gegenüber dem Portal RTVE, dass die Anlage über alle erforderlichen Genehmigungen verfügt, was auch der Präsident der Regierung von Aragón, Jorge Azcón, bestätigte.
Ziemlich lange Abstände bei der "gründlichen" Prüfung. Ist das so üblich oder ein spanische Regelung?
 
Mt. Cervino schrieb:
Die letzte ‚gründliche‘ Überprüfung des Sessellifts Canal Roya fand laut dem stellvertretenden Direktor des Skigebiets planmäßig im Jahr 2021 statt. Die nächste Überprüfung war für 2026 geplant, so das Medium El Correo. Die Geschäftsführung des Skigebiets versicherte gegenüber dem Portal RTVE, dass die Anlage über alle erforderlichen Genehmigungen verfügt, was auch der Präsident der Regierung von Aragón, Jorge Azcón, bestätigte.
Ziemlich lange Abstände bei der "gründlichen" Prüfung. Ist das so üblich oder ein spanische Regelung?
Wenn er mit gründlicher Überprüfung eine Überprüfung durch den TÜV oÄ meint, ist ein 5-Jahres Abstand nichts ungewöhnliches, auch in Österreich wird eine Seilbahn nur alle 5 Jahre wiederkehrend überprüft(vgl. SeilbÜV). In Deutschland ist das mWn allerdings jährlich erforderlich.

Die Hauptuntersuchung (durchgeführt durch den Betreiber) ist allerdings jährlich zu machen, bei der wird aber auch die ganze Seilbahn kontrolliert.
 
Nun stellt sich die Frage: Wieviele Jahre ohne Wartung / Fettnachschub brauchen die Lager einer Seilscheibe bei (angenommenen) 100 Betriebstagen pro Jahr, bis sie so verschlissen und zerstört sind, dass der Lagerkäfig bricht?
 
Zurück
Oben