Hi Leute,
Also als allererstes muss ich schon sagen, dass es mich mordsmässig ärgert, dass sogenannte selbsternannte Experten zur Technik der Wallmannsbergerbahnen referieren, ohne so scheint mir die Technik genau zu kennen, sonst würden solche Aussagen wie "heutige Bahnen sind viel sicherer" nicht passieren. Das die Grünbergseilbahn seit Inbetriebnahme 1957 100% sicher war bestreitet keiner, dass auch alle anderen Wallmannsbergerbahnen bis zu ihrem Ende (ausser der Grünbergseilbahn gibt es ja nur mehr die Rendlbahn mit gleichem Patent in Österreich) sicher gewesen sind bestreitet auch keiner! Also warum dann spekulieren? Gut finde ich in diesem Fall nur wenn man sich so wie C. Gentil wirklich Gedanken macht was technisch möglich ist und nicht ob die Bahn alt, hässlich oder ein xxxpatent ist.
Also was kann bei einer Wallmannsbergerbahn mit Federklemmen (im Gegensatz zu der Zwölferhornbahn mit Spindelklemmen) passieren:
Die Klemmen (wohlgemerkt zwei unabhängige Maulklemmen mit jeweils 4 starken Federn!) dienen dazu um einerseits die Klemmen mit Kraft zu öffnen (Grundzustand, wie man auch auf den Fotos der abgestürzten Gondel gesehen hat ist nämlich geschlossen) andererseits in "entlasteten" Federzustand gerade soviel Klemmdruck zu erzeugen, dass die Gondel selbst im stärksten Stück nicht zurückrutscht. Wenn nun eine (oder mehere Federn brechen macht das nichts, da man wissen sollte dass der Klemmdruck einer Feder (in Halterung) nahezu gleichgross ist wie der zweier Federn! (gebrochene Feder) darum funktionieren auch alle EUB einfach und sicher, weil es egal ist ob die Feder ganz oder hin ist!
Fakt ist auch dass vielleicht der Klemmdruck zu gering war, weil die Federn falsch eingestellt waren nur hätte da die Klemmkraftprüfanlage (seit 1996 Vorschrift bei Wallmannsbergerbahnen) ansprechen müssen und die Anlage stillsetzen müssen. Falls dies gebrückt gewesen wäre hätte die Gondel aufgrund er Steilheit der Ausfahrt zurückrutschen müssen (ja hätte müssen, denn eventuell könnte eine leichte leere Gondel diese Hürde schaffen. Und dann zurückgerauscht ist sie sicher nicht sondern eher am Seil langsam zurückgerutscht (weshalb der Gondelwart dies auch nicht erkannte um die Bahn abzustellen). Nur die nachfolgende Gondel ist mit 2,5 - 3 m/s auf die "stehende" Gondel aufgefahren und durch die Wucht des Aufpralls (von ca. 10 - 12 km/h) hat es die leichte, eventuell zu schwach kuppelende Gondel aus den Klemmen gerissen. (die andere blieb ja anstandslos trotz Anpralls in den Klemmen und löste sich angeblich nur mit einem Laufwerk aus dem Tragseil. Daher vermute ich aufgrund der Technik ein Zusammenspiel von Versagen der Klemmkraftprüfanlage (technisch oder menschlich (gebrückt)) und von zu schwacher Klemmen (diese nutzen sich im Betrieb ab und stellen sich nur zum Teil aufgrund der Federn automatisch nach, die abgenutzte Fütterung muss aber von Zeit zu Zeit ersetzt werden und die Klemmen neu justiert werden.
Zum Schluss sei bemerkt, dass es mit beiden Wallmannsberger Patenten (Federklemme und Spindelklemme) insgesamt 10 Bahnen in Österreich gab oder zum Teil noch gibt und innerhalb von 54 Jahren (am 20.12.1950 war die Stubnerkogelbahn die erste) nur zwei schwere Unfälle gab, einen (Muttereralmbahn 1995 aufgrund menschlichen Versagens (Klemmkraftanlage gebrückt und händisch ohne nachzukuppeln ausgefahren) und jetzt eben Grünbergseilbahn, wo in Anbetracht des Unfallherganges die Verletzungsbilanz gottseidank geringer war als man befürchten musste (bei 10 m Absturz auf Asphalt ist nämlich jeder normalsterbliche Mensch tot).
Ich hoffe aber dass alle Beteiligten Opfer rasch genesen mögen und auch die an und für sich absolut sichere Grünbergseilbahn als technisches und kulturhistorisches Unikum (mittlerweile) ihren Betrieb nach 47 Jahren (fast) unfallfreien Betrieb wieder aufnehmen kann.
In diesem Sinne
euer
Ing. Peter Eilsmayr - Salzburg
