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Skibetrieb auf Kronberg wird eingestellt

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Vogelsberg (520m)
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Kronbergbahn krempelt ihr Winter-Angebot um
 
Ab nächstem Winter setzt die Kronbergbahn voll auf Schlitteln, Schneeschuhwandern und Schneeplausch für die Kleinen: Ski fahren ist «out». Die Skilifte werden geschlossen. Stattdessen soll «sanfter» Wintertourismus gefördert werden.

Die Rodelbahn am Kronberg ist schon ein Highlight - jetzt will die Kronbergbahn ausschliesslich in Schlitteln, Wandern und ein «Snowland» für Kinder investieren. Die Skilifte Lauftegg und Studen werden geschlossen, wie Verwaltungsratspräsident Markus Wetter erklärte. Der Verwaltungsrat der Luftseilbahn Jakobsbad-Kronberg AG hat diesen Entscheid einstimmig gefällt. Skifahren am Kronberg sei nicht mehr gefragt. Das Verhalten der Kunden habe sich verändert.

Schon seit 20 Jahren werde über den Skibetrieb diskutiert. Nicht einmal mehr Gratis-Angebote seien attraktiv genug, bedauert Wetter. Selbst mit grossen Investitionen wäre der Skibetrieb nicht zu retten. Denn: Andere Skigebiete hätten massiv aufgerüstet und beschneiten ihre Pisten.

Die Zahl der Skifahrer nahm in den vergangenen Jahren stark ab. Dafür kamen mehr Fussgänger auf den Kronberg. Das Skigebiet Kronberg verfügt über zu wenig Varianten, zu schmale Pisten und Zusatzangebote fehlen. Die Schweizerische Kommission für Unfallverhütung auf Schneesportabfahrten (SKUS) würde die Anlagen nicht mehr anerkennen. Der Investitionsbedarf in den nächsten Jahren läge bei einer Million Franken, ohne Attraktivitätssteigerung.

Jugendliche, sagt Wetter, hätten kaum mehr Interesse am Skisport: An erster Stelle stehe Schlitteln, gefolgt von Eishockey und Schneeschuhlaufen. Nur 18 Prozent einer Gewerbeschulklasse in Rorschach habe noch Lust, Ski zu fahren.

Der Entscheid schmerze, sagt Wetter, aber: «Gestorben sind die Skilifte schon lange, aber die Zeit war noch nicht reif für ihre Beerdigung.» Die Zukunftsaussichten sieht er rosig: «Wir werden eine wunderbare Schlittelpiste haben. Wir sind die einzige Bergbahn, die Schlitten befördern kann.» Für die Natur seien Schlitteln und Schneeschuhwandern schonend, so Wetter. Der Kronberg liegt in einer Wildruhezone. Vor allem Schneeschuhwanderer sind allerdings laut Wildbiologen verantwortlich für enormen Stress, dem Gämsen im Winter ausgesetzt sind. Der Gämsbestand im Alpstein ist bedroht.

Gleitschirmflieger, Schneeschuhwanderer und Variantenskifahrer verdrängen die Gämsen in höhere, nahrungsarme Rückzugsgebiete. Markus Wetter beruhigt: Gerade Schneeschuhwanderer auf den Pisten schadeten dem Wild nicht: «Schlimm sind die, die querfeldein wandern. Die kommen nicht zu uns.»

Es gingen keine Arbeitsplätze verloren, versicherte Wetter. Im Gegenteil: «Wir werden mehr Personen beschäftigen.» Vor allem Bauern arbeiten bei der Kronbergbahn im Nebenverdienst. Das letzte Wort hat die Generalversammlung vom 14. Mai. Gar nicht begeistert über die Skiliftschliessungen sind Familien in der Region St. Gallen: Vor allem der Studen-Skilift war beliebt: «Weil Gonten nahe ist, es sonst nirgends derart familienfreundliche Tarife gibt: Ein Erwachsener konnte mit einer Tageskarten fünf Kinder gratis mitnehmen», sagt ein betrübter Vater.
18.03.2011, 13:34 (rof/sda) 
toponline.ch
 
Schade drum, wieder ein Kleinod weniger.
War ein sympathisches Gebiet fernab von Sicherheits- und Verbotsdiskussionen, wo man auch zB an Sylvester komplett entspannt fahren konnte und wo es niemanden gestört hat, dass Skifahrer, Wanderer und Schlittenfahrer die Talbfahr zusammen genutzt haben.
 
Oh nein, und ich habe es nicht geschafft dort diesen Winter noch einen Skitag einzulegen.
Das ist wirklich sehr schade.
 
Wenigstens haben's mit der Schließung so lang gewartet, bis ich dort war und es dokumentieren konnte...

Über zuwenig Betrieb am SL konnte man sich am Silvestertag mal sicher nicht beklagen. Insofern nicht ganz verständlich, den SL nicht einfach nur an sonnigen WE zu öffnen. Die Talabfahrt wird ja für die Rodler eh präpariert. Oder stört denen das Vorhandensein der Skifahrer. Ja, das wird's sein....
 
Als Mitarbeiter der Kronbergbahn tut mir die Schliessung des Skigebiets enorm weh. Es ist aber nun mal Tatsache, dass das Skigebiet seit Anfangs 80er Jahre rote Zahlen schreibt. Nur an wenigen Tagen zwischen Weihnacht und Neujahr sind die Skilifte ausgelastet. Ansonsten sind die Besucherzahlen zwischen 20 und 30 Personen / Tag. Da muss man kein Genie sein um zu verstehen weshalb sich die Präparation der Pisten und das Betreiben der 40 Jahre alten Anlagen nicht mehr lohnt. Die Skilifte hätten in den nächsten Jahren totalerneuert werden müssen. Nach heutigen Vorschriften müssten die Pisten ebenfalls verbreitert werden dies ist aber nicht möglich da der Skilift in einer Naturschutzzone steht. Die Schliessung der stark defizitären Skilifte sichert das Fortbestehen der Luftseilbahn Jakobsbad-Kronberg AG sowie aller Arbeitsplätze welche durch viele Einheimischen besetzt werden. Sicher kann man ein gewisses Defizit tragen aber in diesem Ausmass wie es am Kronberg nun ist steht die Existenz des Unternehmens auf dem Spiel. Wären alle die jetzt laut ausrufen 2-3 mal jeden Winter zu uns Skifahre gekommen hätten wir diesen Schritt nie machen müssen. Ebenfalls machen die immer extremeren Vorschriften welche an Skigebiete gestellt werden das Betreiben auch nicht einfacher.
Trotz des schmerzlichen Abschieds vom Skibetrieb freuen wir uns auf alle Winterwanderer, Schlittler, Schneeschuhläufer welche uns im kommenden Winter besuchen werden.
 
Den Kronberg habe ich im Sommer wirklich schon sehr oft besucht. Aber im Winter habe ich es wirklich noch nie geschaft. Mea Culpa. Insofern ist es wirklich verständlich wenn die Prioritäten jetzt anders gesetzt werden. Nachdem Bericht von starli war ich schon heiß auf dieses Skigebiet für einen Nachmittag. Aber dann bin ich halt doch wieder im Toggenburg gelandet.

Eine Sache finde ich jetzt aber merkwürdig. Für die Zukunft will man u.a. auf Schneeschuhwanderer setzen. Die nutzen am Kronberg die Pisten (laut Text). Nur gibt es ja aber dann keine Pisten mehr, oder sehe ich das irgendwie falsch.

Ich schaue im Sommer auf jeden Fall wieder vorbei.
 
ja die waldschneisen wird es schon noch geben, es wird halt nur nicht mehr präpariert. also ideal für die schneeschuhläufer.
 
Dort wo die Talabfahrt war wird es weiterhin 2 schmale gespurte Pisten mit einer leicht anderen Streckenführung geben. Eine für die Schlittler, eine für die Winterwanderer und Schneeschuhläufer. Die Pisten dürfen aber nicht mit Skier befahren werden da es laut Gutachten und geltenden Vorschriften(Kollisionsgefahr) zu wenig Platz für alle zusammen hat. Die Pisten an den Skiliften sowie die Skilifte selber wird es nicht mehr geben.
Das gemeinsame benützen der Pisten führte bei Kollisionen und Unfällen leider immer wieder zu rechtlichen Problemen. Heute gibt es leider keine Selbstverantwortung mehr und man versucht alles auf die Betreiber abzuschieben weshalb man sich entschlossen hat das Risiko zu minimieren. Trennung von Winterwandern und Schlitteln sowie die Abschaffung des Skibetriebes scheinen für das Unternehmen die beste Lösung zu sein.
 
Doch, in der Schweiz bestimmt die Förderkapazität der die Piste erschliessenden Anlagen deren Mindestbreite. Das ist auch der Grund, warum beispielsweise in Wildhaus eine 3KSB durch eine 4KSB ersetzt wurde obwohl es einen Sechser locker vertragen hätte. Aber dann hätte man eine Piste in einem steilen Bergwald verbreitern müssen und das kann man getrost vergessen!
 
M.W. auch der Grund, wieso die 8-EUB von Crans nach Cry d'Err nicht bis zum Belalui gebaut wurde.

Anstatt die Piste zu verbreitern, hätte man bei den Skiliften auch einfach die Kapazität etwas herabsetzen können.
 
Und was passiert mit dem Verbindungslift? Wird der für Schlittler oder sonstwas gebraucht? Nur, weil bloss die andern beiden Lifte erwähnt wurden. Die Alpsteinblicklifte nehm ich mal an sind nicht betroffen, womit der aufgebrachte Gontner vom Artikel ja eine Alternative hätte... Ebenso der diesen Winter reaktivierte SL Bömmeli.
 
Und ich war so naiv und dachte eines Tages kommt da noch der Skipassverbund... Dass man das nicht hingekriegt hat, dürfte die Attraktivität des Skigebiets auch nicht unbedingt erhöht haben (ich war mal da, aber aus den bekannten Gründen nur am Doppellift).
 
Skilift Studen und Verbindungslift werden abgebrochen. Für den Skilift Lauftegg wird ein Ersatzangebot (vermultich aber Sommer) gesucht.
Im Jakobsbad wird in Kinderskilifte investiert mit gesteigertem Angebot damit die Anfänger weiterhin diesen einfachen Hang zum lernen Skifahren benutzen können.
Der Skilift Alpsteinblick in Gonten ist Privatbesitz und wird weiterhin betrieben.
Es ist leider durch uralte Streitigkeiten beider Parteien nie zu einem Tarifverbund gekommen.
Der Skilift Bömmeli wird vermutlich weiterbestehen hatte aber auch keine optimale Saison trotz Super Pistenverhältnissen, dank Kunstschnee.
 
Beim Lesen dieses Threads werde ich traurig, denn den Kronberg habe ich als wunderschönes Voralpen-Skigebiet in eindrucksvoller Lage und mit eigenwilligem Charakter kennen und lieben gelernt. An dieser Stelle herzlichen Dank an User 9050 fürs Mitdiskutieren seitens der Kronbergbahn. Das kommt in diesem Forum selten vor.

Die betriebswirtschaftlichen Zahlen des Winterbetriebs am Kronberg sprechen einerseits sicherlich eine eindeutige Sprache, auf die reagiert werden muss, wenn ein kleines Seilbahnunternehmen überleben will. Andererseits habe ich immer bedauert, dass das Appenzellerland und die kleinen Skigebiete des Toggenburgs als Alpinskiziele weitgehend unbekannt sind. Wie die Informationssituation in der Nordostschweiz ist, weiß ich nicht. Aber in Südwestdeutschland als potenziellem Wintersport-Einzugsgebiet von Appenzellerland und Toggenburg kennt fast kein Skifahrer die Skigebiete Sollegg, Osteregg, Ebenalp, Kronberg, Wolzenalp und (ehemals) Hoher Kasten, Rietbad, Girlen und Hochhamm. Zusammen mit dem Kronberg fünf aufgegebene Skigebiete in einer gut erreichbaren Region sind ein Marketingproblem, dessen sich die Nordostschweizer Tourismusinstitutionen tunlichst annehmen sollten, bevor sich das nächste Skigebiet zur Aufgabe des Alpinskibetriebs entschließen muss. Wenn die Autobahn-Dauerbaustelle zwischen Singen und Schaffhausen Geschichte ist, fährt man von Stuttgart nach Appenzell mit etwas Glück gute 2 Stunden, also nur unwesentlich länger als ins Allgäu. Es weiß in Südwestdeutschland bloß fast niemand, dass sich das auch im Winter lohnt. :-(
 
Dann bin ich mal gespannt, was man unter zusätzlichem Sommerangebot erwarten kann... Auf jeden Fall Danke an 9050 für die Infos aus 1. Hand.

@ Harzwinter
Zumindest am Girlen kanns eigentlich fast nicht am Marketing gelegen haben, da fanden auch weitrum bekannte Wettkämpfe statt. Schneesicherheit ist in solchen Lagen (leider) auch ein Faktor.
 
Da scheint mir die Skiwelt aber ein deutlich Gegenargument zu sein... Schneebänder auf grünen Wiesen bescheren den Betreibern dort offensichtlich kommerziellen Erfolg... ;)
 
Ein kurzer Tellerlift oder sogar nur Babylift und man hätte eine hübsche Kleine Skischaukel. Aber es wurstelt lieber jeder für sich ein bisschen vor sich hin. :lol:
 
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