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Skifahren in den Dolomiten wird teurer

Bei der Post steigen die Löhne um über 11% beim Flughafen Bodenpersonal um krasse 20%. Skifahren wird also billiger :wink:

Die Leute checken gar nicht dass sie sich ihr eigenes Grab schaufeln.
In Ulm wird inzwischen der Bahnhof von einem KI Roboter gereinigt. Der streikt nicht, kann 24h arbeiten und fordert nicht mehr Lohn. Je teurer der Mensch wird desto größer wird das Verlangen ihn durch eine preisstabile und zuverlässigere Maschine zu ersetzen.
Nicht dass ich es gerecht fände wie unsere Löhne verteilt sind. Aber niemand wird einer Reinigungskraft 3000€ im Monat zahlen, davor putzt der Roboter. Kassierer oder Lkw Fahrer wird das gleiche Schicksal ereilen.

Der zweite Irrglaube ist durch mehr Lohn würde der Wohlstand steigen. An wen werden die Mehrkosten wohl weitergegeben? An alle. Reicher wird vom "normalen Volk" keiner, im Gegenteil wer nicht in einer Gewerkschaft ist und steigende Tariflöhne bekommt bleibt zunehmend auf der Strecke weil seine Einnahmen relativ schwer zu steigern sind, er für den Euro aber immer weniger bekommt.

Das ist in der Tat deppert.
 
Julian96 schrieb:
Bei der Post steigen die Löhne um über 11% beim Flughafen Bodenpersonal um krasse 20%.

Tja, das leidige Problem mit der Zinsrechnung :wink: :wink: :wink:

Typischerweise sind solche Zahlen reine Augenwischerei. Die Lohn-"Erhöhung" wird oft erst nach Monaten wirksam (bei der Post erst ab April 2024, also 15 Monate nach Beginn des Tarifvertrags) und die Laufzeit beträgt in diesem Fall 24 Monate. D.h., die kommunizierten 11% Lohnerhöhung gelten nur für die letzten 9 Monate des Tarifvertrags, vorher gibt es nur Einmalzahlungen und fixe Beträge, die nicht tarifwirksam sind. Effektiv beträgt die Lohnerhöhung daher nur 2,73% pro Jahr (wenn ich mich nicht verrechnet habe). Wenn man also mal die nicht nachhaltigen Einmalzahlungen außen vor lässt, dann bedeutet der Lohnabschluß bei der Post real eine Lohnsenkung. Aber 11% Lohnerhöhung klingen natürlich viel besser als 7% + x Reallohnverlust. Wofür haben die Postler noch gleich gestreikt? :wink:

Für Mathefans zur Kontrolle:

G = Grundgehalt
P = prozentuale Erhöhung pro Jahr (in der Form 1,x)

1: 12 * G * P + 12 * G * P^2 = 15 * G + 9 * G * 1,11

(der linke Teil der Gleichung stellt die Berechnung bei einer angenommenen linearen, jährlichen Lohnerhöhung, beginnend ab dem ersten Tag der Gültigkeit des neuen Tarifvertrags dar, der rechte Teil gibt den tatsächlichen Verlauf des Abschlusses wieder)

- G lässt sich kürzen + rechts zusammenfassen + ein wenig umstellen:

2: 12 * P^2 + 12 P = 24,99

- durch 12 dividieren, alles auf eine Seite bringen:

3: P^2 + P - 2,0825 = 0

- in p/q Formel einsetzen:

4: P 1,2 = -0,5 +/- (0,25 + 2,0825)^0,5

- ergibt:

P1 = 1,02725 = ungefähr 2,73%
(P2 ergibt kein gültiges Ergebnis)


Einfaches, fiktives Rechenbeispiel:

Nehmen wir an, Du bekommst 1.000 Euro und man gibt Dir nun eine Gehaltserhöhung von 10%, aber nur für die letzten 3 Monate eines 24 Monate gültigen Tarifvertrags.

Dann bekommst Du 21 x 1.000 Euro + 3 x 1.100 Euro, in der Summe 24.300 Euro oder im Schnitt 1.012,50 Euro pro Monat. Was unterm Strich eine Gehaltserhöhung von 0,83% pro Jahr bedeutet (Herleitung: siehe oben). Man hätte Dir also auch im ersten Jahr 12 x 1.008,31 Euro und im darauf folgenden Jahr 12 x 1.016,69 Euro zahlen können, was in der Summe nach 2 Jahren auch auf 24.300 Euro hinaus läuft.

In der Presse steht dann: Tarifabschluss bei 10%. Real sind es aber nur magere 0,83% pro Jahr.

Ende OT Grundkurs Zinsrechnung oder wie wir mit Zahlen verarscht werden :lol: :lol: :lol:

Edit: Überschlagsrechnung präzisiert
 
Julian96 schrieb:
Die Leute checken gar nicht dass sie sich ihr eigenes Grab schaufeln.
In Ulm wird inzwischen der Bahnhof von einem KI Roboter gereinigt. Der streikt nicht, kann 24h arbeiten und fordert nicht mehr Lohn. Je teurer der Mensch wird desto größer wird das Verlangen ihn durch eine preisstabile und zuverlässigere Maschine zu ersetzen.
Nicht dass ich es gerecht fände wie unsere Löhne verteilt sind. Aber niemand wird einer Reinigungskraft 3000€ im Monat zahlen, davor putzt der Roboter. Kassierer oder Lkw Fahrer wird das gleiche Schicksal ereilen.

Bis KI-Maschinen zuverlässig und in großem Stil für handwerkliche Tätigkeiten einsetzbar sind, dauert es noch lange. KI räumt jetzt erstmal unter den datenverarbeitenden und verwaltenden "Wissensarbeitern" auf.

Kassierer mag sein, wobei man da ja auch die Arbeit eher auf den Kunden abwälzt, der das dann umsonst macht. LKW sind noch ganz weit davon entfernt, selbstständig durch enge Städte zu fahren. Beim Putzen mag das auf großen, freien Flächen wirtschaftlich sein. Aber in Bürogebäuden mit x Einheiten die man aufsperren muss und wo man erstmal was wegräumen muss um bspw. an Tischflächen zu kommen dauert das auch noch.

Ich glaube man überschätzt die disruptive Kraft von KI bei diffizilen, nicht standardisierten Handwerkstätigkeiten. Und bis ChatGPT kam hat man die disruptive Kraft der KI in der Wissensarbeit maßlos unterschätzt.

Und zum Thema: 12 Jahre Gelddrucken fordern nun halt ihren Preis. Energiekrise, Coronanachwehen, etc. sind nur die Katalysatoren. Das Problem ist, dass dieses viele zusätzliche Geld vor allem bei vorher schon vermögenden Leuten wie Immobilienbesitzern, Unternehmern und Aktionären gelandet ist. Im handelsblatt war jetzt erst ein Bericht über diese Tourismusmesse, bei der es fast nur noch um exklusive, teure Urlaubsarten geht während Mallorca für 399,- nicht mehr darstellbar ist und der Balkon ruft.

Beim Skifahren wirds ähnlich werden. Die oberen paar Prozent können gehen, für den Rest wirds irgendwann vorbei sein.
 
hch schrieb:
Wer übrigens nur eine Woche Dolomiten plant, dafür aber auch noch zwei oder mehr von Zermatt, Kitzbühel, Chamonix oder Grandvalira für den könnte der Ikon-Pass ganz interessant sein: https://www.ikonpass.com/en/shop-passes/ikon-pass . Wenn man Nordamerika einplant erst recht.

Genial! Schade dass es sowas nicht mit Fokus auf die Alpen gibt. Bei der Auswahl an Alpengebieten fehlt mir nur noch der Arlberg, dann wäre ich dabei ;)
 
Julian96 schrieb:
Je teurer der Mensch wird desto größer wird das Verlangen ihn durch eine preisstabile und zuverlässigere Maschine zu ersetzen.

Im Moment eben ein Arbeitnehmermarkt, selbst Hochlohnarbeitsplätze wie Piloten werden noch nicht durch Computer ersetzt, dann kann man eben gutes Geld verlangen: https://www.aerotelegraph.com/american-zahlt-pilotinnen-und-piloten-kuenftig-bis-zu-590-000-dollar

Auch im Hochlohnland Schweiz fahren, bis auf die U-Bahn in Lausanne, noch keine Züge komplett automatisch, obwohl hier es wahrscheinlich schon gute Möglichkeiten gäbe. Irgendwann wird das vielleicht der Fall sein, aber bei vielen Dienstleistungen ist es auf absehbare Zeit nicht möglich. Und im Moment werden auch für einfache Arbeiten viele Arbeitskräfte gesucht.
 
Teurer?

Ist okay, Preis Leistung passt.

Weniger Aufwand und mehr Ertrag, das ist auch mein Geschäftsmodell.
 
Kapi schrieb:
Skifahren (...) wird teurer
Fixed it for you :wink:

So gerne ich in die Dolomiten fahre, dann werden sie halt mal gemieden.
Auch in anderen Ecken der Alpen ist es schön.
Schon richtig, aber ob es da billiger wird? Glaube kaum...

Mal so ein paar Beispiele aus diesem Winter (werden nächsten Winter bestimmt auch wieder ihre Prozente draufschlagen):
- Golm Tageskarte 61,50€. Für ein Gebiet mit wenigen Pisten fast alle am selben Hang. Mit dynamic Pricing z.T. noch teurer
- Silvretta Nova Tageskarte 68€
- Weizen 0.5l mittags an der Mittelstation Gaschurn: 6.10€
- Babyweizen (0.3l) an der Talstation Golm: 4,80€
- Spitzingsee Tageskarte: 45€

Dolomiti Superski zum Vergleich, aktuelle Saison, VS/NS/HS:
Tagespass 63€ / 66€ / 74€
Da bekommt man aber auch einiges mehr, ist ne ganz andere Liga, sorry
 
Dass der Golm wahnsinnig übertrieben ist im Pricing (nicht nur Skigebiet sondern insbesondere auch die überlaufene Gastro) sollte sich inzwischen aber auch rumgesprochen haben. Wenn man für eine SB Gulaschsuppe im Napf mehr verlangt als bei der gefühlt fast doppelt so großen Bediensuppe im selben Gebiet muss man halt entsprechende Konsequenzen ziehen.
Weiter ist und bleibt die Nähe zur Schweiz ein weiterhin ziehendes Preisargument, für welches die „armen“ Deutschen aber halt trotzdem weiterhin zu viel Verständnis haben und weiter dorthin fahren [ja ich nehm mich da nicht aus…)
 
Downhill schrieb:
Dolomiti Superski zum Vergleich, aktuelle Saison, VS/NS/HS:
Tagespass 63€ / 66€ / 74€
Da bekommt man aber auch einiges mehr, ist ne ganz andere Liga, sorry
Naja, wenn dein Budget absolut in € begrenzt ist, kann es schon Sinn ergeben, in eine Gegend zu fahren, die 10% günstiger ist, auch wenn sie vielleicht 30% weniger Leistung bietet.
 
molotov schrieb:
Genial! Schade dass es sowas nicht mit Fokus auf die Alpen gibt. Bei der Auswahl an Alpengebieten fehlt mir nur noch der Arlberg, dann wäre ich dabei ;)

Der Epic Pass hat drei Tage Arlberg dabei. Aber im Gegensatz zum Ikon sind da die Europäischen Gebiete an sauteure Übernachtungen gebunden, und müssen als Block konsumiert werden. Habe aber tatsächlich einen Ami getroffen der das genutzt hat und die $5000 für eine Woche im Hotel Post ganz passabel fand. War auch ein Fan des Instagram-Kanals von Lech/Zürs :)
 
Downhill schrieb:
Kapi schrieb:
Skifahren (...) wird teurer
Fixed it for you :wink:

So gerne ich in die Dolomiten fahre, dann werden sie halt mal gemieden.
Auch in anderen Ecken der Alpen ist es schön.
Schon richtig, aber ob es da billiger wird? Glaube kaum...

Mal so ein paar Beispiele aus diesem Winter (werden nächsten Winter bestimmt auch wieder ihre Prozente draufschlagen):
- Golm Tageskarte 61,50€. Für ein Gebiet mit wenigen Pisten fast alle am selben Hang. Mit dynamic Pricing z.T. noch teurer
- Silvretta Nova Tageskarte 68€
- Weizen 0.5l mittags an der Mittelstation Gaschurn: 6.10€
- Babyweizen (0.3l) an der Talstation Golm: 4,80€
- Spitzingsee Tageskarte: 45€

Dolomiti Superski zum Vergleich, aktuelle Saison, VS/NS/HS:
Tagespass 63€ / 66€ / 74€
Da bekommt man aber auch einiges mehr, ist ne ganz andere Liga, sorry

Ganz ehrlich ohne Saisonkarte ist Vorarlberg komplett uninterssant geworden, außer bei Neuschnee am Arlberg. Selbst zum Normalpreis ist Davos nur noch 10€ teurer als das Montafon... Da gibts in der Schweiz echt besseres
 
Das sehe ich gleich. Deshalb war ich jetzt auch schon seit einigen Jahren nicht mehr in Vorarlberg Skifahren und das obwohl es für mich am nächstgelegenen wäre. Am ehesten lohnt sich da für mich noch der Diedamskopf. Da bekomme ich die Karte mit Rabatt von der Zeitungsabokarte für unter 50€.
Ansonsten ist Vorarlberg zu vergessen. Die SiMo ist mir seit Jahren zu überlaufen, die Skifahrer verteilen sich schlecht und die Pisten gerade am Hochjoch vereisen extrem schnell. Damüls hat mir noch nie gefallen und die Anfahrt durch den Bregenzer Wald ist eine Katastrophe.

Da fahr ich lieber nach Gurgl wo ich noch nie am Lift gewartet habe oder nach SFL wo sich die Massen auch immer gut verteilen. Man steht vielleicht am Lift aber hat auf der Piste das Gegenteil vom Montafon.
Und dann muss man sich mal geben dass man in SFL über 200km Piste einiges billiger bekommt als unter 30km am Golm.
 
Julian96 schrieb:
Das sehe ich gleich. Deshalb war ich jetzt auch schon seit einigen Jahren nicht mehr in Vorarlberg Skifahren und das obwohl es für mich am nächstgelegenen wäre. Am ehesten lohnt sich da für mich noch der Diedamskopf. Da bekomme ich die Karte mit Rabatt von der Zeitungsabokarte für unter 50€.
Ansonsten ist Vorarlberg zu vergessen. Die SiMo ist mir seit Jahren zu überlaufen, die Skifahrer verteilen sich schlecht und die Pisten gerade am Hochjoch vereisen extrem schnell. Damüls hat mir noch nie gefallen und die Anfahrt durch den Bregenzer Wald ist eine Katastrophe.

Da fahr ich lieber nach Gurgl wo ich noch nie am Lift gewartet habe oder nach SFL wo sich die Massen auch immer gut verteilen. Man steht vielleicht am Lift aber hat auf der Piste das Gegenteil vom Montafon.
Und dann muss man sich mal geben dass man in SFL über 200km Piste einiges billiger bekommt als unter 30km am Golm.
Preis-/Leistung ist meiner Erfahrung nach im Fassatal - Domoliti Superski - Sella Ronda am besten, wenn man außer Liftpass noch Essen gehen oder Hotelübernachtung mit einbezieht. Auch qulitativ oft überdurchschnittlich. Einziges Ärgernis dort sind kostenpflichtige Skibusse mit verrußten Scheiben und deren Takt. Daher zu viel Autoverkehr in den Orten und im Tal.
In Vorarlberg bevorzuge ich Schröcken.
PS.: wer je nach Lust, Laune und Verhältnissen auch abwechslungsweise mal Skitouren macht oder Winter wandert, erlebt viel Schneespaß und spart gehörig.
 
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