Bild aus dem Skigebiet Myoko Kogen von Anfang der Woche (nicht mein Foto):
War Ende 2019 in Hokkaido beim Skifahren und war in insgesamt 3 Gebieten: Niseko (3 Tage), Rusutsu (1 Tag) und Furano (3 Tage). Der Winter 2019/20 war leider für Japanische Verhältnisse alles andere als Schneereich. Ich habe gelesen, dass das wohl mit El Nino zu tun hat, kann aber nicht beurteilen, ob das stimmt.
Die Sache mit den Skigebieten dort ist: So schneesicher, sie in der Regel sind, soviel Schnee brauchen sie auch unbedingt. Die Pisten sind keine fein, säuberlich gemähten Almwiesen, sondern zum Teil mit Büschen bedeckt. Wenn es "normal" viel schneit, sind die schnell verschwunden, dann wird zweimal mit der Pistenraupe drübergebügelt und gut ist. Wenn es aber nicht genug schneit, können die Pisten schlicht nicht öffnen, obwohl eigentlich ein guter Meter Schnee liegt. Schneekanonen gibt's auch keine. Also gar keine. Das heißt unter den ersten 2 Meter Schnee, geht erstmal nichts. Ich würde daher raten nicht, wie wir's gemacht haben, im Dezember zu fahren, sondern Eher im Februar oder März.
Bei uns war's dann so, daß die Hälfte von Niseko geschlossen war (Verbindung der einzelnen Teilgebiete war auch geschlossen), Rusutsu fast komplett offen (vielleicht weniger Büsche?) und von Furano war auch nur die südliche Seite auf.
Aber nochmal: Wir hatten scheinbar auch echt großes Pech.
Zu den Gebieten:
Niseko wird als das größte Skigebiet Australiens bezeichnet. Und das zu recht. Die Gäste sind zum größten Teil international. Nicht viele Japaner unterwegs. Der Talort Hirafu ist entsprechend auch sehr international. Ein paar Kilometer weg ist das Städchen Kutchan. Dort geht es in Sachen Restaurants/Kneipen schon etwas japanischer zu. Die Lifte sind nicht die neusten. Manche Sessel sind schon sehr in die Jahre gekommen. Ziemlich berühmt sind zum Beispiel die 1-Personen Sessel im oberen Teil. Spitznamen sind Pizzaschachtel oder Fleischhaken.
Wenn alles offen ist, ist Niseko bestimmt ein richtig tolles Skigebiet. Vor allem, wenn man auf Backcountry steht. Off-Piste ist hier nämlich ausdrücklich erlaubt, und durch kontrollierte Backcountry Gates auch bestens organisiert. Ein Alleinstellungsmerkmal von Niseko. Wenn man auf seiner Japan. Reise allerdings auch ein wenig jaPAN will, und nicht NUR jaPOW, ist es aber wohl nicht erste Wahl.
Rusutsu hat mir auch gut gefallen. Dort gibt es allerdings überhaupt keinen Talort im herkömmlichen Sinn. Nur ein riesiges und mehrere mittelgroße Hotels, sowie einen kleinen Freizeitpark. Die Lifte sind etwas neuer, als in Niseko, die Pisten sind breit und es waren hier viele Locals unterwegs. Auch die Hütten sind hier etwas... japanischer. Das Skigebiet ist echt schön. Man hat auch vom Gipfel eine tollen Blick auf Lake Toya. Sehr zu empfehlen! Aber nach dem Skifahren ist halt abgesehen von dem Hotelklotz echt nichts los.
Furano ist im Gegensatz zu den anderen beiden ein richtiger Ort. Nicht sehr groß, aber ein in sich funktionierender Ort, der auch ohne das Skigebiet existieren würde. Es gibt zwei Talstationen. An jeder steht ein großes Hotel der Kette Prince. Es gibt aber gratis Busse von Ortskern an die Talstationen, muss muss also nicht dort wohnen. Wie schon gesagt, war leider nur die Südliche Hälfte offen. Die besteht dann aus einer großen Pendelbahn nach oben und einem kleinen Sessellift nach ganz oben. Es stehen einem dann mehrere Varianten Talabfahrt zu Verfügung, die uns alle sehr gefallen und großen Spaß gemacht haben. Auch hier waren abgesehen von größeren Chinesischen Gruppen, die aber alle nur den Übeungshand runtergerutscht sind, kaum Ausländer unterwegs. Die Hütten waren sehr japanisch. Auch der Ort hat von allen drei Gebieten am meisten Spaß gemacht, weil es eine große Auswahl an einheimischen Bars und Restaurants gab. Außerdem hatten wir ein Onsen im Hotel. Eine wahre Wohltat nach dem Skifahren.
Hier noch ein paar Bilder:
Niseko - Abfahrt Richtung Hanazono
Eine der Bergstationen in Rusutsu
Blick vom Berg in Rusutsu zum Lake Toya
Blick auf einen Großteil des Gebiets Rusutsu. Die bambusartigen Büsche im Vordergrund wachen teilweise meterhoch auf den Pisten und müssen erst vom Schnee bedeckt werden, bevor an eine Öffnung der Piste gedacht werden kann.
Original Münchner Weihnachtsmarkt in Sapporo. Sapporo ist Partnerstadt Münchens.
Bergstation der Pendelbahn in Furano
Talstation(en) in Furano
Nightskiing in Furano
Skigebiet wegen nassem Skianzug verklagen ist leider nicht. Da ziehen sich die Japaner elegant aus der Affäre.
Talabfahrt in Furano
Birken(?)wald nach Neuschnee (Furano)
Blick von ganz oben in Furano, nach ganz unten.
Apres Ski in Furano
Wenn Ihr noch was wissen wollt, fragt!