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Skischuh online bestellen?

  • Ersteller Ersteller Anonymous
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Anonymous

Hallo,

aktuell werden Skischuhe im Internet sehr günstig angeboten, teils 60%. Kann man Schuhe im Internet bestellen? Hat jemand damit Erfahrung?

Ich habe mein Fußumriss auf ein Papier gezeichnet. Die länge sind 24,5 am Standfuß und in der Breite ( jeweils einen vertikalen Strich gezogen an der breitesten stelle der Füße ) und der Abstand der beiden beträgt 9,5cm

Ich weiß das man im geraden Stand vorne leichten Kontakt haben sollte. Nehme ich jetzt aber einen Skischuh mit MP 24,5 oder 25. Oder rechnet man wegen des Innenschuh nochmal 1,5 cm drauf und nimmt dann 26?

Flex 100/90 hätte ich gesagt. Bin 1,74 und wiege 58kg, fahre seit 14 Jahren jedes Jahr Ski. Flex höher macht wegen meines schmalen Körperbau keinen Sinn

Gerne eure Meinung schreiben
 
hi,

wenn ich daran denke , wie verschieden die Hersteller und Modelle (trotz meiner Größe) beim Probieren waren und welchen Aufwand das richtige Anpassen war, würde ich Schuhe niemals online kaufen.
Bei meiner Frau war der Aufwand nochmal höher, da kein Standartfuß.
Bei wem keine Anpassungen nötig sind, dem einfach aus dem Regal perfekt passt.... ja dann könnte man theoretisch kaufen.
Nur dann greift man evtl. zum falschen Modell.

kurz gesagt, unsere Meinung/Erfahrung: Nein, nicht online.
 
xjsk705 schrieb:
Kann man Schuhe im Internet bestellen?

Ja.
Ob es Sinn ergibt? Muss jeder selbst entscheiden.
Ich lasse lieber vor Ort ausmessen, probiere ggf. verschiedene Modelle an und lasse mir vor allem eine individuelle Sohle anpassen. Wenn das dann 100€ teurer als im Internet ist, macht das bei wieder 14 Jahren à 14 Skitagen im Endeffekt 50 Cent pro Skitag aus. Wäre es mir wert.
Umgekehrt kann man aber auch Glück haben, bestellt im Netz und es passt perfekt. Zack, hat man 1-2 Skitage umsonst in den 14 Jahren.
 
Ich hab den Fehler ganz am Anfang mal gemacht und es dann letztendlich doppelt bezahlt. Schuh passte nicht optimal und war insgesamt auch so viel zu groß, dass Bootfitting nicht geholfen hätte. Also mit Verlust verkauft und dann doch ins Fachgeschäft. Top-Beratung, perfekt passender Schuh, ca. 120 Euro teurer als online. Das waren die rund 3 Stunden im Laden definitiv wert.

Fazit: kann natürlich klappen - ich würd‘s nie wieder tun.

VG
Alexander
 
doch ins Fachgeschäft. Top-Beratung, perfekt passender Schuh, ca. 120 Euro teurer als online. Das waren die rund 3 Stunden im Laden definitiv wert.

Fazit: kann natürlich klappen - ich würd‘s nie wieder tun.



Wenn ich fragen darf, was war es für ein Geschäft?

Da gebe ich euch recht, lieber den Fuß vermessen lassen etc, anstatt selbst nach guten Gewissen was zu messen. Die hälfte des Preises sind schon verlockend aktuell. Aber bevor ich ärger habe, gehe ich dann nächste Saison bzw richtung Oktober in ein Geschäfft.
 
Leider schreibst Du wenig zu Deinen Ansprüchen und Deinem Fahrkönnen. Liegt Dein Schwerpunkt mehr auf Piste oder geht es auch ins Gelände? Fährst Du mehr relaxt oder sportlich geschnittene Kurven?

xjsk705 schrieb:
Ich habe mein Fußumriss auf ein Papier gezeichnet. Die länge sind 24,5 am Standfuß und in der Breite ( jeweils einen vertikalen Strich gezogen an der breitesten stelle der Füße ) und der Abstand der beiden beträgt 9,5cm

Entscheidend ist auch die Höhe

xjsk705 schrieb:
Ich weiß das man im geraden Stand vorne leichten Kontakt haben sollte.

Wenn Du Wert auf blaue Zehennägel und Nagelbettentzündungen legst, OK. Ansonsten: Nein.

xjsk705 schrieb:
Nehme ich jetzt aber einen Skischuh mit MP 24,5 oder 25. Oder rechnet man wegen des Innenschuh nochmal 1,5 cm drauf und nimmt dann 26?

Das hängt vom Aufbau der Sohle und von der Dicke des Innenschuh ab. Das kann Dir pauschal niemand sagen. Außerdem ist ein Schuh, der nicht an der Schale angepasst werden muss, garantiert zu weit.

xjsk705 schrieb:
Flex 100/90 hätte ich gesagt. Bin 1,74 und wiege 58kg, fahre seit 14 Jahren jedes Jahr Ski. Flex höher macht wegen meines schmalen Körperbau keinen Sinn

Angaben zum Flex sind wenig aussagekräftig. Ein perfekt sitzender Schuh darf ruhig etwas härter sein, weil Du den durch die optimale Passform leichter drücken kannst.

Ein no go ist ein viel zu weiter Schuh mit zu dickem Innenschuh. Den musst Du dann im Lauf eines Skitages immer enger schnallen, was den Schuh härter macht. Gleichzeitig aber verändert sich die Passform und bei 4-Schnallern drückt die Schale dann gerne auf die Zehen-Grundgelenke. Und der dicke Innenschuh wirkt wie ein Puffer, der einen Großteil Deiner Steuerimpulse absorbiert.

Mein Rat: Lass Dir für Oktober einen Termin in einem guten Fachgeschäft geben. Dann sind die Regale voll und die Läden noch leer.
 
Den Schischuh würde ich niemals online bestellen. Ein schlecht passender Schuh kann einem das Skivergnügen erheblich beeinträchtigen, da würde ich nicht den letzten Cent herauskitzeln wenn ich mir einen eigenen Schuh zulege. Oder Du kaufst einen Schuh online und musst dann ggf. nachbasteln lassen und/oder eine angepasste Sohle kaufen, was nicht kostenfrei bleibt und den Onlinevorteil schnell egalisiert.
Auf dem Papier die Passform herauszubestimmen ist praktisch unmöglich. Selbst im Shop engen die mit den Messungen lediglich die Auswahl ein und der Rest bestimmt sich beim Anprobieren.
Ein Schischuh kann einige Jahre gute Dienste tun, geh in ein gutes Fachgeschäft und hol Dir dort ein Auslaufmodell.
 
Kurzer Leitfaden, wie man eine größere Chance hat, einen passenden Skischuh zu finden:

  • Auf Fuß und Körpergewicht abgestimmte Sohle herstellen. Eine gute Sohle ist wie ein Fundament eines Hauses. Taugt das Fundament nicht, ist das ganze Haus einsturzgefährdet. Die Sohle darf ruhig etwas teurer sein. Wer hier spart, der spart am falschen Ende.
  • Schalen werden nicht zu groß gekauft und dann mit Füllmaterial passend gemacht, Schalen kauft man zu klein und bringt sie dann auf Maß. Denn JEDES übliche Füllmaterial (außer Beton :wink: ) gibt über die Zeit nach und dann merkt man, dass man die Schale zu groß gekauft hat
  • Zusammen mit Sohle steigt man dann ohne Innenschuh in die Schale. Ist dann in der Länge mehr als ein Zentimeter Platz, dann ist die Schale zu lang. Wenn die Schale seitlich drückt (hoffentlich tut sie es), dann wird sie dort gedrückt. Häufig am Knöchel und an den Zehen-Grundgelenken
  • der Innenschuh (Liner) sollte möglichst dünn sein, idealerweise aus dem Race-Segment. Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass gut gepolsterte Schuhe besonders bequem oder warm seien. Das Gegenteil ist der Fall. Weil der Schaum Bewegungen absorbiert, verliert man erheblich an Kontrolle über den Ski. Und weil die Polster auch die Blutzirkulation abdrücken können, bekommen einige Skifahrer kalte Füße

Die ganze Magie mit Schäumern und thermisch "angepassten" Innenschuhen dient IMHO nur dazu, dass der Kunde möglichst schnell im Laden abgefertigt werden kann. Änderungen an der Schale sind arbeitsintensiv, oft müssen die Schuhe über Nacht auf einem Dehngerät auskühlen und blockieren damit die Werkstatt. Fräsen ist noch arbeitsintensiver und erfordert viel handwerkliches Können. Die Anpassung des Schuhs über die Schale ist aber IMHO der einzige Weg, der langfristig zum Erfolg führt.

Ich selbst hatte über 10 Jahre Probleme mit schmerzenden und kalten Füßen. In dieser Zeit habe ich 7 Skischuhe durchprobiert, angefangen von MP30 bis MP28. Trotz Schäumer hielt am Ende der Schuh am Ende im Urlaub nur wenige Skitage durch, bevor auch er wieder viel zu locker wurde.

Heute fahre ich eine 27er Schale mit extrem harter Sohle und einem Liner aus dem Race-Segment. Der Schuh ist bequem wie ein Pantoffel, hat eine direkte Kraftübertragung und selbst bei zweistelligen Minusgraden bleiben die Füße warm. Oft fahre ich den ganzen Tag die mittleren Schnallen offen. Die einzige Anpassung am Innenschuh ist eine härtere Zunge und dort eine Modifikation, weil ich wie viele andere Menschen auch auf dem Fußrücken einen kleinen Höcker habe. Und auf das Bootboard wurde ein Vorlagenkeil geklebt, um zusammen mit einer Unterfütterung der Sohle den Fuß optimal an die Kontaktpunkte in der Schale (Ferse, Rist) heran zu führen.

Jetzt kann ich damit im Urlaub auch bequem 14 Skitage lang ohne Probleme fahren. Der limitierende Faktor ist nicht mehr der Schuh, sondern meine Füße.
 
Ich kann mich noch erinnern als ich vor dem Antritt meines obligatorischen Wehrdienstes im Zeughaus die Stiefel holen ging.
Das war wie in einem normalen Schuhgeschäft und ich konnte die verschiedenen Grössen und Hersteller probieren. Dasjenige Modell, das dann am besten passte konnte ich mitnehmen.
Während der Dienstzeit erhielt ich noch ein zweites Paar. Dabei schaute der Herr im Zeughaus leider nur auf die Nummer vom bereits vorhandenen Paar und händigten mir dann ein Modell von einem anderen Hersteller aus. Auf den Hinweis dieses Modell sei aber von einem anderen Hersteller meinte er, das passt schon wichtig sei die Nummer.
Gepasst hat es dann eben nicht... Habe dann dieses Paar auch nur getragen wenn es nicht anders ging...
Deswegen würde ich vielleicht mit Ausnahme von Pantoffeln oder ein Schuhmodell, das ich schon kenne niemals online bestellen.
 
Ich habe meine letzten Skistiefel im Internet gekauft.
Die Füße habe ich ähnlich wie Du inkl. Socken ausgemessen und auf den nächsten MP aufgerundet. Gleiches in der Breite.
Ich habe keinen hohen Spann und mir deshalb keine Sorgen gemacht. Meine Füße sind allerdings eher klein aber breit. Der Kauf der Stiefel in den Geschäften war zuvor immer ein Kompromiss. Im Internet konnte ich dann genau die richtige Größe finden. Endlich habe ich nach vielen Jahren wieder einen passenden Schuh. Ich würde es wieder so machen.
 
NSB60 schrieb:
Ich habe meine letzten Skistiefel im Internet gekauft.
Die Füße habe ich ähnlich wie Du inkl. Socken ausgemessen und auf den nächsten MP aufgerundet. Gleiches in der Breite.
Ich habe keinen hohen Spann und mir deshalb keine Sorgen gemacht. Meine Füße sind allerdings eher klein aber breit. Der Kauf der Stiefel in den Geschäften war zuvor immer ein Kompromiss. Im Internet konnte ich dann genau die richtige Größe finden. Endlich habe ich nach vielen Jahren wieder einen passenden Schuh. Ich würde es wieder so machen.

heißt ja nicht das wenn ich jetzt in ein Geschäft gehe dort auch meine Schuhe finden muss, wäre Ideal aber dann lieber ehrlich sein und in ein anderes Geschäft gehen
 
Meine 7 Schuhe habe ich vorher allesamt in gut sortierten Fachgeschäften erworben. Trotzdem waren es allesamt Fehlkäufe. Weil weder Hersteller noch Fachgeschäfte auf die Anforderungen besonders großer Menschen eingestellt sind. Kürzlich saß ich mit einem netten Paar in der Gondel. Er, auch Gardemaß, hat die gleiche Odysse bei Skischuhen durchgemacht. Nur hat er bereits nach dem dritten Paar die richtigen gefunden.

Wie bereits geschrieben, gehört für mich eine ordentliche Sohle zum Schuh dazu. Damit scheidet ein Blindkauf per Internet für mich aus. In meinem Fall ist es so, dass ich nur wegen der speziell angepassten Sohle die Schale eine Nummer kleiner fahren kann.

Selbstverständlich aber hängt das alles auch von den Ansprüchen ab, die man an den Schuh hat. Ich fahre zwar keine Rennen, möchte aber einen Schuh haben, der mir maximalen Halt und Kontakt zum Ski bietet. Das war bei den ersten 7 Paaren immer nur für wenige Skitage der Fall. Die jetzige Kombi fahre ich so seit ca. 4 Jahren.
 
Sehe ich auch so. Die individuelle Sohle ist die Basis.
 
Ich hatte zuletzt einen geschäumten Schuh und einen ziemlichen Anpassungs-Marathon hinter mir. Schienbein Problem war damit weg, dafür kamen Schmerzen am Knöchel. Habe mir jetzt Anfang der Saison wieder im Internet meine vermessene Größe gekauft, zur Sicherheit auch noch eine Größe kleiner zum Vergleich mit bestellt.

Passt wie angegossen, kleinerer Schuh ging zurück. War der neue LANGE Shadow (Nachfolger von RX) in Flex 130 und null Probleme mehr. Weiß nicht, ob es das neue Konzept des Schuhs ist. Ich habe aber viel zu dem Thema gelesen und ein Fachmann sagte in einem Beitrag, dass der Hauptfehler ist, dass man die Schuhe zu eng schnürt. Nicht nur, weil 80% der Leute die Schuhe zu groß kaufen sondern auch, weil man damit fehlende Balance ausgleichen möchte. Der Schuh gibt einem keinen Halt auf dem Ski. Die Balance muss man selbst finden und die Härte des Schuhs ist nur dazu da, um die Kraft aus dem Knie und Sprunggelenk auf die Kante zu übertragen. Er nannte als Beispiel, das Eishockey Spieler beim Einfahren vor dem Spiel oft mit offenen Schnürsenkeln fahren, damit sie das Gefühl kriegen. War für mich mind-blowing, denn es stimmte total.

Wie schon bei dem geschäumten Schuh wird bei mir morgens zu geschnallt und der Schuh bleibt den ganzen Tag und auch auf der Hütte zu. Wenn ich tatsächlich noch mal in eine Buckelpiste gehe, justiere ich etwas nach. Wenn ich sonst das Gefühl habe, Schuh ist zu locker, konzentrierte ich mich auf den richtigen Stand, Lage und Position und siehe da, es passt!

Gefahr beim Kauf im Internet sehe ich nur, dass der Schuh zu groß gekauft wird.
 
xjsk705 schrieb:
doch ins Fachgeschäft. Top-Beratung, perfekt passender Schuh, ca. 120 Euro teurer als online. Das waren die rund 3 Stunden im Laden definitiv wert.

Fazit: kann natürlich klappen - ich würd‘s nie wieder tun.



Wenn ich fragen darf, was war es für ein Geschäft?

Da gebe ich euch recht, lieber den Fuß vermessen lassen etc, anstatt selbst nach guten Gewissen was zu messen. Die hälfte des Preises sind schon verlockend aktuell. Aber bevor ich ärger habe, gehe ich dann nächste Saison bzw richtung Oktober in ein Geschäfft.

Schick Dir PN.
 
Kreon100 schrieb:
... und ein Fachmann sagte in einem Beitrag, dass der Hauptfehler ist, dass man die Schuhe zu eng schnürt. Nicht nur, weil 80% der Leute die Schuhe zu groß kaufen...

Ich würde es anders formulieren: Weil die Fachgeschäfte in 80% der Fälle den Kunden zu große Schuhe andrehen.

Probleme am Knöchel bei Schäumern hatte ich auch mal. Bei mir lag es daran, dass die Sohle bzw. der Aufbau des Liners unter der Sohle nachgegeben hat und dann der Knöchel nicht mehr in der beim Schäumen vorgegebenen Position war. Deswegen bin ich ein paar Saisons mit Blasenpflastern gefahren.

Im Prinzip gehen Deine Aussagen in die gleiche Richtung: enge Schale, dünner Liner, Anpassung über Schale und dann kann man den ganzen Tag über die Schnallen in der gleichen Raste fahren. Letzten Urlaub bin ich die meiste Zeit mit offenen Schnallen gefahren. Außer dem Booster-Strap und der vorderen Schnalle. Wird im übrigen auch von guten Skilehrern empfohlen: bei der ersten Fahrt am Tag die Schnallen offen zu lassen, um die richtige Position über dem Ski zu finden.

Aber zurück zum Thema. Trotz meiner Erfahrungen mit Händlern würde ich mir keinen Schuh blind im Internet kaufen. Besser, man sucht sich einen wirklich guten Bootfitter. Meist sind es ein oder zwei Verkäufer in einem Geschäft, mit denen die Beratung steht und fällt. Wenn man die Kosten für ein oder zwei Fehlkäufe bedenkt, dann kann man selbst ausrechnen, wie teuer eine gute Beratung und handwerkliche Leistung sein darf. Ganz abgesehen von den verdorbenen Skitagen, die man sich spart, wenn man nicht am falschen Ende spart.
 
NeusserGletscher schrieb:
Besser, man sucht sich einen wirklich guten Bootfitter. Meist sind es ein oder zwei Verkäufer in einem Geschäft, mit denen die Beratung steht und fällt. Wenn man die Kosten für ein oder zwei Fehlkäufe bedenkt, dann kann man selbst ausrechnen, wie teuer eine gute Beratung und handwerkliche Leistung sein darf. Ganz abgesehen von den verdorbenen Skitagen, die man sich spart, wenn man nicht am falschen Ende spart.

Wenn man das braucht, dann ist das so. Will das gar nicht schlechtreden, ist bestimmt die qualitativ optimale Lösung. Man muss sich nur darüber klar sein, dass man damit eine (hoffentlich) hochwertige Dienstleistung einkauft, die sich im Preis abbilden wird. Die oben bisweilen in den Raum gestellten Aufpreise von 100-120€ gelten dann natürlich nicht mehr. Ein guter Schuh mit Stickerpreis 750€ kann im Ausverkauf mit ein bisschen Suchen oftmals um 300-350€ erworben werden. Der Bootfitter wird immer von der UVP ausgehen, und dann hat er, außer der Beratungsleistung, noch nichts gemacht. Läuft also schnell auf 1k zu.

@NeusserGletscher Was mich noch sehr interessieren würde, welche Fußlänge hast du?
 
In Alltagsschuhen trage ich so 44/45. Gemessen wurde mal zwischen MP28 und MP29. Wegen der optimalen Anpassung kann ich eine 27er Schale fahren.

Die Ansprüche habe ich nicht selbst definiert. Die ergeben sich aus meiner Körperlänge und meinem Gewicht. Mein eigener Anspruch an den Schuh ist lediglich, dass er bequem und warm sein soll und mir eine vernünftige Kontrolle über den Ski bieten soll. Es ist geradezu schon Ironie, dass dieses Anforderungsprofil einzig durch einen Semi-Professionellen Aufbau zu 100% erfüllt wird. Der einzige Unterschied zu Schuhen aus dem Worldcup ist der, dass meine Schale eine moderate Härte hat und thermisch mit geringem Aufwand verformt werden kann. Im Profibereich sind die Schalen viel dicker, ohne Dehngerät drückt man da nix und meist wird auch noch gefräst.

Der Weg dahin war sehr steinig und leider musste ich mehrfach die Erfahrung machen, dass jeder Shop zwar in einem bestimmten Bereich eine gute Teilkompetenz hat. Aber bislang keiner in der Lage war, mir einen Schuh so zu bauen, dass ich ohne eigene Nacharbeit damit fahren kann. Der jetzige Schuh wurde zu über 70% nach meinen Vorgaben gebaut, die ich mir im Lauf von über 10 Jahren so erarbeitet habe.

Durchschnittlich lange und schwere Menschen kommen mit dem normalen Material von der Stange vermutlich häufiger klar, weil sich die Industrie auf diese Klientel eingestellt hat.
 
Also bis zum Ende der letzten Saison hätte ich noch Neusser Gletscher zugestimmt. Ich war auch immer der Meinung, dass die Füsse sich eben auch erst dran gewöhnen müssen. Diese ersten drei Tage hat man eben Schmerzen.

Bis ich jetzt diese Lange Shadow gefahren bin und die Schuhe nicht mehr soo eng mache. Das ist für mich (!) ein Quantensprung in der Entwicklung. Schuh passt perfekt, selbst heute bei 15-20°C und beginnenden Sulz. Ich bin bei der Schäumung echt raus. Kein Schienbein Schmerz, kein Problem am Knöchel mehr
 
Kreon100 schrieb:
Also bis zum Ende der letzten Saison hätte ich noch Neusser Gletscher zugestimmt. Ich war auch immer der Meinung, dass die Füsse sich eben auch erst dran gewöhnen müssen. Diese ersten drei Tage hat man eben Schmerzen.

Das habe ich nicht behauptet. Skischuhe muss man zwar einfahren, aber wenn man von vorne herein Schmerzen hat, dann ist da eher was falsch. Bei mir war es umgekehrt. Anfangs fühlten sich alle Schuhe super an. Die Probleme traten erst nach einigen Skitagen auf. Rückwirkend betrachtet habe ich dann nur viel zu lange versucht, das bestehende Material zu optimieren anstatt grundsätzlich von vorne angefangen. Ohne diese Entwicklung hätte ich mir allerdings auch nicht das Wissen aneignen können, mit dem ich den für mich pefekten Schuh zusammen schrauben konnte.
 
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