sorry, das ich mich jetzt erst wieder melde, hab eine Woche tollen Skiurlaub in Gröden hinter mir...
Der Skischuhkauf lief bei mir in etwa folgendermaßen ab (und man muss es nicht unbedingt in Lech machen, ich kenne 4 Sportgeschäfte (2 in Ö und 2 in DE) die das mindestens genauso gut können):
man geht in das entsprechende Geschäft und berichtet von seinen Schuhproblemen. Der Verkäufer hört sich das geduldig an, stellt ein paar Fragen zu Art und genauer Stellen der Fußschmerzen und sagt, dass man zwar noch den einen oder anderen Schuh von der Stange probieren könne, aber so richtig gut wird es erst mit angepassten Schuhen.
Die merkliche Unsicherheit des Kunden, wirklich so viel Geld für ein paar Skistiefel in die Hand (oder besser an den Fuss) zu nehmen kontert er mit folgendem verlockenden Angebot: "Wenn sie morgen abend mit dem Schuh nicht zufrieden sind, dann geben sie die Schuhe wieder ab und bekommen ihr Geld zurück." Die Gegenfrage, ob er das auch schriftlich festhalten könne (schliesslich ist ein so angepasster Schuh bei Nichtgefallen quasi unverkäuflich) bestätigt er gelassen: "Klar, bis jetzt hat sie noch niemand wieder gebracht"
Ok, noch ein bischen verhandelt (1 Paar Socken (extradünn) und die heissgeformten Sohlen) und dann kanns auch schon losgehen.
Zuerst wird der Fussumriss auf ein Papier übertragen und danach die Kunststoffschale entsprechend geweitet/geformt.
Danach werden an den Stellen, an denen man etwas Bewegungsfreiheit oder Platz für die Blutzirkulation benötigt Filzstücke aufgeklebt.
Danach noch eine Tüte um den Fuss für den Fall, das der Schaum bei einem Defekt mit der Haut in Berührung kommt und man steigt in die Schuhe, aus denen jeweils noch 4 Schläuche für Ein-und Auslauf des 2-Komponentenschaums herausragen.
Der Einstieg ist nicht ganz schmerzfrei, da der Innenschuh ja noch nicht gepolstert ist und man mit der harten Schale in Berührung kommt.
Danach stellt man sich auf eine leicht Schräge, linkt und rechts ein Haltegriff zum in den Schuh drücken und der Schaum wird eingefüllt.
Die nächsten 30min sind hart!!! Man spürt, dass der Schaum den Fuß fest umschliesst und dieser dadurch einschläft. Nebenbei sieht man in dieser Situation wohl nicht gerade glücklich aus und vorbeikommende "Leidensgenossen" können das bei einem selbst aufkommenden Gefühl, wie denn um alles in der Welt daraus ein Schuh werden soll nur schwer beseitigen.
Nach gut einer halben Stunde, darf man dann das "Folterinstrument" verlassen, und es fühlt sich gut an, wie der Schmerz so langsam nachlässt.
Immer noch überzeugt von der Tatsache, dass man sich am nächsten Tag das Geld wieder geben lässt, geht man schliesslich voller Erwartung auf den nächsten Tag nach Hause.
Tag 2: Kurz vor Öffnung des Sportgeschäftes läuft man bereits ungeduldig vor der noch verschlossenen Tür auf und ab. Und dann der erlösende Moment. Anprobe, erster Eindruck fühlt sich ganz gut an, nichts drückt aber das hat ja noch nichts zu sagen, denn das war bei den 2 Vorgängermodellen auch so und nach 2 Abfahrten stellten sich beide als teure Fehlkäufe heraus.
Ok ich will es jetzt kurz machen: nachdem ich noch kurz mit dem Zettel auf dem die Rücknahmegarantie stand, gewedelt habe ab auf die Piste und es war der schönste Skitag seit langer Zeit: keine Schmerzen, nichts drückt und dadurch, dass die zu übertagenen Kräfte zwischen Ski und Fuss über eine große, weil der Fussform angepassten Fläche übertragen werden hatte ich auch eine viel bessere Kontrolle über den Ski.
Am Ende des Skitages nochmal ins Sportgeschäft, kurze Nachkontolle, noch 2 Schnallen gegen kürzere ausgewechselt und beim Verkäufer bedankt.
Das war bei mir vor 9 Jahren, ich habe immer noch diese Schuhe komme auf so ca. 10-15 Skitage pro Saison und sie passen immer noch so gut wie am ersten Tag.
Überflüssig zu erwähnen, dass ich es jederzeit wieder tun würde.
Ich habe im Übrigen keine Beziehung zu dieser Firma und schreibe diese Zeilen lediglich aus persönlicher Überzeugung.
Gruß
vdb