@frankenski: Mein Interesse an stillgelegten Skigebieten hat sich bei mir eigentlich über Umwege ergeben. Ich bin eigentlich Radiofreak, also sag ma mal extremer Radiohörer, auch gern DX-Fernempfang und so hab ich mich auch für die Anfänge des Privatradios in Südbayern, damals noch über die italienischen Radiosender, die dann speziell nach München und sogar rauf bis nach Nürnberg strahlten und über die dortigen Recherchen kam ich eben drauf, dass man damals einige der Radioantennen, die nicht größer sind, als die Drahtgestelle, die auf unseren Hausdächern (leider) nach und nach verschwinden

von Bergen nähe des Brenners eben fast mühelos den Ballungsraum München erreichte.... Naja auch schon Geschichte, wobei man an meinen Wohnort noch einen Hauch der frühen 80er empfangen kann. Der Sender heißt "Südtirol 1", ist aber relativ neu und hat mit dem legendären Südtirol 1 aus den 80ern eigentlich gar nix zu tun.... Aber egal. Zumindest gibt es auf der südtiroler Seite des Brenners zwei ehemalige Skigebiete, die auch "LSAP" sind und zwar die Zirogalm und das Hüherspiel. Kann man hier auch recherchieren... Da steht auch nur noch ein kleiner Rest, teilweise noch Liftpfosten, ne Talstation.... Draufgekommen bin ich halt, da eben einer der kleinen Radioantennen an einem Skiliftmasten montiert war, praktisch gell? Und nachdem ich wusste, dass die Radiosache in den frühen 80ern lief, dachte ich mir, komisch, dass ein Skigebiet in den frühen 80en schon nicht mehr besteht, das will ich nun mal genauer wissen. Und so verknüpfte ich bei nem Urlaub in Südtirol und ner Wanderung in Richtung Hühnerspielalm beides: Radio und stillgelegten Lift. Naja ist halt immer Nostalgie, Wehmut und eben das Wissen, dass da früher einige Leute Spaß hatten....
Zurück zum Reichenstein: Persönlich interessant für mich: Ich bin dort früher im Gegensatz zu den o.g. südtiroler Gebieten immer wieder mal mit meinen Eltern Skigefahren. Komme eigentlich ausm Landkreis AS, mittlerweile hats mich nach Südbayern verschlagen. Und dass es den Reichenstein nicht mehr gibt, hab ich eigentlich erst letztes Jahr über Internetrecherchen erfahren. Der Konkurs selbst ging an mir - da ich ja jetzt woanders daheim bin - komplett vorbei.... Schon traurig, wenn man sich genau erinnern kann, wie die Lifte damals verliefen und wie das ganze eben in Betrieb war. Warst Du dort auch Skifahren?
Die Sommerrodelbahn kenn ich gar nicht im Echtbetrieb und ich wusste auch den genauen Verlauf der Strecke nicht, da ich eben immer nur im Winter dort war und heuer eben zum ersten Mal ohne Schnee...
Die Hütte an der Talstation Reichensteinabfahrt ist meiner Meinung aber zu klein für ne Pistenraupe, da sind wirklich nur einige Regale mit Sommerrodeln drin. Pistenraumdürfte vielleicht hinter dem Stahltor der großen Garage im Keller des Bergcafes stehen, dort gelangt man von der Ostseite aus über die Parkplatzverlängerung hin. Erstaunlicherweise sieht der Parkplatz noch gut aus... Kein Pflänzchen. Weist Du, wo dort die Rohre für die Beschneiungsanlage gelagert worden sein sollen?
Den Skilift am Lindauer Hang gibts als einzigen glaub ich noch. Ist eben direkt neben der Ortschaft Lindau. Den Schlepper in Dietersheim hat man glaub ich abgebaut und irgendwo in den Osten verscherbelt und dann gabs noch den Stückberglift, der auch in der Gegend war, den gibts auch nicht mehr. Wenn man durch Dietersheim fährt, also von Stadlern nach Schönsee, dann liegt der ehemalige Lift links von der Straße am Berg. Das dort einsam stehende weiße Gebäude mit Schrägdach dürfte die ehemalige Talstation sein. Ich kenn das ganze aber nicht ausm Echtbetrieb und war auch noch nicht am Häuschen... Auf dem Pistenplan am Reichensteinhang Talstation, den Du auch in Deiner Fotosammlung hast, kann man übrigens auch noch einen Lift sehen, es könnte der aus Dietersheim sein?!
Der Seillift jenseits des Reichensteinparkplatzes kenn ich gar nicht. Taucht der offiziell auf und sind da noch Reste übrig? Wie liegt denn der genau im Bezug auf den Schneetümpel?
Zu den anderen beiden Liften wärs tatsächlich über den Forstweg gegangen. Am Ende findest du eben eine ganz flache auf dem Bergplateau in Richtung Reichdensteinabfahrt führende "Piste", ein kleiner Übungs"hang", welcher eben zum Felsenlift (dem zweiten Seillift) gehörte. Naja, ich erinnere mich eben noch aus meiner dort aktiven Skizeit in den 80ern und 90ern, dass man - glaub ich zumindest - den noch über den Forstweg führenden Waldhäuserlift nicht über die Liftspur queren musste, sondern eben durch einen Tunnel fahren konnte. Auf der Liftspur wurden man über den Tunnel noch wenige Meter weiter nach oben gezogen und dann kam der Ausstieg. Wie schon gesagt, ist bei mir zuletzt 1995 gewesen, als ich zum Jahreswechsel 96 dort war...
Die Zwirbelkurve steht noch komplett, aber eben ohne aufgespanntes Seil. Während beim Reichensteinlift eben noch die Strom- oder Telefonleitungen oder was dort oben läuft dran sind, hängen diese an der Lücke von Mast 8 und 9 ebenfalls runter...
Du wärst übrigens tatsächlich über eine Straße dorthin gekommen. Vom Skizentrum Parkplatz eben in die Ortschaft Stadlern, dann in der Ortsmitte links den Berg rauf und der Straße dann folgen, da kommt am Ortsende rechts eine Kreuzigungsgruppe (ich weiß "Life of Brian" lässt grüßen) mit nem Kreuzweg und schräge gegenüber links der Straße ein überdimensionierter geteerter Parkplatz mit Wanderempfehlungen auf Tafeln. Wenn Du dort der Straße ca. 3 km durch den Wald folgst kommst Du in das Dorf Waldhäuser. Dort ist dann links nach den drei oder vier Häusern die Talstation des Böhmerwaldliftes
Was ich eben auch nicht wusste: Dass die Sommerrodel-Liftspur wie bei vielen Röhrenrodelbahnen so bedient wurde, dass man ne Metallspur unter dem Schlepper verlegt hat und dort auf dem Rodel (vermutlich rückwärts auf dem Boden sitzend nach oben gezogen wurde. Sehen konnt man das beim Lifthäuschen am Sommerrodelausstieg. Dort sieht ein kleines Stück Metallschiene aus dem Boden heraus. Ansosnten sah es für mich so aus, als ob es sich um eine normale mit Erde und Gras bedeckte Schlepplift Spur handelte. Also hatte man durch die ungeschickte Anordnung von Lift und Kurvenstrecke der Rodelbahn mit der Notwendigkeit der Abdeckung beider Pistenquerungen (oben und unten) und zusätzlich der gesamten (!) Lifttrasse bis zur Mittelstation jedes Jahr einen erheblichen Aufwand und das ganze eben mit schmalen Brettern!!!