Crowding als für den Kunden unangenehmes Phänomen wird ja mehr und mehr durch die Bergbahnstrategen wahrgenommen.
So sollen z.B. schwächere oder ängstliche Skifahrer, Familien mit Kindern auf den entsprechend ausgewiesenen Pisten "outchillen", ohne in Stress und Angst zu verharren dass sie von oben durch Schnellcarver über den Haufen gefahren werden könnten. Hier fahren alle langsam, ruhig und vorsichtig. Die Trennung von samstäglicher Fußgängerzone und Stadtautobahn sozusagen.
Diese Besucherlenkungsmaßnahme die Du beschreibst existiert in Nordamerika als sog. "Slow zone" (mit vielen Hinweisschildern à la "Ride fast, loose pass" oder "Flaps down"), v.a. an den Haupttalabfahrten oder besonders flachen Partien. Nachmittags stehen dann oft die dort obligatorischen Freiwilligen und stellen sich hinter die "Slow" Schilder um sozusagen als moralische Mahnung zu wirken. Ob und wie vielen Leute dort jährlich tatsächlich wegen Mißachtung einer "Slow zone" der Pass entzogen wird, weiß ich nicht (LiftFreak könnte es aus Whistler wissen).
An sich witzig: in normalen nordamerikanischen Skigebieten ist normalerweise sowieso weniger Betrieb als in Europa zu Hochsaisonzeiten und es gibt im Normalfall ein deutlich besseres Verhältnis von Beförderungskapazität und Pistenfläche (nicht immer zur gewalzten Pistenfläche).
Die Frage ist: wie störend nimmt der gute Fahrer diese Zonen wahr? Auf sehr flachen Partien (wie von Fab beschrieben) kann man teilweise ohnehin nicht schnell fahren, ich habe mir dann immer vor genommen quasi in Zeitlupe, besonders schön (subjektiv natürlich) und sehr bewusst zu fahren. Auf nachmittäglichen Talabfahrten hingegen ist aber auch mal mehr Betrieb, dazu im Frühjahr Sulzhaufen etc. Auch hier sollte man im Idealfall nicht mit Schmackes hinunterdonnern. Hier verleiht die Slow zone Anfängern und weniger Geübten Sicherheit und reduziert den Stress.
Besonders gut ist es in Copper Mtn gelöst: hier ist der westliche Teil des Skigebietes sehr flach durchweg und komplett als Slow Zone ausgewiesen, während es nach Osten zu kontinuierlich steiler wird und kaum mehr Slow zones ausgewiesen sind. Dadurch und durch die Topographie sortiert sich das Publikum quasi natürlich und Pistenblocher, Skikurse oder Schnecken kommen sich kaum in die Quere.
Kontrolle ja/nein: hmm, an sich wäre ich gegen eine weitere Reglemetierung dieser Freizeitaktivität, aber ich sehe das praktische Problem, dass Vorgaben nicht eingehalten werden, wenn gegenteiliges Verhalten keine negativen Konsequenzen nach sich zieht.
Das Crowding-Phänomen auf Skipisten ist auf jeden Fall ein großes Forschungsdefizit, es gibt sehr wenig bis kaum Literatur dazu, hingegen zu Crowding in Nationalparks, städtischen Grünanlagen etc. gibt sehr viel und gute Werke. Es gibt sogar "under crowding" (eine einsame "Hintenrum"-Piste, auf der Leute das Gefühl haben könnten, es ist etwas faul, weil niemand sonst sie fährt, evt. gesperrt und man hat das Schild übersehen oder es hat unten raus keinen Schnee mehr oder die Qualität ist schlecht, oder... Meine Mutter ist Expertin für Bedenkenträgerei dieser Art...

) - das Musterbeispiel für "under crowding" sind allerdings Frauen nachts allein im dunklen Stadtpark. Wenn mehr Betrieb wäre, würden sie sich wohl(er) fühlen, oder vom Hund begleitet. Sorry für den länglichen Exkurs...