Geringer Zuschauerzuspruch? Sagt derjenige, der selbst nicht vor Ort war. Im Gegenteil, Winterberg hatte die meisten Zuschauer im ganzen Weltcupzirkus. Eine Woche vorher ist man in Moskau gefahren, PSL auf einer Rampe aus Stahlrohr, rund 60 Meter hoch. In der 16 Millionen Metropole Moskau hatten sie 700 Zuschauer beim Event. In Winterberg, 13.000 Einwohner, dafür 2.500.
Die Auswahl der Piste war wie folgt: FIS Hang ist in Altastenberg, aber dort sind kaum Schneekanonen vorhanden, dazu kein Platz für Zielsack, Zuschauer, Fernsehtechnik, Promotion, Catering. Aus den letzteren Gründen schied auch der Flutlichthang am Quick Jet aus, da kommt kein 18 Tonner Übertragungswagen hin.
Die Kappe wurde besichtigt und vom Renndirektor der FIS als zu steil für einen Parallelslalom bewertet. Der Poppenberg, von unten gesehen rechts, hängt zum Wald hin, der ist zwar aktuell durch den vielen Schnee praktisch eben/ausgeglichen, davon kann man aber nicht Mitte März ausgehen. Zudem wäre hier durch die Sperrung der Rennpiste die Verbindung zum Sürenberg gekappt, für zwei, drei oder sogar vier Tage. Das will der Liftbetreiber nicht.
Die jetzt genutzte Weltcuppiste liegt am unteren Rand der Anforderungen der FIS, kein Thema. Dennoch sind faire Bedingungen auf einer sehr gut präparierten, harten Piste den Sportlern lieber als steilere Stücke mit tiefen Wannen. Viele Zuschauer, tolle Stimmung, kurze Wege (Sportler im Landal gewohnt), kein Wunder dass es allen gefallen hat.
Marketing? Natürlich ein ganz großer Coup gelungen. Sicher nicht notwendig für Weihnachten oder den Februar, aber so konnte man zeigen, dass in Winterberg Skifahren auch MItte März noch viel Spaß machen kann! Obwohl heute bei 15 Grad schon fast T-Shirt Wetter herrscht. Aber Samstag wird es wieder kalt!