Was Kids betrifft, so denke ich daß zwischen unterschieden werden muß zwischen Kids von weiter her, die lediglich in den Ferien in die Berge kommen, und die zumeist über Eltern und Skischule das Skifahren lernen.
Diese werden wohl eher auf klassische Ski gestellt, und brausen ihren Eltern nach die Pisten hinab.
Diese werden derart weiter fahren bis ins Erwachsenenalter. Da sie eher selten in den Schnee kommen, sind sie für die Skiindustrie weniger wichtig, wohl aber für die Hotellerie da sie eher (weil von weiter weg kommend) längere Ferienaufenthalte verbringen.
Die zweite Gruppe hingegen ist komplexer, es sind die Kids aus den berg- oder bergnahen Regionen, die oft und regelmässig in den Schnee kommen. Die wollen ihre Jugendidentität auch hier definieren können: Sich absetzen (von den Alten...) durch Können, Mode und Ausrüstung, und sich behaupten in ihren Peer-groups.
Das sind die Kids (ich weite das Alter so bis Anfang/Mitte 20 aus) die in Parks chillen, ihre Twintips über Rails und Kicker fahren. Es ist eine segregierte Gruppe, ähnlich wie es die Snowboarder in den 1990ern noch waren.
Hier stellt sich mir die Frage: Was werden die machen, wenn sie aus dem agilen Alter heraus wachsen?
Sicher, viele Kids fahren auch im Tiefschnee umeinander, Freeriden kann jeder. Aber man weiß: Das frische Weiß ist eher begrenzt, manche Gebiete sind nach wenigen Stunden völlig zerfahren. Viele der Kids fahren daher nur, wenn frischer Pulver dahergekommen ist, es sind jene "Unter-der-Seilbahntrasse" Fahrer, die zwar sehr sichtbar sind in Natur und Werbung.
Ich stelle mir dennoch die Frage, ob diese sehr auf Agilität getrimmten Freeskier je "normal" Piste fahren werden wollen? Das gewöhnliche Carving auf den üblichen planaren Pisten ist vielen guten Fahrern zu linear banal, aber was bleibt denn dann?
Vielleicht bin ich zu "ge-biast", in meinem Freundeskreis ist das ständig Thema, das was wollen wir in dem Skigebiet überhaupt noch? Keine Angst, alle haben Freizeitticket Tirol, es gibt ja immer noch das eine oder andere Schmankerl..
Ein Schneespetzl, Mediziner und Flugarzt im LKH Zams / Landeck erzählt, daß mittlerweile etwa die Hälfte der schweren Verletzungen (Wirbelsäule, Kopf...) aus versemmelter Freeskierakrobatik fußt (im Sommer ähnliche Situation mit MTB-Freeride in Parks).
Ab etwa 30 wird einem für gewöhnlich das eingegangene Risiko sukzessive immer mehr bewusst, die Family tut den Rest. Damit "muß" man irgendwann vieles nicht mehr.
Dennoch stelle ich es mir schwer vor, dass all jene die ehemals kreuz und quer durch Parks und Pipes tricksterten einfach nur mehr banal normal carven gehen...passt irgendwie nicht...
Jedenfalls wird sich die Winterindustrie etwas einfallen lassen müssen, um diese Leute zu halten...