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Sommer-Attraktionismus

Vielleicht habe ich noch eine vergessen.
Ja, das hast Du.
Auf dem Glacier3000 wird zur Zeit ein ganzjahres Coaster gebaut. Und mit 931 Meter ist es wohl die längste Anlage im Berner Oberland.
Ok. Diese Anlage steht zwar nicht mehr im Berner Oberland. Aber der Glacier hat doch noch eine gewisse Bedeutung für das Oberland ;)

Das war eigentlich vorauszusehen. Die etablierten Anlässe werden sicher überleben. Die kleinen Kopien werden sicher zT. wieder verschwinden.
Klar wird dies der Markt entscheiden. Aber bei einem Open-Air hat man meistens eine provisorische Infrastruktur die nach dem Anlass wieder demontiert wird. Hingegen eine Rodelbahn ist fix und wenn das Unternehmen pleite geht hat man entweder eine Ruine oder das Zeugs muss auf Staatskosten zurückgebaut werden.
 
mic schrieb:
Manche Orte vernachlässigen das Marketing und die Infrastruktur für ihre klassischen Gäste zugunsten aufwändiger Attraktionen. In Regionen wie SFL findet eine einseitige Neuausrichtung statt
das halte ich für ein Gerücht. Es hat eine mehrschichtige Ausrichtung stattgefunden! Eine Erweiterung der Zielgruppen.
Ansonsten kann ich Hägar und Chasseral nur zustimmen. Außer das ein Publikum in Sommer älter und betagter ist. Die Funparkausrichtung zielt gerade auf die Jüngeren ab!

Vielleicht sieht man einige Sachen auch anders wenn man kleine Kinder hat die unterhalten werden wollen!

Mit den älteren Leuten habe ich mich etwas unglücklich ausgedrückt. Das ist mein Fehler.

Ich denke da an die Omas und Opas, die kommen halt im Sommer eher noch mit Ihren Kinder und Grosskindern auch mit in den Urlaub. Im Winter ist das etwas weniger der Fall. Auch ist es so, dass im Sommer mehr Leute im Ruhestand unterwegs sind als im Winter. Ich denke da an die ganzen Busreisen. Ist nicht die grosse Masse wie im Winter, aber ich meine damit, das im Sommer etwas mehr Senioren kommen als im Winter. Im Winter gehen die Senioren allerdings in der grossen Masse der Beruftstätigen eher unter.

Und wenn die Senioren alleine in den Urlaub fahren, dann wählen die Ihre Ziel nach anderen Gesichtspunkten aus. Chasseral hat das sehr treffend beschrieben.

Und noch was. Die Kinder von heute sind die Gäste von Morgen. Das wurde schon in vielen anderen Branchen bemerkt.
 
Ich denke die Angebote wie sie z.B. Fiss bietet, sind in erster Linie nicht als Konkurenz zu den alpinen Mitbewerbern zu sehen, sondern zu anderen Standorten. Wer seinen Urlaub der Berge wegen in den Alpen verbring lässt sich in den wenigsten Fällen von diesen Dingen anziehen. Aber die typische junge Spassgesellschaft, zu der ich mich auch in gewissem Maße zähle, würde sonst garnicht in die Alpen fahren. Orte wie Ischgl können im Sommer nicht einfach ein ganz anderes Puplikum ansprechen als im Winter. Die gesammte Infrastruktur ist auf eine bstimmte Zielgruppe ausgerichtet. Im Winter kommt die (auch) zum Schifahren, und im Sommer braucht man genau dafür einen Ersatz. Bergbahnen reichen da nicht, da müssen Dinge die in Richtung Erlebnisspark gehen. Und sind wir mal ehrlich, würden wir nicht alle gern mal bei genialem Alpenpanorama Achterbahn fahren? :wink:
Also Ischgl baut endlich den Mountain Glider.
 
Nun wäre es vermutlich auch interessant, wie die anderen Teile im Ötztal im Vergleich abschneiden. Längenfeld mit seiner Therme wird seit 1997 sicherlich eine größere Steigung haben, auch in Ötz ists in den letzten Jahren im Sommer immer voller geworden.

Vielleicht fährt der Sommerurlauber im Ötztal einfach nur nicht mehr so tief hinein, sondern bleibt weiter vorne?

Desweiteren hat Sölden sicher auch Einbußen in der Verschlechterung des Sommerskibetriebs. Und: Sölden hat eine der (die?) kürzesten Sommer-Saisonen, was die Betriebszeiten der Seilbahnen angeht.
 
billyray schrieb:
Ich glaube, ich möchte meine Thesen noch einmal ganz deutlich formulieren:

Manche Orte vernachlässigen das Marketing und die Infrastruktur für ihre klassischen Gäste zugunsten aufwändiger Attraktionen.
Soll heißen: In Regionen wie SFL findet eine einseitige Neuausrichtung statt, bei der riskiert - oder in Kauf genommen - wird, dass die bisherige Klientel mittelfristig abgeschreckt wird und sich anderweitig orientiert.

So ganz stimmt das nicht....haben in Fiss mit älteren Leuten gesprochen, und die waren vom Fisser Flieger und Flitzer begeistert....Sind sogar selber gefahren, und waren heilfroh, dass endlich auch mal Familien mit Kindern zu sehen sind. Weiters Richtet man sich in SFL in mehrere Richtungen aus....Wellness, Familien Urlaub, Bergwandern(abseits der Bergbahnen für die Fortgeschrittenen...) und Genussurlaub....einfach in der Sonne liegen, und geniesen....

Wie gesagt, in Zeiten rückläufigen Wintertourismus, werden auf dauer nur die überleben, die einer grösseren Gästeschicht etwas bieten, oder wi in Ischgl, alles auf eine Karte setzen, und im Sommer fast komplett ausgestorben sind.
 
Ischgl hat ja schon den Mountain Glider geplant, den sollen sie halt entlich mal bauen. Ich würde gerne mal damit fahren, aber leider steht das einzige Exemplar in einem Vergügungspark, also in der Ebene. Wie langweilig.
Im Tal gibt es auch diesen Sportpark. Aber natürlich muss Ischgl mehr tun im Sommer.
 
Af schrieb:
So ganz stimmt das nicht....haben in Fiss mit älteren Leuten gesprochen, und die waren vom Fisser Flieger und Flitzer begeistert....Sind sogar selber gefahren, und waren heilfroh, dass endlich auch mal Familien mit Kindern zu sehen sind.

Das widerspricht auch meinen Hypothesen insofern nicht, als ich ja von einer mittelfristigen Entwicklung ausgehe. Natürlich verschwinden nicht auf der Stelle alle "klassischen Bergwanderer" aus den Gebieten - aber außer auf "natürliche Weise" wachsen halt keine mehr nach, wenn man nicht entsprechendes Marketing betreibt. Und dann verliert man seinen Standortvorteil Berge, wenn man nur noch "der Freizeitpark" ist.

Weiters Richtet man sich in SFL in mehrere Richtungen aus....Wellness, Familien Urlaub, Bergwandern(abseits der Bergbahnen für die Fortgeschrittenen...) und Genussurlaub....einfach in der Sonne liegen, und geniesen....

Naja, der Ausriss aus der Website von SFL (Startseite Sommer) zeigt schon relativ deutlich, wo der Fokus liegt (Kinder/Ride/Ride/preiswert). Klar muss man neue Attraktionen bewerben, wenn man schon mal welche hat. Aber um welchen Preis halt...
 

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Ich war vor 2 Wochen am Rofan um etwas wandern zu gehen.

Da gibts ja jetzt auch so ein Fieger Teil - wie langweilig ist das denn? Sieht super aus, aber wenn noch nicht mal die Ostdeutschen Touristenmädels kreischen kann es nicht so aufregend sein.... Obwohl ich ganz froh bin daß die nicht kreischen - dannn würde ich mich noch mehr wie im Europapark fühlen.
 
Da wir es grad von einem Flieger-Teil haben hätte ich noch einen zu bieten.
Ein Prospekt von diesem hier in Chatel ist mir vorgestern aus purem Zufall in die Hände geraten.
Ist schon ein krasses Teil, leider aber auch nicht ganz billig.
http://www.chatel.com/www-tableau2-980-ETE-UK.html
 
Das baugleiche Fantasticable (wie in Chatel) gibt's auch in Gérardmer in den Vogesen.
 
Auf dem Corvatsch gibt es den "Flying-Fox".
Da kann man sich von der Station über den Abrund auf den Gletscher fahren lassen.
Diese Anlage ist einer vieler Bausteine dessen, wie der Corvatsch sich seit einer Änderung der Führung vor mehreren Jahren bezüglich seines Angebotes langsam neu positioniert hat.
Der Publikumswechsel hat bereits eingesetzt; das Gebiet strukturiert sich langsam aber sicher um, weg vom Berg der ambitionierten Skifahrer, die das Erlebnis Skifahren suchen, hin zum Ort der künstlichen Attraktionen.
In einer e-mail habe ich letztens erfahren, dass der Flying-Fox aber wohl abgebaut werden soll.
All die Probleme, die die Betreiber mit der veränderten Klientel haben (böse Beschwerden über Steine auf den Pisten etc.), sind natürlich nun mal da.
Vermutlich hat diese Entwicklung auch dazu beigetragen, dass das Pistenangebot oben mittlerweile drastisch reduziert ist.
Ob diese Entwicklung gut oder schlecht ist, kann ja jeder selbst beurteilen.
Für mich ist es ein Grund, dort immer seltener hin zu fahren. Auch im Sommer, denn der Gletscher ist optisch mittlerweile so verunstaltet, dass der Aufstieg zum Piz Murtél viel von seinem Charme verloren hat.
 
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