Aus den Salzburger Nachrichten:
Schluss mit Halli-Galli? Salzburgs Seilbahner sperren die Pisten zwischen 17 und 8.30 Uhr. Skihütten sollen deshalb um 17 Uhr Schluss machen.
Salzburg (SN-heba, inca). Bei der Pistenpräparierung werden immer öfter Seilwinden eingesetzt. Die dazugehörigen Stahlseile sind in der Dunkelheit kaum zu sehen.
Ernst Brandstätter, Direktor der Flachauer Bergbahnen: "Wir hatten in dieser Saison immer wieder dramatische Zwischenfälle. Die Situation kann so nicht bleiben." Deshalb gibt es eine Empfehlung der Fachgruppe Seilbahnen.
Ihr Vorsitzender ist der Zeller Ferdinand Eder: "Die Sicherheit der Gäste steht im Vordergrund. Deshalb sollen die zum Skiraum gehörenden Pisten von 17 Uhr bis 8.30 Uhr des nächsten Tages gesperrt werden."
Das trifft Betreiber von Skihütten, aber auch die immer größer werdende Gruppe nächtlicher Tourengeher gleichermaßen. Brandstätter: "Die Diskussion läuft völlig falsch. Wir sind weder gegen Hüttenwirte noch gegen Tourengeher. Es geht einzig um die Sicherheit."
Sicherheit ist auch für Gertraud Röck von der "Panoramaalm" in Saalbach-Hinterglemm (Kohlmais ein Thema. "Aber eine Sperrstunde um 17 Uhr ist illusorisch. Wir können die Leute nicht vor die Türe setzen."
Saalbachs Bürgermeister Peter Mitterer, er ist zugleich Geschäftsführer der Hinterglemmer Bergbahnen: "Wer die Leute am Berg abfüllt, der muss sie auch sicher ins Tal bringen. Das kann nicht Sache der Seilbahnbetreiber sein." Andererseits lasse sich mit jedem Betriebsleiter reden - "über eine Stunde auf oder ab" sagt Mitterer.
Auf der Reitlehen Alm im Skigebiet Eben arrangiert sich Hüttenwirt Urban Schneider mit den Liftbetreibern der Bergbahnen Flachau und der Reitlehenbahnen in Eben. "Wenn eine Pistenpräparierung statt findet, bekomme ich einen Anruf. Dann sage ich meinen Gästen, dass sie abfahren müssen. Das ist zwar gegen mein Geschäft, aber die Touristen bleiben ohnehin nicht solange sitzen." Bis sechs oder sieben Uhr abends würden wenn, dann nur die Einheimischen auf der Hütte sein. "Die kennen die Pisten gut und trauen sich auch, im Dunkeln hinunter zu fahren."
Statt einer Sperrstunde plädiert Schneider "dort, wo es geht" für den Zubau von Skiwegen abseits der Piste.
"Mit Verboten werden die Gäste vertrieben" Sepp Schellhorn, Präsident der Hoteliersvereinigung und seit Dezember im Angertal selbst Betreiber einer Skihütte: "Die Kirche muss im Dorf bleiben. Mit ständigen Verboten vertreiben wir die Gäste."
Saalbachs Tourismusdirektor Wolfgang Breitfuß meint, "jeder sollte zu seinen Kernzeiten zurückkehren. 11 bis 16 Uhr Skihütte, 16 bis 19 Uhr Apres ski, 20 bis 22 Uhr Restaurant, 22 Nachtleben." Derzeit kämen Gäste oft "derart abgefüllt ins Tal, dass es fast kein Nachtleben mehr gibt.
"Da beißt sich die Katze in den Schwanz. Ohne Nachtleben werden die Skiorte uninteressant. Dann bleiben die Gäste aus. Und da hat niemand etwas davon."
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