• Willkommen im neuen Alpinforum!

    Das Alpinforum ist erfolgreich auf die neue Forensoftware XenForo umgezogen. Benutzerkonten und Foreninhalte wurden übernommen, sodass ihr euch wie gewohnt anmelden könnt.

    Schaut euch gerne um und probiert die neuen Funktionen aus. Solltet ihr Fehler oder Unstimmigkeiten entdecken, meldet sie bitte im entsprechenden Thema.

    Alle Informationen zur Migration und zum neuen Forum findet ihr hier:

    Zur ausführlichen Ankündigung

    Viel Spaß im neuen Alpinforum!

    Euer Alpinforum-Team

Stadtseilbahn Innsbruck

Supercoole idee. Ich könnte dann jeden morgen direkt mit der Seilbahn runter ins Büro und abends retour fahren. Gegenüber dem lärmend stressigen Stadtbus ein Paradies. Falls die Single Trails im Wald zu matschig sind...

Im folgenden einige Erläuterungen zum für mich spannenden Projekt 2021, sowie eine kleine weniger enthusiastische politische Einschätzung(Quellen: Öffentliche Studie, s.u.):

Die auserwählte Strecke für die Doppelmayr CCC-Bahn wäre jene zum unteren Bildrand, linker Teil des V's; Von der Ostseite des Hauptbahnhofs über zwei Zwischenstationen zur EUB Patscherkofel:





Die drei Abschnitte der vorgeschlagenen Seilbahn ins südliche Mittelgebirge:

Abschnitt 1:
l=1240m, dh=0m, v=6,4m/s

Illustration: Die autonomen und elektrisch angetriebenen kurvengängigen Laufwerke fahren entlang des ersten Streckenabschnitts entlang des Flusses Sill auf einer leicht wirkenden aufgeständerten doppelgleisigen Struktur.

Das Bild zeigt eine 3-S Kabine und Fahrwerk. Jedoch wäre die in der Studie vorgeschlagene Bahn ihren technischen Daten nach mit 141 Kabinen(!) à 10Personen eine billigere Einseilumlaufbahn....

Streckenplan: Der 1240m lange CCC Streckenabschnitt vom HBF zum Tivoli Stadion bzw. den neuen geplanten Wohnsiedlungen ebendort. Am unteren Bildrand sind die Gleisanlagen des Güterbahnhofs zu erkennen. Norden wäre links.




Abschnitt 2: Tivoli - Lans/Igls
l=2390m, dh= 270m, v=6m/s

Illustration: Die CCC-Strecke (rechts) geht in eine gewöhnliche seilgestützte EUB(!) über, welche im Bild jedoch als 3-S zu dargestellt ist.


Streckenplan:




Abschnitt 3: Lans/Igls - Patscherkofel EUB Talstation
l=1909m, dh= 153m, v=6m/s

Streckenplan:



Die Projektanten der 3S Bahn für das südliche Mittelgebirge fordern als Voraussetzung zudem die Entfernung der konkurrierenden Straßenbahn L6 (bzw. deren politisch besser verkaufbare Verschwenkung ostwärts nach Aldrans). Ohne dem abzuschöpfenden Passagierpotential der L6 wäre die 3S wohl zu nicht zu betreiben.

Streckenplan: Vorgeschlagene Verlegung der L6 nach Aldrans, um deren Fahrgäste Richtung Lans/Igls mit der neuen Seilbahn abschöpfen zu können. Der derzeitige Streckenverlauf ist als dünne grüne Linie zum unteren Bildrand hin zu erkennen.



Aus politischer Sicht erstaunlich erschient, dass sich die grün dominierte GroKo-Stadtregierung bzw. dessen Hobbyverkehrs- und Straßenbahnexperte wohlwollend gegenüber dem Projekt gibt. Dies ist umso verwunderlicher, als dass der grüne Verkehrsexperte über Jahre hinweg jegliches städtisches Verkehrsmittel, welches nicht aus Straßenbahn oder Dieselbus besteht, ablehnte...

An und für sich müsste somit der Verkehrsexperte besonders hart gegen die Seilbahn argumentieren: Denn dieses würde seine langjährige Arbeit zur "Revitalisierung" der Bestandsstrecke nach Lans/Igls der Straßenbahnlinie L6 direkt in die Mülltonne kicken.

Möglicherweise kommt die Seilbahnidee politisch jedoch gerade recht, da die Stadtregierung die vor sich siechende L6 nicht vorwärtszubringen vermochte, entgegen ihren jahrelangen Ankündigungen, eingesetzten Beiräten, Expertenkommissionen und in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudien...

Bekannterweise gilt in AT+DE+CH zudem zuverlässig: Projekte für urbane Seilbahnen kommen leider nicht aus ihren Präsentations- und Diskussionsphasen heraus.

Verstörend an der Machbarkeitsstudie zur CCC-Seilbahn(s.u.) ist zudem, dass hier offenbar das 3-S System mit einer normalen EUB gemixt wurde, was Zweifel an Ernsthaftigkeit und Kompetenz der Studienersteller aufkommen lässt.

All dies sind somit eher keine guten Voraussetzungen. Weder im Sinne einer zukünftigen CCC-Bahn, noch für die lange erwartete (relativ einfach zu realisierende) Revitalisierung der Bestandsstrecke Straßenbahn L6:
Es würde schlicht und einfach weder das eine noch das andere Projekt ernsthaft verfolgt, sondern wie gewohnt Studie nach Studie in Auftrag gegeben, und alle paar Jahre zu deren pressegerechten Präsentationen geladen ...


Die Präsentation der öffentlichen Machbarkeitsstudie vom Land Tirol ist hier zugänglich:
https://www.tirol.gv.at/fileadmin/themen/verkehr/verkehrsplanung/verkehrskonzept/downloads/Praesentation_Alternative_OeV_Infrastrukturen_im_Raum_Innsbruck.pdf
 
Grundsätzlich wäre das natürlich eine sehr coole Sache! Vor allem die Anwendung des CCC in der Stadt würde mir gefallen und nur damit ist die Führung zum Sillpark ja auch realistisch. Die Strecke zwischen Sill und Bahngleisen wäre ideal geeignet, da gibt es niemand der sich groß daran stören würde. Es sind nur die zwei Gebäude an der Olympiastraße mit "NIMBY-Potential".

Für die Erschließung der Patscherkofelbahn wäre das ganze perfekt einerseits für ÖPNV-Reisende dank perfekter Verknüpfung an Stadt- (Sillpark) und Überlandlinien (Hbf), andererseits auch für Autofahrer, die dann an der Olympiaworld parken können

Aber die sonstige Erschließung erschließt sich mir nicht so ganz. Die Station Lans/Igls hat das gleiche Problem wie die Station Lans/Sistrans auf der Linie 6 - sie ist weder in Lans noch in Igls! In den Ortskern von Lans sind es grob gemessen 600m, nach Igls 1,6km. Für die westlichen Gebiete von Lans ist das ok, für Igls aber einfach zu weit.

Besonders ironisch wird das ganze im Vergleich mit der Linie 6. Deren Hauptproblem ist - neben der langsamen Streckenführung - dass sie an allen Ortskernen (Aldrans, Lans, Sistrans und Igls) weit vorbei fährt. Gerade in Igls ist zur Aufwertung der Linie 6 immer die Verlängerung in den Ortskern gefordert - der Fußweg dort hin ist auch wieder 600m. Man bräuchte also Zubringerbusse zur Seilbahn, in Form der bestehenden Buslinie J, die jetzt im 10-min Takt fährt. Das tut sie allerdings im Bereich ab Igls nur wegen der Funktion als PKB-Zubringer, ein Ziel der Seilbahn wäre sicher auch weniger Fahrten auf dem J. Wenn man aber eh im J sitzt, kann man auch gleich in die Stadt durchfahren, im Falle von Igls wahrscheinlich sogar insgesamt schneller.

Was allerdings richtig gut funktionieren kann, ist die Kombination Seilbahn+Fahrrad. Zwischen Igls und Lans ist es flach, nach Sistrans nur ganz wenige Hm und auch von Patsch kommt man ziemlich flach zur Endstation an der PKB. Fahrradfahren ist aber natürlich wetterabhängig.

Also zusammengefasst: Im Vergleich zur - de facto derzeit nicht genutzten - Tramlinie 6 verbessern sich mit der Seilbahn Takt und Fahrzeit deutlich, die Erschließung der Orte wird aber schlechter. Im Vergleich zur gut genutzten Buslinie J verbessert sich je nach Relation evtl die Fahrzeit leicht, wohl am Ehesten in Kombination mit dem Fahrrad. Das ist dann aber halt kein ÖPNV mehr. Die direkte Erschließungswirkung ist deutlich schlechter. Ob der Komfort besser als im Bus ist, wenn man erstmal zur Station radeln oder Bus fahren muss - das ist eine individuelle Entscheidung. Ich kann mir aber schon vorstellen, dass damit andere, also neue, Fahrgastgruppen angesprochen werden.

Ob sich die Bahn wirklich lohnt? 4700 Personen pro Tag an einem normalen Werktag klingt nicht viel für eine EUB, vor allem falls das für beide Richtungen zusammen gerechnet ist. Die Bahn schafft das pro Richtung in etwas über einer Stunde...

Die Linie 6 nach Aldrans zu führen, ist schon auch ein sympatischer Vorschlag, auch wenn das wohl wirklich das Ende der Linie 6 nach Igls wäre. Die fährt allerdings aktuell eh unter der Woche nur 1x täglich (!) und am Wochenende stündlich - also ein reiner Ausflugsverkehr. Das heißt aber auch, dass die "Konkurrenz" zur Seilbahn durch die 6er nicht groß ist, Fahrgäste abziehen kann man da nicht mehr

Wenn man also die 6 nach Aldrans führt, muss das aber mit einer Direkteinführung in die Stadt verbunden sein, wie auch in der Studie angedeutet. Das halte ich allerdings für gar nicht so realistisch, wenn gleichzeitig für eine ähnliche Relation direkt daneben das CCC gebaut werden soll. Ohne Direkteinführung macht es aber keinen Sinn - für Aldrans wäre die Fahrt durch den Wald und anschließend die Runde über den Westbahnhof auf jeden Fall eine Fahrzeitverlängerung gegenüber dem Bus. Fahrgäste aus richtung Tulfes müssten sogar zusätzlich umsteigen, falls man den Postbus-Takt Aldrans-Innsbruck ausdünnen will. Ein Umstieg zwischen Seilbahn und L6 wäre ideal, dafür braucht es aber eine zusätzliche Seilbahnstation neben der Autobahn im Wald - auch eher unrealistisch.
 
Ich finde vor allem die Frage nach der Fahrt ins Skigebiet ziemlich dämlich. Natürlich würde ich lieber mit der Gondel zum Skifahren fahren als mit dem Bus, die würde auch fast direkt vor meiner Haustür starten, aber wenn ich mich zwischen Kofel und Lizum entscheiden muss, dann gewinnt immer die Lizum.
 
Der Endbericht zu einer Seilbahn von Innsbruck aus ins östliche Mittelgebirge soll Ende 2025 vorliegen. 72 Prozent halten das Projekt bei einer Umfrage für „sinnvoll“.

- Um das Projekt ist es sehr ruhig geworden (Anm.: Sieht man ja auch hier im Forum)
- Initiiert von Schwarz-Grün, aber Schwarz-Rot lässt das Projekt nicht in der Schublade verschwinden
- Eher im Gegenteil, der Endbericht für dieses Pilotprojekt soll Ende 2025 vorliegen
- Machbarkeitsstudie von 2021 hat die Trasse Sillpark, Hbf., Olympiaworld also sog. "City Cable Car" und weiter bis zur Talstation Patscherkofelbahn als einzige realisierbare Variante favorisiert
- Man möchte den motorisierten Verkehr vom Mittelgebirge in die Stadt und vv reduzieren
- Nicht beachtet hat man jedoch Hürden wie Finanzierung, Querung Inntal/Brennerautobahn und Hochspnungsmasten
- Man wollte erstmal in der Bevölkerung vorfühlen, ob ein derartiges Projekt angenommen werden würde
- 72% aus dem östl. Mittelgebirge und 67% aus Innsbruck halten das Projekt für sinnvoll (Ergebnis aus einer seit Mitte 2023 durchgeführten Erhebung)
- Im Ergebnis würden auch mehr Menschen aus dem Mittelgebirge die Bahn nutzen als jene aus Innsbruck
- Hauptgrund für den Nutzen wird mit Umwelt und Klimaschutz angegeben
- Uneinigkeit herrscht beim Thema Landschaftsbild und Flächenverbrauch
- Unter Strich sieht man das Ergebnis positiv und meint, dass die Bevölkerung dieser Seilbahn etwas abgewinnen können
- Die Ergebnisse werden weiter ausgewertet, weil auch noch das tatsächliche Fahrgastpotential berechnet werden muss

Quelle: Vom Sillpark bis zum Kofel: Innsbrucker Stadtseilbahn findet Anklang
 
Völlig sinnloses Projekt, das auch nie gebaut werden wird. Der Kofel ist für eine Zubringerbahn viel zu klein und viel mehr würde es nicht werden. Es gäbe noch eine Zwischenstation im Niemandsland zwischen Igls und Lans. Die Busse muss man für die Erschließung der Orte weiterhin fahren und dann bleibt fast kein Potential mehr für die Bahn übrig. Einzig als Ersatz für einen anständign Radweg von Innsbruck ins Mittelgebirge wäre sie sinnvoll, aber ich bezweifle, dass sich die hohen Kosten dafür lohnen.

Die Studie wurde von Anfang an falsch angegangen. Es war eine der typischen "wir wollen eine ÖV-Seilbahn, wo können wir die bauen" Studien. Es ging nicht darum, dass man ein Problem hatte und dafür die beste Lösung gesucht hat.
Das bedeutet nicht, dass es im östlichen Mittelgebirge kein Verkehrsproblem gibt, nur, dass die Seilbahn (zumindest in realisierbarer Form) nicht die Lösung ist.
 
Das Land kann der Idee von einer Stadtseilbahn, die Innsbruck mit dem östlichen Mittelgebirge verbindet, viel abgewinnen. Vor Jahren gab es bereits eine entsprechende Machbarkeitsstudie. Eine Nachfrage von ORF Tirol zeigt aber, dass die Pläne zwischen „Anfangsstadium“ und „verworfen“ schwanken.
Quelle: Vorerst keine Stadtseilbahn für Innsbruck

BTW: Die Grüne hat vor ihrem Kommentar
Internationale Beispiele könnte man kaum als Vorbild nehmen, erklärte Bex, da diese Seilbahnen meist nicht in sensiblen, dicht bebauten Räumen wie Innsbruck stünden.
wohl nicht nach Südamerika geschaut :wink:
 
Ganz genau, und deswegen ist die Bahn in Innsbruck auch gestorben. Man hat sich nicht getraut Häuser zu überfahren und dadurch kam eine völlig sinnfreien Trasse raus. Die entscheidende Station wäre im Niemandsland zwischen Igls und Lans gelegen, mit weiten Zuwegungen für fast alle Nutzer. Die Station an der Patscherkofelbahn wäre ganz nett gewesen, aber das Skigebiet ist viel zu klein um als Hauptargument für eine Zubringerbahn zu dienen.

Die Bahn hätte so keine Chance gegen den Bus gehabt und wäre zu Millionengrab geworden. Das ist allerdings blöd, denn der Bus ist ziemlich überlastet und man bräuchte da dringend was anderes. Mir fällt allerdings auch nichts realistisches und sinnvolles ein.
 
Da hat man halt eine Trasse ohne Konflikte gefunden. Mit dem was Innsbruck bräuchte ist das nicht ansatzweise vergleichbar.
 
Zurück
Oben