Christoph Lütz schrieb:
Warum unterbreitest du der Hirzerbahn kein Angebot? Dein Lösungsansatz scheint doch wesentlich wirtschaftlicher zu sein, als eine völlig neue Steuerung zu bauen. Man könnte ja ein Erfolghonorar vereinbaren. Das Problem könnten allerdings bei einer öffentlichen Seilbahn hohe Schadenersatzforderungen sein, wenn die Steuerung plötzlich wieder spinnt.
Rein theoretischer Ansatz, haftbar ist man für Schäden, die man selbst verursacht. In einem solchen Falle übernimmt niemand eine garantieähnliche Haftung ausser man sei Steuerungslieferant und ersetzt die Steuerung.
Habe meinen längeren Beitrag oben nochmals kurt durchgelesen und dazu kann ich eigentlich nicht viel mehr hinzufügen. Massgebende brauchbare Informationen sind eigentlich keine vorhanden, der Gesamteindruck ist eigentlich, dass man da eher etwas wild herumgefummelt hat, als sehr systematisch vorzugehen. Aber eben, was genau wie gemacht wurde, ist nicht bekannt.
Gehen wir mal davon aus, dass es effektiv die FUA ist (ob dies zutrifft kann man aus der Ferne nicht beurteilen, gewisse Zusamenspiele sind recht komplex und können auch Experten irreführen).
Eine klassische Pendelbahn-FUA hat 4 Teilnehner:
- Antriebsstation;
- Gegenstation;
- 2 Fahrbetriebsmittel (Fahrzeuge, auch einfachhalber Kabinen genannt).
In gewissen Fällen gibt es Streckenüberwachungen mit Tragseilentgleisungsüberwachung mit Lokalisierung über FUA, ist jedoch selten.
Gegenstation muss nicht zwangsläufig mit der Antriebsstation über Zugseilübertragung verbunden sein, oft sind LWL (Glasfaser) Verbindungen zwischen den Stationen vorhanden.
Funk FUA gibt es ebenfalls, hier sprechen wir jedoch von einer klassischen FUA mit induktiv gekoppelter Kommunikation über die Zugseilschlaufe (wäre eine Funk FUA vorhanden, ist die ganze Diskussion ein Witz).
Wäre zuerst mal interessant zu wissen, ob genau und belegbar aufgezeichnet werden konnte, welcher FUA Teilnehmer den Not-Aus verursachte, und ob man für diesen Zeitpunkt mit DSO oder high-end Datalogger die Analogsignale der entsprechendenen Sende- sowie Empfangsspulen der FUA in den Stationen sowie in den FBM (Einzelheiten bei den FBM sind ggf. abhängig davon, ob Zugseil gespleisst ist, oder ob Seilköpfe vorhanden sind) mit entsprechend hoher Sampling Rate geloggt hat (bzw, entsprechend die Trigger eingestellt hat).
Vermutet man externe RFI Störfelder kann man zudem breitbandig messen, wie bereits aufgeführt kann dies jedoch nur durch HF-Experten mit sehr teurer Messgerät-Suite durchegeführt werden.
Wichtig ist, dass sämtliche Aufzeichnungen GNSS synchronsiert sind, war relativ einfach mit besser als +/- 1 ms möglich ist,
Zusätzlich kann man noch Transientenrecoder für die NS-Netzspannungen in der Antriebs- und Gegenstation einsetzen und dan später ggf. für die Überwachung der Steuerspannungen der Elektronik selbst (z.B. +5 VDC nach lokalem DC/DC Wandler, also nicht nur die üblichen verschiedenen 24 VDC der Automation).
Hier nur mal als Beispiel aufgeführt, wie man methodisch vorgehen kann. Sowas sollte man machen bevor man beginnt z.B. am Potentialausgleich und Abschirmungen herumzufummeln. Am besten ist es, zuerst bei der Anlage im Originalzustand den Fehler versuchen zu orten, da Abänderungen ein zusätzliches Potential für Fehlerquellen darstellen. Man vergleiche dies mit Softwarekorrekturen wo diverses abgeändert wird und dann irgendwie neue Fehlerbilder auftreten.
Was genau gemacht wurde, weiss ich nicht. Dass das Probleme seit Jahren besteht ist eher ein Beweis der Unkompetenz der Beteilgten. Bevor man das ganze auf den Kopf stellte hätte man es mal provisorisch (ohne öffentliche Personenbeförderung) mit einer Funk-FUA (in SIL 3/PL e/Kat. 4 bzw. entsprechenden AK gem. der eigenartigen Definition vom CEN/TC 242) versuchen können, dies wäre viel billiger, als den ganzen Kram en Bloc in Frage zu stellen.
Bestätigen kann ich lediglich, dass in anderen Bereichen auch sehr bekannte grosse Firmen in Projekte von mehreren hundert Mio. Euros Fehler machten, die sehr erfahrene Steuerungsspezialisten sofort bemerken (die, die amtlich anerkannte Abnahmen durchführen sind übrigen z.T. nicht so erfahren, habe ich selbst mehrmals mitverfolgen können, waren allerdings z.T. sehr spezielle Anlagen). Bei der Ausführung von Steuerungsanlagen können zudem gewisse anscheinend sekundäre kaum bemerkbare Einzelheiten einen massgebenden Einfluss auf die Zuverlässigkeit haben. Bekanntes Beispiel ist der Anschluss gewisser Abschirmungen. Schaltunterlagen alleine sind diesbzgl. nicht immer aufschlussreich. Gewisse wichtige Details sind nicht in den Unterlagen dokumentiert und sind in erster Linie erfahrungssache, z.T. widersprechen sie sogar dem, was man rationell aufgrund des Ingenieurwissens erwarten würde.
Zuerst sollte man sicherstellen, ob die FUA wirklich durch eine externe Beeinflussung (hier durch Übertragung über die Zugseilschlaufe gemeint) sporadisch einen Fehlauslösung des Nothalts auslöst.
Weiss jemand, ob Frey da bereits reingeschaut hat? Insbes. da ja von Doppelmayr übernommen. Die haben hochkarätige Spezialisten, die sich täglich mit FUA befassen. Sisag natürlich auch, da jedoch jetzt Frey bei Doppelmayr ist, weiss man nicht so genau wie die Zunkunft aussieht, Unterschied zu Frey ist, allerdings dass Sisag auch in anderen Bereichen als Seilbahnen tätig ist.